Beiträge von Sencer

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    Original geschrieben von AdministratorDr
    Ich sag nur das sie höhere Anreize haben.


    Was ich allerdings ebenfalls in Frage stelle.


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    Ich weiß was du meinst. Du kennst es nicht anders, das ist dein "Problem". Das ist jetzt auch nicht böse gemeint, aber du kennst eben nicht solche Menschen die auf Grund ihrer Religion entsprechend handeln.


    Doch, natürlich kenne ich solche Menschen, nicht wenige sogar.
    Wieso behauptest du, "ich kenne es nicht anders"?


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    Natürlich könnte er das. Aber auch hier vermute ich, dass gerade Fülle an Philosophischen Materials den Menschen überfordern würde.


    Ich finde, ehrlich gesagt, dass die Masse an zur Option stehenden Religion viel größer und viel komplexer ist, und den Menschen viel stärker überfordert. Selbst wenn man sich dann mal für eine grobe Richtung entschieden hat, gibt es dutzende von Untergruppierungen. Man kann ein ganzes Leben damit verbringen die wahre Religion zu finden, ohne auch nur einen Deut schlauer zu werden.


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    Was meinst du mit religiöser Autorität? Wer wäre denn dann bei einem Christen die Instanz? Der Pfarrer, Jesus, Gott?


    Damit meinte ich Menschen, welche die Deutungshoheit innerhalb der Religion haben, also bspw ein Pfarrer, ein Papst, ein Imam usw. Ich sehe potentielle Probleme sowohl wenn es ihn gibt, als auch wenn es ihn nicht gibt. wie oben erläutert. Ich würde mich freuen wenn du nach meiner Klarstellung nochmal drauf eingehen könntest.



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    Die Gefahr besteht auch dann, wenn ich einer Idiologie folge, also nicht nur Gott. Die Konflikte sind meiner Meinung nach nicht die Folge von Religionen sondern die Menschen nutzen diese um ihre Interessen zu erfüllen.


    Richtig, und wir stimmen also überein, dass wenn es um Konflikte und negatives Handeln geht, eine nicht-religiöse Ideologie, eine Weltsicht, eine Philosophie genau den Schaden anrichten kann wie eine Religion.
    Wo wir scheinbar unterschiedlicher Meinung sind, ist das dasselbe auch in gleichem Maße für positives/moralisches Handeln gibt.


    Ich finde es nicht ganz ehrlich, wenn man bei allem Negativem die Verantwortung abwälzt, aber alles positive dann als das Ergebnis für sich beanspruchen will.



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    Es mag sein das Philosophen nette Ansätze hatten, aber worum es im Leben im Kern geht, bietet meiner Meinung nur die Schrift. Wenn du was besseres kennst, darfst du es mir gerne zeigen.


    Und ich kenne eben Leuten, die denken ähnlich über die Bibel (nette Ansätze, aber nichts essentielles zu bieten) und das Christentum, und finden ihren Sinn und ihren Weg mit nicht-religiösen Quellen.


    Mal ehrlich; Wenn dir jemand so etwas zeigen würde, würdest du doch nicht weg-konvertieren. Es kann also nicht darum gehen, dass man derselben Meinung wie die anderen ist (dasselbe liest und zum selben Schluß kommt), sondern das man akzeptiert, dass auch andere auf ihre Art Recht haben können. Und dass sie eben dieselbe Motivation zum moralischen Handeln ableiten können auf Wegen die nicht den deinen entsprechen, und dabei weder weniger moralisch, noch weniger motiviert, noch sonst irgendwie unterlegen sind.


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    Darf ich fragen ob du dich schonmal mit der Heiligen Schrift auseinander gesetzt hast?


    Ja, habe ich. Aber ich wußte nicht, dass du dich jetzt über den Koran unterhalten willst? :mrgreen: Biblische Schriften kenne ich nur sehr, sehr oberflächlich.
    Ich denke aber, dass man um die Motivation für moralisches Handeln sprechen kann, ohne dass man alle als heilig geltenden Schirten der Erde gelesen hat.



