Beiträge von oleR

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    darüber hinaus würde ich nicht darauf wetten, dass schwarzfahrer hauptsächlich hartz 4ler oder welche sind, die sich das nicht leisten könnten!


    In den Großstädten sind ganze Gefängnistrakte allein mit Leuten belegt, die wegen Schwarzfahrens dort sitzen. Oft sind sie zu Geldstrafen (das sind NICHT die 40 Euro Erhöhtes Beförderungsentgelt) verurteilt worden, die sie nicht zahlen können (oder wollen, aber ich glaube nicht, dass sie so scharf auf Knast sind). Ich kann mir kaum vorstellen, dass Leute ihre geregelte und sichere Existenz wegen insgesamt wieder vergleichsweise wenig Euro aufs Spiel setzen. Das dazu. Die Leute, die wegen Schwarzfahrens vor Gericht stehen, sind mindestens 3x, eher 10-20x, erwischt worden. Das setzt man nicht, wenn man Geld für eine Fahrkarte hat.


    Quellen:
    Berlin, Oktober 2010: 135 von 444 Insassen der JVA Plötzensee zu der Zeit sitzen wegen Schwarzfahrens: http://www.taz.de/!59721/
    Hamburg, 2009: Insgesamt wanderten in nur einem Jahr 623 Menschen in den Knast, weil sie schwarz gefahren waren. Davon 470, weil sie die Geldstrafe nicht zahlten. http://www.mopo.de/news/justiz…hrer,5066732,5124134.html
    Berlin, 2011: Täglich stehen 50 Schwarzfahrer vor Berliner Strafgerichten. http://www.tagesspiegel.de/ber…-kein-delikt/4281108.html


    Statistiken gibt es zu der Frage tatsächlich nicht. Man kann nur Krücken nehmen - sozial- und einkommensschwache Stadtteile haben oft signifikant höhere Schwarzfahrquoten.

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    du kalkulierst hier mit ein paar schwarzfahrern. das sind derzeit auch nur "ein paar"weil es verboten ist. wäre das nicht so, sähe das schon ganz anders aus.


    Wäre es nicht verboten, wäre es kein Schwarzfahren. Die niedrigen Schwarzfahrerquoten entstehen durch recht gewissenhafte Nutzer und ausreichend großen Kontrolldruck.


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    es ist dir total egal, dass diese kosten verursachen (und seien es nur 0,08%! das ist doch völlig egal!).


    Ja, es ist mir tatsächlich total egal, ob ein Schwarzfahrer jetzt Kosten von 0,x Cent verursacht hat. In der Größenordnung bewegt sich das ja.


    Wäre mir das nicht total egal, ich müsste durchdrehen, wenn ich Leute sehe, die ihre Münzen am Fahrschein-Automaten herumkratzen, damit der sie doch noch annimmt. Kostet pro Gerät teilweise einen vierstelligen Betrag pro Jahr für neue Abdeckungen.
    Ich müsste durchdrehen über die Leute, die sich unbedingt in einen leicht verspäteten und dadurch überfüllten U-Bahn-Zug reinquetschen wollen, statt den Folgezug zwei Minuten später zu nehmen. Natürlich dauert der Fahrgastwechsel im überfüllten Zug viel länger. Es entsteht zusätzliche Verspätung, Anschlüsse gehen verloren und der Zugfahrer muss ständig auf maximal zulässige Geschwindigkeit beschleunigen, um die langen Standzeiten am Bahnsteig zu kompensieren. Eine von diesen Touren zieht soviel mehr Strom als der Regelbetrieb, da können ganze Armaden von Schwarzfahrern für unterwegs sein.
    Eine ähnliche Größenordnung gilt auch für die Leute, die unbedingt nach der Abfertigung noch in die schließende Tür springen müssen und damit die Abfahrt verzögern. Wenn es nicht gleich eine Türstörung gibt. Oder die Leute, die die Abfahrt eines Zuges mit 400 Fahrgästen um 15 Sekunden verzögern, indem sie in der Tür stehen, damit irgendeine Person noch reinkommt und sich so 3 Minuten Wartezeit spart.


