Beiträge von pallmall

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    Aber die GEZ Befreiung gibt es dennoch für Hilfebedürftige wogegen die arbeitende die knapp 18€ monatlich abdrücken muss.


    Da muss man selber entscheiden, ob man GEZ zahlen will. Es ist heutzutage ja kein Problem mehr, sich einen Fernseher/LCD-Monitor zu kaufen, der über keinen Tuner verfügt. Bzw. hat man keinen Kabelanschluss im Haus und keine DVBT-Box, dann kann man auch mit einem herkömmlichen Fernseher in den meisten Bundesländern nichts mehr empfangen, weil analog nicht mehr ausgestrahlt wird.


    Wenn einem das neue Unterschichtenentertainment der Öffentlichen zwischen Pocher und Silbereisen 18€ wert ist, dann zahlt man eben. Ansonsten greift man eben auf die Monitor-DVD Spielerkombination zurück und schenkt sich den Mist.


    Man kann dem Fernsehen auch ganz abschwören und sich abmelden.


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    Das Amt übernimmt auch die Haftpflichtversicherung des KFZ wo die Verkäuferin wieder aus eigener Tasche Ihren Beitrag zu verrichten hat.


    Richtig, aber als alleinstehende Person im ALG2-Bezug leistet man sich in der Regel kein KFZ bzw. kann es davon nicht sinnvoll betreiben, denn Steuer und Benzin muss man selber tragen. Wobei ich auch nicht sicher bin, das die KFZ-Haftpflicht übernommen wird, während die normale allgemeine Haftpflicht aber vom Regelsatz bestritten werden muss.


    Dennoch stelle ich mir die Frage, wieso eine Verkäuferin sich den mittlerweile Luxus eines PKW angedeihen lässt, wenn sie nur 140 Kröten über dem Existenzminimum lebt? Das klingt hart, ist aber eine ernstgemeinte Frage, die dahinter steht.


    Von 140€ die man zum verballern hat (der Rest ist ja laut Politik Existenzminimum und somit nicht mehr wegzurechnen) ist ein PKW nach Adam Riese nur dann drin, wenn sonst nix drin ist. Als Verkäuferin sollte man sich aber zumindest rudimentär mit Finanzrealitäten auskennen und erkennen, das da eine Ausgabe die eigenen Geldmittel übersteigt.


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    Aber dennnoch gibt es Einmalzahlungen wie Erstaustattung für die Wohnung, Baby, Arbeitskleidung ect.


    Nicht jeder hat ein Baby und da bekommt man selber auch nichts, sondern eben das Baby. Arbeitskleidung bekommt man sofern sie vorgeschrieben ist auch als Angestellter gestellt, ansonsten würde ich zum Anwalt gehen oder kündigen.


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    Auch bei Zahnersatz gilt man als Härtefall und hat den doppelten Zuschuss.


    Die Verkäuferin würde bei ihrem Einkommen ebenfalls in den Genuss der Härtefallregelung kommen. Viele wissen das nur nicht und beantragen dies dann leider nicht.


    Man sollte auch erwähnen, das der doppelte Zuschuss die Basisversorgung bedeutet. Da läuft man dann mit einer Zahnästhetik durch die Gegend, die in den Anfängen der Achtziger liegt. Es ist nicht so, das Sozialhilfeempfänger ein Hollywoodlächeln vom Staat bekommen. Das kostete schon immer mehr, als die Kasse zahlt.


    Das vergessen viele, die sich die Keramikfüllung machen lassen oder die Goldkrone. Der Härtefall bekommt nur die Zement- bzw. Amalgamfüllung und die Standardkrone, die jeder auf Anhieb als Krone erkennt.


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    Dein Beispiel mit den Schuhen ist leider auch nicht ganz treffend. Die Konzerne haben über Jahre die Preise niedrig gehalten um den Mittelstand auszuradieren was grösstenteils auch gelungen ist. Erst den Wettbewerb verdrängen bzw. aushungern und dann nach und nach die Preise anziehen um die Gewinne zu optimieren.


    Dieser Vorgang ist aber nicht unumkehrbar, man muss eben nur machen!


    Natürlich machst du nicht einfach einen Schuhladen auf und bist morgen Milliardär, auch wenn das dem Googlezeitgeist entspricht. Vielleicht wirst du niemals Milliardär, es wird aber für ein angenehmes Leben und ne gute Rente reichen. Langfristig ginge es, das ist keine Frage. Alleine, es versucht kaum jemand.


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    Wir leben in einer 1Weg Wegwerfgesellschaft. Kein Otto Normalo würde für ein paar vom Schuhmacher hergestellten Schuhe 400 Euro ausgeben. Dafür kaufen sich andere für die nächsten 5 Jahre Schuhe. Ähnlich bei einem defekten Fernseher. Die kleinsten Reparaturen übersteigen meist den Neupreis.


