Zitatbei 80k zu versteuerndem einkommen und 4 kindern kann man wohl nur noch knapp von "besserverdienendem" sprechen, wenn überhaupt noch.
Verheiratet, 4 Kinder, 80.000 zu versteuerndes Einkommen = 19,1 % Steuern nach aktuellem Tarif.
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Zitatbei 80k zu versteuerndem einkommen und 4 kindern kann man wohl nur noch knapp von "besserverdienendem" sprechen, wenn überhaupt noch.
Verheiratet, 4 Kinder, 80.000 zu versteuerndes Einkommen = 19,1 % Steuern nach aktuellem Tarif.
ZitatWährend der Bund hin und wieder einen ausgeglichenen Haushalt erziehlen kann, versinken Länder und insbesondere Gemeinden hoffnungslos in Schuldenbergen. Das kann so nicht weiter gehen.
Die Differenzen gerade bei den Gemeinden sind sehr groß. Es gibt viele Gemeinden, die 2012 ebenso Überschüsse erzielen konnten. Andere stecken strukturell bedingt tief in den Miesen, gerade und besonders in NRW. Es läuft letztlich wieder auf Umverteilung hinaus - das ist aber ja für manche ein echtes Reizwort ![]()
Wohl aber sehe ich auch einen Reformbedarf bei den Finanzen. Es ist ein Witz, dass die Länder nunmehr zwar die alleinige Hoheit über die Hochschulen haben, aber leider die Finanzverteilung zwischen Bund und Ländern im Rahmen der Föderalismusreform nicht ausreichend mit angepasst wurde.
ZitatNö:
Freibetrag: 1993-1999 6.000 DM / 3.068 €
Da musste man dann schon > 204k€ haben.
Das sind dann auch in meinen Augen Besserverdiener.
Du hast Recht. 1989 wiederum lag der Betrag bei kaum 300 DM. In den 1990ern hat man den Kapitalertrag einige Zeit besser gestellt.
Zitatdas ist doch z.B für eine Altersvorsorge oder Bau eines Eigenheimes rein garnichts.
Altersvorsorge: ja. Da sind bestimmte Produkte aber eine Alternative. Beim Eigenheim wird man in den seltensten Fällen ewig ansparen. Irgendwann kommt der Kredit. Bei 30 % Eigenkapital kommt man mit den de facto steuerfreien 53.400 Euro damit auf 178.000 Euro. Ist sicherlich auch nicht ausreichend, aber schon eine andere Hausnummer.
ZitatAußerdem wurden die Sparerfreiberäge mehrfach gekürzt, die waren zu Kohls wesentlich höher als heute
Unter Kohl:
1982-1989: 153 € (Steuer bei Beträgen darüber hinaus: maximal 56 %)
1990-1992: 307 € (Steuer bei Beträgen darüber hinaus: maximal 53-57 %)
1993-1998: 3.068 € (Steuer bei Beträgen darüber hinaus: maximal 53-57 %)
Heute:
801 € (Steuer darüber hinaus: maximal 26,4 %, nach GRÜNEN-Vorschlag: maximal 33,8 %). Immer noch deutlich besser als bis 1992.
ZitatIch gehe zwar auch davon aus, daß Rot-Grün keine eigene Mehrheit zustande bringen wird, was aber nicht unbedingt heißt, das schwarz-gelb eine Mehrheit schaffen wird.
Letztlich ist es auch wurst. Nehmen wir den Nichtmehrganzsoklein-Sparer mit satten 200.000 € Anlage, die er zu 1,5 % angelegt hat. Mehrbelastung pro Jahr durch den GRÜNEN-Vorschlag: knapp 162 €. Das ist doch nix. Ich hab' Freunde, die müssen jetzt GEZ zahlen. Ohne Fernseher, eine Wohnung ließ sich nicht vermeiden. Leider nach Studienfachwechsel kein Baföganspruch mehr. Ändert an den finanziellen Verhältnissen nichts, einer lebt mit allem (Miete, Krankenkasse, Studienkosten, Lebensmittel) von 500 € im Monat. Befreiung ist nicht vorgesehen, gibt es nur für Bafögempfänger und da hat er ja durch den Fachwechsel im 3. Semester keinen Anspruch mehr.