    Warum sollte ich mir also bei diesen Fahrgästen, die man natürlich mehr oder weniger notgedrungen akzeptiert und im Betrieb einplant, einen Kopf machen über 0,08 % mehr Gewicht im U-Bahn-Zug? Ich rege mich darüber nicht auf, Punkt.


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    das wäre das gleiche, wenn jemand im media markt "nur" ein kabel klaut. das kostet auch nur 2€ und alles andere 1000€. soll man das dann auch legalisieren?


    Dämliches Beispiel. Übrigens habe ich mich nicht dafür ausgesprochen, Schwarzfahren zu legalisieren. Vgl. oben.


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    davon ab sind das mittlerweile überall (oder fast überall) gesellschaften, welche gewinne erwirtschaften müssen, und keine vereine oder wohltätige organisationen mehr.


    ÖV als Gesamtsystem erwirtschaftet nirgendwo in Deutschland Gewinne. Wie ich oben schon schrieb, buttern Länder und Kommunen pro Jahr mehrere Milliarden als Zuschüsse hinein. Einzelne Unternehmen machen "Gewinne", ja - letztlich, weil der Staat ihre Kosten überkompensiert. Bis auf wenige Ausnahmen gehören die Betriebe übrigens weiterhin vorwiegend dem Staat. So ist es zum Beispiel in den vier größten deutschen Städten. Berlin, Hamburg, München, Köln - was da fährt, gehört fast alles zu 100 % dem Bund, dem Land oder der jeweiligen Kommune. *


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    wer sich das ticket nicht leisten kann, soll hald ne schachtel zigaretten weniger kaufen, zu fuß gehen oder mit dem fahrrad fahren, oder wenigstens zugeben, dass er bescheissen will und dann auch die konsequenzen tragen, wenn er erwischt wird.


    Völlig richtig, das sage ich den Leuten auch immer. Kränkelnde Leute sollten ruhig im Winter mal mit dem Fahrrad zu Freunden im 8 Kilometer entfernten Stadtteil fahren, denn das härtet ab. Stimmt sogar. Zu Fuß gehen hilft noch mehr. Oder halt auf die vielen Schachteln Zigaretten verzichten, die so für 350 Monatsbudget für alles drin sind. Manchmal sage ich den Bescheißern auch gleich meine ganze, ungeschminkte Meinung: Kauf dir diesen Monat mal ne Zeitkarte und keinen neuen Flachbildfernseher!


    *
    Berlin: BVG - 100 % Land Berlin, S-Bahn Berlin - 100 % Bundesrepublik
    Hamburg: HOCHBAHN, VHHPVG, HADAG - 100 % Freie und Hansestadt Hamburg, S-Bahn Hamburg - 100 % Bundesrepublik. AKN Eisenbahn - 50 % Hamburg, 50 % Schleswig-Holstein.
    München: MVG - 100 % Landeshauptstadt München, S-Bahn München - 100 % Bundesrepublik
    Köln: KVB - 100 % Stadt Köln, S-Bahn Köln - 100 & Bundesrepublik

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    - schwarzfahrer fahren nur in den nebenzeiten?


    ich habe klar definiert, wann schwarzfahrer wirklich kosten verursachen.


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    - wenn der bus nur durch schwarzfahrer voll ist, wird der betreiber die strecke streichen?


    der betreiber streicht im ÖPNV heute gar nichts mehr, das ist gar nicht seine entscheidung.


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    eher nicht, weil sie es oft garnicht wissen, wer schwarz fährt.


    für die planung reicht es auch aus zu wissen, wie viele schwarz fahren...


    allgemein: für wie blöd hälst du den ÖV, dass man komplette linien voller regelmäßige schwarzfahrer nicht kennt?


