Prokon Genußschein mit Mindestverzinsung von 6%

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Wertsteigerung und Einnahmen durch Verpachtung.


    und Spekulation auf Umwandlung in Bauland ;) Nur leider hätte man da eher vor 30-40 Jahren einsteigen müssen, die wirklich interessanten Objekte werden wohl kaum verkauft ...

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Wertsteigerung und Einnahmen durch Verpachtung.

    Wirklich sicher ist auch das nicht. Da darf die EU nur mal die Agrar-Subventionen kuerzen, und viel Ackerland wird viel Wert verlieren.


    Aber natuerlich gab es Alternativen zu Prokon. Seien es Staatsanleihen von EU-Staaten oder Aktien von etablierten Unternehmen. Auch das ist nicht ohne Risiko, aber immer noch sicherer als Prokon.


    Aber Prokon hat eben agressive Werbung gemacht und den Hype "Erneuerbare Energien" fuer sich genutzt.

  • Genauso ist es, Anja.


    Internationale und europäische Staatsanleihen, Pfandbriefe, Unternehmensanleihen und solide Aktien. Das Tagesgeld dient dabei der Liquiditätsversorgung und dem kurzfristigen Parken von Geld. Es ist keine Anlage im klassischen Sinn.


    Europäische Unternehmensanleihen hatten gar sehr lange deutlich niedrigere Credit Spreads als europäische Staatsanleihen in Summe. Heute sieht das wieder so aus (die Renditen sind wieder höher):


    https://www.boerse-stuttgart.d…ve/zinsstrukturkurve.html


    Der Pfandbriefmarkt zeigt nachstehendes Spread-Bild (mit Mouse-Over kann man sich die Emission und den entsprechenden Spread detailliert anzeigen lassen):


    http://www.pfandbrief.de/cms/_…tindex/de_jumbospread.htm


    Den Hype 'Angst' nutzen viele während der Krise auch für den Absatz von Prokon-Wind, Wald, landwirtschaftliche Flächen, überteuerte Immobilien etc..
    Opfer: All jene, die eine große Verschwörung des Finanzsystems vermuten (manchmal auch hier bzw. hier (hi hi) :D Geld lassen und sich ein Vorratslager mit Getreidemühlen und Armbrüsten aufbauen), grundsätzlich das pauschalierte Klischee eines gemeinen und doofen Bankers (was lernt der schon in der langjährigen und kostenintensiven Ausbildung bis zum ... z. B. Vermögensberater / Financial Planner / etc.?)) verinnerlicht haben und dabei glauben, schlauer und raffinierter zu sein, als dieser oder die Teilnehmer des Finanzmarktes.


    Einige sieht man dann einige Jahre später in der Opferrolle, wenn sie dann in PlusMinus oder ähnlichen Formaten leidend auf dem Sofa sitzen und sich darüber beklagen, dass die Beteiligung nichts mehr wert und die ganze Altersvorsorge dahin ist. Oftmals sind es diejenigen, die etliche Jahre vorher ihrem Berater wenig Glauben und Vertrauen schenkten, als dieser ein sicheres Produkt empfohlen hat, das allerdings wenig Rendite brachte. Dann hat sich der Satz noch mehr eingebrannt: Alle Banker sind Banditen.

  • Zitat

    Original geschrieben von derAL
    ..., grundsätzlich das pauschalierte Klischee eines gemeinen und doofen Bankers (was lernt der schon in der langjährigen und kostenintensiven Ausbildung bis zum ... z. B. Vermögensberater / Financial Planner / etc.?)) verinnerlicht haben und dabei glauben, schlauer und raffinierter zu sein, als dieser oder die Teilnehmer des Finanzmarktes.
    ...


    Du meinst also, der Anteil der Vollpfosten sei bei Bankern aufgrund besonders fundierter Ausbildung im Bankbereich geringer als in anderen Berufsgruppen ... etwa Medizinern und/oder Juristen?


    Wenn Du das hier wirklich guten Gewissens vortragen kannst, höre ich demnächst auch mal wieder zu, wenn mich ein Banker auf Alternativen zu dem von mir geäußerten Anlagewunsch aufmerksam machen will. :)



    Edit:
    Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie entsetzt sämtliche "Fachleute" reagierten, als ich größere Teile meiner Habe in Lebensversicherungen mit einem Garantiezins von 4% (netto, also nach Steuern) invetsiert habe. Zwischen Augenrollen und Bauchhalten war alles dabei.


    Für den konservativen Teil meiner Anlage (außerhalb Aktien o.ä.) hatte ich aber eine langfristige Anlage haben wollen, die über die gesamte Laufzeit einen sicheren und garantierten Mindestertrag abwirft. Vor Steuern hätte eine andere Anlageform schon einen Ertrag von garantiert mindestens 6% abwerfen müssen, um das zu schlagen.


