ZitatOriginal geschrieben von Gag Halfrunt
Du vergisst in der Rechnung die Streikkosten und das permanent bestehende Erpressungspotenzial.
Der Bahnbetrieb wird nie ohne Aufsicht durch Menschen laufen. Nie, nie, nie. Der Automatikbetrieb wird zentral beaufsichtigt und damit konzentriert sich die Arbeit.
Dein Gedanke ist also vordergründig clever, aber du verlagerst das Erpressungspotential einfach nur in die Leitstellen. Warum sollte man da nicht streiken? Weil du es nicht kennst?
Der Hamburger Elbtunnel (A7) hatte vor ein paar Jahren mal so ein Szenario. Da fahren durch die vier Röhren am Tag > 100.000 Autos durch. Also gibt es aus Sicherheitsgründen eine ständig besetzte Tunnelwarte. Die Gewerkschaft wusste das und rief in einem Tarifkonflikt mit der Stadt genau die dort beschäftigten (und gut organisierten) Mitarbeiter zum Streik auf. Es gab nur noch einen Notdienst mit genug Personal für eine der vier Röhren. Auf den anderen 6 Spuren gingen die Ampeln auf "Rot" und vor der Einfahrt die Schranke runter. Kannst dir vorstellen, was da in der Stadt los war.
Zitat aus der WELT:
"Mehr als eine Handvoll Techniker, die im Beamtenbund organisiert sind, und Straßenwärter bedurfte es nicht, um das wichtigste Verkehrs-Nadelöhr in ganz Norddeutschland lahmzulegen"
http://www.welt.de/print-welt/…legen-Elbtunnel-lahm.html
Man wollte danach an diesen Stellen auf Beamte setzen.
Bei der privatisierten DB geht das aber schlecht. Da sitzen in deiner Betriebszentrale Angestellte mit Streikrecht.
Und nu?
Solange Menschen in der Wirtschaft arbeiten, müssen Menschen miteinander klarkommen und ihre Interesse austarieren. Die Idee, aus diesem Zwang unbedingt rauszuwollen, scheint mir ehrlich gesagt bescheuert.