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    wahrscheinlich werden sie die strecke sogar noch ausbauen, weil ja immer alles voll ist.


    eher rückt der prüfdienst dort an und macht ein paar schwerpunktkontrollen, um die quote wieder auf erträgliches maß zu drücken. richtig ist aber, dass ein schwarzfahrerbedingter zusätzlicher fahrzeugeinsatz im berufsverkehr auch den zahlenden kunden zugutekommt: der takt wird dichter, die wartezeit kürzer, man bekommt mehr fürs geld.


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    - durch den schwarzfahrer entstehen auch direkt höhere kosten. sei es sprit oder strom.


    du hast aber die abnutzung der treppenstufen vergessen. ernsthaft: wenn ein hamburger u-bahnzug (dt4, kurzzug, hat 185 sitzplätze) mit 100 fahrgästen besetzt ist, dann steigt die zu bewegende masse des zuges durch einen 70 kg schweren schwarzfahrer (schwarzfahrerquote etwa 1 %) um 0,08 Prozent. die energiekosten sind dabei auf dieser fahrt auch nicht das entscheidende, teuer sind der zug selbst und vor allem der fahrer. in vielen betrieben geht gut die hälfte der ausgaben ans personal.


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    wenn dir das recht zusteht, schwarz zu fahren, warum sollen dann nicht alle das recht haben? und dann wirds zum großen problem.


    du verdrehst meine argumentation. ich sage: erstens zahlt man als fahrgast nicht mit für die schwarzfahrer. das stimmt bei 2 bis 3 % schwarzfahrern, die es heute sind. und würde auch bei höheren quoten noch stimmen. weil sie in dem umfang einfach keine kosten verursachen. und dann sage ich: ich habe verständnis für schwarzfahrer, die schwarzfahren, weil sie es sich nicht leisten können. ÖV ist eine öffentliche aufgabe. jeder soll es sich leisten können, innerhalb einer stadt mobil zu sein. das ist bei den aufgerufenen preisen in vielen städten nicht mehr gegeben. im idealfall leistet jeder einen beitrag, der seiner leistungsfähigkeit entspricht. heute haben wir aber das "friß-oder-stirb"-prinzip: der bus fährt abends leer durch die straße, ein paar mitfahrer mehr würde keine kosten verursachen, aber wir als gesellschaft nehmen trotzdem den vollen preis, den die mitfahrer nicht leisten wollen bzw. können. das ist für alle beteiligten quatsch und der bezug auf größere zusammenhänge oft mehr prinzipienreiterei.

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    die argumentation, dass man ja platz einnimmt, der sowieso frei ist, sticht nicht. dieser platz muss "vorgehalten" werden, damit eben alle damit fahren können. das muss alles finanziert werden und wird auf alle fahrgäste umgelegt. weniger zahler = höhere kosten für die zahler.


    Ich weiß nicht, welchen ÖV du nutzt. Der, den ich hier in Deutschland aus einigen Perspektiven gut kenne, hat außerhalb der HVZen eine Auslastung von meist deutlich unter 25 Prozent. Das Angebot wird zu den Zeiten nicht danach geplant, was für die vorhandene Nachfrage unbedingt nötig ist. Vielmehr soll ein gewisses Bedienungslevel geschaffen werden. Das Angebot soll qualitativ Nachfrage ermöglichen. Für das Fahrgastaufkommen einer Stunde bei angebotenem 20-Minuten-Takt würde auch ein Bus alle 60 Minuten reichen. Würde aber tatsächlich nur noch stündlich ein Kurs fahren, bräche die Nachfrage wegen des für viele Kunden zu schlechten Angebots zusammen. Das ist der einzige Grund für das angebotene Intervall, nicht etwa, weil man anders die Leute nicht befördern könnte. Weil die eingesetzten Ressourcen oft nicht skalierbar sind (schon mal nen halben Bus gesehen, der von einem Fahrer gefahren wird, der zum halben Lohn arbeitet?), kommt es so in der Neben- und Schwachverkehrszeit zu hohen Kapazitätsreserven.


