Man kann das nicht pauschalieren, bernbayer. Jede Anlage hat ihre Daseinsberechtigung. Und jede Anlage kann als Baustein einer persönlichen Anlagestrategie (welcher der Anleger präferiert aber auch später vertreten muss; auch in letzter Konsequenz die damit verbundenen Risiken selbst wenn sie schlagend geworden sind) kurz-, mittel- oder langfristig Sinn ergeben. Es kommt letztlich auf den Einzelfall (den Kunden) und seiner individuellen Situation bzw. seinen Zielen an.
Beiträge von derAL
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siehe hierzu auch: http://www.vzhh.de/versicherun…mit-dem-garantiezins.aspx (schon älter, es liegt aber näher an der 4%-Garantiezins-Zeit)
Auszug:
'... Tatsächlich wird dem Kunden mit dem herausgestellten Garantiezins von ... Prozent aber weiterhin Sand in die Augen gestreut. Denn der Versicherungsnehmer glaubt zumeist, die ... Prozent bekomme er auf seine Einzahlungen. Das ist aber nicht richtig. Von den eingezahlten Prämien gehen vielmehr zunächst Kosten ab: für die Abschlussprovision, für den sonstigen Vertriebsaufwand, für die Verwaltung und für den Todesfallschutz bei den Lebensversicherungen. Nur was danach an Guthaben übrig bleibt, darauf wird dann die garantierte Verzinsung von ... Prozent gewährt. Genau hier liegt der Kern der Irreführung: Weil der Kunde nicht erfährt, wie hoch die genannten Kosten sind, weiß er auch gar nicht, welche Verzinsung er – bezogen auf seine Einzahlungen – wirklich garantiert bekommt.'Weiter heißt es:
'Sie liegt deutlich niedriger, wie die Auswertung der Verbraucherzentrale für ein günstiges und ein ungünstiges Fallbeispiel zeigt:Eine 25jährige Frau, Nichtraucherin, die zum 1.12.2003 (Anmerkung: damals galten 3,25% Garantiezins) eine Lebensversicherung bis zum Alter von 65 Jahren abschließt und monatlich 100 Euro zahlt, erhält darauf selbst beim besten Anbieter nur eine garantierte Verzinsung von 2,57 Prozent, beim schlechtesten sogar nur 1,53 Prozent.
Ein 50jähriger Mann, Raucher, der ebenfalls bis zum 65. Lebensjahr abschließt und 100 Euro monatlich zahlt, bekommt bestenfalls 0,30 Prozent garantiert und im schlechtesten Fall minus 0,18 %, das heißt: ihm wird nicht einmal die Rückzahlung der Einzahlungen gewährleistet ...
Die errechneten Werte gelten nur für den Fall eines planmäßigen Durchhaltens des Vertrages. Wenn die Lebensversicherung vorzeitig gekündigt wird, wie es bei jeder zweiten geschieht, ist das regelmäßig ein mehr oder weniger großes Verlustgeschäft.'
Ein weiteres Problem sehe ich darin, wie die Versicherer überhaupt noch diese Erträge (sicher) erwirtschaften sollen. Gut verzinste Papiere laufen aus und werden fällig. Wiederanlagen (größtenteils europäische Staatsanleihen) haben aktuell deutlich niedrigere Zinsen und liefern deshalb auch weniger ordentliche Erträge. Das dürfte noch eine lange Zeit so bleiben. Raus kommt man nur mit Verlusten. Es gibt Versicherer, die bestrafen auch langjährige Kunden bei Kündigung mit deutlich niedrigeren Überschussbeteiligungen.
