Natürlich dürfte die Sicht hier im Forum verzerrt sein. Und du hast in Sachen Benachrichtigungs-SMS vollkommen recht. Vodafone konnte die Aktion ganz unbeachtet durchziehen, wohingegen bei o2 gleich alles losschimpfte.
Aber: Das liegt ganz sicher nicht daran, dass o2 nur die Schlupflöcher stopft. Das liegt auch daran, dass man o2 lange Zeit als "fairen" Anbieter sah, der eben solche Winkelzüge nicht nötig hatte. Dessen Tarife durchweg fair und nicht nur an geraden Vollmondtagen zwischen 0 und 2 Uhr günstig waren. Die Vodafone-Strategie gab es bereits von Vodafone.
Die Netzstörungen bei anderen Anbietern finden sich auch hier. Aber sie werden hingenommen. Warum? Weil sie nirgendwo solche Ausmaße und solche Regelmäßigkeit wie bei o2 hatten. Vodafone hat Probleme mit Gewittern, E-Plus hat Probleme mit Gewittern, o2 hat regelmäßig bei jedem Gewitter bei mir einen 20-minütigen Netzausfall. Das wäre ja an sich noch nicht so schlimm. Wenn dann aber in einer ganzen Region das Netz ausfällt und zwar nicht nur über eine halbe Stunde, sondern gleich den gesamten Nachmittag bis in die Abendstunden eines Werktages, ist das einige Nummern größer. Wenn es dann gleich zweimal innerhalb einer Woche passiert, ist es inakzeptabel.
Und: Andere Anbieter haben keine Festnetznummern, richtig. Aber sie nehmen auch kein Geld dafür. o2 hat seine Kunden nicht einmal über den Ausfall informiert und vollkommen im Dunkeln gelassen. Nach dem Ausfall war von Kulanz nichts zu spüren. Sieht so das Beschwerde- und Informationsmanagement eines Premium-Anbieters aus?
Ich frage dich: Wieso treten diese Pannen nur bei o2 so gehäuft auf? Multicard-Ausfall Dezember 2004, Genion-Ausfall Mai 05, Komplettausfälle Juli 05 - und dann noch kleinere Pannen, wie sie auch bei den anderen Anbietern auftraten. Die Konkurrenz dagegen schien weitgehend störungsfrei zu laufen.