Beiträge von pallmall

    Ich glaube nicht, daß die Mehrwertsteuererhöhung auch nur einen positiven Effekt haben wird. Ich denke eher, daß der Markt für Gebrauchtwaren von Privat zu Privat rapide ansteigen wird bzw. sich ein regelrechter Schwarzmarkt für alle erdenklichen Artikel gründen wird. Und wenn man sieht, wie die Justiz den "paar" schwarzen Schafen bei Ebay hinterherhetzt, dann wird diese Aufgabe bei potentiellen 80 Millionen Verbrechern garnicht mehr handhabbar sein.


    Einen Boom sehe ich aber bei den Auswanderungszahlen. Die Besserverdiener im Billigflieger, die Arbeitslosen in Fahrgemeinschaften oder per Bahn. Übrig bleiben Politiker, Reiche mit ihren Steuerberatern und Anwälten, sowie Alte und Kranke.


    Die Geburtenrate wird in den nächsten zwei Jahren vermutlich auf einen Wert fallen, wie man wohl in den besten Albträumen nicht zusammenspinnen kann. Jeder, der nicht über eine Erbschaft von sehr beträchtlichem Ausmaß verfügt, der wird definitiv keine Familie mehr gründen-zumindest nicht in der BRD. Familiengründungswunsch ein Motivator fürs auswandern, daß ist vermutlich einmalig in Europa. Danke Münte und Angie!


    Und die "französischen Verhältnisse" mit Sachbeschädigung und weiterem, daß werden wir auch bekommen, da bin ich ganz sicher. Lange dauert das auch nicht mehr, ich befürchte fast, daß wird sich wie ein Lauffeuer über ganz Europa ausbreiten. Vorrausgesetzt, unsere französischen Freunde halten das noch ein paar Wochen aufrecht und kriegen ihre Medienpräsenz.


    Das Tragische ist für mich, daß eine solch lebensunwerte Situation in diesem Land eigentlich sonst nur vor, während oder nach Kriegen bestand. Aber wir haben derzeit keinen Krieg...

    Naja, so ganz kostenlos, wie die Verkäufer hier im Beitrag sagen, sind die Verträge offenbar nicht...


    Beide haben in ihren AGB den merkwürdigen Satz "Vorbehalt der Rückbelastung, sofern keinerlei Nutzung des Vertrages über die gesamte Mindestlaufzeit erfolgt!".


    Da frag ich mich nun, was denn eine "Nutzung" darstellt? Theoretisch müsste das einbuchen der SIM ja eine Nutzung darstellen, denn man kann einen Kunden ja nicht zwingen zu telefonieren, wenn er ein Handy nur der Erreichbarkeit wegen anschafft.


    Insofern frage ich mich, auf welcher rechtlichen Grundlage ihr da etwas rückbbelasten wollt? :)

    Nee, bei meiner Zusammenstellung ist das ganze Anklopfen/CLIP/Rückruf etc.-Gedöns schon inklusive (KielNet Aktiv Telefonanschluß 21,50€). Geht auch für zwei Euro weniger ohne, dann sind aber auch die Gesprächspreise teurer(KeilNet Classic 19,50€)-ich zahle im Ortsbereich 1,5Cent, Deutschlandweit 2Cent, zu Kielnetteilnehmern garnix.


    Die Telefonflatrate lohnt sich für mich nicht, die ist aber in der Tat noch etwas teurer, als bei den anderen Wettbewerbern. Wobei ich mir im Bedarfsfall wahrscheinlich so oder so nen VoIP-Router holen würde und auf diesem Weg an eine Telefonflat kommen könnte.

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    Wo sagt denn diese Kampagne bitte "Hilf Dir selbst-ignoriere alles andere?" Interpretierst Du das nicht da hinein? Ich denke, es ist eher so gemeint, dass man den Schlüssel zu Veränderungen selbst in der Hand hat. Jeder - ja und wirklich jeder - ist in der Lage, zu Veränderungen in Deutschland beizutragen. Nicht im Großen, nicht an der von Dir ja angesprochenen Lage am Arbeitsmarkt z.B. Aber im Kleinen, in der Nachbarschaft, da wo Hilfe nötig ist. Da liegt es an "Dir", etwas zu tun, das ist auch "Dein Deutschland". Ist jetzt nur ein Beispiel, aber das ist ein Teil, wo ich denke, dass auch ein Abzielen in diese Richtung beabsichtigt ist. Denn das "jeder-für-sich-mir-am-meisten" Denken ist doch schon extrem ausgeprägt. Dafür muss ich keinen Spot mehr machen. Sondern genau da muss ich gegensteuern. Und wenn ich das mit so einem Spot teilweise erreichen kann, finde ich das gut.


