Denn sach ich mal was dazu, der in ähnlichen Verfahren 4mal im Jahr die Leute quält 
Was wollen Unternehmen an so einem Tag wissen? 1.) Ist der Kandidat qualifiziert? 2.) Passt der Kandidat zu unserem Unternehmen / zu unserer Unternehmensphilosophie?
"Qualifiziert" ist natürlich ein weites Feld. Entsprechend wird geguckt, ob Du die Anforderungen der freien Stelle erfüllst bzw. wie gut Du sie erfüllst. Deshalb wird da nicht mehr für jeden Furz ein AC durchgeführt, was das Unternehmen pro Tag mal schnell 5.000 Euro kostet. In schriftlichen Verfahren werden die üblichen Verdächtigen abgeklopft: kognitive Fähigkeiten, sprich Sprache, Mathe, Konzentration, schlussfolgerndes Denken.
In einem strukturierten Interview geht es einmal um Inhalte: wer bist Du, Ausbildung, Engagements, warum gerade diese Stelle (da sollte man dann entsprechend wissen, wo man sich bewirbt und warum dies und nicht Automechaniker ;)). Andererseits geht es da verstärkt um soziale Kompetenzen und wie schlüssig Du argumentierst und Dich selbst zu verkaufen weißt. Denn die Fakten der bisherigen Ausbildung kann ich in den Bewerbungsunterlagen nachlesen 
Also: durch kommt nur, wer authentisch und echt wirkt. Aufgesetztes Gehabe jeglicher Art fliegt im Laufe eines Verfahrens irgendwann auf.
Sich selbst präsentieren können: kann ich andere von mir überzeugen? Und: baue ich Argumente schlüssig aufeinander auf, ist ein roter Faden drin? (Präsentation)
In Diskussionen kommt es zwar auch darauf an, sich durchzusetzen, allerdings würde ich es anders formulieren: in wie weit gelingt es mir, andere von meinen Ideen zu überzeugen. Ellbogena*schlöcher braucht heute kein Mensch mehr (auch wenn es letztendlich die sind, die ganz oben ankommen - aber das ist ein anderes Thema mit anderen Beurteilungsmaßstäben), gesucht werden Leute, die integrieren können. D.h. es gilt eine gute Balance zu wahren zwischen sich durchsetzen und auf andere eingehen (können) und unterschiedliche Standpunkte vielleicht doch zu einigen. Zwar ist erwiesen, dass Vielredner besser abschneiden (was in sofern trivial ist, als dass wer den Mund nicht aufmacht auch nicht bewertet werden kann), allerdings fällt auch ruck zuck auf, wenn man nur dann was sagt, wenn es um eigene Interessen geht.
Und der ganze Tag selbst ist natürlich ein Test für soziale Belastbarkeit an sich (Stichwort Stressmanagement) 
Nochmal zu den Klamotten: keine Ahnung, was das jetzt genau für ein Auswahlverfahren für was ist (mit diesem ganzen neuen Zeugs blick ich einfach nimmer durch
- ich hab noch ein gutes altes Diplom, da weiß ich was ich hab...). Aber bei Bank kann Anzug und Krawatte nie schaden. Ob es jetzt unbedingt ein weißes Hemd sein muss, kann ich nicht genau beurteilen, mit diesen dämlichen Kleiderordnungen steh ich eh etwas auf Kriegsfuß
Aber notfalls kannst Du die Krawatte immer noch ausziehen, wenn Du total overdressed bist. Bei Ingenieuren sähe die Sache wieder total anderst aus... 