Beiträge von pallmall

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    Dem Hartz 4-Empfänger wird also nichts von seinem "Lohn" abgezogen, sondern ihm wird anhand der Bedürfnisse etwas gewährt - und wenn die Grundlage dafür gegeben ist eben nicht.


    Das stimmt nicht!


    Ein Krankenhausaufenthalt macht es ebenso unmöglich öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen (was mit den vorgesehenen 70 cent am Tag nichtmal oneway möglich wäre), Museen zu besuchen, die eigene Wohnung zu bewohnen etc.-sprich, deinem Verständnis nach müsste der Bezug im Krankheitsfalle komplett gestrichen werden, mit Ausnahme der Krankenkassenzahlung. Denn für alles andere ist im Krankenhaus gesorgt, ja sogar das Einwegleibchen zum Überwerfen ist schrecklichst kleidsam und es sieht ja auch keiner bzw. habens alle anderen auch an.


    Du versuchst mit genauso absurden Scheinargumenten deinen Sadismus zu legitimieren, wie die Politiker, die solche Kürzungen beschließen oder in die Diskussion stellen.


    Denn entweder so wie du sagst, dann muss es aber auch komplett gelten.


    Oder eben eingestehen, das man nur gernde drangsalieren und gängeln will und daher eben nicht komplett gestrichen, sondern nur da, wo man am meisten streichen kann und es am meisten wehtut. Die 20 Ocken ÖPNV zu streichen würde nicht wehtun, wäre aber genauso sinnvoll.


    Und da erkennt man den schäbigen Hintergrund.


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    Der erwartet auch Leistung im Gegenzug.


    Die er de facto nicht bekommt, wenn der Arbeitnehmer ortsabwesend auf dem OP-Tisch oder im Krankenzimmer liegt.


    Auch ALG2- Bezieher arbeiten ehrenamtlich, im 1€ Job oder bekommen ihr Sklavengehalt vom Staat aufgestockt-auch diese betrifft die Kürzung, mindestens jene sind deinen erkrankten nichtarbeitenden Arbeitnehmern gleichgestellt.


    Auch hier wird deutlich, entweder denkst du nicht nach oder du willst anstelle nachzudenken lieber arme schwache Mitglieder der Gesellschaft gängeln.


    Deine Argumentation ist nicht haltbar-sag doch einfach, das du es geil findest, wenn du armen Leuten noch die Butter vom Brot kratzen kannst. Ist doch anonym hier...


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    Es geht aber um 4,20 EUR mal x Personen mal x Tage pro Jahr - vermutlich durchaus ein hübsches Sümmchen.


    Es gibt immer noch mehr Arbeitnehmer, als Arbeitslose. Arbeitslose liegen auch nicht öfter im Krankenhaus, als Arbeitnehmer. Insofern ist das Sümmchen tatsächlich nur ein Sümmchen, und ungleich schöner weil billiger.

    Ich halte diesen Gesetzesentwurf für Schikane und zwar aus ganz anderen Gründen als die bisher vorgebrachten...


    Dieses gesetzliche Vorhaben dient alleine der Demütigung der Leistungsbezieher. Warum? Na weil ein ALG2-Empfänger das Geld einfach sparen könnte bzw. bis zu 120€ im Monat (womit auch immer) dazu verdienen darf und ihm wird nichts abgezogen.


    Wir stellen dazu mal fest, das im Grunde jeder wie auch immer geartete Krankenhausaufenthalt eine mindestens psychische Belastung darstellt, egal ob man nun arbeitet, arbeitslos ist oder Privatier.


    So, die Leute im Grundsicherungs/Alg2 bezug befinden sich so oder so in einer dauerhaften Belastungssituation, in finanzieller, wie sozialer Sicht.


    Nun werden diese Leute krank und müssen auch noch den Krankenhausaufenthalt und etwaige Rehabilitationszeit schultern.


    Dann haut man diesen von Amtsseite während es ihnen schon nachweislich sehr schlecht geht (ohne Befund kein Krankenhausaufenthalt) auch noch eine extra rein, indem man ihnen für jeden Tag grundlos das Essensgeld anteilig und vielleicht in Zukunft pauschal 9€ abzieht-das ist schäbiges Verhalten.


    Was macht man, wenn man gesund aus einem Krankenhaus kommt? Man gönnt sich was-das kann der Geldempfänger nur bedingt, derzeit von den gesparten Nahrungsmittelkosten, bald wohl garnicht mehr.