Mehrkosten pro Jahr (Zweier-WG) = 107,94 €. Bei nem Einkommen von 6.000 €. Der hätte gern eure Probleme, glaube ich.
ZitatEs könnte eine sehr unklare Gemengelage nach der Wahl geben.
Es wird eine große Koalition geben. SPD und CDU sind sich in vielen Punkten so nah, dass alles andere eine riesige Überraschung für mich wäre.
ZitatFreu Dich, dass Deine Belastung als Akademiker moderat ist.
Absolut. Ich weiß nicht, ob sich das ewig halten lässt. Wahrscheinlich nicht. Aber ich versuche es. Ich bin ein Stückweit in der Hinsicht wahrscheinlich das Ebenbild des Klischee-Generation-Y'lers...
ZitatDas ist oftmals stressiger als Steine schleppen.
Ich weiß nicht. In den Gebieten mit höherer gesellschaftlicher Stellung hat man deutlich vielfältigere Aufgaben. Man hat Perspektiven, man kann andere Dinge tun, sich umorientieren. Dazu reicht es in vielen Fällen durch Ersparnisse dann doch, eben kürzere Auszeiten einzulegen, die das erst ermöglichen. Das können viele nicht. Ihnen bleibt nur, weitgehend ewig ihre Plackerei zu tun. Es ist ein Weniger an Freiheit.
ZitatWer ist der Leistungsträger in Deinem Beispiel?
Nun, interessante Frage. Die wesentlichen Faktoren für mich als bekennenden Büromenschen, diesen Job nicht machen zu wollen, sind bei allen gleich: Alle müssen verdammt früh aufstehen, arbeiten wahrscheinlich im starren Schichtsystem, alle müssen sich die Hände zwangsläufig schmutzig machen, alle arbeiten bei Wind und Wetter draußen auf dem Müllwagen. Und höchstwahrscheinlich werden auch die städtischen Mitarbeiter nicht reich durch ihre Arbeit.
ZitatJeder der heute etwas für die Zukunft spart, bekommt sowieso schon so niedrige Zinsen, welche nicht einmal die Inflationsrate ausgleichen und da wollen die auch noch die Abgeltungssteuer erhöhen.
Bei 1,5 % Zinsen (also "unter der Inflationsrate") sind Erträge von Anlagen bis 53.400 € ohnehin durch den Sparer-Pauschbetrag steuerfrei. Darüber sind auch 32 % ein Superdeal. Vor der Abgeltungssteuer waren Kapitalerträge wie Arbeitserträge zu versteuern. Also 1998 unter CDU-Regierung: bis zu 53 % plus Soli!
ZitatIch kann den großen Kahlschlag im Sozialbereich jetzt nicht so erkennen, klär mich mal auf.
Etat für Soziales?
Es betrifft nicht nur den Sozialbereich, den man übrigens schwerlich am Etat für Soziales festmachen kann. Der Zustand öffentlicher Bauten und Infrastruktur ist in vielen Fällen beispielsweise einfach übel. Da hat sich ein riesiger Instandhaltungsstau aufgebaut.
ZitatWelche Gruppe soll das denn sein?
In den Bereichen, die ich kenne, wird im allgemeinen Leistung immer noch mit Geld belohnt. Sicher gibt es Auswüchse und Ungerechtigkeiten aber im Grundsatz ist das immer noch so.
Das betrifft nicht nur kleine Gruppen, sondern große Teile dieser Gesellschaft. Ohne LKW-Fahrer, die sich die Nächte um die Ohren schlagen, würde gar nix laufen. Das ist Leistung! Ohne Altenpfleger könnten wir unsere Ollen direkt ins Krematorium schieben oder aber uns Tag und Nacht um sie kümmern. Das ist Leistung! Ohne Müllabfuhr und Putzfrauen würden wir im ekeligen Dreck sitzen. Das ist Leistung!