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    Im übrigen fällt mir gerade ein, du hast vorhin geschrieben man kann sich im Leben nicht mit all diesen Dingen beschäftigen (der Heiligen Schrift, das Studium) aber letztlich wird von uns Gläubigen gesagt, wir sollten uns mit der umfassenden Evolution beschäftigen, wir müssen es sogar. Ist doch irgendwie witzig, auf der einen Seite ist das eine zu anstrengend, aber das andere soll man verstehen. (Was nicht heißen soll, dass ich nicht mich hinreichend mit der Evolution beschäftigt hab).


    Wenn du der Meinung bist, man sollte den Wissenschaftsunterricht aus den Schulen heraushalten, dann will ich dir da nicht reinreden, halte diese Haltung aber für sehr bedenklich...
    Ich stehe zu der Tatsache, dass naturwissenschaftliche Fächer obligatorisch sein sollen in Schulen, und dass Religion optional sein soll. Wenn du darauf bestehst, dass ich das ausführe, mache ich das gerne, dachte aber das sei allgemein so akzeptiert und würde nicht in Frage gestellt.



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    Ein Grund mehr, wieso ich aus der katholischen Kirche ausgetreten bin, weil ich sowas nicht gutheiße. Das hat nichts mit Glauben zu tun, weil schon der Ansatz des Zölibats nicht biblisch ist sondern ein Dogma darstellt, wodurch diese armen Männer "leiden" müssen.


    Was hat das Zölibat mit Kindesmißbrauch zu tun? AFAIK besteht da keinerlei Zusammenhang. Du bist aber gar nicht auf mein Argument eingegangen: Dass gläubige, richtige, gute Christen ihre Vorsätze bei der richtigen Gelegenheit "über Board geworfen" haben, so wie du es ursprünglich nur nicht gläubigen unterstellt hattest.



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    Die Mehrheit vielleicht. Aber du weißt doch sicherlich schon, dass man mit einer sogenannten Kollektivschuld nicht alles abdecken kann. Damit macht man es sich sehr leicht. Es gab immer unter den Christen Gruppen die sich weigerten an dem Teilzunehmen, was sie selbst nicht wollten. Und das in einer Entschiedenheit, die man heute leider kaum/selten vor findet.


    Das berührt aber mein Argument nicht: Dass die Religion oder religiösität eben nicht eine Lösung für die Schlechtigkeit in manchen Menschen ist.



    Ich sehe in keiner der Kommentare ein stichhaltiges Argument für die Belegung deiner Ausgangsthese: Dass moralisches Handeln an Religiösität geknüpft ist.
    Im Gegenzug habe ich ausführlich Gegenbeispiele zu deiner These dargelegt, und zwar in Form von Negativbeispielen (religiösität die unmoralisches handeln hervorgebracht hat), und Positivbeispielen (Menschen die ohne religiöse Motivation moralisch gehandelt haben), und ich habe wie ich finde plausible Argumente gebracht, warum die Motivation eines religiösen Menschen seinen eigenen Vorstellungen entsprechend zu leben, nicht höher ist, als die eines nicht-religiösen Menschen.

    Dominik,


    da unser beider Beiträge ziemlich lang werden, will ich mal nicht auf alles im Detail eingehen, sondern versuchen die Themen zusammenzufassen:


    1) Du argumentierst, dass "echte Christen" immer moralisch handeln. Wenn sie unmoralisch handeln, dann weil sie nicht echte Christen sind.
    Diese rhetorische Falle nennt man No true Scotsman fallacy, oder eingedeutscht: Kein wahrer Schotte.


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    Argument: "Kein Schotte tut Zucker in seinen Haferbrei."
    Antwort: "Aber mein Freund Angus tut Zucker in seinen Haferbrei."
    Widerlegung: "Ja, aber kein wahrer Schotte tut Zucker in seinen Haferbrei."