Das Problem für den Kunden ist auch, dass man bei einer Lebensversicherung nicht flexibel auf sich wandelnde Marktverhältnisse reagieren kann. Man 'muss' die Anlagestrategie mehr oder weniger dulden, weil man nur mit großen Verlusten raus kommt. Mal angenommen, die Verzinsung beträgt, nach Kostenabzug, wie stanglwirt es beschreibt, 1 vielleicht auch 1,5%, dann bringt das auch nichts, wenn die Inflation langfristig ansteigt. Aktuell sehe ich die Gefahr eines Inflationssprungs jedoch noch nicht; mittel- bis langfristig kann sie aber anziehen. Und wenn immer weniger Kunden das Produkt Kapitallebensversicherung wählen, führt dies zu einem Kostenanstieg der Versicherer (auch durch eine stärker werdende Regulierung), gleichzeitig steigt der Ertragsdruck, Erträge für die (hohen) Garantiezinsen der Vergangenheit (von 4% in Deinem Fall) zu generieren, die mit sicheren Anlagen derzeit kaum möglich sind. Die Probleme sind vorprogrammiert. Zaubern können die auch nicht. Wäre schön, ist aber nicht so.
Bald könnte es aber in diese Richtung gehen; Risikoerhöhung:
http://deutsche-wirtschafts-na…s-versicherungen-steigen/
oder
http://www.handelsblatt.com/fi…nter-anlegen/9357292.html
Aber dann hast Du, Frank_aus_Werdau, etwas, was Du anfänglich nicht gar nicht wolltest, oder?
Nichtsdestotrotz bin ich persönlich auch kein Gegner solcher Anlageprodukte. Auch ich habe eine mit 4% Garantiezins. Nur eben nicht ausschließlich. Letztlich kommt es auf die gesamte strategische und taktische Anlage-, Vorsorgestrategie und Vermögensallokation an. Eine starke Übergewichtung einer einzelnen Anlageform liefert durch diese Gewichtung höhere unsystematische Risiken. Die kann man (wie in Deinem Fall) bewusst eingehen oder eben versuchen, durch eine bessere Verteilung der Risiken (durch Allokation/Streuung in verschiedenen Dimensionen [Laufzeit, Anlageklasse, Liquidierbarkeit, Inflationsanfälligkeit, Region etc.]) zu reduzierten. Hier bestehen durchaus gute Möglichkeiten, Risiken zu reduzieren.
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Genauso ist es, Anja.
Internationale und europäische Staatsanleihen, Pfandbriefe, Unternehmensanleihen und solide Aktien. Das Tagesgeld dient dabei der Liquiditätsversorgung und dem kurzfristigen Parken von Geld. Es ist keine Anlage im klassischen Sinn.
Europäische Unternehmensanleihen hatten gar sehr lange deutlich niedrigere Credit Spreads als europäische Staatsanleihen in Summe. Heute sieht das wieder so aus (die Renditen sind wieder höher):
https://www.boerse-stuttgart.d…ve/zinsstrukturkurve.html
Der Pfandbriefmarkt zeigt nachstehendes Spread-Bild (mit Mouse-Over kann man sich die Emission und den entsprechenden Spread detailliert anzeigen lassen):
http://www.pfandbrief.de/cms/_…tindex/de_jumbospread.htm
Den Hype 'Angst' nutzen viele während der Krise auch für den Absatz von Prokon-Wind, Wald, landwirtschaftliche Flächen, überteuerte Immobilien etc..
Opfer: All jene, die eine große Verschwörung des Finanzsystems vermuten (manchmal auch hier bzw. hier (hi hi)
Geld lassen und sich ein Vorratslager mit Getreidemühlen und Armbrüsten aufbauen), grundsätzlich das pauschalierte Klischee eines gemeinen und doofen Bankers (was lernt der schon in der langjährigen und kostenintensiven Ausbildung bis zum ... z. B. Vermögensberater / Financial Planner / etc.?)) verinnerlicht haben und dabei glauben, schlauer und raffinierter zu sein, als dieser oder die Teilnehmer des Finanzmarktes.Einige sieht man dann einige Jahre später in der Opferrolle, wenn sie dann in PlusMinus oder ähnlichen Formaten leidend auf dem Sofa sitzen und sich darüber beklagen, dass die Beteiligung nichts mehr wert und die ganze Altersvorsorge dahin ist. Oftmals sind es diejenigen, die etliche Jahre vorher ihrem Berater wenig Glauben und Vertrauen schenkten, als dieser ein sicheres Produkt empfohlen hat, das allerdings wenig Rendite brachte. Dann hat sich der Satz noch mehr eingebrannt: Alle Banker sind Banditen.
