Handwerkliches Geschick kann man nur durch "machen" erlangen, da stimme ich den Vorpostern zu. Natürlich kann man im Baumärkten an Schulungen teilnehmen, um dort ein Know-How zu erwerben, wie man beispielsweise ein Fensterrahmen ausschäumt. Das setzt allerdings voraus, dass man schon ein bisschen Basteln kann und zumindest ein Loch gerade in die Wand gebohrt bekommt oder eine Latte gerade abgesägt bekommt. Das lernt man nicht durch ein Buch, sondern wirklich nur durch Übung.
Zum Werkzeug: Insbesondere Nichtelektrisches Werkzeug wie Hammer, Zange, Schraubenschlüssel sind selbst in Spitzen-Industriequalität nicht so teuer, dass man sich diese nicht "fürs Leben" anschaffen könnte. So lange halten die nämlich bei privater Nutzung. Gutes Handwerkzeug kauft man sich bei privater Nutzung nämlich fürs Leben, man wird es nicht aufarbeiten können. Deswegen mein Rat, bei sämtlichen Sachen nur das Beste zu kaufen. Jemand, der natürlich gerne Werzeug verleiht oder verliert, ist bestimmt auch mit dem drittbesten gut bedient, wenn man es eh alle paar Jahre austauscht. Eine gute Kombizange (Grundbestandteil jeder Werkzeugkiste) kostet in Spitzenqualität ca. 17 Euro, die kann man dann nach 60 Jahren auch noch seinen Enkeln vererben, wenn sie nicht verrostet oder verloren/verliehen wurde. Die eklige Praktiker-Baumarkt-Zange für 1 Euro von der Grabbelkiste an den Kassen ist dagegen schon im Neuzustand schrott.
Das Thema Elektrowerkzeug ist ähnlich, wenn aber auch nicht ganz vergleichbar, da die Preisunterschiede deutlich grösser sind zwischen Schrott und Spitzenklasse. Der gesunde Menschenverstand sollte einem schon sagen, dass eine Bohrmaschine für 9 Euro einfach nichts taugen kann. Was sich da nun der Heimwerker kaufen sollte ist sicherlich eine Frage der persönlichen Leidensfähigkeit in Sachen Ergonomie, Lautstärke, Vibration und Arbeitstempo. Hier gilt auch wieder: Ein Elektrowerkzeug aus der Profiserie eines Herstellers hält bei Heimwerkern quasi ein Leben lang. Eher wird es gestohlen oder durch Unachtsamkeit zerstört, als es aufgearbeitet wird.
Die typischen Heimwerkergeräte haben Verschleißteil-Lebensdauern von wenigen Minuten bis einstellige Stunden (im besten Falle). Hat man also vor, ein Gerät regelmässig und über mehrere Stunden einzusetzen, rechnet sich ein Profigerät von ganz alleine.
Bei Werkzeug ist es eigentlich ganz einfach, teuer ist hierbei praktisch immer gut, und billig ist immer schlecht. Je mehr man ausgibt, desto besser wird es. Die Leistungs/Kosten-Kurve wird natürlich immer flacher gegen Ende, wie bei allem eigentlich, aber man merkt eigentlich jede 50 Euro, die man mehr investiert hat bei Elektrowerkzeug.