    Das ist aber ebenfalls im Wandel. Der Ex- und Hopp Trend flaut zunehmend ab. Die Leute merken doch selber, das ihnen die Billigware beim kleinsten Regenschauer quasi vom Körper gespült wird-übertrieben ausgedrückt.


    Bei den Schuhen war mein Beispiel auch ein anderes, als deines. Ich gehe da von einem Viertel deines Beispielpreises aus. Und diese Summe geben die Leute schon heute aus, sind bei Billigramsch aber gezwungen, diese Ausgabe jährlich zu machen.


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    Ich weiß nicht ob du Unternehmer warst oder bist, aber die wenigsten Kunden sind heute bereit auch nur ein Euro mehr nötig für ein Produkt auszugeben als es die riesen Konzerne mit Ihren Geiz ist Geil Preisen anbieten.


    Da kannst du dich doch selber mal fragen, wann du bereit bist, etwas mehr zu bezahlen, als die großen Konzerne verlangen.


    Ich schätze, da wirst du ebenso wie ich und die meisten anderen zu dem Schluß kommen, dass du dann mehr bezahlst, wenn du mehr bekommst.


    Wenn mir Händler X ein identisches Produkt wie Konzern U verkaufen will, dann gehe ich nach dem Preis und Händler X wird wohl den kürzeren ziehen. Will mir Händler X aber ein besseres Produkt als Konzern U verkaufen und nehmen wir mal an, ich will das auch haben (nicht jeder Bedarf ist relevant, meist künstlich erzeugt), dann werde ich sofern im Rahmen meiner Möglichkeiten bei Händler X zuschlagen.


    Und das Problem ist nicht die Gesellschaft, sondern die Wirtschaft. Wenn du deiner Belegschaft nur so viel zahlst, das es für Lachsersatz reicht, dann musst du nicht weinen, wenn du morgen deinen Fischladen dicht machen musst, weil alle hzum Lachsersatz getrieben werden und der Lachsersatzhersteller mit der Produktion nicht mehr nachkommt und wächst. Das ist ein Problem des reinen Kapitalismus, das man anerkennen muss. Wenn Unternehmen nur den maximalen Gewinn forcieren, dann führt das insgesamt zum maximalen Verlust, weil dann der Kreislauf unterbrochen wird.


    Insofern muss sich die Wirtschaft an einen Tisch setzen und übergreifend höhere Löhne zahlen, bei der Friseuse angefangen. Wenn die Leute mehr Kohle haben, geben sie mehr aus. David Beckham kauft auch nicht bei Aldi, der kriegt nämlich genug von seinem Arbeitgeber.


    Nun werden viele sagen, nicht jeder Lagerarbeiter generiert so viel Umsatz wie ein Profifussballer. Aber es gibt bedeutend mehr Lagerarbeiter als Beckhams und somit gleichen die ihren Makel durch Masse aus und überragen den einzelnen Beckham.


    Wenn sich der Kapitalismus auf die Lagerarbeiter konzentrieren würde und nicht auf die Handvoll Bekchams, dann würde er florieren. Will man nur mit den Beckhams dieser Welt Geschäfte machen und deren Interessen wahrnehmen, dann ist der Ofen bald aus.


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    Wie will man gegen jemand bestehen, der eine Milliarden gefüllte Kriegskasse hat?


    Indem man sich vor Augen ruft, dass das nur Papier ist. Und das in früherer Geschichte es schon x-mal geklappt hat, die "da Oben" zu stürzen und neu anzufangen.


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    Die Werbung von morgens bis abends eine Gehirnwäsche bei den Kunden hervorruft?


    Dafür sorgen die Mächtigen gerade selbst, indem sie DRM und verschlüsseltes FreeTV einführen. Werbung funktioniert nur dann, wenn sie geguckt werden kann...


    Ausserdem nutzt sich der Werbeeffekt mit seiner Itensität zunehmend ab. Genau wie du den täglichen Verkehrslärm nicht mehr wahrnimmst, überhörst du irgendwan auch das Gefasel von Dr. Best. So mächtig ist Werbung am Ende nämlich auch nicht.


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    Flexibel weltweit an den billigsten Standorten der Welt produzieren lässt und jede Menge Subventionen, Steuervorteile erhält oder umgeht.


    Geh zur Wahl, Gründe eine Partei, Demonstriere!


