Beiträge von oleR

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    3. Würde sich das natürlich auch auf den europäischen Markt auswirken. Die D-Mark würde im Vergleich zu anderen Mitgliedstaaten wahrscheinlich stark aufwerten. Die Schweizer kämpfen derzeit auch mit diesem Problem.


    Richtig. Die Schweizer Nationalbank hat zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit einen Mindestkurs von 1,20 Franken für 1,00 Euro festgesetzt, nachdem es in wenigen Wochen mit stärkerem Franken (bis hin zu 1:1) massive Probleme für die Schweizer Exportwirtschaft gab. Real ist das jetzt auch der tatsächliche Kurs. Um ihn zu halten, kauft die SNB Euros von den Devisenmärkten. Die Schweizer sitzen nunmehr auf ~ 200 Milliarden Euro, von denen ein Großteil aus den Interventionen zum Durchsetzen des Mindestkurses stammt.


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    wieviel davon der geographischen nähe statt dem Euro zuzuschreiben sind...


    Abwarten. M.E. ist zumindest ein Teil der deutschen Exportzuwächse außerhalb des Euroraums klar dem Euro zuzuschreiben. Die Eurokrise sorgt für niedrigere Eurokurse. Das ist letztlich eine Preissenkung auch für deutsche Produkte, die aber nur außerhalb des Euroraums wirkt. Da in Europa die Wirtschaft gerade richtig am Abschmieren ist, wundert eigentlich nicht, dass sich auch die deutschen Exporte verlagern. Aus Zuwächsen wegen des Euros aber zu schließen, dass man den Euro nicht brauche, würde nicht einmal die volkswirtschaftlich hoffnungslos inkompetente schwäbische Hausfrau schaffen. Mit eigener deutscher Währung wären deutsche Produkte im Ausland schlagartig deutlich teurer. Ob die dann immer noch soviel Abnehmer hätten, kann man ruhig anzweifeln.

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    Damit mal mit dem Märchen aufgeräumt wird, Deutschland braucht Europa unbdedingt und alternativlos (!) als Exportgebiet, wie weiter vorne im Thread behauptet:


    1. Auch 37 % sind ein gewaltiger Posten.
    2. Der Wechselkurs einer deutschen Währung wäre - da herrscht Übereinstimmung - bei weitem nicht so günstig für die deutsche Exportwirtschaft wie der aktuelle Eurokurs im Vergleich z.B. zum Dollar.

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    und dass das ein Megaprojekt gewesen und somit meine Frage beantwortet wäre.


    Dreh mir die Worte nicht im Mund um. BaWü hat eine 1A-Infrastruktur und mit Groß-Projekten wie der ICE-Strecke Mannheim-Stuttgart für > 2 Milliarden Euro auch schon genug Geld versenkt.


    Hatte übrigens noch ganz vergessen, dass in BaWü ja auch die Rheintalbahn ausgebaut wird. Zitat Wikipedia: "Das 5,7-Milliarden-Euro-Projekt soll 2020 fertiggestellt sein (Stand: September 2010)." In Offenburg soll dann ja noch ein Tunnel zusätzlich gebaut werden, der aktuell mit 700 Mio. € weiteren Kosten veranschlagt wird. Und sicher noch einiges mehr. Vor Ort müsste man davon doch eigentlich viel mehr mitbekommen. Baut man in BaWü lautlos? :)


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    Viel Spaß in der "Elphi".


    Danke. Du darfst uns auch mal besuchen und die Hütte ansehen, wenn das Ding offiziell als Denkmal gegen den Größenwahn im jetzigen Zustand freigegeben wird.

    Schnellfahrstrecke Mannheim-Stuttgart ist südwestlich genug? 98,8 Kilometer für "rund 4,3 Milliarden D-Mark" (Preisstand irgendwann vor 20 Jahren, die Strecke ging 1991 in Betrieb). War übrigens zu einer Zeit, als in Schleswig-Holstein praktisch kein einziger Meter Eisenbahn der Bundesbahn elektrifiziert war. Für sowas modernes war im Norden erst 1995 Geld da. Ergo: Komm mal raus aus deiner öden Schwarz-Weiß-Ecke. Deine Vorstellungen haben ungefähr gar nichts mit der Realität gemein.


