Zitat
Original geschrieben von Sencer
Was ich allerdings ebenfalls in Frage stelle.
Was dein gutes Recht ist
Zitat
Doch, natürlich kenne ich solche Menschen, nicht wenige sogar.
Wieso behauptest du, "ich kenne es nicht anders"?
Weil du die ganze Zeit so schreibst (also bei mir den Eindruck erweckst), als würdest du keine kennen. Wenn du nämlich wirklich Menschen kennen würdest, du aus dieser Überzeugung heraus versuchen Gute Menschen zu sein, also Menschen die letztlich dem Wohl aller dienen, dann würdest du die Argumentation von mir auch verstehen.
Zitat
Ich finde, ehrlich gesagt, dass die Masse an zur Option stehenden Religion viel größer und viel komplexer ist, und den Menschen viel stärker überfordert. Selbst wenn man sich dann mal für eine grobe Richtung entschieden hat, gibt es dutzende von Untergruppierungen. Man kann ein ganzes Leben damit verbringen die wahre Religion zu finden, ohne auch nur einen Deut schlauer zu werden.
Das ist durchaus richtig, und streite ich garnicht ab. Du hast eben für dich deine Antworten gefunden, ich für mich.
Zitat
Damit meinte ich Menschen, welche die Deutungshoheit innerhalb der Religion haben, also bspw ein Pfarrer, ein Papst, ein Imam usw. Ich sehe potentielle Probleme sowohl wenn es ihn gibt, als auch wenn es ihn nicht gibt. wie oben erläutert. Ich würde mich freuen wenn du nach meiner Klarstellung nochmal drauf eingehen könntest.
Ich seh gerade den Wald vor lauter Bäumen nicht, auf welche Aussage von mir möchtest du noch eine Antwort?
Zitat
Richtig, und wir stimmen also überein, dass wenn es um Konflikte und negatives Handeln geht, eine nicht-religiöse Ideologie, eine Weltsicht, eine Philosophie genau den Schaden anrichten kann wie eine Religion.
Das ist unbestritten, ja da geb ich dir recht.
Zitat
Wo wir scheinbar unterschiedlicher Meinung sind, ist das dasselbe auch in gleichem Maße für positives/moralisches Handeln gibt.
dito!
Zitat
Ich finde es nicht ganz ehrlich, wenn man bei allem Negativem die Verantwortung abwälzt, aber alles positive dann als das Ergebnis für sich beanspruchen will.
Was hat das mit Ehrlichkeit zu tun? Meinst du die Ehrlichkeit mir selbst gegenüber? Ich denke es gibt zahlreiche Gruppierungen die für sich den Anspruch erheben Christen zu sein und die eben auch entsprechend handeln. Das verurteilen sollte ein Christ Gott überlassen, so steht es auch in der Heiligen Schrift (damit meine ich die Bibel). Von daher kann sich ein Christ nicht anmaßen jemanden wegen eines Handelns zu verurteilen.
Zitat
Und ich kenne eben Leuten, die denken ähnlich über die Bibel (nette Ansätze, aber nichts essentielles zu bieten) und das Christentum, und finden ihren Sinn und ihren Weg mit nicht-religiösen Quellen.
Das ist ja das Interessante. Hast du schon eine Antwort darauf gefunden wieso dem so ist? Wieso fühlen sich manche Menschen zur Religion hingezogen ,andere wiederrum zur Philosophie? Das hat nichts mit Naivität oder Dummheit zu tun. Es sind darunter höchst intelligente, kluge, helle Köpfe bei, sowohl bei der einen Seite, als auch bei der anderen.
Zitat
Mal ehrlich; Wenn dir jemand so etwas zeigen würde, würdest du doch nicht weg-konvertieren.
Nein, aber ich würde für mich nach einer Erklärung suchen, wieso jenes oder anderes für mich nicht annehmbar wird oder eben doch einen interessanten Gedankenansatz enthält. Zum Beispiel der Gedanke der Theodizee. Ein Auszug:
Zitat
Entweder will Gott die Übel beseitigen und kann es nicht:
dann ist Gott schwach, was auf ihn nicht zutrifft,
oder er kann es und will es nicht:
dann ist Gott missgünstig, was ihm fremd ist,
oder er will es nicht und kann es nicht:
dann ist er schwach und missgünstig zugleich, also nicht Gott,
oder er will es und kann es, was allein für Gott ziemt:
Woher kommen dann die Übel und warum nimmt er sie nicht hinweg?
