Zitat
Original geschrieben von Martyn
Der grösste Unterschied zwischen den WAP 1.2.1 und WAP 2.0 Browsern ist eigentlich nicht was sie darstellen könne (wie lanturlu schon gesagt hat, können 1.2.1 Browser oft genausoviel oder noch mehr als die 2.0 Browser) sondern die Art wie sie die Daten abrufen.
Oh, da habe ich mich vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt.
Der Unterschied zwischen WAP 1.2.1 und WAP 2.0 ist meiner Meinung nach doch, was das Handy darstellen kann. WAP 2.0 ist wie oben geschrieben im wesentlichen die Summe aus WAP 1.2.1 und XHTML MP. Das Problem ist aber, daß die Handyhersteller bei der Umsetzung teilweise sehr unterschiedlich verfahren. Bestimmte ältere Sony Ericsson Handys, wie das T68i und verwandete Modelle wie T300, T310, T230 sind angeblich WAP2.0-tauglich, interpretieren diesen Standard aber so eng, daß man die XHTML-Seiten, die tatsächlich angezeigt werden, an einer Hand abzählen kann. Ähnliches gilt für das Panasonic GD87. Beim T610 war Sony Ericsson schon einen Schritt weiter. Allerdings war die (X)HTML-Unterstützung hier immer noch etwas unzulänglich. Bei den ersten Softwareversionen des T610 konnte man das Handy durch den Aufruf bestimmter Seiten so gründlich abstürzen lassen, daß man es danach einschicken musste! Eine Erklärung hat der Autor der Seite wap.molipo.de in diesem Posting im legendären "T610-schwerer Speicherbug! Oder,wie schrotte ich 3 T610 in 18h!"-Thread geliefert.
Als das T610 auf den Markt kam, waren bereits Handys mit dem Openwave Mobile Browser 6.1 auf dem Markt, wie z.B. das Sharp GX10 oder das Siemens S55. Beide haben laut Datenblatt nur WAP1.2.1, aber der Browser akzeptiert trotzdem (X)HTML samt mobiler Unterarten.
Ob der Zugang über das WSP-Protokoll oder über das HTTP-Protokoll erfolgt, spielt bei WAP2.0 eigentlich keine Rolle. In der Praxis ist es so, daß alle Handys, die den Zugang über HTTP und TCP/IP beherrschen, auch WAP2.0 tauglich sind.
Einige Unternehmen (wie z.B. O2) sprechen von WAP2.0, während sie in Wirklichkeit den Zugang über HTTP und TCP/IP meinen. Dies erscheint ihnen vielleicht praktischer, denn genau genommen haben diese Protokolle bei WAP schon immer eine Rolle gespielt, nämlich auf der Strecke vom Webserver, auf dem die WML-Seiten gespeichert sind, zum WAP-Gateway. Dieses kompiliert und komprimiert die WML-Seiten und schickt sie dann per WSP/WTP ans Handy. In neuerer Zeit wird dieses Verfahren eben dadurch vereinfacht, daß die Handys auch direkt HTTP und TCP/IP beherrschen und dadurch kein Gateway mehr benötigt wird. Die HTTP-Proxies der Netzbetreiber haben hauptsächlich Abrechnungsfunktionen. T-Mobile kommt allerdings ohne eigenen HTTP-Proxy aus.
Der wesentlichste Unterschied zwischen den beiden Zugangsarten ist, daß es bei der Übertragung "sicherer" Seiten per WSP keine durchgehende Punkt-zu-Punkt Verschlüsselung gibt. Der Webserver liefert per HTTPS SSL-verschlüsselte Seiten und das Gateway entschlüsselt sie und verschlüsselt sie mit WTLS neu, bevor es sie ans Handy schickt. Der Gateway wäre also ein möglicher Angriffspunkt für Abhörversuche.
Bei vielen Handys kann man die Übertragungsart selbst wählen. Derzeit würde ich immer noch das alte WAP-Protokoll empfehlen, da hierbei das übertragene Datenvolumen geringer ist.
noch ein paar Links zu alten Threads:
i-mode, wap und wap 2.0
Suche Wap 2.0 Seiten!