    Im Übrigen zahlt euer Chef euer Gehalt auch weiter, wenn ihr im Krankenhaus seit, völlig ohne jede Gegenleistung. Da wird auch nicht abgezogen, weil ihr ja essen im Krankenhaus bekommt. Und ich finde, das kann man angesichts der Situation auf bei Bedürftigen so halten. Zumal es bei denen um 4,20 am Tag und nicht um xx€ netto mal x Stunden am Tag geht.


    Und ich kann den Stammtischfrust ala "keine Cola, kein Döner für arme Menschen" nicht mehr hören. Erstmal ist weder Cola, noch Döner ein Gourmetessen...zweitens waren solche Sachen vor dem Teuro und Brioni-Schröder Politik durchaus erschwinglicher und drittens, es geht hier um kranke Menschen, denen eine Cola sofern medizinisch nicht kontra-indiziert wohl gegönnt sein wird, zumal die Psyche einen wichtigen Anteil an der Genesung hat.

    Wollt nur mal anmerken, das DHL seinen Expressdienst besser in "DHL PremiumSlow" umbenennen sollte.


    Ich erwarte eine Lieferung per ExpressIdent. DHL hat mich gestern nicht angetroffen und im Kasten lag das bekannte Benachrichtigungskärtchen. Ich ruf die Sexhotline (XX Cent die Minute) an um eine erneute Anlieferung zu veranlassen. Vor Freitag geht nix- und das bei einer Epresssendung mit E1 Priorität.


    Der Witz bei DHLexpress ist nämlich, das ein normales Packet im Zweifel schneller ankommt, weil die Sendung bei Nichtantreffen des Kunden wieder ganz zurück gekarrt wird, anstelle in der nächsten Postfilliale hinterlegt zu werden.


    Ich bin jedenfalls supergenervt und frag mich, warum die für ihre Exklusivdienste so viel länger brauchen, als mit der Standardpost.


    Und einerseits werben die für ExpressIdent mit der Auslieferung bis 22 Uhr, schaffen es aber nicht nen Identbrief am selben Tag von Hambur nach Kiel zu schicken.

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    Original geschrieben von Weesel
    hä??? ich hab auch keine konstruktiven vorschläge, nur das mußt mir jetzt mal erklären? die haben einfach irgendwo geklingelt und den dann blasen lassen???


    Naja, wie schon gesagt, es klingelt an der Tür und die Polizei stand davor. Meinem Bekannten haben sie nur gesagt, dass man sie informiert hätte, er wäre betrunken mit dem Auto gefahren. Weitere Informationen konnten oder durften sie ihm nicht geben.


    Dem Vernehmen nach muss die Polizei ja direkt nach der Information zu meinem Bekannten gefahren sein-macht ja auch Sinn, wenn es sich um ein Alkoholdelikt handeln könnte.


    Was ich aber so perfide daran finde ist, mein Bekannter war gerade beim Abendessen. Wenn er da nun ein Bier getrunken hätte, dann sähe es für die Beamten ja tatsächlich so aus, als könnte was an der Geschichte dran sein. Nun gut, in dem Fall jetzt hatte der Bekannte keinerlei Alkohol zu sich genommen und dementsprechend war das Ergebnis...aber trotzdem.


    Ich hab ihm jetzt auch erst mal geraten, sich bei einem Anwalt nach den Möglichkeiten zu erkundigen und auch nochmal die Polizei anzurufen, was die ihm raten können. Rechtsschutz hat er ja glücklicherweise auch.


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    Ein Schaden ist nicht entstanden


    Das sehe ich nicht so. Je nach psychischer Verfassung kann so eine Anzeige von Unbekannt einen schon ganz schön aus der Bahn werfen. Es kann ja dann quasi jeder dafür verantwortlich sein und die Lebensqualität geht dann aufgrund der Unsicherheit in Bezug auf das Umfeld ziemlich in den Keller. Nicht zuletzt ist es auch peinlich, weil wenn sowas öfter passieren sollte, dann gehts schnell los mit Gerüchten ala "bei xyz war ja schon wieder die Polizei, die kommen ja fast jede Woche" etc.

    Wusste keinen besseren Titel auf die Schnelle...


    Folgender Sachverhalt in meinem Bekanntenkreis: Polizei klingelt und eröffnet, das sie informiert wurden, eine Person sei betrunken Auto gefahren. Daraufhin wird die Person um eine Atemalkoholkontrolle gebeten/aufgefordert, diese ergibt aber totale Nüchternheit (o,o Promille).


    Welche Möglichkeiten hat diese Person, gegen denjenigen vorzugehen, der die Anzeige gemacht hat? Die Beamten sagten, sie dürfen keine Auskunft geben, wer der Urheber ist.


