Guden,
naja, wenn das so ist, dass eher doch ein ausländischer Akzent gewünscht ist; ich kann auch hierzu ein wenig meinen Senf dazugeben, da ich für eine längere Zeit in den Staaten gewohnt habe und man dies mir teilweise heute noch anhören kann; auch weil z.T. die angelsächsischen Begriffe prägnanter sind als der dazugehörige deutsche Begriff.
Ich meine, dass man - um bei meinem Beispiel zu bleiben - einen amerikanischen oder Südstaatenakzent (wobei es hier auch wahnsinnige Unterschiede gibt; Afroamerikaner und richtige Einheimische sind erstmal nicht zu verstehen) kann man nicht imitieren, wenn man nie richtig mit der Sprache zu tun hatte. Es fällt mir zum Beispiel oft auf, wie lächerlich es klingt, wenn im TV oder unter Bekannten versucht wird, die Sprache amerikanisch einzufärben. Das wäre im Prinzip so, als würde ich versuchen, durch "Ei krass Alder, weisdu...", ernsthaft eine türkische Einfärbung vorzunehmen
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Man bekommt eine gewisse Einfärbung zustande, wenn man nicht nur zuhört, sondern auch versucht, sich aktiv an der Sprache zu beteiligen. Erst wenn man diese Sprache gut versteht und auch recht gut sprechen kann, kann man feststellen, dass sich die typischen Einfärbungen in der deutschen Sprache ergeben. Bei mir ist es so gewesen, dass ich erst einmal nichts verstanden hatte und viele Male "Please say it again.." sagen musste, ehe ich meinen afroamerikanischen Kollegen verstanden hatte. Ich hatte dann auch viel geschäftlich mit den Einheimischen zu tun - und hierbei fiel mir dann nach einiger Zeit auf, dass ich mir den typischen Singsang angeeignet hatte, der mal mehr, mal gar nicht rauskam; ein wenig später fingen wir auch teilweise unter Deutschen an, amerikanische Begriffe einfliessen zu lassen und teilweise sprachen wir beides parallel - zu Hause wieder angekommen wurde ich dann teilweise angehauen, doch bitte wieder verständlich zu sprechen
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HTH - Dani
PS: Mein Posting stellt wirklich nur meine persönlcihe Erfahrung dar; ich denke, jeder reagiert da anders und lernt auch anders. Ich habe zig deutsche Kollegen gehabt, die auch nach jahrenlangem Aufenthalt dort kein Quentchen einheimischen Slangs angenommen hatten, sondern sogar noch im Englischen schwäbelten
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