Ich dagegen sitze mit Mitte 20 als gerade eben fertiger Akademiker im Büro und arbeite für einen deutlich höheren Lohn. Ich wühle nicht im Dreck, meine Arbeitszeiten sind auch nicht schlimmer als die von Truckern und belastende Erlebnisse mit altersschwachen Mitmenschen bleiben mir auch erspart. Meine Leistung liegt mitnichten höher - das weiß ich ganz genau. In dieser Gesellschaft wird nicht nach Leistung bezahlt.
ZitatWieviel Steuern zahlt denn Dein 2k€ Beispiel im Vergleich zum 7,5k€ Beispiel?
Weniger. Das 2k-Beispiel kann schlecht von minus 200 € im Monat leben. Er/sie wird dabei oft trotzdem 40 Stunden die Woche werkeln. 150 pro Woche wird nicht gehen.
ZitatVermögen nicht aber Geld bzw. Investment. Gerade bei inhabergeführten mittelständischen Unternehmen.
Besteuert würde aber Vermögen. Geld schafft übrigens auch selten von sich aus Arbeit, sonst würde halb Amerika bei Apple anfangen.
Hmm, deine Logik verstehe wer will
Die wirtschaftlichen Kenndaten waren bei Regierungsübernahme durch Rotgrün 1998 schon schlecht. Nach 16 Jahren CDU/CSU-FDP-Koalition. Die "Sozen" hatten Anfang der 1980er Jahre zuletzt regiert.
Der Spitzensteuersatz war dazu nie so niedrig wie unter Rotgrün, nämlich 42 % im Jahr 2005. Während CDU/SPD-Regierung stieg er 2007 auf die heutigen 45 %. 1989 lag er übrigens bei 56 %. 1998, beim Regierungswechsel, waren es 53 %.
Überhaupt hatte Deutschland seit den Zeiten des Wirtschaftswunders bis Rotgrün nie einen Spitzensteuersatz von weniger als 53 %. (In den 1990ern waren es inkl. Soli bis zu 57 %.) Bis 1996 gab es dazu die Vermögensteuer. Deutschland hatte also lange Zeit deutlich niedrigere Arbeitslosigkeit als heute, und höheres Wirtschaftswachstum als heute, obwohl die Steuern viel höher waren.
Ganz offenkundig besteht da kein direkter Zusammenhang.
Was die SPD heute vor hat, hat mit linker Umverteilungspolitk nix zu tun. Wenn das so wäre, was hätten CDU/FDP gemacht, zu deren Zeiten nicht nur in den 1980ern und 1990ern, sondern bereits in den 1960ern. die Steuern für "Reiche" eben viel höher waren, noch viel höher als die Vorschläge aus der LINKEN? Ihr könnt Kohl ja mal verbal zum Kommunisten "befördern" - da wird Oggersheim aber beben!
ZitatMit 80k€ zu versteuerndem Einkommen p.a. ist man definitiv nicht "reich".
So ein Unsinn, das sind sehr gut verdienende Facharbeiter, Ingenieure etc.
Halt die obersten drei Prozent.
Für 80k zu versteuerndes Einkommen braucht man ein Brutto von mindestens ~ 90.000 €, dh. 7500 €/Monat.
Zitatdann sind viele nicht mehr bereit sich entsprechend zu bilden oder sich anzustrengen, um dieses Ziel zu erreichen.
Ah, und was machen diese Leute dann? Umstellen auf Hartz IV? ![]()
ZitatEs ist am Ende eine Neiddiskussion, die in die falsche Richtung führt.
Der Staat gibt weiter viel mehr Geld aus, als er einnimmt. Was er an Leistungen bereitstellt, ist trotz aller Kürzungsrunden und Leistungseinschränkungen der letzten 20 Jahre nicht mit dem zu finanzieren, was an Steuern reinkommt. Entweder, wir kürzen weiter drastisch oder wir sorgen endlich für eine auskömmliche Finanzierung unseres Gemeinwesens.