    Geht nicht? WASG hats gerade vorgemacht, gibts erst seit ein paar Jahren, ist heute mit der Linkspartei ein Bündnis aus PDS und WASG und holt beachtliche Wahlerfolge, die bei der nächsten Bundestagswahl für eine Oppositionsrolle reichen dürfte, zumindest werden die mitreden bei politischen Entscheidungen.


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    Mann kann es mit Service versuchen, aber die wenigsten wollen Service sondern Billig heißt die Devise. Und wieviel darf dieser Service dann noch mehrkosten um zu überleben!


    Service darf gar nichts kosten! Service ist nämlich kein realer Wert! Service unterscheidet dich aber vom Wettbewerber.


    Wenn der Yoghurt bei dir das gleiche kostet, wie im Laden gegenüber...deine Kassiererinnen den Kunden angucken, Danke und Bitte sagen und ihn nicht hetzen, der Laden gegenüber tut das nicht...dann kaufe ich bei dir.

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    So wenn man nun noch die GEZ Gebühren abrechnet die die Sozialhilfeempfängerin nicht verrichten muss und einige einmalige Hilfen die Hilfeempfänger zustehen kommt man in Bereiche wo ein Hartz4 Empfänger über die gleiche Kaufkraft verfügt wie jemand der 160 Stunden im Monat sich abbuckelt.


    Diese imaginären einmaligen Hilfen gibt es seit Einführung Alg2 doch nicht mehr, dennoch halten die sich im Gedächtnis. Das Einzige, was noch gezahlt wird ist eine Erstausstattung der Wohnung, was aber nur gewährt wird, wenn man noch keinen eigenen Hausstand hat. Die meisten, die in ALG2 reinrutschen haben den, da wird dann nichts gezahlt.


    Richtig ist, das die Verkäuferin 140€ im Monat mehr hat, als ein Leistungsempfänger. Ob man für lächerliche 140€ lieber arbeitet, oder sich dem Terror der Sozialgesetzgebung aussetzen will, ist eine Ermessensfrage, die sich jeder selbst beantworten muss.


    Auch richtig ist aber, das die Verkäuferin von einem absenken der ALG2-Bezüge auf Lebensmittelmarken und Wohnraum bzw. der kompletten Streichung der Sozialhilfe überhaupt nichts hätte.


    Denn ihre Kosten sinken nicht dadurch, das vor ihrer Tür mehr Leute betteln und viele verhungern. Der Yoghurt kostet mit oder ohne Hartz4 immer noch genauso viel.


    Es ist nicht und wahr nie eine Frage, ob Hartz4 zu hoch ist. Es war und ist immer noch die Frage, warum Erwerbsarbeit so dermaßen beschissen bezahlt wird. Sie wird nicht besser bezahlt, wenn man den scheinbaren Mindestlohn ALG2 absenkt, sie wird dann immer noch gleich bezahlt. Das muss in die Köpfe der Menschen...


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    Bei sehr gering qualifizierten und vielleicht im Einzelfall sogar wenig produktiven und auslagerbaren Tätigkeiten wie Produktionshelfern, Lagerhelfern und ähnlichem, entscheidet dann letztlich der Markt welche Löhne dort bezahlt werden können. Viele dieser Arbeitsstellen würden letztlich einfach wegfallen, wenn die Firmen die Mindestlöhne bezahlen (müssten) wirtschaftlich weniger erfolgreich wären oder sogar pleite gingen.


    Das glaube ich aber nicht.


    Mal von der Produktion weg, die Lagerhelfer und ähnliches kannst du nicht auslagern. Wer soll denn die Zentrallager befüllen und ausladen? Das geht noch nicht maschinell. Man kann den DVD-Player ja nicht in den Mediamarkt beamen...


    Und auch die Produktion wurde schon immer teilweise ausgelagert, das ist nicht so sehr ein Problem. Zumal vieles sehr schnell zurück verlagert werden wird, wenn sich die Nieten in Nadelstreifen mit der ausländischen Korruption, der innerländischen Gewalt und den mangelnden Qualitätsprozessen konfrontiert sehen.


    Auch wenn hierzulande die korrupte Politik nach Wirtschaftspfeife tanzt, als würde sie auf heissen Herdplatten stehen...im Ausland tanzen die Politiker im Takt der Einheimischen Geldmächte, zumindest lokal. Da ist mancher schnell wieder weg, der gestern noch von outsourcing geschwärmt hat.


    Es ist am Ende auch nur ein kurzer Effekt. Image zählt am Meisten. Spätestens wenn alle ausgelagert haben, kommt einer, der wieder vor Ort produziert. Und dem rennen sie dann die Bude ein. Ob aber die ganzen Konzerne, die heute den Bürger auspressen wie einen nassen Lappen dann noch auf einen grünen Zweig kommen werden, ist sehr fraglich.


