luxorvr6:
Naja, dann frag mal den Otto-Normal-Bürger auf der Straße, ich glaube immer noch, daß sich mehr Leute als angenommen für eine Leichenschau interessieren. Nur gab es bislang kaum jemanden, der sich getraut hat vor die Pathologie zu stellen und zu sagen: "Ich will da lebendig rein und wieder raus!" 
Es blieb also allenfalls die Möglichkeit, als Student der Medizin (oder eben auch als Jurist) an einer Obduktion teilzunehmen. Den ganz normalen Menschen interessiert aber auch der menschliche Körper und es liegt oftmals nicht am Reiz des morbiden, sondern ein quasi-laienhaft-wissenschaftliches-Interesse. Körperwelten hat dieses Interesse schon bewiesen. Und ich sage es nochmals: Ich finde kein Lehrbuch so interessant wie diese Ausstellung.
Und mit seiner Aktion in London gab GvH einigen Zuschauern die Möglichkeit, sich mal diesem Interesse hinzugeben, somit war es latent vorhanden, somit sensibilisiert.
Ich beziehe mich übrigens auf diesen Bericht von SWR3 (real-audio):
http://www.swr3.de/dynamic/spielsmir.htms?typ=ra&id=5699
Nenn es meinetwegen Sektion oder Obduktion, laut einem weiteren Bericht gestern im Radio, sinkt die Zahl der Leichenöffnungen pro Jahr, weil immer weniger Menschen zu Lebzeiten oder Angehörige nach dem Tode zustimmen. Und eben jene Menschen könnten sich eben dann auch etwas unter dem Begriff Leichenöffnung vorstellen. Solange ich es selbst nicht gesehen habe, bleibt er nebulös.
Mir wäre es auch egal, wenn jemand sich eine Leichenschau ansieht, und am Ende zum Ergebnis kommt, daß er niemals an sich oder einem Angehörigen eine Leichenschau durchführen lassen will. Ich hätte für eine Entscheidung in diesem Bereich gerne handfeste Beweise, nur eine vage Vorstellung würde mir persönlich nicht ausreichen.
Und daß die Zahl der Organspender steigen muß, darüber brauchen wir uns nicht streiten. Ich glaube aber nicht, daß die Aktion von GvH diese Bereitschaft in irgendeine Richtung beeinflußt hat. Auch fiel nie das Thema Organspende in diesem Zusammenhang.
Grüße Rabb 