Das ganze Geheimnis bei Patenten liegt darin, sie so zu formulieren, dass es wenig Möglichkeiten gibt, sie zu umgehen.
Das gestaltet sich jetzt bei relativ trivialen Patenten schwierig, weil ein angebrachter Griff jetzt nicht so erschöpfend beschrieben werden kann in seiner ganzen Genialität, dass es einem anderen nicht gelingen könnte, die Anbringung des Griffes etwas zu verändern, und damit das Patent auszuhebeln.
Idealerweise hat man eine ganze Wirkkette von Eigenschaften, die am Ende zu der Funktion des Produktes führen. Und je allgemeiner diese formuliert ist, je mehr Varianten gleichzeitig abgedeckt sind, desto besser ist das Patent geschützt.
Mein Tipp in dieser Sache: Du hast ca. ein Jahr Zeit, mit dem Produkt Geld zu verdienen, wenn Du es in den Markt bringst, beginnend von dem Tag an, wo Du es jemanden zuerst zeigst. Das kann eine Messe sein, oder eine Fachzeitschrift. Ab dem Tag ticken die Uhren, wo die Chinesen Werkzeuge und Vorrichtungen bauen, das Produkt testen und evtl. zur Zulassung bringen.
Ist Dein Produkt hochwertig und trickreich ausgeführt, dauert es ein Jahr, ist es ein simples, billiges hingeschlamptes Dingen, nur drei bis sechs Monate, bis Plagiate kommen.
Ist Dein Produkt also wirklich gut, dann baue und teste es im stillen, zeig es niemanden, lasse Werkzeuge und Vorrichtungen in unterschiedlichen Betrieben bauen, damit die nicht das Ganze sehen. Wenn es dann wirklich prima ist und problemlos funktioniert, dann vertreibst Du es und kannst dann hoffen, in den 3-12 Monaten Deine Investitionen wieder reinzubekommen.
Kleine Fussnote noch: Der sicherste Weg, die Plagiateure, anzulocken ist die Patentanmeldung. Viele Firmen patentieren gar nicht mehr, weil sie damit dem Wettbewerber zwei Jahre vorher schon zeigen, wie etwas zu machen ist, und was es demnächst geben wird.