ZitatSorry, für mich ist das leistungsfeindlich und populistisch, was die da betreiben.
In Deutschland wird Leistung selten mit Geld belohnt. Das gesamte System würde sofort zusammenbrechen, wenn wesentliche Leistungsträger ins Ausland wechselten. Und die bekommen oft kaum mehr als 2.000 € brutto im Monat. "Neid" ist in vielen Fällen bloß vorgeschobenes Argument, um einer Debatte über die Lastenverteilung aus dem Weg zu gehen.
ZitatDas ist es ja gerade, von Wirtschaft verstehen linke Parteien einfach nichts.
Blödsinn wird anders als Wein nicht besser mit der Zeit.
ZitatTrotzdem finde ich den Ansatz falsch, da mir bewusst ist, was Arbeit schafft.
Vermögen schafft jedenfalls selten Arbeit, sorry ![]()
ZitatInvestitionen können sicher von der Steuer abgesetzt werden, aber eben nicht unbegrenzt und nicht auf einem Schlag, sondern immer nur ein gewisser Prozentsatz pro Jahr, z.B. 10 Prozent der Investition. (Abschreibung).
Investitionen als Betriebsausgaben kann ich quasi unbegrenzt absetzen, wenn sie denn tatsächlich angefallen sind. Natürlich kann ich sie nicht sofort voll abschreiben. Jedenfalls sind die Auswirkungen für Investitionen eher unerheblich.
ZitatSteigt der Eimkommenssteuersatz kann ich deswegen auch nicht mehr absetzen.
Stimmt. Würde ich aber nicht investieren, ginge mehr von meinem Überschuss ans Finanzamt. Es wird attraktiver, das Geld auszugeben und z.B. für Investitionen zu nutzen.
ZitatAußerdem fehlt das was ich an Steuer mehr zahlen muß ja mir um mehr zu investieren zu können und infolge mehr steuerlich abschreiben zu können.
Ich denke, die Einkommensteuer hat so gut wie keine Auswirkungen auf die Investitionsfähigkeit eines Betriebes. Punkt. Bei 80.000 plus sind wir ohnehin in einem Bereich, bei dem sich bald eine Kapitalgesellschaft lohnt. Dann ist das Problem Einkommensteuer erstmal keins mehr.
ZitatDas nützt alles sogut wie nichts.
Wieso?
ZitatWer hat da noch Lust sich groß anzustrengen wenn man ihm ab 80.000 Euro so stark steuerlich belastet.
Keine Ahnung, aber ich glaube, die meisten Menschen strengen sich schon enorm an, um auf 80.000 zu kommen.
ZitatGanz gleich wie man da jetzt rechnet, es muß mehr Steuer bezahlt werden und dies geht einfach zu Lasten von Investitionen und Arbeitsplätzen.
Im Gegenteil: Wenn der Steuersatz steigt, ich aber weiter Investitionen absetzen kann, dann wird Investieren attraktiver.
ZitatIch komme nochmal darauf zurück, warum hat ROT-Grün denn selbst seinerzeit den Spitzensteuersatz gesenkt? Wenn das keinen Effekt für Wirtschaft und Arbeitsplätze hat, dann hätten sie das ja gleich damals nicht machen brauchen.
Das ist eine gute Frage, warum sie das damals gemacht haben.
ZitatEtwas einfacher ausgedrückt, es ist immer das zu versteuernde Einkommen gemeint und nicht das Bruttoeinkommen. Das zu versteuernde Einkommen liegt je nach persönlicher Situation fast immer mehr oder weniger unter dem Bruttoeinkommen.
Zunächst einmal das. Aber selbst bei einem zu versteuernden Einkommen von 80.000 €/Jahr läge der reale Steueranteil eben nicht bei 49 %. Sondern irgendwo um die 30-35 %.
ZitatEin Handwerker der 80000 Euro im Jahr verdient ist kein reicher Mann und hat das verdiente auch nicht alles für den privaten Konsum übrig, er wiil oder muß davon auch noch was investieren.
Das kann er absetzen.