    Es hat aber nicht jeder den selben Schlüssel, und das wird mittels solcher Kampagnen gerne verschleiert. (Behinderte sind offenbar garnicht Deutschland, denn angesichts der 30 Millionen Sendeplatzkosten verwundert es schon, daß die Webseite nicht behindertengerecht ist-obwohl gerade Behinderte das Netz zur Kommunikation nutzen).


    Und ich glaube nicht, daß solch ein Propagandafilm in einer Gesellschaft, in der ein jeder, der sich nicht selber helfen kann automatisch zumindest in den Verdacht gerät, ein "Schmarotzer" zu sein, die Wirkung haben wird, wie du meinst, sie bei dir entdeckt zu haben.


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    Dass man an der Arbeitslosigkeit z.B. nix positives finden kann, kann ich nachvollziehen. Aber es hilft auch nichts, von morgens bis abends darüber zu jammern, wie beschissen die Lage ist. Dadurch ändert sich nämlich auch nichts. "Die da oben" Wer ist das? Regierung? Politik allgemein? Die schaffen nicht einen einzigen Arbeitsplatz. Ausser vielleicht in den eigenen Behörden... Arbeitsplätze schafft die Wirtschaft. Und wenn man durch eine Kampagne den ein oder anderen dazu bewegen kann, vielleicht etwas weniger Profit zu machen und dafür einen Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen oder einen Ausbildungsplatz dann ist auch schon viel gewonnen. Ja, sicher, Politik muss die passenden Rahmenbedingungen gestalten und kann nicht aus der Verantwortung entlassen werden. Aber für alles ist Politik auch nicht verantwortlich.


    Die Politik schafft die Rahmenbedingungen, nach denen eine Wirtschaft abläuft. Wenn Politik keinerlei Arbeit schafft und auch nicht den Arbeitsmarkt beeinflußt, warum hat man dann Angst vor Kommunismus, Sozialismus und und und...Politik findet doch angeblich in einer Luftblase statt, wäre doch dann völlig egal?


    Und auch hier finde ich deinen Ansatz an der Gegenwart vorbei gedacht. Das Hauptproblem ist nicht, daß jeder einen Arbeitsplatz hat oder bekommt, sondern, daß man von Arbeit auch vernünftig leben kann. Dann könnte man sich diese "Du bist..." Soße auch stecken, denn mit genug Kohle in der Hose kann man seinen Nachbarn, seine Familie auch ohne Staat unterstützen. Alleine durch Arbeit hat man heutzutage eben nicht automatisch was zu Essen auf dem Teller. Deshalb kann (aufgrund dieser Ausgangssituation) "Pack an" garnicht die Parole sein, denn jedes anpacken verpufft sofort.


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    Und man kann sehr wohl auch von selbst aus der Lage herauskommen. Ich habe einen arbeitslosen Bruder (Schauspieler), dem es beschissen genug geht. Der hat natürlich auch die Möglichkeit, zu warten, dass ihm jemand aus seiner Situation hilft. Der kann aber auch selbst etwas tun. Auch ohne Schwarzarbeit. Ja, es gibt Möglichkeiten. Der verdient durch seine Gelegenheitsjobs keine Reichtümer, kommt aber irgendwie auch über die Runden. Mehr schlecht als Recht, ab und an motzt er auch (zurecht), aber es hilft nix, wenn man sich nur alles immer negativ einredet. Ein blonder Übermensch ist er jedenfalls nicht.


    So, man kann da herauskommen? Dein Bruder ist es ja bisher nicht, wie du selber schreibst. "Mehr Schlecht als Recht" kann ja wohl kaum als menschenwürdiges und frei wählbares Lebensmodell gelten. Da sieht man doch wieder den Irrsinn der Kampagne.


    Dein Bruder macht was, und er kann dennoch nicht wirklich davon leben-zumindest nicht so, als daß er damit glücklich ist.


    Das er motzt mag für dich und jeden anderen unbequem sein, weil es einen daran erinnert, daß man neben aller Ökonomie eben doch noch Mensch ist und sich daß nicht nach Kosten/Nutzen abrechnen lässt. Aber es bringt bedeuten mehr, den Mißstand vor Augen zu haben, als so zu tun, als wäre alles Heile Welt.


