Die Netzbetreiber wie o2 oder Telekom arbeiten ja aktuell daran, ab 2028 über normale Handyfrequenzen Verbindungen über erdnahe Satelliten für eine Vollversorgung. Auch Amazon wird über Leo Satellitentelefonie auf die Handy bringen. Aktuell bieten chinesische Anbieter Sms-Pakete an, bei denen der Emfänger einen Internetlink öffnen muss, um die Sms zu lesen. Ansonsten gibt es aktuell m.W. nur Notruffunktionen über Satellit bei Apple und Google etc.
Da die Satellitenhandys aktuell immer noch so teuer sind, habe ich mir das aktuelle Infinix Note 60 Ultra besorgt (ca. 500 Euro ohne Zoll und Versand) und die dort mögliche Satellitentelefonie mit Thurayakarte getestet und berichte hier kurz meine Erfahrungen.
Die Satellitenfunktion wird im Gerät über ein spezielles Menu aktiviert und es sind auch nur Sprachanrufe und Sms möglich. Die Einwahl dauert etwas länger als mit den Thurayatelefonen, man muss auch das Handy erst im Kreis drehen und auf die beste Empfangsrichtung ausrichten.
Dennoch funktionieren die Telefonate und Sms relativ gut. Manchmal bricht das Signal ab, auch wenn angezeigt wird, dass man noch verbunden sei.
Während man das Satellitennetz nutzt, kann man andere Simkarten nicht nutzen, diese sind dann in den Flugmodus geschaltet.
Da kein Datendienst möglich ist, kann man leider auch nicht einfach per WLAN-Call unter seiner bisherigen Rufnummer der zweiten Simkarte im Satellitennetz erreichbar bleiben. Das Telefon unterstützt zwar die Rufumleitung zwischen den Dualsimkarten (Esim kann die zweite Simkarte ersetzen), aber Rufumleitungen zu Thuraya sind bekanntlich sehr teuer. Da Thuraya in Deutschland nicht in anderen Netzen roamt, könnte der Einsatz einer polnischen Prepaidkarte im Orangenetz sich lohnen, um diese auch im normalen Handybetrieb zu nutzen und trotzdem im Satellitenmodus erreichbar zu sein und Sms zu schreiben. Anrufe wären mit der polnische Karte aber nur im Callbackverfahren möglich.