Beiträge von oleR

    Freifahrt mit der Bahn im IC/EC/ICE*, 1. Klasse. Beliebige Strecke quer durch Deutschland direkt mit dem Gutschein - es muss lediglich Start- und Zielbahnhof, der Name des/der Reisenden sowie Datum eingetragen werden. Keine Zugbindung, gültig an jedem Wochentag.


    Die Rückfahrt ist bereits inklusive. Gutschein gültig bis 03/2013.


    Preis: 160 €


    * RE, RB und S-Bahn können auch benutzt werden, solange wenigstens eine Teilstrecke im IC/EC/ICE zurückgelegt wird.

    Zitat

    Hat einer dieses Wahlplakat denn wirklich mal gesehen? Mich macht das "Hartgeld" etwa stutzig, denn die User dort sind bei solchen Dingen recht schnell "kreativ".


    Richtig. Zumindest das Design passt aber in die Zeit. :) Würde es vom Inhalt eher nach 1998 einordnen und ein Plakat war es auch nicht, sondern höchstens ein Flyer oder eine Broschüre. Genaue Quellenangabe bei Hartgeld vorhanden?

    PS:
    http://www.zeit.de/2012/32/Euro-Krise-Schulden-Brantner


    Zu Beginn eine sehr richtige Analyse. Ob eine dauerhafte Schuldenunion aber überhaupt wünschenswert ist, sei mal dahin gestellt. Leider wird diese Diskussion nur sehr am Rande geführt und dann überdeckt von den unsinnigen Diskussionen, ob z.B. kurz- bis mittelfristige Eurobonds zur unmittelbaren Krisenbewältigung der Untergang des Abendlandes wären.

    Zitat

    Der Staat nimmt durch den Profifussball viel mehr Geld ein, als die Polizeieinsätze an Kosten verursachen.


    Tut zwar nichts zur Sache hier, aber: sind die Gratis-Hundertschaften eine Art Großkundenrabatt vom Staat für die Fußballbranche? :) Übrigens macht auch der spanische Staat insgesamt keinen Verlust mit dem Fußball, trotz der "leichten" Steuerprobleme. Also habt euch mal nicht so.

    Zitat


    Das sollen wohl die Zahlen für die Saison 2013/14 für die erste und zweite Bundesliga sein. Bisher habe ich dafür "nur" von 628 Millionen Euro gelesen.


    Ne, es sind die Kosten der Übertragungsrechte der ARD für Fußball für eine komplette Gebührenperiode. Das ist Bundesliga, DFB-Pokal, Nationalmannschaft, EM und WM. Und von diesen Veranstaltungen nicht einmal die kompletten Rechte. Das ZDF zahlen zusätzlich bei EM, WM und Nationalmannschaft, Sky & Co. bei der Bundesliga... aber darum soll es gar nicht gehen.


    Zitat

    Die 36 Vereine der ersten und zweiten Liga erhielten damals zusammen 407 Mio. Euro. Allein Real Madrid kassierte 135,8 Mio. € und der FC Barcelona 116,2 Mio. €. Nach deiner Argumentation könnte/dürfte es da erst recht keine Überschuldung geben, oder?


    Kein Plan, ich weiß nur, dass aus Gebührengeldern der deutsche Millionario-Fußball mit Milliarden durchgefüttert wird. Ich weiß auch, dass man gerade mit horrenden Kostenforderungen gegen "Facebook-Parties" vorgeht und gleichzeitig jedes Wochenende in vielen Stadien die Polizei in ähnlicher Stärke ohne Kostenerstattung arbeiten muss. Da fragt man sich, warum der hoch verschuldete deutsche Staat ausgerechnet hier so spendabel sein muss. Dass die Zahlen eh, auch in Spanien, höchstens Peanuts sind, mal dahingestellt.

    Zitat

    Das das in D ähnlich läuft heißt ja noch lange nicht, dass es richtig ist.


