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Warum sollen die Vermögenden, die eh schon das meiste zahlen, nun auch noch eine DDR-Light finanzieren, nur weil einige Sozialromantiker meinen, die Zeit sei gekommen?
Der Staat hat Schulden in Billionenhöhe. Wer, wenn nicht Vermögende, soll das primär jemals bezahlen? Die "weitaus meisten" der Menschen, die ich kenne, haben gar nicht so viel Vermögen, wie in den letzten Jahrzehnten pro Kopf an Schulden aufgebaut wurden. Alles zusammengerechnet, vom spärlichen Sparguthaben bis zu den Ikea-Sperrholzmöbeln. Das ist auch kein repräsentativer Querschnitt, ich weiß. Aber ihr macht euch etwas vor, wenn ihr meint, mit den hier kursierenden Summen zu den armen Kirchenmäusen zu gehören.
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Ihr vergesst, dass die "Reichen" dazu auch bereit sein müssen. Sonst wird das nichts.
Mich hat niemand gefragt, als die Mehrwertsteuer 2007 plötzlich von 16 % auf 19 % erhöht wurde - das hat mich knapp 0,85 % meiner damaligen Einnahmen gekostet. Hochgerechnet auf den 80k-Kleinverdiener ungefähr 700 € pro Jahr. Meinen Bekannten hat niemand gefragt, als er nunmehr von der GEZ zur Kasse gebeten wurde, obwohl er gar keinen Fernseher hat. 1,8 % seiner Einnahmen von 500 € für alles im Monat gehen jetzt da rein - hochgerechnet auf den 80k-Haushalt sind das 1.440 € Mehrbelastung pro Jahr.
Niemand hat danach gefragt. Das wurde einfach so eingeführt.
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Das hat dann aber nichts mehr mit Ego oder "nicht zahlen können" zu tun, sondern schlicht mit mangelnder Bereitschaft, dieses leistungsfeindliche Denken zu unterstützen.
Ah, und was machen die Leute dann? Gehen lieber Klos putzen für 6,50 € die Stunde? Haha. Fahren Linienbus inkl. "Fahrgastkontakt" im Schichtdienst durch Hamburg für kaum 1.600 € netto bei Mieten von ~ 11 € kalt/m²? Haha. Nein, Quatsch. Ich sehe die Bedenken. Aber mal ganz ehrlich: Den Leuten bleibt immer noch verdammt viel. Sie haben viel mehr als andere. Sie sind auch sonst oft in ihren Jobs privilegierter als die Leute, die wirklich die Drecksarbeit dieser Gesellschaft leisten müssen. Die auch zur Kasse gebeten werden und wurden (vgl. oben), aber dabei viel weniger Aufstand gemacht haben.
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nicht sinnvolle Subventionen kürzt und nicht laufend neue soziale Wohltaten beschließt, obwohl man das Geld dafür nicht hat.
Die Grünen wollen doch gerade an die Subventionen. Ehegattensplitting? Das ist eine Subvention. Kaum will man sie abschaffen, gibt es Terz. Verzicht auf Beiträge auf Mieteinnahmen? Subvention! Es gibt Terz. Und so weiter.
Ich sehe auch hier die Bedenken. Aber grob überschlagen muss der Staat größere Einschnitte machen als nur diese populistischen Einwürfe, damit der Haushalt ausgeglichen ist UND auch mal Schulden zurückgezahlt werden können.