Etwas später als geplant, aber dafür bereits mit viel Erfahrung aus der täglichen Praxis:
Erfahrungsbericht: Fairphone 4 5G
8 GB RAM und 256 GB interner Speicher. Farbe: Grün Speckled
Vorbestellung: 30.09.2021 (Tag der Vorstellung)
Gerät erhalten: 10.12.2021
Ein paar Daten zur Hardware
Alle Details sehr versteckt unter https://shop.fairphone.com/de/buy-fairphone-4#tech-specs
Varianten:
6 GB RAM und 128 GB interner Speicher. Farbe: Grau
8 GB RAM und 256 GB interner Speicher. Farbe: Grau, Grün und Grün Speckled
Design:
Einzigartige modulare Konstruktion mit IP 54
• Länge: 162 mm
• Breite: 75,5 mm
• Dicke: 10,5 mm
• Gewicht: 225 g
• Falltest nach MIL810G Prüfnorm
Prozessor (System on a Chip, kurz: SoC):
Qualcomm Snapdragon 750G (SM7225)
64-bit Octa-Core Prozessor
Prozessortakt bis zu 2,2 GHz
GPU: Qualcomm Adreno 619
Dual-SIM, beide 5G-fähig
Ein physischer Nano-SIM-Steckplatz (4FF), 5G-fähig* | Eine eSIM, 5G-fähig*
* Es kann jeweils nur ein SIM-Kartensteckplatz mit 5G-Funktechnologie aktiv sein
Klartext (was bedeutet das in der Praxis?):
Mein Haupttarif ist Telefónicas Tarif o2 Free S Boost mit Option Data unlimited (z. Zt. ohne 5G), als eSIM und im Netzmenü auf LTE eingestellt.
Als Backup nutze ich Telekoms Tarif MagentaMobil S (mit 5G), also die alte Nano-SIM in Slot #1 gesteckt und im Netzmenü auf 5G eingestellt.
4G (LTE)
Downlink: Cat. 18 / 1.2 Gbps Uplink: Cat. 13 / 150 Mbps
MIMO - 4x4
4CA Träger-Aggregation
VoLTE + VoWiFi (abhängig vom lokalen Netz)
Unterstützte 4G Bänder: 1/2/3/4/5/7/8/12/18/19/20/28/32/38/40/41/71
Maximale Download-Geschwindigkeit 1.2Gbps
Maximale Upoad-Geschwindigkeit 150Mbps
5G
Downlink: 2.3Gbps Uplink: 200Mbps
5G unterstützte Bänder
Sub 6 NSA Bänder: n1/n3/n5/n7/n8/n20/n28/n38/n41/n71/n77/n78
Ein paar Daten zur Software
Ausgeliefert wird das Fairphone 4 mit Android-OS-Version 11.
Diese Version hat massive Probleme mit Dual-SIM, sollte also gleich nach der Inbetriebnahme auf die dann angebotene neuere Version aktualisiert werden.
Ansonsten kommt man kaum ins Internet und kann dem Gerät zuschauen, wie es den Akku in Rekordzeit leermacht (weil die SIM-Karte keine ordentliche Internetverbindung aufbauen kann, das aber trotzdem pausenlos versucht).
– Dieses wichtige Update hat die Build-Nummer FP4.FP3N.A.091.20211118.
Mit dieser Version funktioniert WLAN prima. Man kann sich mit Routern/Smartphones mit WPA2 und WPA3 verbinden oder das Fairphone 4 selbst als WLAN-Hotspot verwenden.
Danach gab es ein weiteres Android-Update (weiterhin Version 11).
Dieses Update hat die Build-Nummer FP4.FP3Q.A.094.20211213.
Vorteil dieser Version:
Endlich ist auf Wunsch auch „Touch unlock” möglich!
Der Einschaltknopf muss also nur noch berührt werden, um das Display zu entsperren – das verlängert bestimmt auch dessen Lebensdauer.
Nachteil dieser Version:
WLAN-Verbindung zum eigenen Router/WLAN-Hotspot mit WPA3 praktisch nicht mehr möglich.
Funktionierende Workarounds gibt es nur für Router, denen man mittels Admin-Menü beikommt.
