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Wie schon geschrieben exisitieren Unternehmen nicht um am Jahresende mit +/- rauszukommen. Der Betrieb ist darauf ausgerichtet Gewinne zu erwirtschaften die im Idealfall auch eintreten. Ein AN wird daher also eingestellt und bezahlt um den "Normalfall" Gewinn am Jahresende einzubringen. Macht ein Unternehmen also Gewinn dann ist das keine besondere Leistung sondern die Erwartungen wurden lediglich erfüllt.
Das ist so richtig, wenn das Unternehmen an der Börse ist. Alle anderen Unternehmensarten hatten bis vor wenigen Jahren an aller erster Stelle den eigenen Unternehmenserhalt und dann den Unterhalt seiner Belegschaft-der Gewinn war nur Mittel zum Zweck und wurde erst dann in Unternehmensbesitzer- und Vorstandstaschen gekippt, wenn die ersten beiden Zielgebungen erreicht waren. Dieser Umstand machte es notwendig, das man langfristig plante und ein Unternehmen zukunftsfähig ausrichtete.
Aktienunternehmen sind nicht zukunftsorientiert, sondern marktorientiert. Die Überlegenheit gegenüber dem Wettbewerber wird übers Finanzielle geregelt, nicht über Produktqualität oder Personalpflege.
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Gibt es am Jahresende nun Miese dann hat die Leistung der Mitarbeiter eben nicht ausgreicht. Allein die Tatsache, dass sie 38/40 Stunden in der Woche anwesend sind hat somit offensichtlich nicht ausgereicht (auch wenn der einzelne MA das nicht so empfindet).
Hier wird der Bock zum Gärtner gemacht. Es ist in heutiger Zeit eigentlich überhaupt nicht mehr Usus, das der einzelne Mitarbeiter soviele Freiheiten hat, das er selber maßgeblich daran beteiligt ist, in welche Richtung sich ein Unternehmen im Wettbewerb bewegt.
Heute ist in der Tat das Managment sehr wichtig. Nur sind eben nicht wie in der Selbstdiagnose angenommen alle Manager aus sich selbst heraus Talente. Im Regelfall scheitert ein Projekt nicht an der Arbeitszeit der Mitarbeiter oder deren relativer Produktivität, sondern an den Voraben des Managments.
In einem hochtechnologisierten Land wie unserem, mit so strengen und unflexiblen Arbeitsabläufen kann der einzelne Mitarbeiter ausserhalb einer Leitungsposition garnicht negativen Einfluss aufs Unternehmensziel ausüben. Er kann allenfalls nicht zur Arbeit erscheinen, das wars aber auch schon.
In allen in den Medien bekannten Szenarien haben die Arbeiter sehr wohl gearbeitet. Auch die bemängelte niedrige Arbeitszeit der Telekommitarbeiter ist eine Vorgabe des damaligen Managments gewesen, die haben damals noch 40 Stunden gearbeitet.
Warum angesichts dieser Tatsache aber immer tausende Mitarbeiter rausgeschmissen werden, anstatt drei Manager und 10 Vorstandsmitgliedern, ist nur mit Schamlosigkeit, Dreistigkeit und nicht vorhandener Moral sowie Abkehr von einem gesunden Werteverständnis zu erklären.
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Zwar trägt der Unternehmer/das Unternehmen zunächst das Risiko, wenn er es aber nicht an seine Mitarbeiter weitergeben kann wenn es nicht gut läuft würde das in letzter Konsequenz bedeuten, dass er den Laden dicht machen muss.
Der Unternehmer trägt niemals das Risiko alleine. Der Mitarbeiter riskiert jederzeit den totalen Verlust an Einnahmen, der Unternehmer nur dann, wenns nicht läuft. Der Unternehmer hat auch selbst wenn es nur mittelprächtig läuft weniger Risiken, denn er zieht ja den Unternehmensgewinn für sich alleine ab und reicht ihn nicht an seine Mitarbeiter weiter-die läppischen Gehaltserhöhungen zahlt auch nicht der Unternehmer, sondern der Kunde.
Der Unternehmer kann sofern einigermaßen tauglich auch absehen, wann es sich lohnt, das Unternehmen besser zu verkaufen, anstatt weiterzuführen. Das Geld dafür streicht er alleine ein, die Arbeiter bekommen nix.
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Was also tun? Den Laden mit schlechteren Konditionen für die MA weiterführen bzw. mit weniger Personal, oder sagen ok wir ziehen das Ding jetzt noch unverändert weiter, fahren dafür aber in absehbarer Zeit komplett gegen die Wand und stehen dann alle auf der Straße?
Man kann auch weitermachen, ohne an die Wand zu fahren. Denn offenbar weiß man ja, wo das Problem ist. Am Personal kann es nicht liegen, aber das Produkt zieht keine Kunden mehr. Anstatt also Personal abzuziehen, sollte man sich sein Produkt anschauen.
Im Falle der Telekom rennen die Kunden bspw. nicht weg, weil die Produkte teuer sind, sondern weil sie ihren Preis nicht wert sind. Die Telekom könnte locker attraktivere Angebote bei gleichbleibender Personalstärke herausbringen. Dies traut sie sich aber nicht, weil sie als am Aktienmarkt gezeichnetes Unternehmen nicht innovativ sein darf, sondern kostenorientiert. Die Mittbewerber haben einen lausigen Service und gerade so laufende Produkte. Daran orientiert sich die Telekom, weil sie Gewinn machen will und nicht ihre Mitarbeiter finanzieren, wie ein unabhängiges Unternehmen es könnte. Sie könnte aber auch kurzfristig auf Gewinne verzichten und diese langfristig anvisieren-das geht aber im Heuschreckenkapitalismus nicht mehr.
Der gemäßigte Kapitalismus von vor wenigen Jahren hätte es erlaubt, aber da waren die Unternehmer noch Unternehmer und Manager in Personalunion. Heute aber sind es die Erben/Kinder dieser Unternehmer, die sich mit Daddies Millionen Manager einkaufen und sich noch mehr Millionen an der Börse leihen. Aber werde eingekaufter Manager noch Aktionäre haben eine Bindung ans Unternehmen, das funktioniert also nur so lange, wie man die Gegner am Markt wegkaufen kann.