Die Politik hat in Europa fast gar nichts zur Stabilisierung des Wirtschaftssystems beigetragen. Was ist denn passiert, mal abgesehen von der utopischen Garantie von 600 Mrd Spareinlagen? Stabilisiert hat sich der Geldmarkt in erster Linie selber durch das Regulativ der Zentralbanken. Die Politik hat zum Glück kaum Einfluss auf Entscheidungen der EZB, anders sieht es bei den Amerikanern aus, dort ist die FED ein politisches Instrument.
Lehman fallen zu lassen war ein GAU, keine Frage. Nun hätte es aber absolut gar nichts geändert, wenn die Linke ein noch so reguliertes Finanzsystem in Deutschland geschaffen hätte, denn der internationale Derivatemarkt muss nicht in Deutschland gehandelt werden, dann hätte man sich die Trashpapiere eben über die New Yorker Niederlassung in die Bücher geholt, oder über Singapur. Zudem sind ja gerade die Privatbanken äußerst gut über die Krise gekommen, nicht etwa die regulierten Staatsbanken (WestLB, BayernLB, LBBW, SachsenLB, HSB, Helaba).
Die Linkspartei verspricht hier eine Diät mit Sahnetorte. Ich will nicht sagen, dass die Linkspartei nicht hin und wieder in der richtigen Wunde bohrt, aber die Konzepte zur Lösung sind einfach volkswirtschaftliche Idiotie.
In Sachen Erbschaftssteuer sehe ich die Sache allerdings anders. Vererbtes Privatvermögen sollte durchaus besteuert werden, zugunsten einer Chancengleichheit in einer Gesellschaft. Zwar ist es richtig, dass dieses Vermögen schon einmal besteuert wurde, allerdings sehe ich nicht ganz ein, weshalb man leistungslos einen Reichtum (ich rede hier nicht von Firmenbeteiligungen etc.) erhalten soll, dies haben ja sogar die Turbokapitalisten in Amerika so gesehen.