Wer wie ich keinen Router, sondern ein iPhone oder das Fairphone 3+ als WLAN-Hotspot nutzt, hat momentan keine Chance auf WLAN.
Bei mir nicht tragisch, da ich die Option „o2 my Data unlimited Flatrate” gebucht habe, aber wer auf WLAN angewiesen ist, soll hiermit vorgewarnt sein.
Das Problem besteht übrigens auch bei /e/OS, obwohl das noch auf Android OS 10 basiert:
Build-Nummer: e_FP3-userdebug 10 QQ3A.
200805.001 eng.root.20211027-184504 dev-keys,stable-release.
Praxistest
Qualität Hardware:
Die Verarbeitungsqualität ist herausragend gut, alles ist solide und selbst die Rückseite aus 100 % Recycling-Kunststoff fasst sich gut an.
Akkuleistung:
Der nach vorsichtigem Abnehmen des Kunststoffdeckels herausnehmbare Akku ist stark genug für über 50 Stunden Wenignutzung (auch mit 5G).
In den ersten 1–2 Wochen wird der Akku vielleicht keine 10 Stunden halten, weil Neugierde und Spieltrieb das Gerät nicht zur Ruhe kommen lassen. 
Sobald Routine eingekehrt ist und das Fairphone nur noch in die Hand genommen wird, wenn es wirklich nötig ist, hält der Akku 14–20 Stunden Normalbetrieb.
Bei Vielnutzung z. B. als WLAN-Hotspot mit 5G zum Streamen von TV-Serien am Notebook hielt der Akku meines Geräts zwischen 3,5 und 6 Stunden.
Das ist aber auch sehr von der Empfangslage vor Ort abhängig. Meine Telekom-SIM mit Marketing-5G (DSS anstatt echtem 5G) bekommt Telekom-typisch inhouse nicht den besten Empfang, also geht das auf den Akku.
Vielnutzung ohne Streaming z.B. für Vieltelefonierer wird den Akku bei gleicher Empfangssituation vermutlich kaum belasten und somit locker einen Arbeitstag halten.
Telefonieren:
Die Gesprächsqualität habe ich leider noch nicht richtig testen können, da ich eher „nachtaktiv” bin und dann keine Freunde anrufen (kann).
Meine ersten Tests machte ich deshalb eher einseitig mit der Zeitansage. 
Sobald ich ein paar Telefonate geführt habe, kann ich dies wirklich beurteilen. 
Daher vorerst nur die Randbemerkung: die Akustik des Vorgängers Fairphone 3+ ist prima, da hatte ich ein sehr langes Telefonat mit einem guten Bekannten geführt, dessen Stimme ich in natura kenne und deshalb beurteilen kann. Das war wirklich in HD-Qualität.
Apropos: HD-Telefonate werden von Fairphone 3+ und 4 korrekt angezeigt, sofern vom Provider unterstützt.
Telefónica Germany macht das
, aber die Deutsche Telekom mag das immer noch nicht anbieten (Premium-Netz?). 
Akustik beim Musik hören:
Smartphones dienen mir schon immer auch als Jukebox und so habe ich auch die HiFi-Qualität dieses Fairphones von Anfang an auf die Probe gestellt.
Es nutzt Qualcomms aptX HD. Dieser verbesserte Codec unterstützt 24-Bit-Musikqualität über Bluetooth. Das bedeutet, dass Hörer selbst die kleinsten Details in ihrer Musik hören können.
Habe meine Musik unverfärbt und glasklar hören können, bin absolut begeistert!
Zum Testen nutze ich gern die Hörtest-CD „Stakkato” der HiFi-Fachzeitschrift Audio. Musikinstrumente: Bösendorfer Imperial-Flügel, Steinway-Flügel, Fagott, Saxophon, (Kirchen-)Orgel, Kesselpauken, Kontrabass, Vibraphon etc. helfen bei objektiver Beurteilung der Klangqualität.
– Diese CD habe ich damals nach dem Kauf zu MP3 in höchster Qualität gewandelt und sie ist fester Bestandteil meiner Musiksammlung.
Fingerabdrucksensor:
Bevor ich die neueste Android-Version installiert hatte fand ich es nervig, dass der Einschaltknopf zum Entsperren des Telefons immer gedrückt werden musste, obwohl er doch den Fingerabdrucksensor enthält.