    2) Du sagst, dass Leute die ihrem religiösen Glauben aus tiefster Überzeugung folgen, nicht unmoralisch handeln. Auch das ist nicht korrekt, siehe Inquisition, Hexenverbrennung, (wieder) Christen in der Nazi-Zeit, und auch das Handeln von Terroristen. Es waren Leute die aus ihrer Sicht dem Willen Gottes gefolgt sind.
    Also ist auch die Unterscheidung zwischen Mitläufer-Gläubigen und tiefst-überzeugungs-Gläubigen kein hinreichendes Merkmal der Unterscheidung.


    3) Das ist eigentlich klar, aber um Mißverständnisse zu vermeiden: Du zeigst viele Beispiele in denen Christen, weil sie Christen sind, positiv moralisch handeln. Da will ich dir nicht widersprechen, ganz im Gegenteil. Und das gilt auch für die anderen großen Religionen gleichermaßen.
    Meiner Ansicht nach, ist das Merkmal der Religionszugehörigkeit, der Gottesgläubigkeit, der Grad der Überzeugung usw. halt alles nur nicht adäquat, um daraus ein mehr oder weniger an moralischem Handeln abzuleiten - was ja deine ursprüngliche These war.


    4) Du führst an, dass jemand der sich intensiv mit der Religion auseinandersetzt und versucht sie "richtig" zu verstehen, zu einer "guten" Interpretation des Glaubens finden wird welche ihn moralisch handlen lassen wird. Jemand der die Kapazität hat und den Aufwand betreibt das zu tun, der würde mit einem Studium der Philosophie aber zum gleichen Ergebnis finden. Es ist ein bißchen wie ein Spiegel, man wird Bestätigung für das darin finden, wonach man sucht. Kant war natürlich nur ein Beispiel, es gibt ja nun genug andere Richtungen die es ebenfalls positiv formulieren.
    Und letztlich ist ja so, dass es entweder eine religiöse Authorität gibt (dann muß man sich deren Entscheidungen zu Themen auch unterordnen, mit der Gefahr, dass sie eben eines Tages Dinge entscheidet die man selber als moralisch falsch ansieht), oder dass es keine Authorität gibt, dann steht es jedem frei die Religion nach seinem besten Wissen und Gewissen auszulegen - was eben auch in einem Sinne geschehen kann (auch beim Christentum), die wir in Europa für nicht moralisch ansehen.


    5) Ich möchte noch anführen, dass dieser Argumentation hin zu "echtem" Christentum genaus dass ist, was christliche Fundamentalisten in den USA für sich beanspruchen. Der Anspruch noch näher dran zu sein an dem was Gott wirklich will, als all die anderen "Mitläufer-Christen", ist also keine Lösung des Problems, sondern bietet im Gegenteil Zündstoff für mehr Konflikte, und mehr unmorlaischem Handeln.



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    Das sind alles wunderbare Werke, sie schaffen es jedoch nicht einen Menschen dazu zu bewegen etwas zu unterlassen.
    [...]
    Es muss nur die passende Situation kommen und man wirft was über Bord


    Genausowenig wie die Bibel irgendetwas verhindert. Aber wenn sich Menschen mit den Ideen und Argumenten auseinandersetzen und sich einer bestimmten Lebensweise verpflichten, weil sie überzeugt davon sind, dass es richtig ist, dann hat es einen Einfluß auf das Handeln. Kein Unterschied zwischen religiösen und philosophischen Schriften.
    Und über Bord geworfen werden kann es bei Christen wie bei Philosophen. Deutlichstes Beispiel ist wohl das Vergehen von Priestern an Kindern. Das können ja nicht alles "Poser" und Mitläuffer gewesen sein, wenn sie sich entschieden haben Priester zu werden.


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    aber eben so, dass er die Würde des anderen respektiert. Und das geschieht trotz unserer tollen Gesetze, unserer EU-Verfassung, BGB, HGB eben nicht.


    Ich verstehe ich nicht ganz, ob du meinst dass du die Gesetze so sind, dass sie nicht die Würde des Menschen respektieren, oder ob du meinst dass die Menschen sich nicht an die Gesetze halten? Bei ersterem würde ich dir vehemnt widersprechen, bei zweiter Interpretation sehe ich nicht die Relevanz der Aussage. Zu Zeiten als es keine Gesetze gab und es Staatsreligionen (auch Christentum) gab, haben die Menschen auch nicht anders gehandelt.
    Die Utopie vom friedlichen und konfliklosen Zusammenleben ist übrigens auch nicht exklusiv für die Religionen. Das gibts auch bei Philosophen, oder auch bei Marx.


