Beiträge von oleR

    Der BILD-Text ist schon bei den nachprüfbaren Fakten so weit an der Wahrheit vorbei, dass man fast eine leichte Stimmungsmache vermuten könnte.


    Beispiel:


    Zitat

    Kreml-Chef Wladimir Putin zögerte nicht und stellte Snowden zunächst eine Aufenthaltsgenehmigung für ein Jahr aus, die dann noch einmal um 3 Jahre verlängert wurde – gültig also noch bis Sommer 2017.


    Die gab es erst Ende Juli 2013, als Snowden schon knapp 6 Wochen auf dem Flughafen hing. Gut, das kann man ja noch als "zögerte nicht" mitnehmen...


    Zitat

    Die USA erklärten daraufhin Snowdens US-Pass für ungültig und stellten einen internationalen Haftbefehl aus.


    Der Paß wurde laut Wikipedia (en) am 22. Juni für ungültig erklärt. Snowden kam aber erst am 23. Juni in Moskau an. Zeitlich so ein gaanz kleines bisschen verdreht.


    Zitat

    Seither lebt er in Russland – er flog von Hongkong über Kuba nach Moskau – weitgehend in der Isolation


    Snowden ist nicht über Kuba nach Moskau geflogen.

    Oh, daran scheitern gerade praktisch alle großen Hersteller :)


    Die DB hatte bei Bombardier etliche TWINDEXX für Hamburg-Kiel/-Flensburg bestellt. Sollten seit 2014 Fahrgäste transportieren. Fehlanzeige. Lieferverzögerung bis wohl 2016.


    Die FLIRT von Stadler für die Nordbahn im Hamburger Netz waren erst einige Wochen nach Betriebsstart komplett. Bei Meridian ein Jahr zuvor ebenso. Da fehlte auch die Zulassung für Teile des Betriebskonzepts einige Monate nach dem angedachten Start.


    Siemens wiederum ist mit den VELARO/ICE 3 für die DB bekanntlich einige Jahre im Verzug. Die Straßenbahnabteilung schaffte vor etwa 10 Jahre gar das Kunststück, einen massiven Konstruktionsfehler erst nach Produktion und Auslieferung einiger hundert Fahrzeuge zu bemerken. Soll einen dreistelligen Millionenbetrag gekostet haben.

    Zitat

    Wenn Ausschreibungsteilnehmer A die Fahrzeuge zu anderen Konditionen vermietet bekommt als Ausschreibungsteilnehmer B.


    Ist nicht so. Das ist ja Ziel der Übung. Die Fahrzeuge selbst sollen für alle Teilnehmer gleich teuer sein. Das war/ist nicht der Fall, wenn die Teilnehmer die Fahrzeuge selbst beschaffen und finanzieren müssen und dabei unterschiedliche Zinsniveaus haben.

    Zitat

    Das wäre wettbewerbswidrig.


    Was wäre wettbewerbswidrig? Es gibt mittlerweile mehrere Modelle der Fahrzeugfinanzierung:


    A Betreiber kauft und finanziert Fahrzeuge komplett selbst. Das mag die DB am liebsten.
    B Betreiber kauft Fahrzeuge (teilweise nach seiner Wahl) selbst, Land übernimmt Bürgschaft und ggf. Übernahmegarantie nach Ablauf des Verkehrsvertrags.
    C Land kauft und finanziert Fahrzeuge nach eigener Wahl selbst und vermietet sie für die Laufzeit des Verkehrsvertrags an Bahnunternehmen. Der sogenannte "Fahrzeugpool". Das mag die DB am ungernsten und bot die ersten Jahre m.W. konsequent bei solchen Verfahren gar nicht erst mit. Niedersachsen setzt seit 1997 auf dieses Modell, das sich wohl bewährt hat und mittlerweile auch in anderen Ländern übernommen wird. Link: http://www.lnvg.de/spnv/fahrze…/fahrzeugpool/?no_cache=1