Mit der letzten Softwareaktualisierung wurde das Problem gelöst: alles funktioniert wie gewünscht. 
Kamera:
Habe ich noch nicht ausgiebig testen können, aber der erste Eindruck ist sehr gut.
Wird jedem normalen Hobby-Knipser genügen, welcher sonst mit einer Mittelklasse-Kompaktkamera fotografieren würde.
Ein iPhone 11 Pro (Max) ist bei schlechten Lichtverhältnissen besser, aber wenn die Kamera allein nicht der Kaufgrund ist, wird man sehr zufrieden sein.
Datenschutz: Android 11 durch /e/OS ersetzen?
Diese Entscheidung ist auch von unverzichtbaren Apps abhängig …
Als ich auf das vorbestellte Fairphone 4 wartete und den Vorgänger Fairphone 3+ nutzte, waren drei dringend benötigte Apps nicht ohne Google-Dienste lauffähig.
Am 16.11.2021 brachte die Deutsche Post ein Update ihrer App „Post & DHL” heraus, welches seitdem sogar auf dem Google-freien Fairphone 3+ läuft!
– Bleiben leider noch zwei Apps, die vermutlich niemals ohne Google-Dienste laufen werden: die Banking-App meiner Hausbank und die Einreichungs-App meiner Krankenkasse.
– Das beantwortet also auch vorerst die Frage, ob ich das Fairphone 4 auf /e/OS umstellen werde …
– Es heißt aber nicht, dass der Datenschutz bei mir nicht trotzdem oberste Priorität genießt:
Ich nutze Private DNS – meine Mobilfunkprovider sehen also nicht, was ich wann online besuche. Ich vertraue da lieber auf dnsforge.de.
Seit ein paar Tagen nutze ich die App „RethinkDNS” als Werbeblocker und Firewall gegen asoziale Netzwerke etc.
Da ist standardmäßig Cloudflare hinterlegt, was mir nicht gefällt, aber man kann das auf einen eigenen Service umstellen – also dnsforge.de hinterlegt. 
Und als Standard-Browser nutze ich Firefox mit der Erweiterung NoScript, was ebenfalls sehr wirksam schützt.
Backups/Datenabgleich:
Gerade wenn man dabei ist, das Ökosystem zu wechseln oder zumindest ein zweites zu nutzen, ist dieses Thema sehr wichtig:
Ich meide seit Jahren jede Cloud und mache Backups nur lokal.
Das geht per USB-Kabel oder mit den iPhones dank Software iMazing auch vollautomatisch im WLAN.
Datensicherung meiner beiden Fairphones mache ich, wenn eines sowieso zum Akkuladen mit dem MacBook Air 2020 verbunden ist.
Und dabei gleiche ich auch die KeePass-Datenbank ab, falls die sich auf einem der Geräte geändert hat.
Auf MacBook und iPhones nutze ich dafür als Passworttresor Strongbox und auf den Fairphones KeePassDX. Gleichwertig und voll kompatibel. Must have!
Zukunftssicherheit:
Das Fairphone 4 5G unterstützt außer Mikrowellenempfang alle zukünftig wirklich wichtigen Empfangstechniken.
Der Qualcomm Snapdragon 750G ist leistungsfähig genug, um einige Jahre Spaß mit dem Gerät zu haben und dabei nicht unnütz Energie zu verheizen wie sein großer Bruder Snapdragon 888.
Dual-SIM hilft dabei, tarifmäßig flexibel zu bleiben, egal wie die Preise sich entwickeln.
Fairphone bietet 5 Jahre Garantie (2 Jahre gesetzlich + 3 Jahre freiwillig zusätzlich).
Das bedeutet: mind. 5 Jahre lang SW-Updates + Sicherheits-Patches, evtl. noch länger möglich (abhängig vom Hersteller des SoCs).
Zufriedenheit:
Würde ich das Fairphone 4 nochmal kaufen? – Ja, sofort! Habe den Kauf nicht bereut! 
Wenn jemand etwas wissen möchte, was ich noch nicht erwähnt habe, bitte einfach hier fragen – ich antworte möglichst zeitnah.