    Stimmt vollkommen. Es sollte auch nur zeigen, dass diese Idee zwar völlig richtig, aber wohl nicht so leicht durchsetzbar ist. Zumal die Griechen eben auch im Wettbewerb stehen und das auch mit den deutschen Reedern und den deutschen Discountsteuersätzen. Ich habe keine Ahnung, wie die Branche genau aufgestellt ist, aber klar ist doch auch: Man kann nicht einerseits fordern, dass ein Land mehr tut als Oliven exportieren und dann andererseits von einem der wenigen wettbewerbsfähigen Wirtschaftszweige dort verlangen, höhere Steuern als z.B. in Deutschland zu zahlen.


    Zitat

    Wenn man sich die Zinsen von Griechenland, Spanien und Italien aus den vor-Euro-Zeiten anschaut, fragt man sich, wieso die so überrascht sind. Als ob man noch niemals wesentlich höhere Zinsen gezahlt hätte. Der Euro brachte für diese Länder ganz schnell niedrige Zinssätze. Und statt damit zu investieren hat man konsumiert. Und jetzt sollen die Rechnungen andere zahlen.


    Früher war auch die Inflation zum Beispiel in Italien viel höher. Bei höherer Inflation steigen langfristig auch die geforderten Zinsen. Andere sollen nicht nur, andere müssen jetzt die Rechnung zahlen. Es gibt ja kaum noch Mittel da. Deutschland könnte im Dreieck hüpfen, das ändert nichts. Nackten Männern kann man nicht in die Taschen greifen. Man unternimmt ja auch nichts dagegen. Es sieht gerade so aus, als wenn die Exportüberschüsse einen neuen Rekord erreichen würden. Deutsche Waren gegen immer neue Schulden des Auslands - viele Volkswirtschaftler sagen, das ist Wahnsinn. Es geht trotzdem weiter.


    Zitat

    Die griechische Politik und vor allem die griechische Verwaltung ist wohl weder willens noch in der Lage, irgend etwas Entscheidendes zu ändern. Da kommen dauerhafte Hilfen doch gerade recht.


    Wer sollte wirklich dauerhaft Hilfen in den aktuellen Höhen zahlen können? Das ist Unsinn, das geht nicht. Die griechische Politik ist nach meiner Meinung gerade völlig handlungsunfähig. Einerseits arbeitet die griechische Bevölkerung gegen die Politik. Es gibt kein Vertrauen in sie und so ist sich gerade, wie geschildert, jeder selbst der nächste. Der Kahn Griechenland sinkt und kaum jemand glaubt, dass der Käptn plötzlich das Loch gestopft kriegt. Vorher war er ja auch nicht gerade der Fähigste und einen besseren mit entsprechenden Fähigkeiten hat man nicht an Bord. Also wird sich um die Rettungsboote geprügelt. In der Zeit kannst du nicht erwarten, dass die Brücke auch noch den Kurs um 180 ° drehen wird. Andererseits ist die Umgebung ebenso schwierig. Die Zinsen sind so hoch, dass man die Schulden ohne Hilfen nicht mehr tragen kann. Und die Konsequenz, diese Schulden nicht mehr zu bedienen, wollen die Gläubiger samt z.B. Deutschland unbedingt verhindern. Ergebnis: Es gibt primär neues Geld für Griechenland, damit die alten Schulden weiter bedient werden können.


    Zitat

    In Spanien fragt man sich, warum lässt man nicht die Banken, die sich verspekuliert haben, pleite gehen?


    Wie oben geschrieben: Die Banken würden andere Löcher im System aufreißen. Man versucht, diese Löcher immer weiter zu verschieben und den Gesamtzustand zu kaschieren.


    Zitat

    Aber solange jemand anderes zahlt, muss man sich dort keine grossen Gedanken machen.