    Und um Spekulationen vorzubeugen, ich trinke weder Alkohol, noch habe ich ein Auto-geht wirklich um nen Bekannten. :)

    Ich glaub nicht, das Pocher eine gute Wahl ist. Bei mir führt das jedenfalls dazu, das ich die Show nicht mehr schauen werde, denn wenn Pocher kommt, dann geh ich.


    Offenbar ist der Schmidtstern explodiert und er erreicht weder die Intellektuellen, noch die Normalgebildeten. Da muss jetzt zur Daseinsberechtigung die Rütlikarte gezockt werden, aber mit der verliert man leider sehr schnell.


    Pocher bei der Ard ist wie Tine Wittler bei CNN, es passt einfach nicht. Das kann nicht funktionieren.

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    Ist das so? Wenn es so locker möglich wäre, wieso tun sie es dann nicht?


    Weil sie es nicht wollen, die Telekom wird 2010 zu größten Teilen verramscht werden. Das sagt Obermann auch offen, er garantiert bei erfüllen seiner Forderungen eine Übernahme der Angestellten "bis Juni 2010". Dann werden die ausgegliederten Teile verramscht, was natürlich auch Geld in die Kassen der Aktionäre spült. Die Aktionäre der Telekom, die maßgeblich bestimmen, wohin der Obermann laufen soll, wollen den kurzfristigen Profit bis 2010. Die sehen die Investition nicht als langfristig rentabel, sondern spekulieren auf einen Einmalgewinn.



    Wäre das nicht so, und würden Obermanns Visionen dem überleben der Telekom dienen, warum kommuniziert er dann ein fixes Ende in 2010? Macht er natürlich aus juristischen Gründen, ist ja klar. Nur klar ist eben auch, das die bestreikten Forderungen weder der Telekom, noch ihren Beschäftigten gilt. Die würden dort nämlich sicherlich länger bleiben wollen, als bis 2010-nur das momentane Managment will sie ab dann nicht mehr haben.




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    Gerade hier gibt es doch immer genügend die nach dem günstigsten Preis schreien, wenn der Konkurrent die DSL-Flat dann eben pro Monat 2,5 € günstiger macht wird schnellstmöglich gewechselt...


    Ja, mag so sein. Nur, die Telekom hat auch die meisten Kunden zu betreuen, das ist ne andere Aufgabe als die Krümel der Wettbewerber zu betreuen.


    Darüber hinaus möchte ich mal erklärt bekommen, wie die Telekom einen besseren Service als die Wettbewerber offerieren will, wenn sie ihre Angestellten genauso schlecht bezahlt, ihnen keine dauerhafte Perspektive bieten will und noch dazu die Arbeitszeit erhöht. Das kann und wird nicht funktionieren, denn allenfalls wird der Service auf dem Niveau der Wettbewerber sein. Da klaffen dann aber Image und Anspruch auseinander. Wer bei der Telekom ist, will nicht Arcor und Co., sondern das Beste. Das Beste verlangt aber eine Harmonie in der Belegschaft und hohe Löhne.


    Obermann verspielt die Chance, er will aus der Telekom ein rosa Arcor machen. Nur Arcor gibt es schon.


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    Und da kommt die Kombi "teure Produkte + teuerer (schlechter) Service" eben nicht gegen an.


    Tja, und warum macht man dann nicht einfach "teure Produkte und teurer guter Service"? Ich mein, wenn wo noch der Rubel rollt, dann im Premiumbereich. Porsche verscheuert seine Rentnerschleudern doch auch nicht bei Penny, blos weil Dacia seine Autos billiger baut. Porsche versucht indessen, innovativ zu sein. Obermann kann nur downsizen, er hat in seiner Karriere nie etwas anderes getan. Das reicht aber nicht für den Sprung in die Dienstleistungsgesellschaft, denn da ist Gleichheit der Angebote tödlich.


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    Frag mal den GF eines Mittelständlers was sein Ziel ist: Die rote Null oder Gewinn, ich glaube welche Antwort da kommt liegt auf der Hand...


    Lies was ich geschrieben habe einfach nochmal. Ich habe nirgends geschrieben, das irgend ein Unternehmer als oberstes Ziel hat, ins Minus zu wirtschaften. Ich habe lediglich gesagt, das man ein Unternehmen auch führen kann und erst dann Gewinne einstreicht, wenn Unternehmen und Mitarbeiter eine gesicherte Zukunft (soweit sich das eben absehen lässt) haben. Gewinn und Zukunftsfähigkeit gehen durchaus auch zusammen. Heutige Managerflaschen liegen aber dem Irrglauben auf, das Gewinn die Zukunft des Unternehmens garantiert. Und das stimmt nicht, es sieht nur so aus.

