ZitatDie Kostenfrage ist die GDL ja gerade dabei zu beantworten.
Das Eisenbahnsystem ist riesig groß und teuer, verdammt auf Sicherheit bedacht, die Teile sehr voneinander abhängig und alles sehr langlebig gebaut. Deshalb wird die GDL die Kostenfrage sicher nicht zu ihren Ungunsten beantworten. Punkt.
Nur als Denkanstoß: Automatischer Zugbetrieb bringt Abhängigkeiten zur Sicherungstechnik. Die DB betreibt hier selbst auf Hauptstrecken teilweise noch mechanische Stellwerke aus Vorkriegszeiten, bei denen die Stellwerker an Seilzügen zu den Formsignalen ziehen. Betriebszeit wird hier mit allgemein mindestens 80 Jahren kalkuliert. "Fernsteuerung" ist hier nicht. Wenn gerade kein auf genau diesem Stellwerk ausgebildeter Mitarbeiter vor Ort ist, ist die Strecke zu und kein Zug darf fahren.
Das Teilnetz von ein paar Kilometern der Nürnberger U-Bahn, das heute automatisch gefahren wird, ist vor dem Umbau schon 1-2 Menschengenerationen jünger gewesen und deutlich übersichtlicher. Da fährt ja nur ein Zugtyp.
ZitatVielleicht sollte man sich eher die Frage stellen, ob das EBA nicht etwas zu übervorsichtig ist?
Kann man. Ihr überseht in der Diskussion hier komplett die gesellschaftliche Komponente. Bei einem Eisenbahnunfall gehen nicht 200 REWE-Joghurtbecher flöten oder es gibt n kleinen Auffahrunfall im Stadtverkehr mit 3 Verletzten. Bahnunfall heißt im Zweifel > 100 Tote. Das ist etwas mehr als ne Randnotiz im Polizeibericht. Vielleicht gerade deshalb ist man im Bahnbereich im Zweifel übelst vorsichtig. In letzter Zeit eher noch zunehmend.
Bevor bei den Bahnen etwas altbewährtes, sicherheitsrelevantes, ersetzt wird, muss einiges passieren. Das macht die Sache innovationsfeindlich - aber eben extrem sicher.