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    nicht einerseits von der Globalisierung profitieren und bei Aldi nen Paar Schuhe aus Kambodscha für 5 Euro kaufen, und gleichzeitig erwarten, dass der Produktionshelfer der in Deutschland nen ähnlichen Schuh fertigt, dafür 8 Euro Stundenlohn bekommt.


    Richtig!


    Aber warum produziert man den den Kambodschaschrott und will dafür deutsche Preise? Da ist doch der Denkfehler!


    Das Problem liesse sich durch bessere Qualität leicht lösen. Nur muss man die auch bieten können/wollen und man muss es vor allem kommunizieren, damit der Kunde weiß, das er nicht nur die Sweatshopware kaufen muss, die ihm nach einer Saison vom Fuss fällt.


    Gute Beispiel sind doch die Schuhmacher. Die bieten beste Qualität, keine Frage. Aber sie bieten immer noch das Design von vor zig Jahren. Der Schumacher belächelt die Qualität von Nikeschuhen völlig zu Recht! Aber Nike lacht sich schlapp, wenn sie das Design der Schuhmacherschuhe sehen!


    Man sieht es doch im Bereich der maßgeschneiderten Luxusschuhe. Preise von über 1000€ per Paar werden da gerne gezahlt. Der wirkliche Produktionswert bei Handarbeit ist vermutlich bei 300-400€ maximal, je nach Produktionszeit. Ohne maßschneidern kann man nochmal die Hälfte abziehen.


    Ja wenn ich Schuhe machen könnte, dann wüsste ich, was ich zu tun hätte. Den Kunden da abholen, wo er ist (designmäßig) und mit meiner Qualität an mich binden. Deichmann hat nette Schuhe, aber die gute Qualität fängt bei denen bei 40€ an. Halten tun sie bei regelmäßigem tragen ein Jahr. Dann ist die Sohle abgelaufen und das Obermaterial sieht aus wie 10 Jahre getragen. Der Schuhmacher könnte Schuhe machen, die auch nach 10 Jahren aussehen, wie ein Jahr getragen (je nach Pflege) und ne neue Besohlung kostet maximal 20€-rechnet sich für den Kunden durchaus.


    Was ich eigentlich sagen will, der Mittelstand hat vergessen darauf hinzuweisen, wo seine Stärken liegen. Statt dessen hechelt er den Einheitstrends der grossen Konzerne hinterher und wundert sich, das er gegen deren maschinelle Produktion nicht ankommt. Und der Kunde wir mit dem gleichen Einheitsmist zum höheren Preis abgespeist-das funktioniert eben nicht, dann greift der Kunde zum BigLabel-Schrott.


    Es war mal anders, da haben die Konzerne die Trends der kleinen nachempfunden und über die hohe Stückzahl niedrige Preise und damit den Kunden gewonnen. Innovativ sind die Konzerne aber längst nicht mehr, sie diktieren dem Kunden, was er zu konsumieren hat.


    Die kleinen Unternehmen müssen einfach nur darauf hören, was der Kunde will und es ihm herstellen. Das kann der auf Effizienz ausgerichtet Großkonzern nicht, dazu ist er zu träge. Alleine der Mut und das Selbstvertrauen der kleinen Betriebe fehlt derzeit.

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    Original geschrieben von AdministratorDr
    Es kommt halt drauf an, welche Interessen dahinter stecken. Seh das doch mal so. Wieviel kosten verursachen diese 3 % an Mehrkosten gegenüber dem normalen Sozialhilfeempfänger? Solche Leute wissen zu bescheissen, das kannste mir glauben. Andersherum, was meinste was passiert, wenn die Behörden Zahlen bekannt geben, die wirklich der Realität entsprechen? Ein riesen Aufschrei gings durch Land und der Abbau von Sozialleistungen wäre die Folge. Und das wollen gewisse Leute nicht, daher weiß ich auch woher der Wind weht.


    Einen Abbau der Sozialleistungen wird man nicht durchdrücken können, zumindest nicht im Bereich ALG2/Grundsicherung, denn da ist man schon am untersten Minimum angelangt-alles andere würde vor Gericht nicht bestehen.


    Natürlich könnte es Änderungen hinsichtlich der Kontrollen geben, aber das überstiege dann definitiv die Einsparungen bei weitem, wenn man das bundesweit durchziehen wollte. Und Personell sind dafür keine Kapazitäten vorhanden.


