Zitat
Original geschrieben von Andreas24
Was hat O2 denn anderes gemacht? Es hat doch nicht jeder ne Verwarnung bekommen, sondern nur der TE (und natürlich andere bei denen ein durch O2 begründeter Verdacht vorlag) - aber keinesfalls alle Kunden.
Allgemein für alle Kunden eine Grenze bei 7 Stunden pro Tag im o2o-Abrechnungssystem eingerichtet, nach der der Flatrateuser automatisch auf eine Liste kommt?
Bei Telefonaten ins Ausland oder zu Sondernummern verstehe ich das ja noch, um Zahlungsausfälle zu vermeiden. Hier wird jedoch ohne Anfangsverdacht über alle Kunden Rasterfahndung nach "Missbrauch" betrieben. Oder war der Kunden schon vorher aufgefallen, woher sich der Anfangsverdacht ergab und daraufhin erst die Telefonate der besagten Tage eingehender untersucht?
Auch ist es falsch zu glauben, dass der Tarif nicht nutzbar sei. Es gibt sehr gute Sprach- und Datenflatrates zu aktuellen loop-Preisen von der Dayflat für 3,50 Euro (billiger als bei Telekom) oder Monatsflatrates von 5 GB für Notebook für 25 Euro. Oder nach der Begrenzung der Sondernummern oder Minutenpreisen im Ausland lohnt sich eine Easy Money schon.
Sind solche Datenpakete im o2o kostenfrei?
Man sollte nicht immer alle Leute als verwerflich hinstellen. Vielmehr finde ich o2 ein wenig sonderbar, Sprachflatrates anzubieten obgleich sie wissen, dass es easy money gibt bzw. dagegen nichts (auch nicht durch klare AGB oder Abrechnungsmodalitäten) unternommen zu haben. Man hätte zum Beispiel mit der Einführung der Flatrates den Bonus für eingehende Anrufe aus dem o2-Netz begrenzen können.
Manchmal finde ich hier ein wenig zuviel Moral. In der Witschaft werden neue Sparwege immer als innovativ und kreativ gefeiert, egal wie grau sie sind. Auch beim Finden von Steuersparmodellen, kann man viel verdienen. Ist es nicht böse, dass die Politer eigentlich gar nicht wollten, dass dieses oder jenes Unternehmen soviel von dem neuen Gesetzestext profitiert und diese dann doch die "Gesetzeslücke" nutzen.
Später in zehn Jahren entscheidet dann der BGH, dass es keine Gesetzeslücke war sondern alles vom Unternehmen korrekt gemacht wurde, Bündnisverpflichtung ist ja kein Angriffskrieg etc.
Erst sparen alle Unternehmen und werden dafür gefeiert, wie zukunftsfest und profitabel sie sich doch machen und wenn dann die Verbraucher sparen, nur noch zu Aldi etc. gehen, und weniger ausgeben oder wechseln ist das Geschrei groß.
Ich finde es das stundenlange Uploopen, dass o2 ja erlaubt (weil es diese nicht Gutschriftsmäßig oder zeitmäßig begrenzt) übertrieben, aber ich finde man sollte nicht in der Gesellschaft mit zweierlei Maß messen. Wenn Politiker und Banker auch in Grauzonen agieren, ist es ja o.k., aber wehe der Telekomkunde telefoniert mal länger (mit der Freundin vor dem Auslandsurlaub?), dann ist es schon definierter Mißbrauch und alle dürfen mit Steinen werfen.
Wenn ein finanzieller Schaden für o2 entstanden ist, können sie das ja sowieso einklagen. Wenn man aber z.B. nur aufgrund neuer Unternehmenssparrichtlinien jedes Jahr die obersten 10% aller Flatratenutzer kündigt, hat man eben in 5 Jahren nur etwa noch halb soviele Kunden, die dann aus Angst auch nur 3 Minuten am Tag "Flat" telefonieren. Da bin ich eher für eindeutige Minutenbegrenzungen, als die ständigen Kündigungen, die mit Missbrauch begründet werden und sich die Minuten-Schranke für diese Kündigungen jährlich nach unten senkt. Denn trotz monatlicher Kündigungsmöglichkeit, ist es o2 wohl auch nicht unliebt, dass sich Flatratenutzer (die sich eigentlich wegen der Flatrate den Vertrag besorgten) zurückhalten im Kommunikationsverhalten, wenn sie von anderen Kündigungen hören.
Damals bei den Kündigungen im Genion M war es wirklich eine Frau die nur 4-5 Stunden am Tag dauernd mit Ihren Freundinnnen telefonierte. Bei o2 war es gleich klarer Missbrauch, soviel kann man nur gewerblich nutzen. Solche Interpretations- und Gängelungsmöglichkeit gegenüber dem Kunden, sollten durch klare Ansagen im Vertrag offen dargelegt werden. Hätte der Nutzer denn sieben Stunden am Tag angerufen, wenn er gewusst hätte, dass er auf einer automatischen Kontrolliste landet wenn er in fünf Tagen mehr als x Stunden telefoniert? Will ich denn selbst auf dieser Liste mal ohne Absicht kommen und dann das ganze weitere Leben immer im anfänglichen Betrugsverdacht stehen, sodass meine Daten fortan immer besonders überwacht werden müssen (ohne dass ich das weiss, dass ich gegenüber anderen o2-Kunden im besonderen Kontrollfokus des Unternehmens stehe)?