    Ich glaube nicht, dass nur Spanier gegen die spanischen Banken Forderungen haben. Auch z.B. deutsche Institute oder z.B. die EZB. Die wären bei einer Pleite einfach - WEG! Sind nur einige hundert Milliarden. Ziemlich vermessen, die Zahlungen an Spanien auch noch als großzügige Gabe darzustellen - findest du nicht? Nochmal: Das Problem steckt im System und im System ist auch Deutschland drin.


    Zitat

    Solange man Fußballclubs Hunderte von Millionen Steuerschulden stundet und Fußballmultimillionären Steuersätze wie Hilfsarbeitern einräumt, kann es ja eigentlich keine Geldnot geben.


    In Deutschland kann es auch keine Überschuldung geben, wenn allein der Quasi-Staatssender ARD allein für Fußball-Übertragungsrechte pro Gebührenperiode schlappe 707 (!) Millionen Euro ausgeben kann, oder?

    Zitat

    In Griechenland könnte man ja zur Abwechslung z.B. mal von Reedern Steuern verlangen, um mit den Einnahmen Medikamente zu importieren.


    Haha. Mal zur Info: Rat mal, wieviel Schiffe der deutschen Handelsflotte unter deutscher Flagge noch fahren? Google' mal nach "Tonnagesteuer". Und mal danach, welche Flagge die Rhein(!)flussschiffe der Köln-Düsseldorfer haben. (Malta - auch wenn sie als Flussschiffe natürlich niemals nach Malta fahren können!).


    Im Prinzip ist dein Vorschlag super. (Fraglich, ob er spürbar Geld in die Kasse bringen würde - aber das ist ja hier eh nicht die Frage - es gibt auch heute genug Geld in Griechenland, um Medikamente zu bezahlen, wenn man es nur wollte. Es ist eine Prioritätenfrage und da stehen z.B. Banken gerade höher als Krankenhäuser.) Aber, das kennt jeder aus Deutschland, es gibt 1.001 Grund, warum man selbst gerade keine Steuern zahlen sollte und sonst einfach ins Ausland gehen würde. Halten viele Deutsche ja nicht anders, obwohl wir die Kohle aus höheren Steuern auch dringend bräuchten. Haben ja auch > 2 Billionen Euro Schulden. Warum besteuern wir unsere Reeder nicht endlich angemessen?


    Zitat

    Was ja auch daran liegen kann, dass wir es uns besser leisten können. Was wiederum daran liegen könnte, das "wir" in der Vergangenheit den Gürtel enger geschnallt haben und vielleicht nicht ganz soviel "Mist" wie andere bauen und gebaut haben.



    Ich glaube, das ist einfach ein Mix aus verschiedensten Faktoren, die keiner so richtig versteht. Wir haben auch nicht die tollsten Wirtschaftszahlen und dazu absehbar jede Menge Euro-Probleme, trotzdem zahlt Deutschland bloß völlig irreal niedrige Zinsen, während für Griechenland und andere Länder gerade alles gleichzeitig kommt, was die Sache nicht eben nicht leichter macht.


    Zitat


    Und sehr viele dieser Probleme sind Marke Eigenbau. Man kann/muss den Eindruck gewinnen, dass es ja soviel bequemer ist, auf Hilfe anderer zu setzen statt im eigenen Land richtig was zu ändern.


    Nochmals: Ich habe nicht den Eindruck, dass man in Südeuropa darauf setzt, dauerhaft Hilfen zu bekommen. Angesichts der nötigen Dimensionen kann das auch niemand bei Verstand annehmen. Für wie blöd haltet ihr die Leute? Was da gerade stattfindet, ist "Rette sich wer kann". Die Wirtschaft in Griechenland ist in tiefster Rezession. Man hat das Gefühl, man sitzt auf einem völlig absaufenden Schiff. Jeder versucht gerade, wenigstens den Status Quo einigermaßen zu halten, vom Armen bis zum Superreichen. Unter den Voraussetzungen würde auch in Deutschland eine Reform nicht in 1-2 Jahren Wirkung zeigen. Keine Ahnung, wie man auch nur auf die Idee kam, das würde in der kurzen Zeit funktionieren.