    Man kann auch nicht behaupten, alle die jammern, tun nix. Man kann garnicht nix tun-selbst in der Ecke liegen und atmen ist eine Tätigkeit. Sie lässt sich nur nicht zu Geld machen. Wenn das also der Punkt sein soll, dann geht es in dieser Kampagne wohl nicht um dich und mich, sondern eben auch nur um Geldfragen.
    Schon komisch, daß wir uns mittlerweile alles vom Kapital (und das meine ich wörtlich, ohne politischen Hintergrund) so sehr vereinnahmen lassen, daß wir uns von uns selbst entfremden.


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    Sicher ist auch nicht jeder dazu in der Lage, etwas selbst an seiner Situation zu ändern, aber an seiner Einstellung dazu, mit der Situation umzugehen, da kann jeder etwas ändern. Und das finde ich wichtig. Natürlich ist Arbeitslosigkeit nicht schön. Aber muss ich deswegen aufhören, auch positive Dinge zu sehen und die sagen zu können? Oder muss man es als normal betrachten, wenn man dann alles negativ sieht?


    Wenn man im Misthaufen angekettet ist, dann bringt es nix, wenn man sich darüber freut, daß 100 Meter weiter eine Blumenwiese steht-man kann sie nie erreichen.


    Was du mittels Selbstsuggestion erreichen willst, klappt nur solange, wie du selber entscheiden kannst, wohin du gehen willst.


    Wenn du diese Wahl nicht hast, dann ist die Konfrontation mit der realen Situation so dominant, daß du willentlich garnicht positiv denken kannst. Deshalb auch die hohe Tendenz zum Rauschmittelgebrauch unter ärmeren Bevölkerungsschichten. Die können anders garnicht das real vorhandene Negative wegblenden.


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    Ich denke auch, man kann und sollte nicht alles nur auf das Thema Arbeitslosigkeit reduzieren. Es gibt so viele andere Dinge in Deutschland, über die permanent gejammert wird. Nimm die Rentenproblematik. Die jetzigen Rentner jammern bereits über Belastungen aus Pflegeversicherung und Co. Nachfolgende Generationen werden froh sein können, wenn sie überhaupt noch Rente bekommen vom Staat. Soll ich deswegen jetzt aufhören zu leben, weil ich eh nix bekomme im Alter oder versuchen, das beste aus der Situation zu machen?


    Nun, gerade bei der Rentendiskussion wirds doch wirklich absurd. Da wird von mehr Eigenverantwortung gefaselt und Bedarfsgemeinschaften gepredigt...auf der anderen Seite aber jeder Pfeiler, der sowohl Eigenverantwortung als auch Bedarfsgemeinschaft möglich machen würde gnadenlos abgesägt.


    Und was du machen sollst? Na im Grundgesetz steht, du musst langsam anfangen, den Staat zu stürzen. Denn das Grundgesetz steht nicht ohne Grund über dem Staat.


    Heute wird tatsächlich gedacht, man müsste für den Staat etwas tun. Das ist schlicht falsch, der Staat hat als einzige Funktion, für die Bürger da zu sein, ohne etwas zu fordern. Kehrt sich das um, daß man nichts mehr vom Staat erwarten kann, aber unentwegt für den Staat leben muss, dann ist es kein Staat mehr, sondern ein Gefängnis.


    Und dann meckern sie leider oft an der falschen Stelle-das Mautsystem funktioniert.


    Und zwar so gut, daß der Großteil des Speditionsverkehrs nun auf Land- und Bundesstraßen ausweicht, wo immer es geht. Das diese Straßen diesen Belastungen noch weniger entgegenzusetzen haben, als Autobahnen und es uns neben den Kosten für das ökologisch und ökonomisch unsinnige Mautsystem nun auch noch Kosten an anderer Stelle gibt, die vorher und ohne Mautsystem nie angefallen wären, das ist die wahre Meisterleistung!


    Deine Vermutung ist falsch. Ich habe den Link durchaus gelesen.


    Nur, das Problem an der Sache ist, die meisten Dinge, die in der öffentlichen Diskussion beklagt werden, sind real! Da kann man nix positives dran finden, deshalb finde ich es falsch, daß (wenn auch leicht) in die "Beklopptenecke" zu drücken.


