Manchmal fragt man sich gerade hier echt, was man nehmen muss, um Guttenberg so sehr in Schutz zu nehmen.
Ist doch scheißegal, wem das zuerst auffiel. Es ist jedenfalls ganz üblich, dass man sich als Wissenschaftler neue Doktorarbeiten im Fachgebiet ansieht, ich würde fast sagen: es gehört zum Job
Gerade bei Dingern mit Bestnote könnten/sollten ja durchaus auch neue Erkenntnisse zu erwarten sein.
Der Bremer Prof. hat hier also einfach nur seine Arbeit gemacht. Wenn dann Guttenberg gleich mit dem ersten Absatz ein Plagiat abliefert, ist das ausschließlich seine Schuld.
Es ist übrigens mitnichten eine "Privatsache". Der gute Mensch führt seinen Titel auch im Amt. Und das nicht nur zur Zierde. Sonst könnte er den ja einfach weglassen.
Dass er kopiert hat, steht m.E. eh außer Zweifel. Seine Arbeit steht öffentlich zur Verfügung. Die leider unterschlagenen Quellen auch. Und der letzte KTG-Freund wird zugeben müssen, dass es unwahrscheinlich ist, dass KTG und andere Autoren fast seitenweise 1:1 das gleiche schreiben, ohne dass einer vom anderen abgeschrieben hat. KTG ist eindeutig nicht der erste mit dem Text gewesen, also ist auch recht klar, wer von wem abgeschrieben hat. Wenn weder am abgekupferten Zitat eine entsprechende Kennzeichnung ist, noch im ganzen Dokument - und dafür gibt es eine Volltextsuche - ein Hinweis auf den richtigen Autoren zu finden ist, dann hat KTG definitiv hier einen Plagiatsfall begangen. Da muss man auch gar nichts einschätzen, beraten oder sonstwas.
Allein kann und muss die Uni Bayreuth jetzt entscheiden, für wie schwerwiegend sie die ganz offensichtlichen Verfehlungen hält. Das hat Auswirkungen auf den Doktorgrad. Aber nicht auf das Faktum, dass Guttenberg definitiv unwissenschaftlich gearbeitet hat.