    Der Fahrzeugpool schafft es natürlich zugegeben, etliche Vorteile eines Großunternehmens zu planieren. Die DB ist so groß, dass sie genug günstige, weil abgeschriebene Gebrauchtfahrzeuge auf Lager hat, sie ist so groß, dass sie eine hohe Menge an Fahrzeuge auf einmal ordern und damit Rabatte erhalten kann, sie ist so groß, dass sie auch nach Ablauf eines 10-jährigen Vertrages recht sicher mögliche Neufahrzeuge irgendwo einsetzen kann, sie ist so groß, dass sie nicht für möglicherweise 10-15 Jahre Verkehrsvertrag in eigene Werkstätten investieren muss, die danach gar nicht mehr gebraucht werden.


    Diese Vorteile eines Großbetriebs sind einigen Ländern als Auftraggeber wie gesagt einfach zuviel gewesen, weil die DB die Vorteile voll ausnutzte - mit den Preisen aber nur runterging, wenn Konkurrenz drohte, die so ganz schnell wegblieb, weil eh chancenlos.

    Stimmt. Moralisch im Vorteil sehe ich die DB deshalb aber nicht. Dass diese Anfordeurngen mittlerweile durchgreifend gefordert werden, liegt ja auch daran, dass die DB in den "lascheren" Ländern voll zugelangt haben soll. Denn natürlich hat sie hier ihre Vorteile, so große sogar, dass der Wettbewerb überwiegend alt aussah:


    Zitat

    Die Deutsche Bahn AG fährt gerne mit eigenem Wagenmaterial das von eigenem Personal gewartet wird.


    Gebrauchtes taugliches Wagenmaterial hat(te) nur die DB in ausreichender Zahl auf Lager. Natürlich war das deutlich billiger als Neuwagen der Konkurrenz. Hätte man kein Neumaterial gefordert, wäre wohl in vielen Ausschreibungen nur die DB angetreten. Und die DB spielt wie gesagt Wettbewerb "ganzheitlich". Ohne Konkurrenz in Aussicht steigen die Angebote, die sie den Ländern macht.


    Ebenso die Wartung. Das ist übrigens noch deutlich seltener.


    Zitat

    die vom Land bezahlt werden


    Die DB soll als Staatsbetrieb deutlich günstigere Zinsen bekommen als potentielle Mitbewerber. Hier greifen wieder die Länder ein.


    Zitat

    und vom Gewinner der Ausschreibung gemietet werden müssen obwohl bei der Bahn genug bereits abgeschriebene Wagen rumstehen die günstiger benutzt werden können.


    ...bei denen die Bahn in der Vergangenheit mehrfach altes Rollmaterial lieber zur Verschrottung schickte, als es der Konkurrenz zu verkaufen.


    Zitat

    In die Ausschreibung wird das in mehrere Teile gesplittet und ein Bewerber bekommt maximal 2/3 des Volumens.


    Hintergrund ist wieder, dass man davon ausging, dass ohne Splitting keine ausreichende Zahl an Wettbewerbern bereit stünde und die Preise damit für das Land deutlich höher ausfielen.


    Insgesamt: dumm, blöd, unnötig. Ja. Das ist einfach ein Webfehler der Bahnreform. Die DB spielt das Spiel aber voll mit und hat es meist durch eigenes Verhalten geschafft, diesen Zustand mit zu erzeugen. Nur aus zweiter Hand: bei der Ausschreibung der Berliner S-Bahn läuft es wieder exakt so. Die Ausschreibung war hier so gestrickt, dass alles auf die DB zulief. Was macht die DB? Gibt Angebote ab, die deutlich teurer sein sollen als das, was sie jetzt abliefert und deutlich höher als das, was die Länder grob eingeplant hatten. Kann natürlich andere Hintergründe haben, aber erst einmal wirkt es auf mich (und andere Beobachter) so, als hätte man wieder die eigene Position voll ausgereizt.