    Ich weiß da auch nicht, was das Klischee soll, wer etwas beklagt, der hängt automatisch auf dem Sofa oder unterm Kneipentresen. Und gerade in der Kneipe hängen immer weniger Arme unterm Tisch, weil die sich das garnicht mehr leisten können. Was einer in seiner Wohnung tut, das hat mich und dich eigentlich nicht zu interessieren.


    Und da es für viele (und zunehmend immer mehr-> normale Folge der technischen Entwicklung) nunmal die Situation, daß sie nicht selber aus ihrer Situation kommen. Es gibt nicht nur blonde Übermenschen, sondern nunmal auch etliche Millionen, die es eben nicht alleine oder aus sich heraus schaffen. Das kann man schlecht finden, aber es ist so. Und dem muss man sich anders stellen als mit solchen Kampagnen.


    Und "die da Oben" immer aus jeder Verantwortung zu nehmen, ist falsch. Denn die machen die Gesetze, nicht du und auch nicht ich. Es gibt viele, die etwas tun, aber denen bleibt da meist nur die Schwarzarbeit. Es liegt eben oftmals doch an "denen da Oben", denn Unten geht der Ausgang meist nur in die Kriminalität oder Resignation.


    Was mich am Meisten stört, ist der perfide Geist dieser "Du bist..." Kampagne. In meiner Generation hieß es immer "Hilf den Schwachen"-diese Kampagne sagt eigentlich das Gegenteil "Hilf dir Selbst-Ignoriere alles andere". Das wir (also dieses Land) zu Zeiten von "Hilf den Schwachen" besser dagestanden haben, als heute in den "Ackermannjahren", das weiß doch jeder selbst.

    Erstmal finde ich es erschreckend (erklärt aber sehr gut historische Episoden dieses Landes), daß ein solcher Propagandaspot solch positive Effekte erwirkt.


    Man könnte genauso gut dreissig Sekunden lang den hyperaktiven Holländer "Tschaka, du bist Deutschland" brüllen lassen, anstelle die immer gleichen Hackfressen (denen momentan keine Kamera entkommt) ihre seelenlosen PR-Häppchen runterleiern zu lassen. Allerdings ist es nichtmehr so verwirrend, wenn der Käse von einem Sprecher gesprochen wird.


    Das der Spot letztenendes nur transportiert "Jeder für sich, alles für mich" ist schon ziemlich gewagt und traurig zugleich. Das dies ausnahmslos von denen vorgetragen wird, die ihren Wohlstand nicht durch produktive Arbeit erreicht haben, ist verständlich.


    Krank finde ich im Übrigen, wenn man denen, die noch fähig sind, Kritik üben zu wollen, eine krankhafte Depression anzudichten, wie es einige hier im Forum versuchen.


    Gesund ist es, wenn man die hohe Arbeitslosigkeit, die Umverteilung von unten nach oben als Mißstand wahrnimmt und die daraus resultierende Zukunft negativ bewertet.


    Krank ist es, wenn man es für positiv erachtet, keinerlei Emphatie für die Schicksale anderer zu haben (jammern auf hohem Nivea ändert nämlich nix an der Tatsache, daß das Beklagte für Millionen in diesem Land Realität ist), es als "edel" anmuten zu lassen, wenn man nicht um Hilfe bittet, wenn man sie braucht (mehrmals wird im Spot eingetrichtert, blos nicht zu fragen, ob jemand anderes etwas für einen tun kann) und den Verfall des Wohlstandes für die Massen (aber den Erhalt für die Elite) als Errungenschaft darzustellen.


    Im Übrigen jammern die Initiatoren dieser Kampagne am lautesten, daß die Deutschen sich ihre Medien aus dem Internet holen und nicht die Zeitung am Kiosk.

    Zitat

    Original geschrieben von Charlie_D
    Du würdest also ein defacto nicht neues Gerät gerne als Neugerät zum Neugerätepreis kaufen?


    Du würdest als Kunde ein solches Retourgerät wie im vorliegenden Fall als Gebrauchtware erkennen?


    Und darum gehts mir hier. Das meinte ich mit "sich einen Zweitwagen zu Lasten des Kunden verdienen". Der Händler hat nun dreissig Euro für garnix verdient und kann (theoretisch) das Gerät als Neugerät weiterverkaufen. Auch wenn dieses Gerät hier angeblich (und vermutlich auch wirklich) als Retourgerät weiterverkauft wird, es kann auch ein anderes Gerät sein (IMEI-Nummer?), daß da weiterverkauft wird und dem Kunden wir dennoch Geld abgezockt.