    In den HVZen gilt auf vielen Strecken, besonders entgegen den Lastrichtungen, übrigens ähnliches.


    Deine Argumentation trifft zu, wenn sich ein Schwarzfahrer in einen vollen Pendlerzug zwängt. Dann wird unter Umständen die Beförderungsqualität (meist definiert als Quotient der Sitzplätze im Verhältnis zu den insgesamt beförderten Fahrgästen) so niedrig, dass eine Kapazitätsausweitung nötig ist. Die natürlich Geld kostet. Sonst nicht.

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    Ist auch eine Frechheit, dass der REWE um die Ecke Geld für seine Waren haben will... Mir sind die auch zu teuer, aber ich stecke deshalb nicht die Taschen voll.


    Die Unsinnigkeit deines Vergleiches sollte dir spätestens beim zweiten Lesen selbst auffallen. Die Ware bei Rewe ist weg, wäre sonst aber relativ sicher verkauft worden. Direkter Verlust für den Supermarkt, der für die geklaute Ware Ersatz beschaffen muss. Der Schwarzfahrer aber nutzt meistens Platz, der sonst ungenutzt wäre. Der Verlust für den Verkehrsbetrieb ist erst einmal imaginär, weil man schlicht davon ausgeht, dass er voll gezahlt hätte. Ob das richtig ist, weiß keiner. Zusätzliche Kosten entstehen dem Betrieb jedenfalls nicht. Problematisch wird es erst, wenn Leute nicht mehr zahlen, die durchaus in der Lage dazu wären. Und damit Einnahmen wegbrechen.


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    Wer Hartz 4 bezieht hat die Möglichkeit eine vergünstigte Monatskarte zu bekommen, wenn er die dann braucht.


    Es gibt auch Menschen, die wenig verdienen und kein Hartz IV beziehen. Der "reguläre" Preis der Monatskarte für ganz Hamburg beträgt 2013 knapp 100 Euro. Mit über 400 Euro plus Miete Einkommen gibt es aber schon kein Hartz IV mehr.


    Hamburg "vergünstigt" die reguläre Monatskarte mit Gültigkeit in der ganzen Stadt übrigens für Hartz-IV-Empfänger auf knapp 80 Euro (2013). Die kastrierte CC-Karte, die unter anderem zwischen 16-18 Uhr ungültig ist und deshalb viele Termine unmöglich macht, wird "vergünstigt" für knapp 37 Euro (Preis ab Januar 2013) angeboten. Wer nur innerhalb der näheren Umgebung fahren will, kommt günstiger weg, ja.


    Zum Vergleich: Die "ProfiCard" ist bis knapp 30 Kilometer vor Hamburg gültig, jederzeit, am Wochenende kann man noch jemanden gratis mitnehmen und kommt bis kurz vor Lübeck. Sie wird aber nur an Angestellte von größeren Unternehmen ausgegeben. Der Preis dafür: 60 Euro. Einen Teil des Kosten gibt es sogar steuerfrei. Real sieht der Verbundtarif für Angestellte dieser Unternehmen größere Rabatte vor als für Hartz-IV-Empfänger. Geringverdiener sind in Hamburg in vielen Fällen alternativlos Vollzahler und subventionieren so andere durch saftige Tarife.


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    Könnte im Bedarfsfall denn zusätzlich zu dem im Regelsatz bereits enthaltenen Anteil für Beförderungsleistungen durch den ÖPNV noch ein Mehrbedarf beantragt werden ? Es gibt meines Wissens einige Kommunen, die ein Sozialticket aus Kostengründen bisher nicht eingeführt haben.


    Nein.

    http://www.welt.de/print/welt_…er-die-Stadtfinanzen.html


    "Etwa acht Millionen Euro pro Jahr bringen die Parkgebühren in Hamburg ein. Doch nicht einmal jeder fünfte Autofahrer zahlt sie ordnungsgemäß. Also wären weit mehr als 40 Millionen Euro an Einnahmen möglich."