    Letztenendes würden solche kriminellen Leute wahrscheinlich auch bei schärferen Kontrollen kriminell bleiben, dann eben blos ohne ALG. Da muss man dann auch die Verhältnismäßigkeit ins Spiel bringen, ob angesichts des Schadens eine Verschärfung sinnvoll ist. Diese Leute sind so, wie sie sind, machen finanziell gesehen einen überschaubaren bis vernachlässigbaren Schaden. Wollte man die daran hindern, müsste man sie wahrscheinlich inhaftieren oder dergleichen. Das das aber die Kosten explodieren ließe, ist wohl klar.


    Ein Tag Knast kostet mehr, als ein ganzer Monat ALG2. Insofern verstehe ich auch nicht, warum man die ganze Zeit bei ALG2 kürzen will, obwohl die Empfänger in ihrer Gesamtheit nicht kriminell sind. Bei den verurteilten Straftäter fordert ja auch keiner, man solle denen dies und das kürzen oder zwingt sie, für die Gesellschaft Tätigkeiten zu übernehmen. Die dürfen sogar mehr dazu verdienen, als ein ALG2-Empfänger im 1 Euro Job.

    Ich versteh die Leute auch nicht recht, die für Markenartikel weniger als ein Drittel des Normalmarktpreises zahlen und sich dann wundern, wenn es ein Plagiat ist. Zu dem Preis geht doch nur gebraucht was, oder wenn es aus einer mehrere Jahre alten Kollektion ist...


    Zumal man doch so viel Stolz haben sollte, das eine Firma, die einen nicht als Kunden haben will, weil ihre Preise so hoch sind nicht noch damit unterstützt, das man mit Fälschungen für die Werbung läuft-denn nicht jeder erkennt die und dadurch bekommt die Marke ja auch eine gewisse Präsenz.


    Ich denke auch, das je nach Artikel die Ersparnis im Vergleich zum Kauf beim Händler vor Ort höchstens bei maximal 20€ liegen kann, andernfalls kann da was nicht stimmen. Und so gewaltig ist das dann auch nicht, da lohnt sich der Kauf vor Ort schon alleine deshalb, weil man die Artikel selber ansehen, anfassen und ggf. anprobieren kann und im Garantiefall schneller an Austausch kommt. Problematisch ist es nur, wenn es vor Ort keinen Laden gibt, der den Artikel überhaupt führt oder bestellen kann/will.


    Und als Tipp: Viele Markenhersteller listen auf ihren Webseiten detailliert auf, an welche Händler sie liefern. Da kann man dann bei gewerblichen Händlern ins Impressum gucken und schauen, ob er seine Artikel direkt bezieht und hat eine gewisse Sicherheit. Ich mach das zum Beispiel, wenn ich Armbanduhren auf Ebay kaufe. Die meisten Uhrenhändler dort haben ein Ladengeschäft und werden oft auch vom Hersteller direkt beliefert bzw. dort als zertifizierter Händler gelistet.

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    Original geschrieben von AdministratorDr
    Das Arbeitsamt bzw. die ARGE zahlen halt noch zu viel. In dem geschilderten Fall, wie der_aachener beschreibt, würde ich mir doch glatt wünschen, dass solche Leute keinen Cent kassieren. Was meint ihr, was man da an Geld einsparen würde, wenn man nicht solche Sozialschmarotzer mitzieht.


    Man würde fast nichts einsparen, da sich diese Problemfälle im Bereich von 2-3% aller Antragssteller bewegen. Das haben die Behörden selbst bei internen Untersuchungen festgestellt, insofern kann man den Zahlen glauben, denn die Behörden haben kein Interesse daran, solche Zahlen klein zu halten.


    Es geht also um Peanuts... Der bürokratische Aufwand übersteigt die Einsparungen in finanzieller Hinsicht.

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    aber genau diese Zustände, die Du beschreibst, funktionieren nicht nur einseitig in Richtung von Gläubigern, sondern genau dieses Theater haben ALGler tagtäglich, die schlagen sich mit den Unzulänglichkeiten jeden Tag herum. Das ist eben der Unterschied zwischen Theorie und Praxis.


    Das stimmt. Nicht jeder Mietrückstand hat mit Zahlungsunwilligkeit des arbeitslosen Mieter zu tun. Es ist auch sehr oft so, das trotz offenkundigem Rechtsanspruch bspw. die Bearbeitung von Fortzahlungsanträgen der Leistung einfach nicht bearbeitet werden und es so zu Zahlungsausfällen kommt. Die Leistungsabteilungen machen das nichtmal mutwillig, sondern sind schlicht überlastet-es ist politisch so gewollt. Selbst Sachbearbeiter raten ihren Klienten grundsätzlich einen Rechtsbeistand in einem solchen Fall zu beauftragen und gleich eine Einstweilige Anordnung durchzusetzen, weil nur das eine Bearbeitung erzwingen kann. Selber persönlich auf den Ämtern um zügige Bearbeitung zu bitten ist wie ein Selbstgespräch oder mit einer Mauer zu reden.


