Zitat
Original geschrieben von Printus
Die das Geld aber auch nicht im Keller selbst gedruckt hat, sondern letztlich von ihren Kunden nimmt. Die bezahlen es mit hohen Überziehungszinsen oder teuren Krediten. Oder es zahlt der Steuerzahler, wenn die Bank Geld aus dem Bankenrettungspaket bezieht. Egal wie, am Ende zahlt es wieder die Masse der Otto Normalverbraucher.
Wenn die Masse schon Konten bei Sal. Oppenheim hat, dann mach ich mir keine Sorgen um die Gesellschaft. Dieses Institut ist eine Bank für Besser-, eher Bestverdiener. Der Linkspartei müsste dies sogar sehr gefallen, weil gerade diese Großverdiener jetzt Federn lassen (wobei 15Mio für eine Bank mit dem historisch gutem Wort "Peanuts" bezeichnet werden können).
Ich sehe ja, dass es schwer ist dem Durchschnittswähler ein umfassendes volkswirtschaftliches Verständnis zu eröffnen, dennoch finde ich es ratsam mit den Märchen der Linkspartei etwas objektiver umzugehen. Die Aussagen der Linkspartei haben oft die Stammtischqualität von: "Pack alle Banker in einen Sack und kloppt drauf, du triffst immer den richtigen".
Der Geldmarkt ist ein labiles Konzept, wenn Zentralbanken, politisch motiviert, eine Geldmengenpolitik in Krisen fahren, die möglichst Probleme vom einfachen Bürger fernhalten soll. Die FED hat die Geldmenge nach der dot-com Blase vervielfacht um gerade den einfachen Bürgern zu ermöglichen Hausbesitzer zu werden, dieses im Ansatz sinnvolle Konzept hat mit der Freigabe von dubiosen Derivaten und Kreditverbriefungen ein echtes Feuer auf dem Finanzparkett ausgelöst. Es gab viel zu viel Geld, dass in Investments jeglicher Art untergebracht werden musste. Die Kundenbanken haben die Investmentbanken geradezu gedrängt immer mehr solcher Produkte aufzulegen, weil es ein schier endloses Wachstum versprach. Wer will ihnen das vorwerfen, der Markt war da, die Geschäftsbanken (und Landesbanken) fragten diese Produkte in einer unglaublichen Gier nach, weil Lischen Müller plötzlich nicht mehr 3% auf dem Sparbuch bekommen wollte, sondern 10% sah und die $$$ im Auge hatte. Der Kreis begann, die Politik war völlig machtlos, die Linke hat's auch nicht gesehen.
Wie verhindert man sowas in Zukunft? Garnicht, solche Dinge sind nicht zu verhindern, die Banken haben aus diesem Crash gelernt und fahren ein äußerst restriktives Riskmanagement (wie von der Politik gefordert), wovon plötzlich die Kreditvergabe betroffen ist (dummer Nebeneffekt). Die Investmentbanken machen einen unglaublichen Reibach mit Staatsanleihen, sie leihen sich zu 0% Geld (selbes Problem wie 2000) und investieren es in verzinste Staatsanleihen.
So in welchem dieser Punkte kann die Linke auch nur ansatzweise eingreifen? Genau in keinem einzigen, weil der Investmentmarkt Ortsungebunden ist, die Einlagen flexibel verschiebbar.
Sie versuchen darüber hinaus ein Einnahmeproblem zu lösen, dass so nicht existiert. Wie wäre es mal mit einer Abschaffung sämtlicher Subventionen und einer Verschlankung des Steuersystems, so dass jeder auch noch so schlecht gebildete Mensch auf einen Blick seine Steuerschuld erkennen kann? Dies führt automatisch zu einem großen Gerechtigkeitsempfinden, wenn ich sehen kann was jemand anderes zum Staatshaushalt beiträgt, nur durch Kenntnis seines Einkommens. Soziale Ungerechtigkeiten wären sofort erkennbar.