    Disclaimer: Kenne die Originalquelle nicht und verlasse mich bei der Aussage auf die Hamburger Lokalpresse, die übereinstimmend von 17-20 % "ordnungsgemäß Zahlenden" schrieb.

    1) Soll es geben, wird in deinem Fall aber denke ich keiner genutzt haben. Die Reisezentren nutzen das NVS. Keine Ahnung, ob man früher hätte buchen können via NVS, freigegeben wurde der Verkauf jedenfalls auch da erst heute.
    2) Bingo. Sparpreise sind ein Instrument der Auslastungssteuerung. Wenn ohnehin hohe Auslastung erwartet wird, gibt es keinen günstigen Sparpreis. Wieso auch? Die 10 Prozent habe ich noch nie gehört. Selbst wenn: Auch für deine Wunschverbindung gibt es doch einen. Halt für 99 Euro, dafür 1. Klasse :)


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    ist nicht so dass auch einige Sparpreise erst als Last-Minute so 1 Woche vorher rausgehauen werden wenn der Zug bisher nicht besonders gut ausgelastet ist ?


    Das System steuert wohl kontinuierlich nach. Entwickelt sich die Nachfrage schwächer als prognostiziert, dann kann es schon mal sein, dass du 2 Wochen vor der Fahrt einen günstigeren Sparpreis bekommst als 3 Wochen vor dem Termin. Absolute "Restplätze" gehen über Ltur.

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    Da die nicht erwirtschafteten Umsätze auf den Ticketpreis aufgerechnet werden, Somit müssen die "ehrlichen" für die "Schmarotzer" (nichts anders sind Schwarzfahre meiner Meinung nach.) mitzahlen.


    Das ist häufig nichts weiter als eine Legende. Die Ticketpreise sind ohnehin praktisch nie kostendeckend. Die Differenz wird von den Aufgabenträgern übernommen, das sind wahlweise Kommunen oder Länder. In der Theorie könnte Papa Staat natürlich aus reiner Gutmütigkeit mehr Geld zuschießen. In der Praxis sieht es derzeit so aus, dass jeder Euro mehr an Fahrgeldeinnahmen erstmal den Aufgabenträger (AT) freut, weil er weniger zuschießen muss. Entsprechend wird da auch schon mal Druck vom AT auf den Verbund bzw. die Verkehrsunternehmen ausgeübt, weil der Zuschuss reduziert werden soll. Die reichen ihn weiter und beauftragen z.B. die Provisionskontrolleure, das geht schnell und lässt sich ebenso schnell wieder abstoßen.


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    Bei einem angenommen Ticketpreis von 2€ und einem erhöhten Beförderungsentgelt von 40€ muss die Entdeckungsquote eines Schwarzfahrers bei 5% liegen, sodass die Verkehrsbetriebe +- 0 rausgehen.


    Viele Schwarzfahrer sind schlicht Leute, die sich die Ticketpreise nicht leisten können. 2 € innerstädtisch sind mittlerweile eher Ausnahme. In Hamburg sind es oft für die einzelne Strecke bereits 2,85 €. Macht hin und zurück knapp 6 €. Nicht nur als Hartzer streckt man da schnell das Segel. Stärkere Kontrollen würden da eher zu einem Rückgang der Beförderungszahlen führen, was wiederum ungefähr keinen Effekt auf die Kosten hat. Freier Platz ist außerhalb der absoluten Hauptverkehrszeiten im ÖV nicht das Problem und der zusätzliche Spritbedarf von 70 kg mehr auch nicht relevant.


    Aber klar, je nach Kontrollquote "rechnet" sich Schwarzfahren sicher. Das erhöhte Beförderungsentgelt ist ja auch schon knapp 10 Jahre konstant, seit 2003. Die Fahrpreise stiegen in der Zeit aber um 30 bis 40 Prozent. Das ist auch ein Problem für die VU. Aktuell liegt die Schwarzfahrerquote in Deutschland aber recht niedrig, bei typischerweise um die 3 bis 4 %.