    Zum Beispiel weiß kaum ein Antragssteller, das er eigentlich jede Art von Antrag drei Monate im Vorraus bzw. vor dem Stichtag stellen muss, denn solange haben die Ämter Zeit, über Anträge zu entscheiden. Erst danach kann man überhaupt eine Untätigkeitsklage durchsetzen. Und das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, das man Bedürftige ohne jeden Cent drei Monate warten lässt und noch nichtmal rechtliche Konsequenzen zu befürchten hat.


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    Wenn man allein schon sieht wie die Angestellten da über die Flure schluffen, in welcher Zeitlupe die sich bei allem bewegen, hättest Du Lust ihnen einen Drillinstructor anbei zu stellen, der den Haufen mal auf Trab bringt...


    Die wissen genau, das sie nicht können, wie sie oftmals gerne wollen. Ohne Arschtritt durch ein Sozialgericht müssen die sich an die Vorschriften halten und die Bewirken die Probleme ja erst. Deren Software ist bis heute noch nicht richtige lauffähig und fällt gerne mal stunden- bis tageweise aus. Auch dieser Mangel wird nicht behoben, obwohl er seit Einführung der Software besteht. Für das Geld, das die Software gekostet hat hätte man überspitzt gesagt auf Jahrzehnte Mitarbeiter einstellen können, deren einzige Aufgabe es ist, Akten und Korrespondenz von einem Büro ins andere zu bringen-was vermutlich weitaus effektiver und schneller laufen würde, als die Software jetzt und jemals es tun wird.

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    Original geschrieben von booner
    Und wenn per Einschreiben, unbedingt per Übergabeeinschreiben oder gar gleich mit Rückschein, nicht via Einschreiben Einwurf.


    Erst kürzlich hat ein Gericht erneut entschieden, dass ein bloßes Einwurfeinschreiben in Sachen Nachweis des Zugangs (und darauf kommt es bei einer Kündigung i.d.R. an) keinen gesteigerten Beweiswert im Vergleich zu einem einfachen Brief hat.


    Und das ist genau falsch!!!


    Ein Einschreiben mit Rückschein muss nicht entgegen genommen werden, einem unseriösen Vertragspartner liefert man somit alles frei Haus was er braucht, um den Vertrag weiterlaufen zu lassen.


    Eine Kündigung muss in den Einflussbereich des Angeschriebenen gelangen, womit bspw. der Briefkasten gemeint ist. Ein Einschreiben mit Rückschein muss vom Empfänger aber angenommen und unterschrieben werden. Verweigert er die Annahme geht das Schreiben nicht in seinen Einflussbereich, ebenso wenn er nicht zu Hause ist, denn statt im Briefkasten landet das Schriftstück dann wieder im Postbeutel und wird im Postamt zu Abholung verwahrt.


    Wenn schon Einschreiben, dann das einfache Einschreiben-Einwurf ohne alles für 2,15€. Das bewirkt, das der Postbote das Schriftstück in den Briefkasten legt und diesen Vorgang schriftlich bestätigt. Somit gelangt das Schriftstück in den Einflussbereich und gilt nachweislich als zugestellt.


    Vor Gericht nutzt einem das aber am Ende auch nichts, denn man kann beweisen,
    das man etwas geschickt hat, nämlich den Briefumschlag. Ob und was da drin war, ist damit nicht bewiesen. Will man das auch noch haben, dann muss man einen Gerichtsvollzieher mit der Überlieferung der Kündigung beauftragen, der kann auch bezeugen, was er übergeben hat. Das kostet allerdings auch...


    Diese Urban Legend mit dem Einschreiben oder gar Einschreiben-Rückschein hat der Post gute Summen eingebracht, ist aber wie oben erklärt Quatsch.


    Deshalb am besten keine Verträge mit Laufzeiten länger als 1 bis 3 Monate eingehen, denn dann lohnt sich für den Anbieter ein nichtbekommenhabenwollen der Kündigung nicht, weil bei mieser MundzuMund-Propaganda der Laden schnell dicht ist. Bei 12 Monaten oder länger denken viele Kunden, das sich schon was zum besseren gewendet haben wird, wenn es den Laden trotz Kritik noch gibt.

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    Original geschrieben von 16Bit
    Ich vestehe das anscheinend immer noch nicht. Von seinem ALG muß er die 10€ bezahlen. Dann wird wird ihm aber auch noch Geld von seinem ALG abgezogen. Da nn zahlt er ja mehr, als wenn er nicht im KH wäre :confused: .


    Nein, das sind eigentlich zwei paar Schuhe...


