Beiträge von fahrsfahrwerkaus

    Vergiss die Fotos, ich habe lernen müssen, dass Fotos (besonders Werksfotos) nichts wert sind. Ich kann gerne mal welche machen, wenn ich den Wagen habe, allerdings wäre es wirklich besser, sich mal selber reinzusetzen und die ganze Haptik zu erfahren. Allein schon, wie präzise und satt die Türen auf- und zugehen, kann man nicht mit Worten beschreiben.


    Damit die Maßstäbe stimmen: Für 2/3 des Preises ist es Honda gelungen, ein Auto zu bauen, was vielleicht 95% der Haptik einer C-Klasse bietet.

    Vielleicht war der BMW ja auch kaputt oder hatte nen Faden in der Kerze.
    Stell dir einfach folgende Situation vor: Man fährt gemütlich mit 160 über die Bahn, zusammen mit dem Vertretergeschwader in ihren A4 und Passat 2.0TDIs. Nun zieht einer raus, und du hängst dich hinten dran. Natürlich schaltest Du schön in den vierten Gang, damit man bei 6000 1/min landet, und Nennleistung ansteht. Dann tritt man das Gaspedal voll durch. Der BMW nimmt fahrt auf, aber nicht mehr, als der Passat oder A4 vor einem. Oder nur minimalst mehr. Da fragt man sich dann, wo die 100-mehr-PS stecken. Man würde dann am liebsten noch einen Gang runterschalten, aber das geht nicht, weil der Begrenzer bei 6500 1/min kommt oder so. Nach der ganzen Schalterrei und auf-den-Drehzahlmesser-mit-dem-linken-Auge-starren ist man nassgeschwitzt, hat den ollen Passat aber nur mit laaaaangem Anlauf überholt. Das ist es echt nicht wert.

    Hab ich doch. Immer nahe am Begrenzer gehalten und Vollgas gegeben. Das BMW-Getriebe ist eh so kurz, dass man nie untertourig fahren kann. Aber lustig ist, dass mir immer wieder Leute unterstellen, dass ich nicht wüsste, wie Drehzahl, Gaspedalstellung und Leistung zusammenhängen.


    Den Wertverlust hat der Honda schon hinter sich ;) Ich kaufe ihn für einen Spitzenpreis

    Hallo Leute,


    da der Mazda 6 nicht in frage kam, hab ich heute einen sehr jungen Gebrauchten getestet. Es handelt sich dabei um den Honda Accord Tourer mit dem 2.2 Liter-Diesel mit 140PS in der Sport-Ausführung. Der Wagen ist auch von 03/07 und hat 20000km runter. Farbe ist Nighthawk Black Metallic, oder auf deutsch: tiefschwarz


    -Ausstattung: Teilleder, Xenon, elektrische Heckklappe, CD-Radio, Klimaautomatik, Multifunktions-Lederlenkrad, Leder-Schaltknauf, 6 Gänge, 4x el. Fensterheber, 16"-Alufelgen


    -Erster Eindruck von aussen: lang, schwarz, keilförmig, schöne silberne Türgriffe


    -Innenraum: Der Innenraum ist modern und hochwertig ausgestattet. Alle Materialien wirken hochwertig und sind gut eingepasst. Nichts knarzt, auch wenn man draufdrückt. Die Teilledersitze sind ein guter Kompromiss zwischen Vollleder und Stoff. Sie bieten ausreichenden Seitenhalt. Die Sitzposition ist relativ tief für ein Auto der Kombiklasse


    -Der Tachobereich: Das echte Highlight ist der Tachobereich. Er präsentiert sich in gediegener Durchlichttechnik, mit weiss/roter Schrift, die kontrastreich und scharf wie ausgestanzt wirkt. Dazu ein hochauflösendes Dot-Matrix-Display im unteren Tachofeld, wo der Bordcomputer seine Daten einblendet. So ein schönen Tacho habe ich bis jetzt nur bei Audi und Mercedes gesehen.


    -Der Schalthebel: Ist aus Leder, nur die Manschette ist aus einem Kunststoffmaterial. Merkt man aber nur, wenn man sie anfasst.


    -Das Lenkrad: Das Lederlenkrad fühlt sich gut an, auf der linken Seite sind die Tasten fürs Radio, auf der rechten die für den Tempomaten. Unten im Kranz sind die Taster für den Bordcomputer


    -Die Lenkung: Ein Traum. Völlig lineare Lenkung, über den gesamten Lenkweg die gleiche Lenkkraft, und sie bleibt völlig frei von Antriebseinflüssen. Es lenkt sich der Accord wie ein Hecktriebler. Wie Honda das geschafft hat, ist mir ein Rätsel. Einfach nur perfekt


    -Die Bremsen: Einwandfrei, fährt geradeaus beim kräftigen Bremsen


    -Das Getriebe: Ist gut abgestimmt, aber klassenübliche 2000 1/min bei Tempo 110 im sechsten Gang. Wie alle anderen auch. Das Schaltgefühl ist original von BMW kopiert, dieses knorpelige Einrasten beim Gangwechsel ist perfekt imitiert. Ob mans mag, ist Geschmacksache. Stören tuts nicht.