    Zum Vergleich: In Hamburg zahlen bei kostenpflichtigen Parkplätzen wohl im Schnitt fast 80 % der Autofahrer nix. Offenbar ist entweder der Kontrolldruck viel zu niedrig oder der typische Autofahrer deutlich dreister.


    Eins mal festgehalten: Zusätzliche Verkehrskontrollen rentieren sich für Kommunen trotz relativ niedriger Bußgelder oft richtig. Zusätzliche Fahrkartenkontrollen für die Verkehrsunternehmen dagegen wegen der bereits sehr niedrigen Schwarzfahrerquote heute oft nur noch in Einzelfällen.

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    Im übrigen ist "Schwarzfahren" eine Straftat (erschleichen von Leistung). In unserem Rechtssystem muss der Verbund nun beweisen, dass die Fahrkarte nicht echt ist (gültig ist sie ja, egal wie sie aussieht) und nicht der Fahrgast muss die Echtheit beweisen....


    Schwarzfahren ist nicht gleich Schwarzfahren. Es gibt zwei Komponenten. Das eine ist die Straftat. Dafür musst du die Beförderungsleistung benutzt haben in der Absicht, das fällige Entgelt nicht zu zahlen. Das andere sind die 40 Euro. Die werden letztlich zivilrechtlich fällig, wenn du ohne gültigen Fahrausweis angetroffen wurdest. Das allein impliziert aber nicht die Absicht, dass du nicht zahlen wolltest. Es kann ja auch sein, dass du das Ticketsystem gar nicht verstanden hast. Das wäre dann Schwarzfahren (40 Euro zahlen), aber dem Gesetz nach keine Straftat. Punkt.


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    Das einzig dumme an der ganzen Geschichte ist aber, dass der Verkehrsverbund Dir ein Hausverbot erteilen könnte und Du somit die Verkehrsmittel nicht mehr nutzen kannst. Hier sollte man abwägen welches Risiko man dabei eingehen will...


    Der Verkehrsverbund kann schlecht Hausverbot erteilen, er hat allgemein gar kein Hausrecht. Das ist Sache der Verkehrsunternehmen (VU)!


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    1.) Die Monatskarte ist übertragbar. Zwar steht meine Abo-Nummer darauf, aber ich könnte die Karte quasi jedem zur Benutzung überlassen...


    Ich hoffe, du hast notieren lassen, dass du mit der Monatskarte unterwegs warst.


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    Die Verkehrsverbunde können jederzeit einen Beförderungsausschluss erlassen. Dies wird insbesondere dann angewandt, wenn Personen wiederholt auffällig geworden sind. Entsprechende Klauseln wird man bei jedem Unternehmen finden. Einfach mal die Beförderungsbedingungen des Unternehmens studieren...


    Das ist mit Verlaub fast völliger Unfug. Bitte nicht glauben. Wegen Schwarzfahrens im der Vergangenheit allein gibt es keinen Beförderungsausschluss. Punkt. Für Eisenbahnen sind die Möglichkeiten zum Ausschluss klar definiert in § 8 EVO. Auch die HVV-BB sehen so etwas selbstverständlich nicht vor.


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    Richtig so. Ich bin der Meinung Schwarzfahren sollte härter bestrafft werden.


    Solange Schwarzfahrer und Falschparker in diesem Land das fällige Entgelt einer öffentlich finanzierten Leistung im gleichen Preisbereich "sparen", der Schwarzfahrer aber im Zweifelsfall sogar in den Knast gesteckt wird, während Schwarzparker sich übelst verfolgt fühlen und meist mit einer Handvoll Euros davonkommen, solange sehe ich das Problem nicht bei der Bestrafung von Schwarzfahrern.


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    genau dort findet sich zum Thema Alkoholverbot nur die 40 Euro Regelung. Und für alles weitere führe doch bitte den entsprechenden Paragraphen an, wurde leider nicht fündig. ;-)


    §§ 2 und 3 der HVV-Beförderungsbedingungen.