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    Man will keine höhere Macht über sich haben, alleine deswegen nicht weil man so leben möchte wie man will. Und genau das tun doch alle Menschen, sie leben wie sie wollen. Und wie schaut es auf der Erde aus? Muss ich dazu noch was sagen?


    :D Ja, das Problem ist nur, dass alle Religionen (genauso wie alle nicht-religiösen Ideologien) die angetreten sind die Erde in ein Paradies für alle zu verwandeln, ihrem Ziel nicht gerecht geworden sind und eben auch (aber nicht nur) viel Leid angerichtet haben. Die Erkenntnis daraus hat ja wie ich finde auch maßgeblich für den Erfolg der Demokratie beigetragen.


    Daß Menschen besser handeln könnten (und sollten) als sie es tun, da stimme ich dir zu. Ich glaube halt nur nicht, dass dieselben Religionen die dieser Aufgabe in hunderten/tausenden Jahren nicht gerecht geworden sind, das Mittel sein müssen dorthin zu gelangen. Es kann natürlich für manche Menschen das Mittel sein, da habe ich nichts einzuwenden - ganz im Gegenteil, vorausgesetzt sie gehen mit der hart erkämpften Demokratie im Einklang.

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    Original geschrieben von AdministratorDr
    Das ist doch was ganz anderes. Wir wissen heute wie das Leben entsteht, und viele bezeichnen selbst dies als Wunder, aber alles was der Fötus braucht um zu wachsen erhält er von der Mutter. Das ist für mich vernünftig, wohingegen ich glauben soll, dass vorher "nichts" war und daraus was entstand?


    Wie das Leben einmal entstand (vorher nichts, und daraus dann Leben) ist nicht Evolution, sondern Abiogenese.
    (Makro-)Evolution beschreibt die Entiwcklung von Lebenwesen über Artengrenzen hinweg (wobei Arten natürlich eine vom Menschen geschaffene Kategorisierung darstellen).


    Meinen Vergleich zu Babys habe ich gebracht, weil du in deinem ursprünglichen Beitrag damit argumentiert hast, dass du nicht glauben könntest, wie die Vor-vor-vorfahren der Menschen eines Tages aus dem Wasser gekommen seien, und sich von "einfacheren" zu so komplexen Lebewesen entwickelt haben. Ein Mensch macht bei seiner Geburt nun einmal ähnlich komplexe Verwandlungen durch, ohne göttliche Intervention. Daher sehe ich nicht warum dieser Punkt prinzipiell unglaubwürdig/unvorstellbar sein soll (mal abgesehen von den zahlreichen wissenschaftlichen Belegen dafür).


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    Es gibt aber eben auch das Gegenteil, wie xoduz schrieb.


    Inwiefern ist es relevant dass es das Gegenteil gibt? Es geht doch um die Tatsache, dass es für Tiere möglich ist bestimmte soziale Verhaltensweisen zu entwickeln, obwohl sie nicht an einen Gott glauben und keinen Einfluß von Religion hatten. Ich habe doch schon geschrieben, dass es hierbei nicht um einen zwingenden, sondern um einen möglichen Effekt gibt.


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    Die Evolutionstheorie ist eben nicht bis ins Detail geklärt und solange dem nicht so ist, sollte man sich wenigstens beim Lehren auf das beschränken was wirklich eindeutig ist.


    Natürlich, und das wird auch so gemacht. Ich erinnere mich im Biologie-Unterricht daran einige Zeit mit Mikroevolution beschäftigt zu haben, also dominanz-rezessive Vererbung, Allel-Paare, usw. Und es wurde auch das von der Makro-Evolution gelehrt, was ebenfalls hinreichend Beweise hat.
    Es sind ja im Gegenteil die ID-Leute welche Dinge im Naturwissenschaftlichen Unterricht lehren wollen die nichtmal ansatzweise geklärt oder eindeutig sind, und die so wie ID formuliert ist, auch nie untersucht werden können.