    Die 10€ werden auch schon heute bezahlt bzw. müssen auch im ALG2 Bezug aus dem Bedarfssatz bedient werden. Allerdings greift auch hier die Regelung, das im Normalfall nicht mehr als 2% (bei chronisch Kranken 1%) des Einkommens bezahlt werden müssen. Bedeutet also, das man im Jahr im Fall eines ALG2-Bezuges nicht mehr als ~80€ (~40€ chronisch) an Zuzahlungen leisten muss.


    Einfaches Beispiel: ALG2-Bezieher (oder einfach jemand mit gleichhohem Einkommen) geht im Januar zum Arzt, zahlt dort 10€ Praxisgebühr. Der Arzt sagt, der ist krank, muss in Krankenhaus. Dann zahlt der ALG2-Bezieher dort noch 7 Tage (3 Tage) Krankenhausgeld und hat bereits seine jährliche Belastungsgrenze erreicht.



    Das ihm noch zusätzlich die Essenspauschale genommen werden soll (momentan ist das eine kann Bestimmung, muss nicht gemacht werden), ist ein Vorhaben, das noch nicht Gesetz ist.


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    Mobilfunk-Vertrag, Zeitung, das waren jetzt nur zwei kleine Beispiele. Viele Menschen sind dazu Mitglied in einem Sportverein oder fröhnen irgendeinem Hobby, es kann ja mal jeder überlegen wo man überall mit regelmäßigen Zahlungen im Rennen ist - und da kommst Du nicht überall sofort raus. Mal ganz abgesehen davon wie sich derjenige fühlt wenn er auf diese Weise aus der Gesellschaft aussteigen muß.


    Da muss man aber auch fairerweise sagen, dass man nicht von heute auf morgen in den ALG2-Bezug rutscht, sondern das ganze 1 Jahr dauert, bis es soweit ist. Ich bin in keinem Sportverein, denke aber, dass man sich da nicht 2 Jahre binden muss und das man innerhalb von 12 Monaten da wieder raus kommt.


    Und auch 2-Jahres-Verträge lassen sich rechtzeitig canceln bzw. von den in aller Regel üppigeren ALG1-Bezügen kann man auch die restlichen 12 Monate ausbezahlen. Ein Zeitungsabo kostet aufs Jahr gesehen so viel nun auch nicht...


    Anders mag es im Falle von Zahlungen für einen Baukredit und dergleichen sein, aber sowas sollte man eben auch nur dann finanzieren, wenn man genug Kapital auf der Seite hat oder einen unkündbaren Job.



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    Ich warte z.B. noch auf gut 12.000 € Mieteinnahmen aus drei Mietverträgen, wo jeweils meine Mieter bei Einführung von Hartz IV "spontan entschieden" haben nicht mehr arbeiten gehen zu wollen, weil man ja als Ungelernter mit knapp 1000 € auch nicht weniger hat, als wenn man in der Zeitarbeitsbranche arbeitet.


    Na, du weisst aber schon, dass man als ALG2-Bezieher auf Wunsch auch die Miete vom Amt direkt an den Vermieter überweisen lassen kann, sprich der ALG2-Bezieher die Miete garnicht "veruntreuen" kann?


    Besteh doch in Zukunft darauf bzw. bitte darum, dass im Falle von ALG2 der zukünftige Mieter eine solche Vereinbarung mit dem Amt trifft, dann bist du dieses Risiko schonmal los. Da kann es dann zwar immer noch passieren, dass das Amt mal nicht zahlt, weil wieder mal Aktenstau bei den Fortzahlungsanträgen ist, dein Geld ist aber nicht futsch. Kommt dann garantiert später...


    Auch versteh ich nicht, was das mit ungelernten Zeitarbeiter zu tun haben soll. Die Leute haben ihre Miete nicht bezahlt, willentlich. Das hat doch mit der Sache garnichts zu tun. Selbst wenn die sich zu Schade wären, für das gleiche Geld zu arbeiten...im Falle der hier beanstandeten Nichtzahlung hättest du bei deinem Zeitarbeiter auch nichts pfänden können, da er sich ja in der selben Gehaltsregion bewegt.

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    Wenn man sich durch Deine Argumentation hindurchgequält hat, fragt man sich am Ende wirklich, wer da wohl am Stammtisch sitzt. Aber das Problem hast Du ja öfter.


    So kompliziert ist es nicht, dass es einen quälen müsste... Davon ab, deine Qual ist nicht mein Problem, schon garnicht öfter...


