Beiträge von derAL

    Re: Wie kann man seinen Account löschen?


    Zitat

    Original geschrieben von Sofacouch
    Kann man seinen Account hier wieder löschen, oder ist das nicht vorgesehen?


    Wieso löschen?


    Du bist herzlich dazu eingeladen, hier mitzudiskutieren ...


    :top:

    Zitat

    Original geschrieben von uwm
    ...
    Warum sollte sich Apple von seinen Barreserven trennen ? Steht irgendwo, das ich das als Unternehmen tun muß, nur damit Aktionäre eine höhere Dividende kassieren können ?


    Das solltest Du dabei verinnerlichen:


    Wem gehört die Firma?


    Eben den Aktionären. Es ist ihr Geld, das sie zur Verfügung stellten. Und sie entscheiden auch, was mit dem Geld passieren soll und ob sie dieses Geld oder einen Teil davon woanders investieren wollen. Nicht CEO Tim Cook und das Apple-Board; sie sind nur Angestellte eben dieser Inhaber. Und dass er mit dem Geld nichts macht, empfinden die Inhaber eben als Bullshit. Die Inhaber wollen nicht, dass er das Kapital nicht nutzt. Sie wollen, dass er damit etwas unternehmerisches anstellt. Sie wollen nicht, dass es ungenutzt bei nachlassender Rendite liegen bleibt. Und wenn das so ist oder bleibt, dann wollen sie es wieder haben und mit dem Geld interessantere Alternativen ansteuern. Risikokapital investiert in Chancen und nicht in Barreserven bei nachlassenden Renditen. Nur das fördert Wachstum und Fortschritt. Weil Risikokapital Querdenker und diejenigen finanziert, die sich aus der Mitte heraus bewegen und neue Wege gehen, etwas Neues kreieren.



    Es sind genau diese Crazy Ones, die Querdenker, die Apple in seiner historisch wichtigsten Werbekampagne mit 'this is to the crazy ones...' ansprach, die dieses Risikokapital dringend benötigen, da diese vorangehen, wo andere ihren Arsch einziehen.


    Und die Start-up-Investoren und die Icahns dieser Welt sorgen dafür, dass gerade das passiert. Dabei gehen sie enorme Risiken ein. Viele davon bleiben auf der Strecke. Einige wie Icahn waren dabei als wenige sehr erfolgreich.


    Gäbe es diese nicht, hätte Apple in der Garage von Steve Jobs Eltern auch nicht anfangen können.


    Und die Icahns und Co. waren es auch, die im Hintergrund Deals (etwa mit Microsoft) einfädelten und Risikokapital mitstemmten, als Apple in den späten 90ern kurz vor der Pleite stand und dafür sorgten, dass Jobs wieder an Bord ging und das Unternehmen später den Turnaround schaffte.


    Apple braucht dieses Risikokapital nun nicht mehr. Es weiß nicht, wohin damit.


    Das Risikokapital wird nun für die neuen Steve Jobs der Zukunft benötigt. Weshalb sollte es dann bei Apple verstauben?


    Damit es für den ehemaligen Crazy One Apple, mittlerweile ein etablierter, milliardenschwerer und gealterter Dinosaurier, keinen Wettbewerb gibt? Apple ist so nicht mehr crazy. Genausowenig, wie ein millionenschwerer Gangsterrapper von einst heute noch einer ist, während er seit Jahren im Luxus badet und sich mittlerweile im Jet Set bewegt.


    Wenn Apple diesen Crazy-Geist weiter leben möchte, dann nur so, indem es Risikokapital für andere Crazy Ones freigibt, indem es nicht benötigte Luft ablässt, die andere so dringend benötigen, um endlich frei atmen und durchstarten zu können.


    Und wenn es Apple nicht selbst tut, dann müssen sich eben andere darum kümmern.
    Und an der Stelle stellt sich die Frage, wer tatsächlich der heutige Crazy One ist; der Konzern Apple oder Icahn?


    Wem habt Ihr denn letztlich abseits des Kastendenkens Apple oder das iPhone zu verdanken?


    Jobs oder demjenigen, der an die Idee Steve Jobs und Steve Wozniak geglaubt hat und deren Start finanziert hat?
    Damals war das Mike Markkula, der als einer der ersten auf volles Risiko in Apple investierte.



    (Jobs und Wozniak in der Garage, in der alles anfing)


    Hätte Jobs und Woz kein Geld bekommen von irgendeinem Crazy One, der bereit war, dieses unbekannte und waghalsige Wagnis zu finanzieren, wäre Apple nicht entstanden.


    Genau darum geht es.