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    Klar ist das möglich, dass man auch so moralische Maßstäbe in seinem Leben haben kann, aber ob sie auch einen so hohen Anreiz haben sich daran zu halten? Ich bezweifle es.


    Also aus meinem persönlichen Umfeld kann ich berichten, dass Menschen die an Gott glauben und religiös sind (also einen nennenswerten Teil ihrer Zeit mit der Ausübung ihrer Religion verbringen) nicht moralischer handeln als solche die es nicht sind.
    Und wenn man sich das ganze historisch anguckt, dann stellt man fest, dass es für deine These ebenfalls keine Unterstützung gibt. Beispielsweise die Unterstützung der Nazis durch Teile der katholischen Kirche. Oder auch das Video über das Massaker im Kosovo wo die Soldaten kurz vor einem Massaker an Zivilisten noch schnell gesegnet wurden für das was ihnen bevorsteht.


    Augenscheinlich scheint also der Glaube an eine bestimmte Religion und die Religiösität allein nicht ausreichend zu sein, für das was wir in Europa allgemein als morlaisches Handeln verstehen. Man muß also zusätzlich dazu auch noch seine Religion richtig auslegen und interpretieren, was die Verantwortung letztlich wieder dem (einzelnen) Menschen gibt.


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    Ein Christ der es als Verantwortung sieht Jesu nachzufolgen und seinem Gott zu gefallen ist ehrlich, zahlt seine Steuern, steht zu seinen Fehlern, arbeitet nicht Schwarz, belügt andere nicht, ist zuvorkommend, hilft anderen auch wenn er daraus keinen Vorteil schlagen kann, ist gegenüber seinem Partner treu u.s.w.
    Kann man alles als Utopisch halten und Weltfremd, aber wer es für seinen Gott tut, und letztlich für seine Mitmenschen (Stichwort Nächstenliebe) hat einen höheren Anreiz , als wenn er es nur für sich selbst entscheidet.


    In der Praxis folgen die meisten religiösen Menschen nicht direkt Gott oder Jesus, sondern dem Oberhaupt der eigenen Religionsgemeinschaft, welche einem sagt, was richtig und was falsch sein soll. Die meisten Menschen hätten gar nicht die Zeit oder die Fähigkeit ihr Leben einem Studium der Schriften und der Geschichte hinzugeben um damit den Willen ihres Gottes gerecht zu werden. Letztlich handeln sie so wie andere Menschen es für sie entscheiden. Gerade das führte ja auch zur Instrumentalisierung der großen Religionen in sovielen politischen Konflikten.


    Außerdem:
    Ein moralischer Mensch der es als Verantwortung sieht Kant und einer schwer erarbeiteten Ethik zu folgen ist ehrlich, zahlt seine Steuern, steht zu seinen Fehlern, arbeitet nicht Schwarz, belügt andere nicht, ist zuvorkommend, hilft anderen auch wenn er daraus keinen Vorteil schlagen kann, ist gegenüber seinem Partner treu u.s.w.
    Kann man alles als Utopisch halten und Weltfremd, aber wer es für seine persönliche Überzeugung tut, und letztlich für seine Mitmenschen (Stichwort Kantsche Ethik und Goldene Regel) hat einen höheren Anreiz , als wenn er es nur einem zufällig gewählten Oberhaupt seiner religiösen Gemeinde folgt.


    Huch! ;)



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    So altmodisch die Bibel zu sein scheint, aber sie vermittelt eben Tugenden und Moralvorstellungen die ich als vernünftig werte und die man vorher natürlich in seiner ganzheit (bezogen auf die ganze Schrift) verstehen lernen muss, bevor man sagt "Auge um Auge, Zahn um Zahn" (<-- Beispiel für einen Kontextfremden Text).