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    Und Feldwege gibt es im Osten auch keine mehr, da gibt es sogar tolle neue Straßen, wo gar keiner fährt. So what?


    Danach hat keiner gefragt, es ging um die Infrastruktur im Süd(west)en.

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    Frage in die Vergangenheit: Gibt es ein Projekt im Süden bzw. Südwesten, das schon einmal eine derartige Dimension hatte? Oder waren die bisherigen Monsterprojekte immer nur im Westen oder Norden?


    In der Vergangenheit dürftest du dich ja ganz gut auskennen. Antwort: Ja! Oder fahrt ihr in Baden-Württemberg und Bayern noch auf kostengünstigen Feldwegen zur Arbeit? Oder mit der Bimmelbahn? Allein die ICE-Strecke Nürnberg-München hat 3,6 Milliarden Euro gekostet und wurde in weniger als 10 Jahren um über 1 Milliarde Euro teurer. Wenn es keine Infrastruktur sein soll - wie viel Steuergeld steckt schon in der BayernLB-Rettung?


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    Meine Frage geht dahingehend: Der Süden, der die Party bezahlt, darf sich immer ansehen, wie im Westen oder Norden die Milliarden verbrannt werden. Einer der Baugründe lautet daher: Wieso also nicht einmal im Süden die Milliarden verbrennen? Der Süden bezahlt die Party ja so oder so.


    Welche Party? Und was zahlt "der Süden" zum Beispiel für unsere so schön protzige Elphi? Da stecken nicht einmal Bundesmittel drin (im Gegensatz zu vielen süddeutschen Verkehrsprojekten), den Bau zahlt letztlich allein die Freie und Hansestadt Hamburg. Und über den Länderfinanzausgleich kommt gar nichts, Hamburg ist Geberland. Die Kölner U-Bahn wird seit 2004 gebaut. Seitdem hat Nordrhein-Westfalen unter dem Strich keinen Cent aus dem Finanzausgleich erhalten. 2005 gingen noch 490 Mio. € aus NRW in den Topf.


    Auch im Süden gibt es doch durchaus so etwas wie Zeitungen, oder? :)


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    Und beim Landtag dürften eine Menge der damaligen "Falschwähler" ihr Kreuz inzwischen deutlich bereuen, wenn sie sich ansehen, was Grün-Rot seit der Machtergreifung alles verpfuscht hat. Dagegen war Schwarz-Gelb Kindergarten.


    Wenn Schwarz-Gelb gegen die Situation heute Kindergarten gewesen wäre, müsste BaWü mittlerweile Bananenstaat No. 1 sein.

    Eine DB Mitfahrer-Freifahrt:


    - Habt ihr eine IC/EC/ICE-Fahrkarte zum Normal- oder Sparpreis (auch jeweils mit Bahncard-Rabatt) in der 2. Klasse, könnt ihr mit der Freifahrt eine Person mitnehmen


    - Dafür muss nur direkt auf der Freifahrt der Reisetag, der Name des Mitfahrers und die Strecke eingetragen werden. Das war es schon.


    - Nicht gültig im CityNightLine (CNL). In den reservierungspflichtigen ICE-Sprinter-Zügen muss der immer fällige Zuschlag gelöst werden..


    - Gültig bis 31. Oktober!