    Apple hat nicht genutzte Überkapazitäten in Geld und nutzt es nicht für den Fortschritt, für das Risikokapital normalerweise eben genutzt wird.


    Es hortet Geld und klebt daran wie Gollum am Ring in Herr der Ringe, der seinen Charakter immer nachhaltiger verdirbt. Und das, obwohl es aktuell zu wenig Perspektiven gibt, dieses Geld im eigenen fetten Konzern zu nutzen. Und selbst die Dinge und Perspektiven der nächsten Jahre, über die wir leidenschaftlich diskutieren, sind für all die Barreserven zu gering.


    Deswegen soll das nicht benötigte Über-Barreserven-Geld zu den neuen Crazy Ones wandern ...


    Und der Vorgang hat auch noch den netten Nebeneffekt, dass die Rentabilität von Apple wieder steigt, weil die Gewinne ja bei reduziertem Kapital eine andere Bezugsgröße bekommen würden. Im Sinne von 1 EUR Gewinn von 10 EUR Gesamtkapital sind 10% Rentabilität; 1 EUR von 5 EUR -falls um 5 EUR reduziert wird, die nun für neue Chancen genutzt werden könnte- sind halt 20%; und diese Rentabilitätssteigerung würde den Kurs trotz Abbau der nicht benötigten Barreserven ziemlich pushen, da die Aktie dadurch aus Sicht eines Investors im Rentabilitätsvergleich zu anderen wieder deutlich attraktiver wird, wobei die höhere Ausschüttung das Interesse von Value-Investoren grundsätzlich weckt, wegen der gut planbaren ordentlichen Erträge, die mit großer Wahrscheinlichkeit stetig bzw. relativ konstant fließen würden und das bei einem Titel, der noch einige Jahre auf Grund der hervorragenden Situation selbst nach Abbau der Barreserven mit wenig Risiken belastet ist; das ist auch Herrn Icahn bekannt).


    Wenn Apple tatsächlich unsterblich werden und für Jahrhunderte Vorbild für alle die Crazy Ones sein möchte, dann nur, indem es an die Crazy Ones der Zukunft denkt und nicht vergisst, dass sie selbst the Crazy Ones waren.


    Wenn es einen Geist Apples gibt, dann den des Crazy Ones.
    Und gerade dieser Geist sollte bei all dem Erfolg nicht in Vergessenheit geraten.
    Und erst Recht nicht durch Apple.


    So, jetzt habt Ihr wieder eine saubere Argumentationskette von mir geliefert bekommen. Jetzt können einige von Euch wieder aufheulen und nach Moral schreien oder weiß Gott was verteufeln.


    :p ;)


    In dem Sinne,


    'Look at the world with an evil eye
    Your cold heart won't let you cry
    Try to make a change in the wink of an eye
    Do you have it in you to even try?'


    (Lyrics: The Black Crowes)

    Übt man berechtigte Kritik, ist man ein (typisch deutscher) Nörgler. Skizziert und/oder bewertet man Entwicklungen, die stattfinden, im Sinne einer Meinung/Position, kommen Sprüche über Moral, aktuelle geopolitische Krisen und über den Weltfrieden, welche die Diskussion über die Branche Telekommunikation in ihren Facetten in einem Telefon-Forum (vorwurfsvoll) relativieren soll (im Sinne von: 'wie kann man das nur schreiben, wenn anderswo die Gaslieferungen ausbleiben; so etwas darf man im Geplauder im zu dem Thema existierenden Thread gerne diskutieren, aber was hat das in diesem Thread zu suchen oder mit zu tun?). Liefert man klar formulierte Argumente, werden oft keine gleichartigen Positionen/Gegenpositionen ebenso klar formuliert beigesteuert. Weil man da in einer anderen Welt lebt und dabei weiter Spaß haben soll.


    Manchmal geht es hier schon recht lustig zu.

    Zitat

    Original geschrieben von Wolfgang Denda
    ... Wie man sich auf Kosten anderer bereichert, ohne Folgen befürchten zu müssen.


    Das denke ich mir auch immer, wenn ich an Apples Fertigungs- (Lohnniveau der Arbeiter und Arbeitsbedingungen) und Preispolitik (in Relation zu den Herstellungskosten) denke, wenn Du heute schon Deinen persönlichen Moral-und-Sinnfragen-Tag hast; das solltest Du noch zu den anderen heute geäusserten Stichpunkten mit aufnehmen... :p :cool:


    Die Preispolitik, die sich aus Angebot und Nachfrage definiert, entspringt übrigens der gleichen Quelle und Logik wirtschaftlichen Handelns wie die Allokation von Kapital/Risikokapital sowie das Angebot und die Nachfrage an der Börse und aller ihrer Akteure. Überall kann ein Teilnehmer nur dann etwas machen/kaufen/verkaufen/umsetzen/vereinbaren/realisieren, wenn es ein anderer zulässt und im Sinne des Kontrahenten/Handels- oder Geschäftspartners mitmacht.