    -Die Geräuschentwicklung: Ein weiteres Highlight. Der Accord fährt super leise und ist kaum zu hören. Bei Tempo 180 ist ein Gespräch möglich, ohne die Stimme zu erheben


    -Der Motor: Fährt sich okay, sehr gleichmässige Kraftentfaltung. Hat den Charakter eines 3-Liter-Benziners, klingt auch nur noch entfernt nach Diesel. Er hat kein Turbopunch, sondern eine breit gefächerte Leistungsabgabe. Er passt zu dem sänftenartigen Charakter des leisen und komfortablen Accord.
    Wie ich durch meine bisherigen Tests gelernt habe, darf man in der Mittelklasse nicht das rabiate Durchstarten wie in der Kompaktklasse erwarten, selbst in der 2,5-Liter-TDI-Klasse mit 180PS nicht. Und selbst bei 3-Liter-Benzinern wie dem BMW 330i mit 231PS kommt nicht mehr Fahrspass auf. Ich akzeptiere den Motor also als ausreichende Motorisierung für ein komfortables Langstreckenauto, mit dem man mühelos Tempo 160 erreicht.


    -Der Spritverbrauch: Liegt laut Bordcomputer bei 8,3 Litern. Wenn man die Hondaforen so durchliest, sind Verbräuche von 6-11 Litern möglich. Wenns 7-8 werden bei mir, dann ist das ein akzeptabler Wert für so ein großes und schweres Auto


    -Innenraumverarbeitung: Ausgezeichnet, auf dem Niveau von BMW oder Audi. Es scheint designmäßig irgendwo eine Mischung aus Mercedes (Tacho und Ausströmer), Audi (Fahrverhalten und Lenkung) und BMW (Innendekor, Schaltung und Oberflächenhaptik) zu sein.


    Fazit: Ich werde diesen Wagen kaufen, wahrscheinlich morgen. Als Zubehör kommt die fehlende Bluetooth-Freisprecheinrichtung hinzu, 17"-Felgen für den Sommer, Rückfahrsensoren und Alu-Einstiegsleisten zum Schutz. Schwarzer Lack verkratzt eben leicht.


    Das lustigste ist, dass der Mazda 6 fast das gleiche kostet und gegen den Accord der letze Sch*issdreck ist. Was die sich dabei gedacht haben, konnte mir selbst der Honda-Händler nicht erklären. Er meinte, das Design wäre zu bieder. Aber das kann ich überhaupt nicht verstehen. Für meine Augen wirkt der Accord gleichzeitig sportlich und gediegen in einem. Der Kombi ist von hinten vielleicht gewöhnungsbedürftig, aber wie oft sieht man sein eigenes Auto von hinten?
    Ich freu mich tierisch drauf. Hoffentlich kann ich ihn bald mitnehmen :)

    mo12: Dann ist mein Wissen veraltet gewesen. Danke für die Info. Mir hat das mal so ein älterer Kollege erzählt, zusammen mit ein paar netten Stories über den Wildwuchs mancher Berufsbezeichnungen. Bei praktisch allen deutschen Großunternehmen, die auch eigene Weiterbildungsstätten betreiben, gabs solche internen Bezeichnungen, die ausserhalb der Wände dieser Firma keinen Wert mehr hatten.

    Der Begriff "Ingenieur" ist auch nicht geschützt, nur "Dipl. Ing." darf man sich nicht einfach so nennen. Hab ich irgendwann mal so gelernt, weiss nicht, ob das heute noch so gilt.

    Jochen und Chevygnon: Danke für die Links, werde mir die mal durchlesen.


    Heute nachmittag steht eine Probefahrt mit dem Tourer in der Ausführung "Sport" an. Ist zwar ein Gebrauchtwagen, aber es geht mir mehr darum, das Fahrverhalten kennenzulernen. Wenn der mir gefällt, würde ich den als Executive bestellen.


    Da der Mazda 6 ausgeschieden ist, bleibt nur noch der Accord und der Octavia Kombi RS übrig. Letzeren werde ich vielleicht auch noch fahren, obwohl ich fast schon weiss, dass der mir vom fahrtechnischen besser gefallen wird. Nur wollte ich dieses Mal den Japanern eine Chance geben, sich zu beweisen.

    Hab ich schon, danke. Aber da tummeln sich fast nur Prolls in den Hondaforen, die sich darüber austauschen, wie man auf einen 88er Prelude doch noch die 18"-Budniks draufkriegt, oder die Bastuck-Brülltüte unter einen 91er CRX. Oder es wird sich über den neuen Civic ausgeheult. Über den aktuellen Accord findet man da nicht sehr viel.

    Hallo Leute, da ich momentan auf der Suche nach einem anderen Auto bin, möchte ich euch einen Kurztest zu dem 2007er Mazda 6 Sport Kombi mit 143PS-Diesel in der Active-Ausstattung zur Verfügung stellen. Der Wagen ist von 03/07 und hat 4000km gelaufen.