Alles anzeigen
Über solche Dinge denk ich nach und such nach Antworten. Der Maßstab ist für mich natürlich die Bibel.
Zitat
Es kann also nicht darum gehen, dass man derselben Meinung wie die anderen ist (dasselbe liest und zum selben Schluß kommt), sondern das man akzeptiert, dass auch andere auf ihre Art Recht haben können.
Ich habs mal makiert, was ich ausschlaggebend finde. Auf seine Art gesehen kann man toll finden was man möchte, aber letztlich müssen wir schauen, dass wir mit unserer Art andere Menschen nicht verletzen oder diskriditieren.
Zitat
Und dass sie eben dieselbe Motivation zum moralischen Handeln ableiten können auf Wegen die nicht den deinen entsprechen, und dabei weder weniger moralisch, noch weniger motiviert, noch sonst irgendwie unterlegen sind.
Das ist eben der Punkt den ich als Nicht-Atheisten nicht verstehen kann. Wahrscheinlich versteht aber auch ein Atheist nicht die Motivation eines Gläubigen - kann ich nicht beurteilen.
Zitat
Ich denke aber, dass man um die Motivation für moralisches Handeln sprechen kann, ohne dass man alle als heilig geltenden Schriften der Erde gelesen hat.
Das mag zwar sein, aber ich bin trotzdem der Meinung, dass es nicht die gleiche Güte und Festigkeit erreichen kann ohne Gott.
Zitat
Wenn du der Meinung bist, man sollte den Wissenschaftsunterricht aus den Schulen heraushalten, dann will ich dir da nicht reinreden, halte diese Haltung aber für sehr bedenklich...
Das hab ich nicht gesagt. Ich sage nur, wie ich es jetzt mehrfach getan hab, man sollte das lehren was unumstritten ist und belegt werden kann, und nicht das was nicht klar und eindeutig ist. Es ist einfach Fakt, dass die Evolution nicht bis ins Detail klar ist. Und viele Dinge sind umstritten.
Zitat
Was hat das Zölibat mit Kindesmißbrauch zu tun? AFAIK besteht da keinerlei Zusammenhang.
Wieso findest sowas dann in Protestantischen Kirchen nicht in dem Maße statt? Ich höre jedenfalls bisher nur von der anglikanischen (sprich katholischen) Priestern. Das Zölibat zwingt Priester doch dazu ihre natürliche Sexualität irgendwann auszuleben, weil sie nicht mehr anders können. Und selbst wenn ein protestantischer Priester sowas tun würde, dann hat er schon seit längerem kein vernünftigen Bezug mehr zum Wort Gottes und zu Gott selber. Wie sagte Jesus Christus? "Wer eine Frau auch nur ansieht um mit ihr in Leidenschaft zu entbrennen hat schon mit ihr Ehebruch begangen". Sprich die Handlung im Geiste schon durchzugehen ist nur der erste Schritt zur Tat. Selbst wenn er es nicht tut, muss er sich vor den Gedanken hüten. Hätte derjenige es verstanden, hätte er versucht die Gedanken auszumerzen, bevor sie zu einer Tat führen.
Zitat
Du bist aber gar nicht auf mein Argument eingegangen: Dass gläubige, richtige, gute Christen ihre Vorsätze bei der richtigen Gelegenheit "über Board geworfen" haben, so wie du es ursprünglich nur nicht gläubigen unterstellt hattest.
Du meinst folgendes Zitat von dir?
Zitat
Meiner Ansicht nach, ist das Merkmal der Religionszugehörigkeit, der Gottesgläubigkeit, der Grad der Überzeugung usw. halt alles nur nicht adäquat, um daraus ein mehr oder weniger an moralischem Handeln abzuleiten - was ja deine ursprüngliche These war.
Dann schau die Nachrichten, das ist der beste Beweis dafür.
Zitat
Das berührt aber mein Argument nicht: Dass die Religion oder religiösität eben nicht eine Lösung für die Schlechtigkeit in manchen Menschen ist.
Irgendwie drehen wir uns hier im Kreis. Wenn du Argumente nicht annimmst ist das eben eine Sache und führt letztlich zu nix. Genauso kann ich deine Argumente einfach nicht akzeptieren.
Zitat
Ich sehe in keiner der Kommentare ein stichhaltiges Argument für die Belegung deiner Ausgangsthese: Dass moralisches Handeln an Religiösität geknüpft ist.
Tut mir leid, aber wie oben geschrieben: Argumente kann man nicht erzwingen.