Tja Jeeves, hätte nicht gedacht das wir mal so gegensätzlicher Meinung sind! 
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Original geschrieben von Jeeves
Mir geht es bei den Gebühren hauptsächlich um folgenden Aspekt: Ich möchte als Student gewisse Leistungen von den Profs. und der Uni als ganzes verlangen können. Das kann ich am besten, wenn ich dafür bezahle, ist nun mal so. Im Moment kommt man sich häufig doch eher als Bittsteller und eher störend vor. "Kann ich mal den Prof. xy sprechen?" "Rufen sie mal in zwei Wochen wieder an, dann gebe ich Ihnen einen Termin" (oder auch nicht).
Ich weiß nicht was Du für Vorstellungen hast aber glaubst Du wirklich, durch Studiengebühren würde sich daran etwas ändern?
Willst Du dann bei der Sekretärin auf den Tisch hauen und sagen "Dafür das ich hier soviel Kohle lasse will ich auch zügig einen Termin beim Professor!" :confused:
Außer einem milden Lächeln wirst Du da wohl nicht viel ernten...
Durch Studiengebühren (wenn sie denn an die Hochschulen gehen würden) könnte sich wohl die Ausstattung verbessern (wovon ich als BWLer nicht so viel hätte
). Das Engagement der Professoren und Angestellten aber niemals!
Das liegt nunmal daran, daß Hochschulen öffentliche Einrichtungen sind. Der Service beim Personalausweis ist auch nicht besser geworden, seid man dafür zahlen muß.
Da würde es mehr Sinn machen, die Professorentätigkeit in ein normales Angestelltenverhältnis umzuwandeln, welches bei schlechter Leistung gekündigt wird.
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Gut es ist illusorisch zu glauben, Studis könnten den kompletten Unibetrieb finanzieren, aber ein gewisses Bewußstein für eine Leistung auch Geld zu bezahlen könnte viel für die Motivation von Profs. und von Studenten bewirken.
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Du tust ja so als würde zur Zeit das Studium für die Studenten umsonst sein. Für was überweise ich denn dann immer meinen Semesterbeitrag? 
Zu der Motivation der Profs siehe oben. Und da sich diese auch nicht ändern wird, würde sich das Preis-/Leistungsverhältnis durch Studiengebühren wohl eher noch mehr verschlechtern.
Vorträge von Leuten aus der Wirtschaft, wie von Dir als Beispiel aufgeführt, sind natürlich super. Die gibt es bei uns auch heute schon. Könnte aber in der Tat ruhig mehr sein.
Als Professoren-Ersatz taugen diese Leute aber auch nicht immer. Von solchen Leuten habe ich auch schon völlig schlechte Vorlesungen erlebt.
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Zu den Langzeitstudis: Da hält sich mein Verständnis allerdings in gewissen Grenzen. In der Regel sollte es doch nicht zu viel verlangt sein, in 12 Semestern sein Studium abzuschließen, oder? Zudem werden einfach Kapazitäten 'verstopft' dadurch. Härtefälle bekommen auch jetzt schon in BaWü z.B. Verlängerung z.B. Befreiung von Gebühren über die normale Zeit hinaus.
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Ja, ja, die Klischees über Langzeitstudenten...
In Essen (BWL) beträgt die durchschnittliche Studiendauer 13 Semester. Das zeigt wohl deutlich, daß es zwar möglich ist in 12 Semestern sein Studium abzuschließen, es jedoch kein einfacher Regelfall ist.
Es gibt sehr viele Gründe für ein langes Studium. In meinem Fall z.B. das ich am Anfang viel arbeiten mußte und wollte und daher erstmal das Studium die Nebensache war.
Ich sehe aber kein Argument dafür, Langzeitstudenten zu bestrafen, den n sie schaden keinem. Sie "verstopfen" keine Kapazitäten, da sie eh nicht so oft an der Uni sind (deswegen sind sie ja Langzeitstudenten) und weil sie meistens schon im Hauptstudium sind, wo schon so viele abgesprungen sind das es keine Unterkapazitäten mehr gibt.
Und hohe Kosten verursachen sie auch nicht da sie, wie gesagt, nicht oft an der Uni sind, eine Vorlesung für X Leute genausoviel kostet wie für Y Leute, sie aus der studentischen Krankenversicherung ab einem gewissen Alter heraus müssen usw.
Das eigentliche Ziel, die Studenten zu einem schnelleren Abschluß zu bewegen wird auch nur zum Teil erreicht werden. Einige werden wegen der drohenden Langzeitgebühren zwar schneller studieren, es gibt aber immer andere die unerwartet oder absichtlich Langzeitstudenten werden. Und diese müssen dann wegen der Gebühren noch mehr arbeiten und noch länger studieren.
Ach ja, die Härtefall-Regelungen: Ich weiß nicht wie diese in Baden-Württemberg aussehen. In NRW jedenfalls sind sie in den Planungen so gestaltet, daß so gut wie keiner unter diese Regelungen fällt.