Re: Re: Kinder, Kinder... nu kommt mal wieder runter...
ZitatOriginal geschrieben von Printus
Wenn die Bank dein Girokonto kündigt oder Geld pfändet obwohl sie es nicht darf, der Automat beim Geld-ziehen deine Karte kassiert und finanziell erstmal gar nichts mehr geht weil schon alleine die Möglichkeit zur Teilnahme am Geldverkehr abgeschnitten wird - dann stehst Du erstmal blöd da. Sicher, Du wirst notfalls mit Hinweis auf das sog. "Jedermann-Konto" wieder eine Bankverbindung bekommen, aber bis das angelaufen ist hast Du dich erstmal damit herumschlagen müssen, dich informieren müssen.
Ähnlich wie im Bereich der Verträge etc. pp. hast Du ja aber auch hier 1 Jahr "Vorlauf". Hartz IV kommt nicht unangemeldet. D.h. sollte es zum schlimmsten aller Fälle kommen, dann hat man i.d.R. nicht erst mit Hartz IV finanzielle Probleme, sondern oft auch mit ALG I bereits. Zeit genug also, sich "vorzubereiten", so doof das auch klingt. Wer das Gespräch mit seiner Bank erst sucht, wenn es zu Hartz IV gekommen ist, der begeht einen grossen Fehler. Je früher man die Situation anspricht und erläutert, umso grösser die Chance, noch etwas machen zu können.
Wer allerdings die Vogel-Strauss-Politik betreibt, der hat in der Tat relativ schlechte Karten. Ich erlebe es immer wieder, dass Leute sagen, dass eine Mahnung nicht angekommen sei, Anrufe auf Band oder Handy habe es auch nicht gegeben, aber wenn dann die Kündigung ins Haus flattert oder die Karte gesperrt wird, dann funktionieren Post und Telefon auf einmal ganz prima... auch wenn es keine schöne Situation ist: es hilft nichts, sich zu verstecken. Probleme lassen sich nur lösen, wenn man sie angeht.
Kontokündigungen, Pfändungen nimmt eine Bank i.d.R. nur dann vor, wenn der Schuldner sich unkooperativ verhält bzw. gar nicht reagiert. Oftmals lasten auch Pfändungen auf einem Konto, die gar nicht von der Bank veranlasst wurden, sondern von Firmen, bei denen Schulden bestehen. Da darf die Bank dann sehr wohl auch das Konto sperren, nein, sie muss es sogar. Der Kunde hat 7 Tage Zeit, seine staatlichen Leistungen abzuheben, danach ist das Geld qua Gesetz gesperrt.
Nun ist aber ja auch nicht jeder Hartz-IV-Empfänger Schuldner bei einer Bank. Die Mehrzahl ist es nicht. Da laufen dann eben Guthabenkonten und aus der täglichen Praxis heraus in der deutlichen Mehrzahl der Fälle unproblematisch. Ab und an kommt es vor, dass man Lastschriften zurückgeben muss, aber es gibt auch jede Menge, wo alles völlig "normal" läuft, auf niedrigem Niveau zwar, aber problemlos.
ZitatDeine finanziellen Verbindlichkeiten und die Notwendigkeit einzukaufen gehen derweil aber weiter, die Gläubiger-Briefe erreichen dich weiter täglich. Schuldner-Beratung? Gute Idee, aber die sind so überlaufen dass man dort frühestens in einem halben Jahr Hilfe bekommt, und auch das nur wenn Du zu den "harten Fällen" gehörst, wegen "nur" ein paar tausend Euro Miese brauchste da nicht glauben dass Du schnell unterstützt wirst.
Das hängt ganz von der Schuldnerberatung ab. Mit "professionellen" Schuldnerberatern habe ich / haben meine Kunden in der Mehrzahl schlechte Erfahrungen gemacht. Wenn es aber um soziale Dienste geht wie caritas, Diakonie etc. pp., da habe ich bisher sehr positives Feedback von den Kunden bekommen. Da wird sehr schnell weitergeholfen und auch in "kleinen" Fällen. Und letztlich gilt auch hier: nicht erst den Weg suchen, wenn Hartz IV "da" ist, sondern rechtzeitig!