    Bei der Hamburger S-Bahn-Ausschreibung hat die Stadt eine andere Taktik gewählt: Man ließ komplette Kalkulationen nachbauen und für den Fall der Fälle wären notfalls die eigenen Verkehrsbetriebe (Hochbahn) mit dem Verkehr betraut worden. Das Ergebnis der Ausschreibung fiel für die Stadt deutlich günstiger aus als der Altvertrag.

    Zitat

    Hast du das Problem mit den Geräuschen aus anderen Wohnungen nur in deinem Schlafzimmer oder in allen Raeumen?


    Überall...


    Ne, ich werd hier keine Wände einstürzen lassen... :)


    Dass die Schallisolierung nach oben (und evtl auch nach unten) so beschissen ist - kann das daran liegen, dass die Decke (gemessen im Treppenhaus) von Unterkante bis Oberkante Fußboden ganze 16 cm stark ist?

    Zitat

    Ich habe aber den Eindruck, dass Du eine bessere Wohnung möchtest UND gleichzeitig nicht mehr Miete bezahlen möchtest . Das wird nicht klappen, denn auch eine eventuelle Modernisierung legt der Vermieter voll auf die Miete um.


    Ne, falscher Eindruck :) Ich bin wahrscheinlich spätestens in zwei Jahren wieder woanders. Wenn der VM groß umbauen müsste, werde ich das sicher nicht erleben. Es ging mir um kleinere Tricks, die es aber ja nicht zu geben scheint ;)


    Zitat

    Mach doch mal ein Foto von der betreffenden Stelle, Fernanalysen ohne Glaskugel sind immer so eine Sache


    Was meinst du mit "betreffende Stelle"? Hier ein Foto mit allen drei Wandarten - Wand zur Nachbarwahnung, Decke nach oben, Außenwand.


    http://www.directupload.net/file/d/3985/8paz5r67_jpg.htm

    Danke noch mal für die Tipps.


    Neueste Erkenntnis: Hauptproblem scheint die Dämmung nach oben (!) zu sein. Augenscheinlich ebenso eine Betondecke, aber diese Trennung ist wirklich nur optisch. Man hört insbesondere von dort jedes Wort mit. So hört man gut, dass das, was gerade gut vernehmlich auf den Boden fiel, ein Kuli (!) war. Irre. Da komme ich natürlich weder mit Möbeln noch dickem Teppich bei mir groß weiter, oder?


    Zitat

    und die Miete wird dementsprechend niedrig sein ?!


    Geht. Wie schon geschrieben, ich finde, dass man für die > 7 €/m² kalt in B-Lage durchaus anständige Wohnungen kriegen kann. Allerdings iist der Markt hier in der Stadt so völlig hinüber, dass ich auch schon vergleichbare Wohnungen im unrenovierten Zustand für > 9 € kalt gesehen habe.


    Zitat

    Glaub daran muss man sich aber auch gewoehnen - denke spontan kann man die ersten Tage damit nicht schlafen


    Geht. Ist himmlische Ruhe damit. Einfach toll.


    Zitat

    Für mich als jemand der gerne mal die Anlage aufdreht wäre die Sache allerdings klar: Weiterziehen (Es sei denn die nette Nachbarin würde mich daran hindern )


    Selbst wenn - hier im Haus hättest du vermutlich sofort sämtliche Nachbarn zum Gegner ;)

    Zitat

    Es ist aber ein Unterschied, ob man 10 Gruppen hat, die einen bestreiken können oder nur ein oder zwei...


    Je mehr du konzentrierst, desto mehr Macht haben die Mitarbeiter in den nun elementaren Geschäftsbereichen. Irgendwann bräuchten sie gar keine Gewerkschaft mehr, weil sie allein bereits durchsetzungsstark genug sind. Es ist, glaube ich, ziemlich klar, dass diese hochqualifizierten, nicht mal eben ersetzbaren und unverzichtbaren Beschäftigten ihre Position eher nutzen werden als ein zerstrittener Trupp von einigen zehntausend Arbeitnehmern.