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Welchen ordentlichen Ertrag soll das bringen?
Wer soll das kaufen?
Standortrisiko? -
Da ist gar nichts sicher, außer die hohen Vertriebseinnahmen. Weshalb sollte ich so etwas an Privatkunden verkaufen, wenn ich damit 12% erwirtschaften kann? So was mache ich nur, um welche zu finden, die meine Risiken übernehmen, nachdem ich gut damit verdient habe. Schaut doch auf Beteiligungen. Die meisten erwirtschaften eben nicht das, was sie in den Prospekten angenommen haben.
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Versuchen wir mal, die Relationen darzustellen.
Wenn Du der Bundersrepublik Deutschland für 1 Jahr Dein Geld leihst, bekommst Du eine Rendite von 0,14%. Wir hatten letztes Jahr im Interbankenhandel sogar eine Minus-Rendite von -0,16% auf Intradaybasis.
Wenn Du einer Genossenschaftsbank oder Sparkasse für 1 Tag Dein Geld leihst, bekommst Du eine Verzinsung von ... (Du sagst 0,05-0,20%).
Wenn eine Bank bei einer anderen Bank ein Drei-Monats-Geld anlegt, erhält sie etwa 0,16% (Basis: sehr gute Adressen).
Das musst Du Dir mal auf der Zunge zergehen lassen:
0,16% für 25.000.000,00 EUR für ein Drei-Monats-Geld unter Banken
0,20% für __._25.000,00 EUR als Privatkunde für ein TagesgeldWie Du siehst, ist das gar nicht mickrig. Der Privatkunde bekommt sogar noch mehr Zinsen, als die Bank im Interbankenhandel (beste Bonitäten).
Ergo: Die Zinsen sind nicht mickrig.
Der Ertrag ist niedrig, weil weniger Risiken eingegangen werden.
Der Ertrag ist höher, wenn mehr Risiko gefahren wird.Wenn eine Adresse höhere Zinsen (=Risikoprämien für Bonität, Kapitalbindung und Liquidität) bezahlt, dann bedeutet das einzig und allein 'HÖHERE RISIKEN'.
Das muss man begreifen:
1,7% 10 Jahre Deutschland
2,2% 10 Jahre gedeckte Pfandbriefe
6,5% 10 Jahre Griechenland
8,0% ProkonDie meisten Privatanleger begreifen diesen Zusammenhang leider nicht. Sie haben kein Gefühl für Risiko entwickelt. Was noch nie geschlagen hat, wird vom Bauchgefühl leider als risikolos deklariert. Auch wenn das formal nicht stimmt.
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herbert: definiere bitte 'mickrig' im Kontext sicherer Anlagen (bester Bonität)
Bundrenditen: 1 Jahr 0,14%, 5 Jahre 0,86%, 10 Jahre 1,77%
Pfandbriefrenditen: 1 Jahr 0,21%, 5 Jahre 1,12%, 10 Jahre 2,15%
Euribor: 1 Monat 0,24%, 3 Monate 0,30%, 6 Monate 0,41%, 9 Monate 0,50% und 12 Monate 0,57% -
Biete nur für Premium-Mitglieder. Grund: TT wird meinen Beobachtungen zufolge immer öfter als kostenloser Marktplatz missbraucht. Es gibt User, die haben nur Biete-Postings.
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saintsimon: Die Studie wurde jedoch entgegen der Presseberichte nicht beauftragt. Auch enthalten die Annahmen inhaltliche Fehler.
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Die Krise schlägt doch erst jetzt so langsam auf die Genossenschaftsbanken durch. Die ertragreichen Papiere laufen sukzessive aus. Schon allein dadurch bedingt, dass fällig gewordene Papiere in der Eigenanlage nur noch mit niedrigeren Erträgen wieder angelegt werden können. Die ordentlichen Erträge gehen dabei immer weiter zurück. In den Zahlen wird sich das erst in den nächsten Jahren bemerkbar machen.