Beiträge von oleR

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    Die Frage ist, warum man Menschen, die etwas geleistet haben, ohnehin schon die höchsten Steuersätze bezahlen und i.d.R. auch am wenigsten staatliche Einrichtungen in Anspruch nehmen, quasi für ihren Erfolg, der ja u.U. auch mit Unternehmertum und dem Schaffen und Erhalten von Arbeitsplätzen verbunden ist, noch mal bestraft werden sollen.


    Der Spitzensteuersatz bei der Einkommenssteuer fiel zwischen 1997 und 2008 von 53 % auf 45 %. Die Vermögenssteuer fiel weg. Bei der Erbschaftssteuer kommen deutlich höhere Freibeträge. Und Kapitalerträge werden ab 2009 nur noch mit 25 % besteuert, während Einkünfte aus Arbeit weiterhin teilweise deutlich stärkerer Besteuerung unterliegen.


    Kurzum: Wer viel Kapital und Einkommen hat, zahlt heute regelmäßig weniger Steuern als vor 10 Jahren.


    Mal davon abgesehen ist der Staat immer auch eine solidarische Veranstaltung. An seiner Finanzierung wirken alle mit - und zwar nach ihrer Leistungsfähigkeit. Bei den vorgeschlagenen Steuersätzen würden aus Millionären nicht plötzlich "Nicht-Millionäre".


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    Und wenn das Haus irgendwann mal vererbt wird, dann können die Sozis mit der Erbschaftssteuer noch mal abkassieren.


    Jo, dafür muss das Haus aber schon ein großer Bau sein. 400.000 Euro Freibetrag pro Kind ab 2009.


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    Sorry, mit der Staatsmentalität ermutigt man Menschen nicht, Leistung zu erbringen.


    Wenn Menschen Leistung nur erbrächten, wenn sie dafür große Summen Geld bekommen, gäbe es keine Gesellschaft. Punktum. Es bringt einen Staat nicht voran, wenn ein Großteil der Leute perspektivlos am einen Ende der Gesellschaft herumdümpelt, während Vermögen im Millionenbereich jeden Cent an Steuern mit Verweis auf ihre "Leistungen" als Enteignung ablehnen. Selbstverständlich brauchen wir Leistungsträger. Aber das kann nicht heißen, dass die freien Marktkräfte selbst ausküngeln, wie am Ende die Ernte verteilt wird. M.E. steckt im System heute ein großer Anteil Übertreibung. Die ganz großen Einkommen sind ebenso weit überzogen wie die ganz kleinen. Ein Teil profitiert auf Kosten der anderen. Da ist es schlicht legitim als Staat, wenigstens einen Teil auszugleichen und sich darüber zu finanzieren.


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    Wie wäre es denn mit einem einfachen und transparenten Steuersystem, in dem für jede staatliche Leistung eine transparente Steuer gezahlt wird


    Das wäre mal eine Idee. Schon heute aber wissen die wenigsten Menschen auch nur grob, wofür der Staat eigentlich einen Gutteil seiner Einnahmen aufwendet.

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    Eben und Vermögen ist kein Gradmesser der aktuellen Leistungsfähigkeit.


    In gewissen Grenzen (z.B. bei der Bewertung von Produktionsmitteln) durchaus ein besserer Gradmesser als zig andere Besteuerungsformen.


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    Außerdem wurde Vermögen durch die Erzielung von Einkommen erworben und ist damit bereits nach der Leistungsfähigkeit besteuert.


    Erstens ist die Besteuerung auf der Quellseite der Vermögen alles andere als lückenlos und teilweise lächerlich gering (Kapitalerträge ab 2009: 25 %...). Zweitens ist das kein Hinderungsgrund, zusätzlich große Kapitalvermögen darüber hinaus zu besteuern.


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    Das Bundesverfassungsgericht hatte gute Gründe, dass die Vermögenssteuer in der damaligen Form für verfassungswidrig erklärt und folgerichtig abgeschafft wurde.


    Die Verfassungswidrigkeit der alten Regelung impliziert nicht die völlige Abschaffung. Mit einer vernünftigen Berücksichtigung der Immobilien wäre sie heute problemlos verfassungskonform einführbar.

    Was soll ich als Unternehmen mit Rücklagen ohne konkreten Grund?


    Rücklagen "für schlechte Zeiten" sind eine verdammt schlechte Idee, wenn damit gesamtwirtschaftlich schlechte Zeiten überbrückt werden sollen. Das Unternehmen würde keine Haselnüsse horten, sondern Geld. Und das Geld wäre als "Rücklage" bei der Bank oder in Anleihen, in Aktien... nicht in einer dunklen Schublade im Tresorraum, sondern irgendwo anders im Wirtschaftskreislauf.

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    Ich hätte mal ne Frage zu der Kundenwerbung. Ich hab vor kurzem drei Neukunden geworben. Alle drei benutzen das Konto, d.h. es ist Geld drauf und zum Teil wurden auch schon weitere Überweisungen gemacht. Von den Freundschaftswerbungen ist aber bis jetzt erst EINE bestätigt und auch schon gebucht. Bei den anderen steht, dass die Kriterien noch nicht erfüllt seien. Interessanterweise ist das einzige Konto bei dem die Prämie bis jetzt bestätigt ist dasjenige das nicht durch einen Studenten eröffnet wurde... Kann es sein dass KwK bei Studenten länger dauert oder ist bei mir da was schief gelaufen?


    Ich hab bei Comdirect schon mehrere Studenten geworben in den letzten Tagen und die Prämie bereits auf dem Konto. Daran liegt es sicherlich nicht.

    1. Gibt es Schlüsselstellen, an denen jetzt andere Personen(kreise) sitzen, als noch vor einem Jahr?
    2. Welche längerfristigeren Konsequenzen wurden in Politik und Wirtschaft gezogen?


    Nach der Beantwortung der Fragen: Glaubt ihr, dass man die Probleme allein mit Billionen Euro vom Staat lösen kann?