    Wie Du siehst, stehen Moral und Demoralisierung nahe beieinander. Sind die Bewertungsgrenzen dafür nicht herrlich fließend und je nach gusto flexibel? Wenn Du schon die eine Seite beklagst, solltest Du die andere dabei nicht vergessen. Moral sollte dann doch schon überall und auf allen Ebenen gelten, gell?

    Einhorn und Icahn brachten die nachhaltige Trendwende. Davor ging es seit dem ersten Top erstmal kräftig herunter. Vorher haben wir darüber diskutiert, dass Apple für einen Value-Wert erstmals Luft ablassen muss, gerade auch in Bezug auf die nachlassende Rendite. Und das hat die Apple-Aktie auch getan. Ganz im Sinne des Kreises 'These, Argumentation und Beweisführung' (dessen Essenz bzw. dessen Kern-Aussagen in den einzelnen historischen Postings auch im Nachhinein überprüft werden können und dürfen ;)) ...


    Als Einhorns Forderungen (02/13) laut wurden, habe ich in diesem Thread positive Wirkungen der Wallstreet Forderungen skizziert. Bei Icahn (ab 08/13; George Sorros ist dort auch etwas später aktiv gewesen) habe ich diese erneut behandelt und sogar noch deutlicher herausgestellt. Spätestens zu dem Zeitpunkt musste doch klar sein, dass da enorm Druck kommen wird, der Cook lenkt (und nicht umgekehrt). Der Kursanstieg der jüngsten Zeit (der relativ betrachtet gar nicht mal so spektakulär ist, vergleicht man sie mit anderen in verschiedenen kurzfristigen Zeiträumen; e.g. 1/2/3/4/5/6/9/12/24 Monaten relativ mit Nokia New) ist tendenziell Einhorn/Icahn/kapitalmarktgeschuldet, kann man das relativ gerade besonders gut z. B. im 3M-6M-9M-Bereich erkennen. Die Produkte haben nun die Chance, diese Bewegung zu unterstützen bzw. abzusichern (; wohlgemerkt in einem gut gesättigten Markt - es ist demnach dennoch herausfordernd trotz der 10-Mio-Grenze des ersten Absatzwochenendes, da muss ja nachhaltig so weitergehen und dies zeigt sich noch). Es ist aber (zumindest aktuell) nicht umgekehrt.


    Man darf die Wirkung der Wallstreet nicht unterschätzen. Man mag Apple gerne nur aus Sicht der Produkte betrachten; ist ja in einem Telefon-Forum nicht aussergewöhnlich. Die Branche und die Nebenschauplätze haben allerdings etliche Facetten. Gerade deshalb ist eine ganzheitliche Betrachtung manchmal eben auch nicht verkehrt. :)

    Auch wenn das schwer zu verstehen ist.


    Sie lenken die Allokation/Verteilung von Investitionskapital und sorgen dabei auch für die Funktionsweise einer Auslesefunktion, die zum Inhalt hat, dass aussichtslose Chancen aufgeben müssen (und kein Kapital mehr verbrennen) und aussichtsreiche Chancen erst eine Möglichkeit erhalten, es zu versuchen (weil sie Risikokapital erhalten).


    Apple hat Kapital, das nicht benötigt wird. Es kann sinnvoller verteilt werden. Also bedarf es jemanden, der das angeht. Und der wird auch Erfolg haben, indem er durch seine Maßnahmen Gewinne fährt. Und natürlich alle, die mithandeln.


    Alternativ kann Apple das Barreserven-Geld ja auch in neue Innovation investieren. Tut es aber nicht in vollem Umfang und nicht mal ansatzweise in einem ordentlichen Umfang, weil es gar nicht so viele innovative Ideen hat. Es ist also mehr Geld da als Innovationen. Man könnte frech auch eine gewisse Art von 'Perspektivlosigkeit' ausrufen. Das Geld liegt demnach ungenutzt ohne volkswirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Gesamtnutzen brach. Es wird nicht genutzt. Geld, das nicht genutzt wird oder einen Zweck erfüllt, hat keinen sinnstiftenden Wert.


    Seit Icahn schüttet Apple mehr Gewinne aus (durch rückkaufbedingte Kursgewinne oder durch höhere Dividendenausschüttungen).