    Ja, nur gibt es eben zahllose Texte nicht-religiöser Natur die dasselbe tun. Und die auch wesentlich älter sind als das Christentum. Vielleicht hast du mich mißverstanden, oder vielleicht richten sich deine Argumente an andere hier die eine andere Meinung vertreten, aber ich habe nie abgesprochen, dass man als religiöser Mensch nicht moralisch sein könnte. Nicht im geringsten. Es geht mir darum, dass nicht-religiöse Menschen eben genauso morlaisch und gut sein können (und es im Mittel vermutlich sind). Das ist ja auch der Grund warum in den Verfassungen Europas und der meisten Demokratien kein Zwang zur Religion besteht, und warum die Religion aus den meisten Verfassung gänzlich rausgehalten wird.
    Die Ansich, dass religiöse Menschen prinzipiell besser sind, ist meiner Ansich nach weniger im Einklang mit unserer Verfassung, als die welche Menschen prinzipiell als gleich gut betrachtet, egal welche und ob sie eine Religion befolgen.


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    Im übrigen geb ich JoPi recht in Bezug auf das Posting an BB007. Genau das ist das, was mich manchmal hindert ausführlicher auf etwas einzugehen. So stolz wie BB007 ist Atheist zu sein so stolz bin ich ein Theist zu sein. Nur der Ton ist ein anderer.


    Ich will mich nicht einmischen in Jochens und Kais Konversation - zumal ich ja selber schon heftige Probleme mit der Haltung Kais zu Religionen hatte in anderen Threads. Allerdings finde ich deine gegenüber Atheisten herablassende, bzw. von oben herabschauende Art ehrlich gesagt nicht als eine wesentliche Verbesserung. Wie ein seine Verfassung und ihren Geist liebender Bürger klingt das nicht gerade, aber das Thema ob man seine Religion über die Verfassung stellt, gehört wirklich nicht hierher, und ich will dir auch nichts dergleichen unterstellen, da ich deine Meinungen und Überzeugungen ja kaum kenne.

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    aber keine Freizügigkeit für die Bevölkerungsüberschüsse, die in der Türkei entstehen.


    Was ja auch nicht zur Debatte steht. Insofern ist hier kein Widerspruch zur Position der Rot-Grünen Regierung. Nur gut, dass die Bild so überparteiisch und neutral berichtet, damit kluge Menschen gut informierte Entscheidungen treffenkönnen.


    Und es geht nachwievor nicht um einen Beitritt, sondern um die Aufnahme der Beitrittsverhandlungen.

    OMG :eek:


    Nachdem die Satire-Zeitung TheOnion im Februar den Gilette-5-Klingen Rasierer vorgestellt hatte: http://www.theonion.com/content/node/33930


    wird es nun Realität:
    http://money.cnn.com/2005/09/14/news/fortune500/gillette/


    5 Klingen! :eek:



    Bin ich froh, dass ich mir mittlerweile ein Rasiermesser zugelegt habe... :D



    edit: Unglaublich wie nah an der Wahrheit TheOnion gelegen hat:
    - Beide Artikel reden von einer Klinge auf der Rückseite (allerdings nicht am Griff :D )
    - Beide reden von einem zweiten aloe-streifen.


    Wiedereinmal hat die Realität die Satire eingeholt.

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    Original geschrieben von Stefan
    Kannst Du denn alle Vorwürfe und Befürchtungen relativieren?
    [...]
    Damit wir uns richtig verstehen: Ich bin nicht gegen Beitrittsverhandlungen mit der Türkei (die es früher oder später sowieso geben wird / werden muss, auch unter der kommenen schwarz/gelben Regierung), sämtliche Vorwürfe so einfach weg zu wischen ist allerdings ebenso falsch.


    Hallo Stefan,


    vermutlich habe ich mich mißverständlich ausgedrückt. Es war nicht meine Absicht alle Einwände vom Tisch zu kehren.


