Also, eine Innendämmung ist zwar eigentlich nicht mehr der aktuelle Stand der Technik, aber wenn diese korrekt ausgeführt ist spricht nichts dagegen diese nicht rauszureißen. Allerdings sollte immer eine erweiterte Enttrocknung der Räume (z.B. durch Raumluftheizung) mit einer Innendämmung einhergehen.
Man muss sich mal vor Augen halten was man mit einer Innendämmung macht. Im Normalfall ist ja ja so, das der Wasserdampf in einem Zimmer durch die Außenwand diffundiert und dann irgendwann auf der Fassadenseite zu Wasser kondensiert. Nach und nach gibt die Fassade dann dieses Wasser wieder als Wasserdampf an die Außenwelt ab. Im Normalfall ist also so eine Außenwand eine Art Membran. (Anmerkung: übrigends sehr schlau sind die Leute die die ganze Fassade verfliesen und somit jegliche Membranwirkung verhindern...)
Wenn man nun durch eine Innendämmung (immer mit Dampfsperre) dieses Wasserdampfwanderung unterbindet bleibt der Wasserdampf eben im Zimmer drinnen. Wenn alles richtig gemacht wurde garnicht so schlimm, aber die Wand als "Wasseraufnahmepuffer in der Nacht" exisitiert nicht mehr.
Nun zum praktischen Rat: Ich würde als allererstes ein Hygrometer in dem Raum aufstellen mit Taupunktfunktion. Dort kann man die aktuelle Temp., relative Luftfeuchte und den Taupunkt (also die Temp., wo der Wasserdampf zu Wasser kondensiert) ablesen.
Nehmen wir das Beispiel von Polli: Bei 70% rel. Luftfeuchte bei tagsüber ca. 21°C liegt der Taupunkt bei ca. 15°C. Wenn man jetzt die Nachtabsenkung der Heizung, die kältere Außentemp. in der Nacht und die kältere Außenwand/Fenstertemp. einberechnet wird schnell klar, warum es hier zu Problemen kommen muss.
Man kann dann auch sehr schön durch verschiedene Messpositionen mit dem Hygrometer herausfinden, ob das Problem in allen Räumen auftritt oder z.B. nur im Schlafzimmer. Z.B. Abends ordentlich querlüften, die rel. Luftfeuchte sollte dann nach aufheizen nicht mehr als 40% bei 21°C betragen. Nun alle Türen zumachen und schlafen gehen. Wenn es am nächsten Morgen nach wiederaufheizen 70% rel. Luftfeuchte hat liegt höchstwahrscheinlich tatsächlich ein baulicher Mangel vor. Irgendwo muss die Luftfeuchte ja herkommen.
Das Argument mit dem "ich bin berufstätig und kann nicht 4-5 am Tag lüften" ist imho auch nicht tragfähig. Wenn keiner zuhause ist kann schließlich auch kein Wasserdampf entstehen. Das man keine Wäsche im Winter in der Wohnung trocknet sehe ich jetzt mal als selbstverständlich an. Jedenfalls ist es bei mir so, das die Luftfeutchte Abends wenn ich von der Arbeit komme genauso hoch ist wie morgends wenn ich dei Wohnung verlasse.