    Mit diesen Gewinnen werden neue Chancen finanziert bzw. mit neuem Risikokapital ausgestattet.
    That's it.


    Vergleiche Adam Smith, Wohlstand der Nationen, erschienen am 9. März des Jahres 1776:


    „Wenn daher jeder einzelne soviel wie nur möglich danach trachtet, sein Kapital zur Unterstützung der einheimischen Erwerbstätigkeit einzusetzen und dadurch dieses so lenkt, daß ihr Ertrag den höchsten Wertzuwachs erwarten läßt, dann bemüht sich auch jeder einzelne ganz zwangsläufig, daß das Volkseinkommen im Jahr so groß wie möglich werden wird. Tatsächlich fördert er in der Regel nicht bewußt das Allgemeinwohl, noch weiß er wie hoch der eigene Beitrag ist. Wenn er es vorzieht, die eigene nationale Wirtschaft anstatt die ausländische zu unterstützen, denkt er nur an die eigene Sicherheit, und wenn er dadurch die Erwerbstätigkeit so fördert, daß ihr Ertrag den höchsten Wert erzielen kann, strebt er lediglich nach eigenem Gewinn. Er wird in diesem wie auch in vielen anderen Fällen von einer unsichtbaren Hand geleitet, um einen Zweck zu fördern, der keineswegs in seiner Absicht lag. Es ist auch nicht immer das Schlechteste für die Gesellschaft, dass dieser nicht beabsichtigt gewesen ist. Indem er seine eigenen Interessen verfolgt, fördert er oft diejenigen der Gesellschaft auf wirksamere Weise, als wenn er tatsächlich beabsichtigt, sie zu fördern.“ – viertes Buch, Kapitel 2


    Wie viele Untergänge gab es schon seit Beginn der Menschheit?


    Und die Erde dreht sich immer noch. Ist das nicht bemerkenswert?


    Schaue ich aus dem Büro-Fenster, laufen da immer noch Leute umher und die Autos fahren auch noch.


    Und das wird sie auch weiter tun, die Erde. Sich weiterdrehen.


    Aber eines ist gewiss. Am Ende des Lebens sterben wir alle.
    Somit ist der Verdienst eines jeden Lebens letztlich der Tod.
    Aber das kannst Du gerne auch Untergang nennen.
    Wie Du es gerne möchtest.


    Anderswo gibt es ein Anderswo. Ich beschäftige mich nicht mit dem Anderswo.


    Und nun?


    Wenden wir uns nun der Forestall-Debatte hin oder motten wir den Thread ein?

    Es gibt viele Icahns.


    Sie sorgen für eine Verteilung des Kapitals dort, wo es benötigt wird. Sie leiten Kapital um, wo Wachstum generiert wird. Gäbe es diese nicht, dann passiert das, was wir in der Finanzkrise gesehen haben: Kreditklemme.


    Die Icahns sorgen dafür, dass Risikokapital in neue Chancen weitergeleitet wird. Nur das bietet Chancen für neues bzw. nachfolgendes Wachstum und sorgt für neue Nachfragen nach Innovationen, neuen Produkten oder Dienstleistungen.


    Nur ein solches Risikokapital schafft Fortschritt, weil es ihn letztlich mit Kapital ausstattet, ihn finanziert.


    Icahn und seine Zunft sind die Vorläufer von Kickstarter usw., als es so etwas noch nicht gab.


    Sie sind es, die hohe Wagnisse eingehen und Risikokapital zur Verfügung stellen, wo Banken alle abwinken. Ihr Geld bekommen sie von Unternehmen, die es horten, ohne es sinnvoll zu investieren.


    Sie investieren in 100 Start-Up-Unternehmen. Davon überleben 99 Unternehmen nicht und das Risikokapital ist weg. Das eine Unternehmen, das vielleicht übrig bleibt, bringt den Ertrag.


    Und für das wahnsinnig hohe Risiko verdienen die Icahns auch gut, wenn es funktioniert.
    Bei Icahn hat das funktioniert. Es gibt jedoch viele, da hat das nicht funktioniert, mit aller persönlicher Konsequenz. Weil sie eine Fehleinschätzung getroffen haben.


    Jene, die Icahn und andere als Aasgeier darstellen, blenden aus, welche Risiken sie eingehen, damit die Allokation von Risikokapital funktioniert.


    Risikokapital ist ein Lebenselixier von Märkten.
    Gäbe es das nicht und keine, die bereit sind, für eine Chance ein hohes Risiko einzugehen, dann wäre jegliches wirtschaftliche Handeln am Ende. Weil keiner etwas gegen Risiko finanzieren würde und dafür einen Ausgleich in Form einer Risikoprämie erhält.