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    Wie schon geschrieben exisitieren Unternehmen nicht um am Jahresende mit +/- rauszukommen. Der Betrieb ist darauf ausgerichtet Gewinne zu erwirtschaften die im Idealfall auch eintreten. Ein AN wird daher also eingestellt und bezahlt um den "Normalfall" Gewinn am Jahresende einzubringen. Macht ein Unternehmen also Gewinn dann ist das keine besondere Leistung sondern die Erwartungen wurden lediglich erfüllt.


    Das ist so richtig, wenn das Unternehmen an der Börse ist. Alle anderen Unternehmensarten hatten bis vor wenigen Jahren an aller erster Stelle den eigenen Unternehmenserhalt und dann den Unterhalt seiner Belegschaft-der Gewinn war nur Mittel zum Zweck und wurde erst dann in Unternehmensbesitzer- und Vorstandstaschen gekippt, wenn die ersten beiden Zielgebungen erreicht waren. Dieser Umstand machte es notwendig, das man langfristig plante und ein Unternehmen zukunftsfähig ausrichtete.


    Aktienunternehmen sind nicht zukunftsorientiert, sondern marktorientiert. Die Überlegenheit gegenüber dem Wettbewerber wird übers Finanzielle geregelt, nicht über Produktqualität oder Personalpflege.


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    Gibt es am Jahresende nun Miese dann hat die Leistung der Mitarbeiter eben nicht ausgreicht. Allein die Tatsache, dass sie 38/40 Stunden in der Woche anwesend sind hat somit offensichtlich nicht ausgereicht (auch wenn der einzelne MA das nicht so empfindet).


    Hier wird der Bock zum Gärtner gemacht. Es ist in heutiger Zeit eigentlich überhaupt nicht mehr Usus, das der einzelne Mitarbeiter soviele Freiheiten hat, das er selber maßgeblich daran beteiligt ist, in welche Richtung sich ein Unternehmen im Wettbewerb bewegt.


    Heute ist in der Tat das Managment sehr wichtig. Nur sind eben nicht wie in der Selbstdiagnose angenommen alle Manager aus sich selbst heraus Talente. Im Regelfall scheitert ein Projekt nicht an der Arbeitszeit der Mitarbeiter oder deren relativer Produktivität, sondern an den Voraben des Managments.


    In einem hochtechnologisierten Land wie unserem, mit so strengen und unflexiblen Arbeitsabläufen kann der einzelne Mitarbeiter ausserhalb einer Leitungsposition garnicht negativen Einfluss aufs Unternehmensziel ausüben. Er kann allenfalls nicht zur Arbeit erscheinen, das wars aber auch schon.


    In allen in den Medien bekannten Szenarien haben die Arbeiter sehr wohl gearbeitet. Auch die bemängelte niedrige Arbeitszeit der Telekommitarbeiter ist eine Vorgabe des damaligen Managments gewesen, die haben damals noch 40 Stunden gearbeitet.


    Warum angesichts dieser Tatsache aber immer tausende Mitarbeiter rausgeschmissen werden, anstatt drei Manager und 10 Vorstandsmitgliedern, ist nur mit Schamlosigkeit, Dreistigkeit und nicht vorhandener Moral sowie Abkehr von einem gesunden Werteverständnis zu erklären.


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    Zwar trägt der Unternehmer/das Unternehmen zunächst das Risiko, wenn er es aber nicht an seine Mitarbeiter weitergeben kann wenn es nicht gut läuft würde das in letzter Konsequenz bedeuten, dass er den Laden dicht machen muss.


    Der Unternehmer trägt niemals das Risiko alleine. Der Mitarbeiter riskiert jederzeit den totalen Verlust an Einnahmen, der Unternehmer nur dann, wenns nicht läuft. Der Unternehmer hat auch selbst wenn es nur mittelprächtig läuft weniger Risiken, denn er zieht ja den Unternehmensgewinn für sich alleine ab und reicht ihn nicht an seine Mitarbeiter weiter-die läppischen Gehaltserhöhungen zahlt auch nicht der Unternehmer, sondern der Kunde.


    Der Unternehmer kann sofern einigermaßen tauglich auch absehen, wann es sich lohnt, das Unternehmen besser zu verkaufen, anstatt weiterzuführen. Das Geld dafür streicht er alleine ein, die Arbeiter bekommen nix.


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    Was also tun? Den Laden mit schlechteren Konditionen für die MA weiterführen bzw. mit weniger Personal, oder sagen ok wir ziehen das Ding jetzt noch unverändert weiter, fahren dafür aber in absehbarer Zeit komplett gegen die Wand und stehen dann alle auf der Straße?


