ZitatDas das in D ähnlich läuft heißt ja noch lange nicht, dass es richtig ist.
Stimmt vollkommen. Es sollte auch nur zeigen, dass diese Idee zwar völlig richtig, aber wohl nicht so leicht durchsetzbar ist. Zumal die Griechen eben auch im Wettbewerb stehen und das auch mit den deutschen Reedern und den deutschen Discountsteuersätzen. Ich habe keine Ahnung, wie die Branche genau aufgestellt ist, aber klar ist doch auch: Man kann nicht einerseits fordern, dass ein Land mehr tut als Oliven exportieren und dann andererseits von einem der wenigen wettbewerbsfähigen Wirtschaftszweige dort verlangen, höhere Steuern als z.B. in Deutschland zu zahlen.
ZitatWenn man sich die Zinsen von Griechenland, Spanien und Italien aus den vor-Euro-Zeiten anschaut, fragt man sich, wieso die so überrascht sind. Als ob man noch niemals wesentlich höhere Zinsen gezahlt hätte. Der Euro brachte für diese Länder ganz schnell niedrige Zinssätze. Und statt damit zu investieren hat man konsumiert. Und jetzt sollen die Rechnungen andere zahlen.
Früher war auch die Inflation zum Beispiel in Italien viel höher. Bei höherer Inflation steigen langfristig auch die geforderten Zinsen. Andere sollen nicht nur, andere müssen jetzt die Rechnung zahlen. Es gibt ja kaum noch Mittel da. Deutschland könnte im Dreieck hüpfen, das ändert nichts. Nackten Männern kann man nicht in die Taschen greifen. Man unternimmt ja auch nichts dagegen. Es sieht gerade so aus, als wenn die Exportüberschüsse einen neuen Rekord erreichen würden. Deutsche Waren gegen immer neue Schulden des Auslands - viele Volkswirtschaftler sagen, das ist Wahnsinn. Es geht trotzdem weiter.
ZitatDie griechische Politik und vor allem die griechische Verwaltung ist wohl weder willens noch in der Lage, irgend etwas Entscheidendes zu ändern. Da kommen dauerhafte Hilfen doch gerade recht.
Wer sollte wirklich dauerhaft Hilfen in den aktuellen Höhen zahlen können? Das ist Unsinn, das geht nicht. Die griechische Politik ist nach meiner Meinung gerade völlig handlungsunfähig. Einerseits arbeitet die griechische Bevölkerung gegen die Politik. Es gibt kein Vertrauen in sie und so ist sich gerade, wie geschildert, jeder selbst der nächste. Der Kahn Griechenland sinkt und kaum jemand glaubt, dass der Käptn plötzlich das Loch gestopft kriegt. Vorher war er ja auch nicht gerade der Fähigste und einen besseren mit entsprechenden Fähigkeiten hat man nicht an Bord. Also wird sich um die Rettungsboote geprügelt. In der Zeit kannst du nicht erwarten, dass die Brücke auch noch den Kurs um 180 ° drehen wird. Andererseits ist die Umgebung ebenso schwierig. Die Zinsen sind so hoch, dass man die Schulden ohne Hilfen nicht mehr tragen kann. Und die Konsequenz, diese Schulden nicht mehr zu bedienen, wollen die Gläubiger samt z.B. Deutschland unbedingt verhindern. Ergebnis: Es gibt primär neues Geld für Griechenland, damit die alten Schulden weiter bedient werden können.
ZitatIn Spanien fragt man sich, warum lässt man nicht die Banken, die sich verspekuliert haben, pleite gehen?
Wie oben geschrieben: Die Banken würden andere Löcher im System aufreißen. Man versucht, diese Löcher immer weiter zu verschieben und den Gesamtzustand zu kaschieren.
ZitatAber solange jemand anderes zahlt, muss man sich dort keine grossen Gedanken machen.
Ich glaube nicht, dass nur Spanier gegen die spanischen Banken Forderungen haben. Auch z.B. deutsche Institute oder z.B. die EZB. Die wären bei einer Pleite einfach - WEG! Sind nur einige hundert Milliarden. Ziemlich vermessen, die Zahlungen an Spanien auch noch als großzügige Gabe darzustellen - findest du nicht? Nochmal: Das Problem steckt im System und im System ist auch Deutschland drin.
ZitatSolange man Fußballclubs Hunderte von Millionen Steuerschulden stundet und Fußballmultimillionären Steuersätze wie Hilfsarbeitern einräumt, kann es ja eigentlich keine Geldnot geben.
In Deutschland kann es auch keine Überschuldung geben, wenn allein der Quasi-Staatssender ARD allein für Fußball-Übertragungsrechte pro Gebührenperiode schlappe 707 (!) Millionen Euro ausgeben kann, oder?