    Zitat

    Ja und? Reisende soll man nicht aufhalten. Was bringt ein Unternehmen, welches grundsätzlich keine Steuern zahlt, einem Staat? Davon abgesehen stellt sich natürlich immer noch die Frage, was ist mit dem Einkommen und der Einkommenssteuer des Reeders?


    Na, es bringt... genau, Arbeitsplätze! :) Als wenn das hoch verschuldete Deutschland noch nie Millionensubventionen für komplette Fabriken ausgegeben hätte.

    Zitat

    Du kannst uns sicher auch sagen wer "Deutschland" ist, das ja so viel vom Euro profitiert hat.


    Zum Beispiel ein Arbeitnehmer, der nur deshalb Arbeit hatte, weil Produkte nach Griechenland verkauft werden konnten, obwohl man da eigentlich gar kein Geld dafür hatte. Sein Arbeitgeber natürlich ebenso. Steuern wurden hoffentlich auch gezahlt. Und so weiter.


    Zitat


    Deutschland ist schon fleissig am Zahlen. In Schulen hierzulande bröckelt der Putz von der Decke, unzählige Schulstunden fallen aus, weil nicht geügend Lehrer da sind, ich fahre fast täglich über eine Stoßdämpferteststrecke usw.uws. .... Um da was zu ändern ist kein Geld da. Aber schwarze Löcher ohne Boden mit Hunderten von Milliarden zu stopfen ist kein Problem.


    Ich weiß nicht, in welchem Deutschland du lebst. Ich kenne es nur so, dass schon zu meiner Schulzeit das Gebäude jahrelang zur absoluten Bruchbude heruntergewirtschaftet wurde. Und da gab es den Euro erst gerade eben. Etliche Straßen fingen auch nicht erst 2002 an, zu Off-Road-Pisten zu werden. Natürlich war damals schon kein Geld da. Entweder, das war eine dreiste Lüge - oder Deutschland lebt gerade wegen der Banken- und Staatenrettung mit vielen Milliarden über seine Verhältnisse? :)


    Zitat

    Genau, "die Deutschen" (und natürlich die Bürger der anderen Geberländer) haben vom Euro massiv profitiert. Zahlen müssen das jetzt Griechen, Spanier, Italiener usw. ohne vorher überhaupt irgendwas davon gehabt zu haben.


    1. "Die Deutschen" meint nicht jeden Deutschen. In jedem Land gab es Gruppen, die massiv vom Euro und seinen Fehlkonstruktionen profitiert haben und andere, die nichts davon hatten oder sogar drauf zahlten. In jedem Fall versuchen die privilegierten und profitierenden Gruppen, ihre Position zu retten. Auch in Deutschland.
    2. Die Krise ist aus meiner Sicht ein Gemeinschaftswerk und nicht allein auf dem Mist der "über ihre Verhältnisse" lebenden "Griechen" oder "Spaniern" entstanden.
    3. In Deutschland sind die Auswirkungen der Krise deutlich kleiner als anderswo. Es zahlen gerade andere in anderen Ländern mit richtig heftigen Problemen. In Spanien hat die Hälfte der Jugendlichen keinen Job, selbst mit Uni-Abschluss keine Chancen in Sicht, in Griechenland gehen die Medikamente aus, in Deutschland können wir über vielleicht mal mögliche Zwangshypotheken diskutieren.


    Zitat

    Oder ein Zerbrechen der Währungsunion wäre besser und billiger. Das würde auch kein zugeben wollen, weil eben neben den politischen Interessen auch wirtschaftliche und vor allem auch private Interessen vorhanden sind.


    Wäre es vielleicht auch. De facto sind die (finanziellen) Schäden ja längst entstanden. Man verwaltet sie seit zwei Jahren aber und schiebt sie von A nach B in der Hoffnung, dass der Zahltag damit immer weiter hinaus geschoben wird. Leider entstehen durch diese Maßnahmen ständig weitere Schäden, vor allem sozialer Natur.