Beiträge von _-=voodoo=-_

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    Original geschrieben von Johnson
    Darf man fragen, was Du studierst?!


    Ich weiß zwar nicht so recht was mein Studiengang mit diesem Topic zutun hat, aber wenn ich schon so direkt gefragt werde. Ja darf man, ich studiere Information Systems im Master.



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    Original geschrieben von Akway
    Die hätten die kaputten Banken halten pleite gehen lassen sollen. Nur durch einen großen Knall wäre eine wirkliche Verändrung zustande gekommen.


    Autsch, da hätten sich die "kleinen Leute" aber gefreut, wenn der ATM kein Geld mehr rausgegeben hätte :rolleyes:

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    Original geschrieben von Brainstorm
    Und wenn Du jetzt sagst, daß der wenn er kein Geld anlegt, ja auch kein Risiko eingeht, ist das eben falsch. Durch den Bankenrettungsplan zahlt er jetzt indirekt doch für die Fehler der anderen.


    Reden wir von dem Bankenrettungsplan, der der Bundesregierung jetzt zusätzliche Einnahmen im Bereich von mehreren hundert Millionen Euro einbrachte?


    Meine Einstellung bleibt, wer kein Risiko will, der hat auch nicht direkt am Unternehmenserfolg zu partizipieren, sondern nur über die gewöhnlichen Gehaltsanpassungen.


    Mein Studium lässt mir übrigens nicht viel Freizeit, inkl. Nebenjob und Selbständigkeit komme ich gut und gerne auf 60-70 Stunden Wochen und so geht es doch einigen Kommilitonen. Trotzdem beschwere ich mich nicht ständig über die ach so unsozialen Gebühren (wie es etwa einige dieser Klischeelangzeitstudenten und sicher Linksparteiwähler tun), da sind mir die Opportunitätskosten zu hoch.

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    Original geschrieben von Printus
    Die Anschläge vom 11. September oder die Finanzkrise (Pleite Lehman Brothers) zeigen, dass eine einzelne Initialzündung reicht, um die Verhältnisse in der Welt von einem auf den anderen Tag völlig zu verändern und ins Chaos zu stürzen.


    Wie hätte denn die Linke dies verhindert bzw. abgeschwächt? Wenn sowas passiert schlägt es durch, egal ob in Planwirtschaft oder Turbokapitalismus.


    Finanziell am meisten wurden Leute getroffen, die sich Wertpapiere im Vermögen leisten konnten. Natürlich ist es ein Unterschied ob jemand von 1 Mio vermögen auf 500 Tsd Euro abstürzt oder ob jemand einen Job verliert und plötzlich nur noch 60% des Gehalts zur verfügung hat. Aber es ist doch eine rosarote Brille zu behaupten, dass die Krise einzig die Arbeiterklasse treffen würde. Ich bleibe dabei, wer am Unternehmenserfolg partizipieren will, der soll sich Unternehmensanteile kaufen und auch das Risiko mitnehmen.


    Entgegen deiner Meinung wird mein Studium nicht komplett von meinen Eltern finanziert, ich gehe Arbeiten, bin zudem noch Selbständig und darf auch die Studienbeiträge in vollem Umfang selbst bezahlen. Trotzdem halte ich diese Beiträge für sozial äußerst gerecht. BaFöG Empfänger zahlen in NRW ohnehin selten Studiengebühren (Kappungsgrenze 10Tsd).

    Das Problem des Linken-Programms ist doch, dass die Schäden eine abstrakte Dimension haben, denn Schulden sind nicht greifbar und für die Stammwählerschaft der Linken nicht fassbar.
    Die Sozialleistungen sind in der Vergangenheit weit über dem Wirtschaftswachstum gestiegen, man hat sich lange an der, für den Wähler unwichtigen, Staatsverschuldung vergriffen um Sozialleistungen als Wahlgeschenke auszupacken, die rein objektiv garnicht hätten finanziert werden sollen zu dem entsprechenden Zeitpunkt.
    Jeder Neugeborene könnte direkt eine Rechnung über 20.000 Euro bekommen, etwa entsprechend der auf ihn entfallenen Staatsverschuldung. Ich habe nur bedenken diesen Betrag bis zu seinem Lebensabend auf 60-80Tsd Euro anschwellen zu lassen, andere sehen solche Probleme offenbar nicht. Die Linke baut dann so lustige Sachen wie "Reichtum für alle" um eine Straße weiter zu plakatieren "Reichtum besteuern". Macht Sinn! :D


    Zu der Anmerkung, dass man auswandernden Akademikern ihre Ausbildung entsprechend berechnen sollte:
    Ich finde es völlig verständlich sowas zu fordern, daher sehe ich auch Studienbeiträge als sozial gerecht an. Wenn man mal von der Abstraktion "Für Bildung zahlen" absieht und sich auf "In die eigene Zukunft investieren" einlässt. Aber ich weiß, für die Linke ist alles was den armen Bürger mit Risiko belastet absolutes Teufelszeug ;)

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    Original geschrieben von Kaan
    Mal abgesehen davon, dass zumindest unsere Helaba sauber ist


    Ups, die wollte ich auch garnicht in den Dreck ziehen, so nah wie die am Derivatehandel der Deutschen Bank gebaut ist, mussten sie es ja rechtzeitig mitbekommen :D

    Die Politik hat in Europa fast gar nichts zur Stabilisierung des Wirtschaftssystems beigetragen. Was ist denn passiert, mal abgesehen von der utopischen Garantie von 600 Mrd Spareinlagen? Stabilisiert hat sich der Geldmarkt in erster Linie selber durch das Regulativ der Zentralbanken. Die Politik hat zum Glück kaum Einfluss auf Entscheidungen der EZB, anders sieht es bei den Amerikanern aus, dort ist die FED ein politisches Instrument.


