Zitat
das wär dann der Todesstoss für das Fernsehen.
Glaube ich nicht. Derzeit verbringen die Leute locker 4 Stunden im Schnitt (!) pro Tag vor der Flimmerkiste. Dafür werden sie auch 9 EUR/Monat für 3 Geräte springen lassen. Mal davon abgesehen kommt das via Grundverschlüsselung im Kabelnetz so oder so.
Zum Thema selbst: Die Privatsender sind seit einiger Zeit auf der Suche nach neuen Ertragsmöglichkeiten. Klar, dass man sich da zumindest interessiert anschaut, was man vom Zuschauer nehmen kann. Dass mit der Gebühr nur die Verbreitung beglichen werden soll, halte ich eher für ein Gerücht. So wahnsinnig teuer ist ein Astra-Transponder nämlich nun wiederum auch nicht.
Zitat
nun jedem das seine. Du hast die Möglichkeit keine Privatsender zu sehen ohne dass es hier irgendwelche Gebühren gibt. Ich (und auch alle anderen) bin leider gezwungen die Wucherpreise für öffentlich rechtliche Sendeanstalten zu bezahlen die ich fast nie sehe.
Privat-TV zahlen sogar Menschen ganz ohne Fernseher beim Einkauf mit. Punktum. Im Schnitt kommt es auf einen etwa gleichen Betrag raus. Fernsehen und Radio sind nicht umsonst zu haben, auch wenn Privatfernsehen die Illusion schon aufkommen lässt.
Zitat
Man darf nicht vergessen, dass sich die Angebotspalette deutlich verändern würde wenn man ÖRs zu einem Pay-TV Angebot machen würde. Aus den knapp 7 Milliarden Euro die die GEZ jährlich einnimmt könnte man durchaus anspruchsvolle Programme produzieren.
Du glaubst du selbst nicht, dass alle Leute, die aktuell GEZ-Gebühr zahlen, dann auch das "anspruchsvolle" Programmpaket abonnieren wollten. Völlig abwegig. Mal davon abgesehen könnte man die ÖR dann auch gleich privatisieren. Was soll der Staat einen eigenen Wirtschaftsbetrieb fahren, der keine Aufgaben mehr für die Allgemeinheit erbringt? Letztlich käme vermutlich sowas raus wie Channel 4 in England. Staatlich betrieben und Quote mit Big Brother & Co.
Nein, das wäre eine völlige Aufgabe des Rundfunks als "Kultur" und Meinungsmedium. Diese Funktion erfüllt der Privatfunk schon seit Jahren nicht mehr. Stattdessen gilt das alte Motto von Zeiler: "Im Seichten kann man nicht ertrinken". Recht hat er. Was heutzutage da über die Bildschirme flimmert und in den Lautsprechern dudelt, ist in meinen Augen zu 80 % eine Mischung aus US-Patriotismus, dahinplätschernden Billig-"Eigenproduktionen", Selbstbeweihräucherung und Aktuellem im Bild-Stil. Vorsicht: Ich sage nicht, dass ARD/ZDF das nicht böten. Aber wer sucht, findet definitiv jede Menge Sendungen, die in diese Einordnung nicht im Ansatz passen.
Ich frage mich zum Beispiel schon seit längerem, wofür eigentlich die Landesmedienanstalten da sind. Bezahlt aus der Rundfunkgebühr sollten sie eigentlich den Privatfunk kontrollieren. Stattdessen nickt man dort eigentlich nur ab, was die Chefetagen vorschlagen. Wenn Sat. 1 eine Stange Geld durch Schleichwerbung einkassiert, wird weniger Bußgeld verhängt als der Sender illegal zusätzlich erlangt hat. Wenn in Thüringen der Informationsanteil im Privatfunk um 13 % herumkrebst, werden dadurch noch lange keine Maßnahmen ergriffen. Dazu die elende Medienkleinstaaterei. Selbst wenn ein Land wie Schleswig-Holstein nur drei Privatfunker hat (die rein zufällig alle untereinader querverbunden sind, den gleichen Werbevermarkter haben und im gleichen Gebäude sitzen), braucht man seine eigene Aufsichtsbehörde. Elend.