    Aber ein Einwand der meiner Meinung nach nunmal unbegründet ist, war die Sache mit der Freizügigkeit. Da hat die Türkei nämlich bereits alle geforderten Zugeständnisse gemacht und daher ist ein Szenario mit Millionen Zuwanderern in die EU aus der Türkei 100% unrealistisch. Den Rest des Beitrags habe ich dann nicht mehr gelesen, da mir bei solchen Dingen mittlerweile der Hut hochgeht.
    In einem Wikipedia-Artikel wird es so formuliert:
    http://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkischer_EU-Beitritt

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    Es ist aber auch fraglich, ob es zu dem befürchteten Zuwandererstrom aus der Türkei nach Westeuropa kommen würde. Der Zuwandererstrom, der nach der Aufnahme Spaniens erwartet wurde, trat damals nicht ein. Zudem ist die Aufnahme der Türkei erst in 10 bis 15 Jahren, mit anschließendem langen Übergangszeitraum von bis zu 7 Jahren in bezug auf die Freizügigkeit, angedacht. Zudem kann jeder EU-Mitgliedsstaat im Falle der Türkei die Freizügigkeit, für immer ausschließen, wenn das vertraglich so vorgesehen wird. Bei so einem langem Zeitraum könnte die Türkei bei einem weiterhin starken Wirtschaftswachstum die wirtschaftliche Kluft zu Westeuropa schließen. Mit dem steigenden Wohlstand würde auch der Immigrationsdruck nach Westeuropa sinken.


    Mit ein bisschen weiterer Recherche sollte es kein Problem sein, die dazugehörigen harten Fakten zu finden. Ich hab dazu nur gerade keine Lust mehr, zumal dieses Thema ja wirklich schon endlos in allen Talkshows durchgekaut wurde, mit immer den gleichen Sprüchen.

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    Original geschrieben von Jochen
    Du könntest Dich auch mal wieder etwas mehr zurückhalten.


    Ich finde es immer wieder schrecklich bei TT, wie viele User ihre eigenen Überzeugungen als die einzig möglichen und wahren darstellen und die anderen dabei von oben herab versuchen zu diffamieren.


    Kann ich gerne machen. Nachdem der Ausdruck "Verbaler Dünpfiff" hier mehrfach kritiklos verwendet wurde, bin ich davon ausgegangen dass es akzeptabel ist.
    Außerdem möchte ich hinzufügen, dass sich meine Abneigung und Abfälligkeit nicht auf die politische Position bezog (ich hab kein Problem mit Leuten die gegen einen EU-Beitritt sind), sondern darauf, dass hier politische Stimmung gegen Menschen gemacht mit nicht-realen Phantasien.

    Richtig, Dusa. Ich hatte das zwar ebenfalls ein paar mal erwähnt (u.a. Seite 1 unten), aber auch den Eindruck, dass es bei manchen hier nicht angekommen ist. Insofern, lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig.


    Zitat

    später den Ansatz von Freud,


    Das würde ich nun nicht auf eine Stufe mit naturwissenschaftlichen Theorien setzen, da die empirische Untermauerung der Theorien doch m.E. (als zugegebenerweise Laie im Bereich Freud) unterschiedlich stark ist, um nicht zu sagen auf einer qualitativ ganz anderen Ebene stattfindet.

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    Original geschrieben von D-Love
    Sozial und gesellschaftlich auch nicht, denn sobald die Freizügigkeit für die Türkei gilt, werden die reichen, westeuropäischen Staaten mit einer Millionenwelle von Wirtschaftsemigranten aus den armen türkischen Bevölkerungsschichten zu rechnen haben


    Die steht gar nicht zur Debatte, auch nicht bei einem Beitritt. Das wurde in den Verhandlungen im Vorfeld schon geklärt. Mal wieder nur Panik- und Stimmungsmache auf der Basis von Phantasien. Rhetorische Strohmänner aufstellen, die man dann gleich wieder umwerfen kann. Billige Stammtischrhetorik zum Stimmenfang. Ein dunkler Fleck auf dem Konto der Union und ihrer Anhänger den ich vorhin ganz vergessen hatte zu erwähnen.


    Weiter hab ich deinen verbalen Dünpfiff Beitrag auch gar nicht mehr gelesen.