    Lehman fallen zu lassen war ein GAU, keine Frage. Nun hätte es aber absolut gar nichts geändert, wenn die Linke ein noch so reguliertes Finanzsystem in Deutschland geschaffen hätte, denn der internationale Derivatemarkt muss nicht in Deutschland gehandelt werden, dann hätte man sich die Trashpapiere eben über die New Yorker Niederlassung in die Bücher geholt, oder über Singapur. Zudem sind ja gerade die Privatbanken äußerst gut über die Krise gekommen, nicht etwa die regulierten Staatsbanken (WestLB, BayernLB, LBBW, SachsenLB, HSB, Helaba).


    Die Linkspartei verspricht hier eine Diät mit Sahnetorte. Ich will nicht sagen, dass die Linkspartei nicht hin und wieder in der richtigen Wunde bohrt, aber die Konzepte zur Lösung sind einfach volkswirtschaftliche Idiotie.



    In Sachen Erbschaftssteuer sehe ich die Sache allerdings anders. Vererbtes Privatvermögen sollte durchaus besteuert werden, zugunsten einer Chancengleichheit in einer Gesellschaft. Zwar ist es richtig, dass dieses Vermögen schon einmal besteuert wurde, allerdings sehe ich nicht ganz ein, weshalb man leistungslos einen Reichtum (ich rede hier nicht von Firmenbeteiligungen etc.) erhalten soll, dies haben ja sogar die Turbokapitalisten in Amerika so gesehen.

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    Original geschrieben von RyoBerlin
    Genau wenn Leute Hungern, Psychosen bekommen, ausgebeutet werden, unterdrückt, missachtet, beleidigt, unterbezahlt usw... dann sind sie nuuur neidisch...


    *kopfschüttel*


    Wer muss in Deutschland bitte hungern? Psychische Probleme bereitet wohl eher eine sich enorm schnell verändernde Gesellschaft. Wer "unterdrückt, missachtet und beleidigt" wird sollte demjenigen vielleicht mal seine Meinung sagen. Falls hier auf Hartz IV angespielt werden soll, natürlich ist das System alles andere als gut eingespielt (was nicht zuletzt an den, aus Erfahrung, überwiegend unfreundlichen Mitarbeitern der Arbeitsagentur liegt), natürliich gibt es einen Menge Stellschrauben die angepasst werden müssen, aber es ist ja nun alles andere als das unsozialste System der Welt.


    In Deutschland fehlt einfach eine gewisse Dynamik des Arbeitsmarktes, wie sie in anderen Ländern völlig üblich ist, diese fehlende Dynamik wurde durch langen Kündigungsschutz erkauft. Warum sind denn die Zeitarbeitsfirmen so erfolgreich? Weil man Fixkosten abbauen kann und das Unternehmen "atmen" lassen kann. Sicherlich schlägt eine Krise in Ländern mit hoher Arbeitsmarktdynamik voll durch, dafür kommt deren Arbeitsmarkt nach Krisen auch wesentlich effizienter und effektiver aus einem Tal.
    Ich höre von den Linken immer "mehr Mitarbeiterbeteiligung", können sie ja gerne haben. Es gibt da so ein kapitalistisches Konstrukt, nennt sich Börse, dort kann man Firmenanteile von Aktiengesellschaften erwerben. Aber nein, dort kauft man ja auch das Risiko mit, dass geht natürlich im linken Weltbild gar nicht, dort will man an Erfolgen partizipieren, aber Risiken auf die "Eliten" (dieses Wort ist schon eine Lächerlichkeit) abladen. Dieses Weltbild ist kein bischen besser als der stereotype Investmentbanker, der mit fremden Geld Gewinne einkassiert, diesmal nur eingerahmt in den sozialromantischen Traum und verpackt für das einfache Wahlvolk.

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    Original geschrieben von Apfelbrei
    Es ist traurig, aber einige meiner Komillitonen und ich selbst denke(n) auch so.


    Traurig, aber wahr. Diese Ansicht ist auch bei meinen Kommilitonen weit verbreitet. Deutschland wird viele Akademiker ausbilden und mit der Überreichung der Abschlussurkunde ins Ausland verlieren. Ich sehe einfach nicht mehr warum es sich lohnen soll in Deutschland zu arbeiten, wenn jede Leistung im Keim durch Neidhammel erstickt wird.
    Die Erfolge der Linkspartei zeigen mir doch nur eins, die Menschen wollen beschissen werden mit utopischen Konzepten. Man könnte argumentieren, dass ich hier Sicherheit und Infrastruktur vorfinden kann, aber die gibt es in ähnlicher/anderer Form auch in Nordamerika, Australien, Neuseeland.


    Warum propagiert die Linke eigentlich nicht, dass die Quelle des übels gerade Milliarden durch ihre Bankenrettung verdient? Ich weiß, es plakatiert sich natürlich schlecht. Warum plakatiert die Linke immer dermaßen selektiv? (Mindestlohn in Land XY, die anderen Abgaben sind natürlich auf völlig anderem Niveau). Warum will die Linke(wobei, nicht nur die) nicht einsehen, dass regionale Unterschiede in Löhnen völlig natürlich und volkswirtschaftlich erstrebenswert sind? Warum müssen alle gleicher als gleich sein?
    Bei aller Liebe zu den Sozialromantikern, einen Unfug wie von der Linkspartei muss ich mir wohl in der Form nur in Deutschland antun.