    Man kann auch weitermachen, ohne an die Wand zu fahren. Denn offenbar weiß man ja, wo das Problem ist. Am Personal kann es nicht liegen, aber das Produkt zieht keine Kunden mehr. Anstatt also Personal abzuziehen, sollte man sich sein Produkt anschauen.


    Im Falle der Telekom rennen die Kunden bspw. nicht weg, weil die Produkte teuer sind, sondern weil sie ihren Preis nicht wert sind. Die Telekom könnte locker attraktivere Angebote bei gleichbleibender Personalstärke herausbringen. Dies traut sie sich aber nicht, weil sie als am Aktienmarkt gezeichnetes Unternehmen nicht innovativ sein darf, sondern kostenorientiert. Die Mittbewerber haben einen lausigen Service und gerade so laufende Produkte. Daran orientiert sich die Telekom, weil sie Gewinn machen will und nicht ihre Mitarbeiter finanzieren, wie ein unabhängiges Unternehmen es könnte. Sie könnte aber auch kurzfristig auf Gewinne verzichten und diese langfristig anvisieren-das geht aber im Heuschreckenkapitalismus nicht mehr.


    Der gemäßigte Kapitalismus von vor wenigen Jahren hätte es erlaubt, aber da waren die Unternehmer noch Unternehmer und Manager in Personalunion. Heute aber sind es die Erben/Kinder dieser Unternehmer, die sich mit Daddies Millionen Manager einkaufen und sich noch mehr Millionen an der Börse leihen. Aber werde eingekaufter Manager noch Aktionäre haben eine Bindung ans Unternehmen, das funktioniert also nur so lange, wie man die Gegner am Markt wegkaufen kann.

    Na,mich verwundert die deutsche Platzierung überhaupt nicht. Swing ist, selbst wenn von Könnern dargeboten (Roger Cicero ist das nicht), eine Stilrichtung für eine sehr kleine Minderheit, die die Musik dann einfach mag. Aber Swing hat wirklich keinerlei Schnittmenge, kann schlichtweg nur begeistern oder eben langweilen.


    Und textlich ist diese Muttersöhnchenpamphlet das Cicero gesungen hat ja nun wirklich nix. Hätte er diesen Murks für alle verständlich auf Englisch gesungen, dann wärs der letzte Platz geworden. Sorry, aber ich kann mir nicht vorstellen, das dieses schmierige Gesumse bei Frauen sonderlich gut ankommt. Immerhin ist das Frauenleben ausserhalb Deutschlands schon ein Zacken härter, und in Ländern die vor nicht allzu langer Zeit Kriege durchlebt haben wird das Liedchen doch als total realitätsfern wahrgenommen.


    Meiner Meinung nach muss sich auch weder das Bewertungssystem, noch der Contest selber ändern.


    Was sich ändern muss, ist der deutsche Vorentscheid. Jahrelang mussten wir abgehalfterte Schlagerzombies ins Rennen schicken. Dann wurde dem Publikum die Wahl überlassen und wir haben uns mit Gildo Horn und Co. gerächt. Bezeichnenderweise waren unsere Kamikazesänger im Ausland weitaus beliebter, als die vormaligen angepassten und "vorzeigbaren" Schlagerzombies.


    Und was passierte darauf hin? Die Öffentlich-Rechtlichen griffen zur biologischen Kriegsführung und warfen die H-U-C Bombe (Hermanns-Uecker-C-promi) aufs deutsche Publikum. Und in Anlehnung an den Marshallplan (der zugegeben damals gut funktionierte) wird uns nun diktiert, wer für uns ohne Gewinnchance (nicht das wir wieder so tun, als wären wir wer) singen soll.


    Nun bekommen wir jedes Jahr den Berufsgrinser Hermanns, kongenial unterstützt durch den vom eigenen Jugendwahn ausgemergelten Uecker und irgendeine C-Promibratze und drei Auswahlinterpreten, die nichtmal in den heimischen Charts groß mitspielen. Da soll man dann wählen.


    Ich würds eher so machen, das sich jeder bewerben kann und dann meinetwegen 20 Bands/Interpreten ausgelost werden. Die dürfen dann aufspielen und werden vom Publikum gewählt. Dazu muss noch eine Mindeststimmenzahl erreicht werden, ohne die darf man garnicht erst zum Contest fahren. So kann das Publikum im Falle das nur musikalische Schnarchgeigen dabei sind von dem schamvollen Akt der Wahl des kleineren Übels befreit werden.


    Wenns so läuft wie dieses und letztes Jahr, dann haben wir auch in dreissig Jahren keine Platzierung im oberen Viertel zu erwarten.