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    Original geschrieben von xoduz
    Seine Kinder taufen lassen, kirchliche Hochzeit, Beerdigung etc., Beichten - das sind alles Verhaltensweisen,die von einem guten Teil der Bevölkerung als moralisch wahrgenommen werden.


    Das nennt sich Tautologie. Wenn du moralisch so definierst, dass es religiöse Elemente zwingend beinhaltet, und dann später schließt, dass zu diesem moralischen Handeln Religion notwendig wäre, dann hast du dich einmal im Kreis gedreht, aber keinerlei Aussage über irgendwas getroffen. Eine Vermischung von alltagsverständnis von Moral und religiösem Verständnis von Moral ist nichts weiter als ein rhetorischer Trick (ähnlich wie mit "Es ist nur eine Theorie" der Kreationisten).


    Ich wollte hier keine Definitionsdebatten führen, und bin bei meiner Aussage ganz offensichtlich von einem nicht zwingend religiösem Moralverständnis ausgegangen (Beispiel), andernfalls ergibt die Diskussion ja nicht mal ansatzweise Sinn.


    Zitat

    Original geschrieben von xoduz
    Man braucht ihn nicht - aber er spielt eine Rolle.[...]


    Einigen wir uns darauf, dass man nicht mit Gewißheit sagen kann, wie es ohne Religion ausgesehen hätte, denn das wäre reine Spekulation.
    Worauf ich aber hinauswollte war, dass es _möglich_ ist, dass Menschen (als Gesellschaft) auch vollkommen ohne religiösen Einfluß ein Leben führen könnten, dass man nach heutigen gesellschaftlichen Vorstellungen als moralisch gut bezeichnen könnte. Und dass es _möglich_ ist, läßt sich sehr gut argumentieren, aber wenn jemand sagt, dass es notwenidgerweise so gekommen wäre, das wäre natürlich nur Spekulation.


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    Zur Klimaerwärmung gibt es durchaus eine Kontroverse, dass die Diskussion darum auch und insbesondere in den Medien stattfindet, heisst ja nicht, dass sie unter Wissenschaftlern schon gegessen wäre.


    Nein, es gibt keine Kontroverse. Ja, die ist (im großen Zusammenhang) schon gegessen.
    Wissenschaftliche Auseinandersetzungen finden in peer-reviewed Magazinen statt, nicht über Pressemitteilungen.


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    Weil aber heutzutage die Medien sehr viel präsenter sind als noch vor gar nicht so langer Zeit, werden derartige Diskussionen von einer breiteren Menge wahrgenommen und u. U. auch anders wahrgenommen


    Das erklärt nicht die Verzerrungen die durch die Medien geschehen. Es gibt nachweislich sogenannte "wissenschaftliche Kontroversen" die es in der Wissenschaft nicht gegeben hat, die aber von den Medien so dargestellt wurden. Und die in Folge dessen großen Einfluß genommen haben auf das Verhalten der Gesellschaft. Zum Beispiel die über Jahre hinweg aufrecht erhaltene "Angst-Story" mit dem MMR vaccine (Kombi-Impfstoff):
    http://en.wikipedia.org/wiki/MMR_vaccine
    http://www.badscience.net/?p=23


    Und das ist eben nicht die große Ausnahme, siehe auch: http://www.badscience.net/?p=172#more-172


    Globale Erwärmung gehört ebenfalls in diese Kategorie. Durch Lobby und PR-Arbeit kombiniert mit Journalisten die mangelhafte wissenschaftliche Kenntnisse haben, entsteht hier der Eindruck einer wissenschaftlichen Kontroverse die es nicht gibt.


    Ich sage nicht, dass es keine Kritik gibt an den Ergebnissen der Studien vom IPCC oder dem NAS oder anderen Studien zur globalen Erwärmung, aber die Tatsache, dass globale Erwärmung stattfindet, und dass Menschen erheblichen Einfluß haben wird m.E. kaum angezweifelt. (Hinweis. Es ist ein Unterschied ob einzelne Punkte der Belege dafür angezweifelt werden, oder ob eine ganze Theorie zur Debatte steht).