    -Ausstattung: Der Active ist momentan das zweit-höchste Sondermodell des Mazdas und ist gut ausgestattet. Xenon, Sitzheizung, Bose-Sound, 6-fach-Wechsler, Tempomat, Licht- und Regensensor etc. Von daher lässt der Active kaum Wünsche offen, ausser vielleicht nach Ledersitzen, die mir besser gefallen würden. Diese gibt es aber ausschliesslich im Modell "Active Plus"


    -Erster Eindruck von aussen: Groß, schick, modern


    -Innenraum: Hier wirkt der Mazda auf Fotos besser als in der Wirklichkeit. Man sieht ihm an, dass an vielen Stellen gespart wurde, z.B. an den Blinker- und Lichthebeln, die noch aus den 80er Jahren zu stammen scheinen. Schalter für weniger genutzte Funktionen wie Sitzheizung, Airbagdeaktivierung und Tachobeleuchtung sind sogar noch schlimmer, sie ähneln den Wippschaltern aus alten Nutzfahrzeugen. Der Sitzplatz vorne ist klassenüblich geräumig, wenn auch nicht allzu üppig. Die Sitze lassen sich vielfältig einstellen, wirken aber weich und billig und bereits nach 4000km ist an einigen Stellen die schwarze Stofffärbung abgescheuert.


    -Der Tachobereich: Hier hat Mazda versucht, mit etwas sportlicher Schrift den angegrauten Tacho aufzuhübschen, leider ist er trotzdem ausschliesslich in roter Farbe beleuchtet und bietet nicht die modernere 3D-Durchlichttechnik wie sie Honda hat oder Mercedes.


    -Der Schalthebel: Ist lederbezogen, liegt angenehm in der Hand und schaltet sich relativ knackig, allerdings nicht so wie bei VAG.


    -Das Lenkrad: Ist ebenfalls lederbezogen und schaut gut aus mit seinen Multifunktionsknöpfen fürs Radio und den Tempomaten


    -Die Lenkung: Ist teigig, gefühllos und extremst leicht um die Mittellage.


    -Die Bremsen: Scheinen okay zu sein, allerdings zog der Wagen bei einer kräftigen Testbremsung nach rechts. Nicht so schön für ein praktisch neues Auto.


    -Das Getriebe: Scheint vernünftig abgestuft zu sein, keine besonderen Eindrücke


    -Die Geräuschentwicklung: Jetzt wirds langsam übel mit dem Mazda, das Innengeräusch ist auf Kleinwageniveau. Vergleichbar mit einem Peugeot 206 Benziner


    -Der Motor: Zuletzt das wichtigste Thema, der Antrieb. Der Commonrail-Turbodiesel mit 2 Litern Hubraum und 143PS ist eine Ford/Mazda Eigenentwicklung. Leider hat man sich nicht des genial abgestimmten 2-Liters aus dem letzten Mondeo bedient, sondern hat entweder was grundlegendes verändert oder neugemacht. Jedenfalls nicht zum Vorteil des Aggregats. Ihm fehlt die Spritzigkeit von 1500-2000 1/min, die der Ford-Motor bietet, sondern kommt ganz regulär wie zu erwarten erst bei 2000-2500 1/min aus dem Quark. Begleitet wird der Vorgang mit einem benziner-artigen heiseren Knurrgeräusch, was überhaupt nicht nach Diesel klingt. Eher wie ein Benziner in einem Kleinwagen. Meine spontane Assoziation war: Du sitzt in einem 206 mit dem 1,6-Liter und 106PS.
    Die Fahrleistungen sind ansonsten okay, und der etwas schwerere Mazda 6 (im Vergleich zur Kompaktklasse, die ich fahre) kompensiert die Leistungssteigerung von 136PS auf 143PS. Um nicht zu sagen: frisst sie auf, aber das ist okay.


    -Der Spritverbrauch: Lag bei der Testfahrt bei ca 8,5 Liter. Das ist viel zu viel, und das bemängeln auch viele User im Mazda-Forum. Seit der Wagen einen Partikelfilter hat, ist der Verbrauch um 1,5Liter angestiegen und liegt nun bei vielen Leuten zwischen 8,5 und 9,5 Litern auf 100km.


    -Innenraumverarbeitung: War soweit okay, nur waren praktisch alle Materialen sehr billig und die Klavierlack/Metallapplikationen wirken mehr wie gewollt als gekonnt. Der Wagen verströmt ein Billigflair von innen, was man auf den Werbefotos wirklich nicht erkennt.


    Fazit: Der Wagen ist zu laut, das Fahrwerk zu hibbelig, die Lenkung zu gefühllos und der Spritverbrauch zu hoch. Werde mich nach einem anderen Wagen umsehen müssen.


    Weitere typische Probleme vieler Nutzer: Ölverdünnung bei Kurzstreckenfahrten und Teillastruckeln des Motors bei 1500 1/min. Wer mehr wissen will, schaut im Mazda-Forum vorbei.