    Wirklich alle ausgebildeten Fachleute (auch objektive aus dem Bekanntenkreis), die irgendwann Kenntnis von meinem Vorgehen erhalten hatten, hatten meine Idee unisono als vollkommen abwegiges Hirngespinst abgetan. Selbst, wenn damals Alternativen günstiger gewesen wären, weiß ich immer noch nicht, warum mein Vorgehen vollkommen abwegig gewesen sein soll. In den vergangenen Jahren war die Rendite vorzüglich und 4% sind als Untergrenze für Szenarien wie das Gegenwärtige auch nicht so schlecht. Wie schon geschrieben ... für den sicheren Teil meiner Anlagen.



    Und auch die von Bankern wärmstens empfohlene Anlage der (langfristigen) Altersvorsorge in "sichere" Lemann-Zertifikate soll kein wirklicher Knüller gewesen sein - eher im Gegenteil. Auf ein Urteil so ausgebildeter Banker lege ich jedenfalls keinen Wert mehr ... tut mir Leid.


    Weil ich mich hier in guter Gesellschaft sehe, ist es doch kein Wunder, wenn die Finanzbranche inzwischen ein rotes Tuch ist und die Vertriebenen nun anderen Bauernfängern auf den Leim gehen. "Vom Regen in die Traufe" würde der Volksmund in Sachen Prokon wohl formulieren.



    Den "gesunden Menschenverstand" halte ich immer noch für einen der besten Ratgeber ... und so manche Pleite ist genau dessen Ignorierung (etwa als Folge von Gier) geschuldet. Und in Sachen Prokon hat mein Menschenverstand aufgrund der sehr aufwendigen Werbekampangen mit schönsten Hochglanzprospekten unüberhörbar gerufen: "Finger wech!". Was aber jetzt nicht heißt, dass es nicht hätte gut gehen können. Gegönnt hätte ich es den Anlegern jedenfalls, weil (der mir fehlende) Mut in vielen Fällen auch belohnt wird und es mir persönlich durch eine Pleite keinesfalls besser geht.

  • Zitat

    Original geschrieben von Anja Terchova
    Wirklich sicher ist auch das nicht. Da darf die EU nur mal die Agrar-Subventionen kuerzen, und viel Ackerland wird viel Wert verlieren.


    Da ich selbst auf einem Hof aufgewachsen bin und daher die Hintergründe ganz gut kenne: selbst durch Kürzung von Subventionen würde Ackerland kaum an Wert verlieren. Solange es Massentierhaltung gibt, wird die Nachfrage nach Ackerland von Landwirten ungebremst sein. Sobald du einen Stall in einer gewissen Größenordnung betreibst, brauchst du Ackerland zum Austragen von Gülle. D.h. jeder Großbetrieb hat irgendwo Flächen zum Bewirtschaften gepachtet oder sogar im Eigentum.


    Dennoch ist Ackerland nicht kein Invenstitionsgut für Lischen Müller. Da muss man sich schon mit beschäftigen und vort Ort schauen, welche Flächen gute Boden haben und wo man einsteigen kann.

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie entsetzt sämtliche "Fachleute" reagierten, als ich größere Teile meiner Habe in Lebensversicherungen mit einem Garantiezins von 4% (netto, also nach Steuern) invetsiert habe. Zwischen Augenrollen und Bauchhalten war alles dabei.


    das problem an diesen "garantiezinsen" ist, dass sie eben nicht netto sind. da gehen noch die kosten von weg und die kann die versicherung im grunde selbst festlegen...
    wenn sie dir 4% garantieren aber umgerechnet 3% an kosten draufgehen, haste nicht viel gewonnen...
    die kosten wiederum werden IMHO bei keiner gesellschaft garantiert.

  • siehe hierzu auch: http://www.vzhh.de/versicherun…mit-dem-garantiezins.aspx (schon älter, es liegt aber näher an der 4%-Garantiezins-Zeit)


    Auszug:
    '... Tatsächlich wird dem Kunden mit dem herausgestellten Garantiezins von ... Prozent aber weiterhin Sand in die Augen gestreut. Denn der Versicherungsnehmer glaubt zumeist, die ... Prozent bekomme er auf seine Einzahlungen. Das ist aber nicht richtig. Von den eingezahlten Prämien gehen vielmehr zunächst Kosten ab: für die Abschlussprovision, für den sonstigen Vertriebsaufwand, für die Verwaltung und für den Todesfallschutz bei den Lebensversicherungen. Nur was danach an Guthaben übrig bleibt, darauf wird dann die garantierte Verzinsung von ... Prozent gewährt. Genau hier liegt der Kern der Irreführung: Weil der Kunde nicht erfährt, wie hoch die genannten Kosten sind, weiß er auch gar nicht, welche Verzinsung er – bezogen auf seine Einzahlungen – wirklich garantiert bekommt.'


    Weiter heißt es:
    'Sie liegt deutlich niedriger, wie die Auswertung der Verbraucherzentrale für ein günstiges und ein ungünstiges Fallbeispiel zeigt:


    Eine 25jährige Frau, Nichtraucherin, die zum 1.12.2003 (Anmerkung: damals galten 3,25% Garantiezins) eine Lebensversicherung bis zum Alter von 65 Jahren abschließt und monatlich 100 Euro zahlt, erhält darauf selbst beim besten Anbieter nur eine garantierte Verzinsung von 2,57 Prozent, beim schlechtesten sogar nur 1,53 Prozent.