    Preis: 22 € inkl. Versand

    Man muss unterscheiden:


    A. Schnellbahnen mit wenigen Zugängen lassen sich mit den Sperren praktikabel ausstatten. Die Schwarzfahrerquote sinkt damit aber nicht auf 0, sondern bleibt nach internationalen Vergleichszahlen bei 1-3 Prozent. (Zum Vergleich: Das "offene" System in Hamburg hat 3,5 Prozent Schwarzfahrer). Die Probleme sind:


    1. Es müssen auch Kinderwägen, Rollstühle, Gehbehinderte usw. durch die Sperren kommen.
    2. Die Sperren müssen für effektive Wirkung personell besetzt werden. In einigen Städten im Ausland, zum Beispiel Rom, ist das nicht der Fall. Da hüpft man kurzerhand über das Kreuz. Beide zusammen genommen macht die Sperren teuer.
    3. Die Vielfalt der zu erkennenden Fahrkarten in Deutschland ist extrem groß. Es gibt Handytickets, Onlinetickets zum Selbstausdrucken, Gruppenkarten, Semestertickets, Cityticket... insgesamt eine Latte einer zweistelligen Zahl möglicher Tickets und Ticket-Medien. Wenn das alles automatisch erkannt werden soll, wird es noch teurer.


    Insgesamt hat man sich darum in Deutschland dazu entschieden, auf Sperren zu verzichten. Bevor hier von den guten alten Zeiten schwadroniert wird: Die beiden wirklich alten U-Bahnen in Berlin und Hamburg hatten die ersten Jahrzente Sperren. Man hat sich später aus Rationalisierungsgründen dazu entschieden, sie abzubauen.


    B. Busse: Busse haben meist eine relativ kleine Kapazität und befördern selten mehr als 100 Fahrgäste. Da ist eine Sichtkontrolle beim Fahrer machbar.


    C. Stadtbahnen: Stadtbahnen mit einer Vielzahl an Zugängen oder sogar der Führung mitten im Straßenraum kann man nicht mit Sperren abriegeln. Einstieg nur beim Fahrer ist durch die große Kapazität ebenso sehr unpraktikabel.

    Hamburger Jung:


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    Bei Dir wird der Täter zum Opfer.


    Die Welt ist komplexer.


    Ein Wort dazu: Ich finde interessant, dass nach meiner Beobachtung oft in Punkto Schwarzfahren die gleichen Leute eine Meinung wie Du vertreten, die Radarfallen für "Abzocke" halten. Die sagen, man solle die Verkehrsregeln mit Augenmaß durchsetzen. Nur vor Schulen und anderen Gefahrenpunkten blitzen. Die kein Verständnis für Knöllchen haben und ihr Fehlverhalten nicht einsehen, sondern damit rechtfertigen, dass es zu wenig Parkplätze gebe. Also die Gesellschaft eigentlich an ihrem Fehlgriff Schuld habe.


    Und diese Denke wird in breiten Schichten so auch gesellschaftlich akzeptiert. Wendet man exakt das gleiche Denkmuster auf Schwarzfahrer an, erscheint es den gleichen Leuten völlig abwegig und man wird sofort in begrifflich hochmütiger Manier zum "Gutmenschen" erklärt. Das muss ein verdammt interessanter Bias sein.


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    In Hamburg gelingt die Kontrolle zumindest bei den Bussen recht gut


    1-2 % Schwarzfahrer kommen trotz Kontrolle am Busfahrer vorbei in die Busse.

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    ohne ticket erst garkein zutritt. problem gelöst.


    Du machst dir die Welt viel zu einfach. Die Londoner Metro kommt als "geschlossenes System" trotz Schranken auf etwa 2 bis 3 % Schwarzfahrerquote.


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    aber angesichts dessen, dass soviele schwarzfahrer dann letztendlich im gefängnis landen für das wir auch wieder alle aufkommen müssen


    Richtig ist, dass die Verfolgung von Schwarzfahrern große Teile der Justiz belegt und entsprechend Geld kostet. In Berlin ist es wohl ein höherer zweistelliger Prozentsatz aller Strafverfahren, in denen es um... Schwarzfahren geht. Das muss man m.M.n. hinnehmen, wenn man als Gesellschaft Schwarzfahren in der aktuellen Form ahnden will. Es ist die logische Konsequenz.