Re: 5,2 mio. Arbeitslose! Was können wir noch von der Zukunft erwarten?!
ZitatOriginal geschrieben von BlindGuardian
Meine Frage ist: Wie sieht es mit euch aus? Habt ihr Angst vor eurer Zukunft in Deutschland? Wollt ihr überhaupt noch Kinder in die Welt setzen, wo die Chancen auf Beschäftigung schon jetzt so schlecht sind?
Ich habe zwar einen Job, aber in meinem Bekanntenkreis geht es leider nicht allen so gut!
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Firmen, die schließen! Stellenabbau als Kostenersparnis! ...usw. ...
Naaamd!
Hm, keine einfachen Fragen...
IMHO sieht es in DE gar nicht mal soooo schlecht aus, es wird nur immer schlechtgeredet. Da haben natürlich zum großen Teil die Politiker die Schuld dran. Und damit meine ich nicht aussließlich unsere derzeitige Regierung, sondern ALLE Politiker, egal welcher "Gesinnung".
Andernseits verfallen viele Arbeitslose auch in eine art Lähmung und später auch Lethargie, wobei das nicht mal verwunderlich ist.
Hier in DE bekommt man von klein auf schon eingetrichtert, dass alles Sicher ist. Leben, Job, Versicherungen, Wohnung... um alles kümmert sich im "Notfall" der Staat.
So, wenn man jetzt mit dieser Einstellung auf einmal Arbeitslos wird, ist das logischerweise wie ein Schock. Man is erstmal gelähmt. Was muss ich tun? Ah, der Staat sorgt ja für mich, also ab zum Arbeitsamt und alles wird gut.
Und was da dann meistens so abgeht...lassen wir's!
Ist man dann mal ein Jahr und länger Arbeitslos, setzt die Lethargie ein. Ebenfalls völlig logisch. Unsere tolle Arbeitsagentur kümmert sich ja kaum um die Leute. Mit sinnvoller Beschäftigung, mit vor allem Weiterbildung wäre vielen Leuten deutlich besser geholfen. Sitzt man erst mal über nen langen Zeitraum auf der Strasse, ist man selbst von nem "normalen" Tagesablauf weit entfernt. Würden die Leute wirklich betreut und nicht nur verwaltet gings den Arbeitslosen besser (es gäbe erst gar nicht so viele) und durch entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen hätte DE viel mehr Fachkräfte, was der Wirtschaft alles andere ausser schaden würde...
In anderen Ländern (z.B. Dänemark o.ä. wird das so gehandhabt. Man hat dort zwar fast keinen Kündigungsschutz, verliert aber im Gegenzug bei einer Kündigung nur wenig Geld (A-Losengeld ca. 90% des bisherigen Einkommens) und auch nicht seinen sozialen Status. Da ist die Arbeitslosigkeit wirklich nur ein vorübergehender Zustand, den jeder kennt, der vielleicht nicht angenehm ist, aber der vorüber geht. Hier in DE wird man doch als Arbeitsloser wie ein Mensch 2. Klasse behandelt.
Und klar, wenn ich von überall her Druck bekomme, viele hinter meinem Rücken tuscheln, ich auf Ämtern rumrennen muss wieder der letzte Bittsteller, dass ich dann nicht in Bewerbungsgesprächen den tollen, erfolgreichen Hecht rauskehren kann, ist klar. So gut Schauspielern können nur wenige.
Bei all dieser Kritik, bei all diesen Negativen DIngen darf man allerdings IMHO eines nicth vergessen: Wenn man nur den Kopf in den Sand steckt, so weitermacht wie bisher (ich meine da vor allem die Grundeinstellung), oder deswegen gar keine Kinder in die Welt setzt - hey, wer soll dann was ändern?
Dann können wir uns wirklich nur noch zurücklehnen und auf den Tod warten...
Charlie