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    Und wenn Du schon die Situation eines H4lers mit der eines Menschen vergleichst, der in Lohn und Brot steht, dann beziehe in Deine Vergleiche doch bitte auch die Selbständig Tätigen mit ein, die ganz bestimmt nicht nach vier Wochen Krankenhausaufenthalt erst mal loslaufen und sich was gönnen, sondern - sofern sie nicht eine Firma mit wenigstens zwanzig Angestellten haben, die quasi "von selbst" läuft - erst mal mühsam den entgangenen Umsatz wieder hereinarbeiten, damit ihnen die laufenden Kosten nicht über alle Berge davonlaufen.


    Die sind in meiner Argumentation schon drin. Es macht keinen Unterschied, woraus laufende Kosten bestehen, die einem über den Kopf wachsen. Auch ein Angestellter, wie ein von dir so betitelter Hartz4ler haben laufende Kosten, die ihnen über den Kopf wachsen können. Insofern ist das kein Argument, auch wenn du daraus eines konstruieren möchtest.


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    Daß H4ler mit einem Regelsatz von 345 Euro plus Miete auskommen sollen, empfinde ich persönlich ebenfalls als erniedrigend und in unserem Gesellschaftssystem menschenverachtend. Die Ursachen dafür zu ergründen, sprengt jedoch die Thematik von diesem Thread und hat mit der Sache an sich gar nichts zu tun.


    Man kann nicht Wirkungen kritisieren, wenn man sich nicht über die Ursachen unterhalten will. Und ohne die Ursache bräuchte es diesen Thread garnicht. Insofern versteh ich nicht, worauf du hinaus willst. Wenn du keinen Bock hast, ein Thema zu diskutieren oder auf einen Beitrag einzugehen, dann lass es doch einfach.


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    Wie CH und xoduz bereits geschrieben haben: Keine Grundlage, kein Anspruch, kein Geld. Auch wenn man es jedem Einzelnen gönnen würde. Aber wenn es um das "Gönnen" ginge, dann wären wir alle Millionär.


    Wenn CH und xoduz das so sehen wollen, dann bleibt ihnen das unbenommen. Daraus abzuleiten, das man es zwingend so sehen muss bzw. daraus ein Naturgesetz abzuleiten, das es so sein muss, ist falsch.


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    Auch ein Arbeitgeber bezahlt für Dich übrigens nicht die vollen Lohnkosten weiter, wenn Du krank bist. Und spätestens nach +6 Wochen hättest Du als Arbeitnehmer guten Grund zu meckern, wenn Deine Bezüge auf 68% reduziert werden.


    Hab keine Summe genannt-unabhängig davon zahlt er aber im Regelfall einen Betrag weit über der Summe, die hier beim Regelsatz gekürzt werden soll. Da ist keine Verhältnismäßigkeit gegeben und insofern taugt es nicht als Legitamation einer Argumentation.


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    Da Du sicher auch in weiteren Beiträgen nicht von Deiner Polemik und Möchtegerngesellschaftskritik lassen wirst, werde ich mich dann aus dem Thread raushalten.


    Dir und vielen anderen möcht ich mal nahelegen, dich über die Bedeutung des Wortes Polemik zu informieren. Dann würde mancher mal kapieren, das es keineswegs negativ ist, sich einer Polemik zu bedienen und noch dazu, das es weder negativ ist, so etwas zu tun, noch das alles Polemik sein muss, sofern man nicht damit einverstanden ist.


    Du musst mir auch nicht sagen, ob oder warum du nicht mehr an einem Thread teilnehmen willst. Erstens ist mir das herzlich egal, zweitens reicht es, wenn man sich nicht mehr zu Wort meldet.

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    sittenwidrig, weil diese angebote eindeutig auf EV-Schuldner und auf HartzIV- empfänger abzielen, die sowieso schon min. 200€ unter dem existenzminimum (890€) leben.


    Na, so ist es ja nun auch nicht. Wenn man dich liest, dann könnt man meinen, mit dem ALG2-Bezug mutiert ein Bürger sofort zum unmündigen naiven Menschlein, das eigentlich einen gesetzlichen Vormund bräuchte.


    Auch sind ALG2-Bezug und das ableisten einer eidesstaatlichen Versicherung zwei verschiedene Dinge und gehören im Regelfall auch nicht zu einander.


    Der Typus Mensch, der nicht mit seinen Finanzen umzugehen weiß und alles auf Pump oder generell über seine Verhältnisse kauft, den findest du in allen Schichten, eher sogar unter den Mittelschichtlern bis Oberschicht, denn alles drunter kriegt heutzutage nichtmal mehr bei der Citibank nen Kredit.


    Sicherlich, das Angebot von Schufamobil ist insgesamt fragwürdig-aber mich stört diese ständige Vermischung, das Hartz4 automatisch mit Vollidioten mit gescheiterter Finanzplanung gleichgesetzt wird.