    Ein 50jähriger Mann, Raucher, der ebenfalls bis zum 65. Lebensjahr abschließt und 100 Euro monatlich zahlt, bekommt bestenfalls 0,30 Prozent garantiert und im schlechtesten Fall minus 0,18 %, das heißt: ihm wird nicht einmal die Rückzahlung der Einzahlungen gewährleistet ...


    Die errechneten Werte gelten nur für den Fall eines planmäßigen Durchhaltens des Vertrages. Wenn die Lebensversicherung vorzeitig gekündigt wird, wie es bei jeder zweiten geschieht, ist das regelmäßig ein mehr oder weniger großes Verlustgeschäft.'


    Ein weiteres Problem sehe ich darin, wie die Versicherer überhaupt noch diese Erträge (sicher) erwirtschaften sollen. Gut verzinste Papiere laufen aus und werden fällig. Wiederanlagen (größtenteils europäische Staatsanleihen) haben aktuell deutlich niedrigere Zinsen und liefern deshalb auch weniger ordentliche Erträge. Das dürfte noch eine lange Zeit so bleiben. Raus kommt man nur mit Verlusten. Es gibt Versicherer, die bestrafen auch langjährige Kunden bei Kündigung mit deutlich niedrigeren Überschussbeteiligungen.


    Das Problem für den Kunden ist auch, dass man bei einer Lebensversicherung nicht flexibel auf sich wandelnde Marktverhältnisse reagieren kann. Man 'muss' die Anlagestrategie mehr oder weniger dulden, weil man nur mit großen Verlusten raus kommt. Mal angenommen, die Verzinsung beträgt, nach Kostenabzug, wie stanglwirt es beschreibt, 1 vielleicht auch 1,5%, dann bringt das auch nichts, wenn die Inflation langfristig ansteigt. Aktuell sehe ich die Gefahr eines Inflationssprungs jedoch noch nicht; mittel- bis langfristig kann sie aber anziehen. Und wenn immer weniger Kunden das Produkt Kapitallebensversicherung wählen, führt dies zu einem Kostenanstieg der Versicherer (auch durch eine stärker werdende Regulierung), gleichzeitig steigt der Ertragsdruck, Erträge für die (hohen) Garantiezinsen der Vergangenheit (von 4% in Deinem Fall) zu generieren, die mit sicheren Anlagen derzeit kaum möglich sind. Die Probleme sind vorprogrammiert. Zaubern können die auch nicht. Wäre schön, ist aber nicht so.


    Bald könnte es aber in diese Richtung gehen; Risikoerhöhung:


    http://deutsche-wirtschafts-na…s-versicherungen-steigen/


    oder


    http://www.handelsblatt.com/fi…nter-anlegen/9357292.html


    Aber dann hast Du, Frank_aus_Werdau, etwas, was Du anfänglich nicht gar nicht wolltest, oder?


    Nichtsdestotrotz bin ich persönlich auch kein Gegner solcher Anlageprodukte. Auch ich habe eine mit 4% Garantiezins. Nur eben nicht ausschließlich. Letztlich kommt es auf die gesamte strategische und taktische Anlage-, Vorsorgestrategie und Vermögensallokation an. Eine starke Übergewichtung einer einzelnen Anlageform liefert durch diese Gewichtung höhere unsystematische Risiken. Die kann man (wie in Deinem Fall) bewusst eingehen oder eben versuchen, durch eine bessere Verteilung der Risiken (durch Allokation/Streuung in verschiedenen Dimensionen [Laufzeit, Anlageklasse, Liquidierbarkeit, Inflationsanfälligkeit, Region etc.]) zu reduzierten. Hier bestehen durchaus gute Möglichkeiten, Risiken zu reduzieren.

  • Eine Lebensversicherung ist als Geldanlage generell ungeeignet,denn neben den Abschluß- und Verwaltungskosten schmälern ja noch die Risiko-Absicherung für Todesfälle die Rendite.Eine gemischte Kapitalversicherung ist deshalb nicht empfehlenswert.Will man diese Risiken absichern empfiehlt sich eine reine Risiko-Lebensversicherung.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Man kann das nicht pauschalieren, bernbayer. Jede Anlage hat ihre Daseinsberechtigung. Und jede Anlage kann als Baustein einer persönlichen Anlagestrategie (welcher der Anleger präferiert aber auch später vertreten muss; auch in letzter Konsequenz die damit verbundenen Risiken selbst wenn sie schlagend geworden sind) kurz-, mittel- oder langfristig Sinn ergeben. Es kommt letztlich auf den Einzelfall (den Kunden) und seiner individuellen Situation bzw. seinen Zielen an.

  • Von Kapitallebensversicherungen halte ich selber nicht soviel, weil finde da die Laufzeit einfach zu lang. Weil das Geld ist dann defacto fuer Jahrzehnte weg und nicht mehr verfuegbar.


    Risikolebensversicherung und Berufsunfaehigkeitsversicherung sind was wenn man Immobilien oder groesseres Vermoegen besitzt, und auch Kinder hat, fuer die man das im Ernstfall erhalten will, wenn man selber nicht mehr in der Lage waere.

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