Original geschrieben von dob
na dann wird euch die Geschichte bestimmt auch gut gefallen:
Wir waren vom 16. Mai bis zum 18. Juni telefonisch nicht erreichbar – und möchten uns dafür bei Allen, die sich die Finger wund gewählt haben, entschuldigen.
Hintergrund dieser fatalen Misere war ein im Januar geplanter Wechsel von der Telekom zu Arcor. Wir wollten Kosten sparen, aus den angebotenen Flatrates errechneten wir uns eine hohe Einsparung. Aus den versprochenen 14 Tagen bis zum Wechsel wurden, ob der Kündigungsfrist , drei Monate, als Anschlusstermin wurde der 16. Mai festgesetzt.
Den Fachberatern von Arcor war eine dreimonatige Kündigungsfrist gar nicht aufgefallen, obwohl ihnen eine Telekom-Rechnung vorlag, um uns anhand der Daten präzise beraten zu können.
Wir teilten Arcor mehrfach mündlich und schriftlich mit, dass wir in der Zwischenzeit umziehen würden. Bestandteil des Vertrages war, dass wir unsere Telefonnummer, die 96533-0, weiterhin benutzen wollten. Die freundlichen Fachberater nahmen immer alles auf. Der Tag des Umzug war da, noch waren wir Telekom-Kunde und die Telekom schaltete reibungslos auf die neue Adresse um. Der 16. Mai, der Arcor-Umschalttermin, näherte sich. Wir erinnerten täglich mit Telefonaten und Faxen daran, dass wir unsere Nummer 96533-0 an der neuen Adresse behalten wollten.
Am 16. Mai kappte die Telekom vereinbarungsgemäß die Leitung, doch leider hattte Arcor vergessen uns anzuschließen. Wir telefonierten und faxten bis alle Drähte glühten, die Fachberater nahmen den Sachverhalt auf, helfen konnten Sie nicht. Einige Arcor-Aussagen lauteten: „morgen kommt jemand vorbei… sie sind vergessen worden, ich schreibe den Auftrag neu … das gibt es doch gar nicht, da kommt gleich ein Express-Team vorbei … da ist die Telekom schuld … da liegt eine Störung vor.“ Die Telekom war nicht schuld, sie teilte uns sogar die Nummer der Leitung mit, auf die uns Arcor nur aufschalten müsste. Jeden Tag: Arcor anrufen, Faxe schicken, Ausreden anhören.
Unser Rechtsanwalt setzte Frist bis zum 26. Mai, anschließend sollte Arcor unsere Rufnummer wieder freigeben. Reaktion Arcor: Null. Parallel dazu rief ein Arcor-Techniker an: „Sie sollen eine Störung haben, ich stehe hier an der alten Adresse und sehe, dass Sie umgezogen sind.“ Wir lotsten den Techniker zu uns. Er stellte fest, dass gar keine Leitung geschaltet wurde. Danach Kündigung bei Arcor mit der Maßgabe, sofort die Telefonnummer wieder freizugeben. Reaktion Arcor: Null. Auftrag an die Telekom, die sofort drei Leitungen schaltete, allerdings mit einer neuen Nummer, da Arcor unsere Nummer noch nicht freigegeben hat. Anfang Juni meldete sich Arcor. Man benötige ein Kündigungsformular der Telekom, damit die Nummer „portiert“ werden könne. Wieder bei der Telekom anrufen, Kündigungsformular faxen, ausgefüllt an die Telekom gefaxt, an Arcor gefaxt … Vier Tage später, Anruf von Arcor: „Wo bleibt denn das Kündigungsformular?“ Laut unserer und der Faxberichte der Telekom sind die Faxe korrekt angekommen – dennoch habe Arcor keine Faxe erhalten. Also alles noch einmal: Faxe an Arcor an diverse Faxnummern, stündliche Nachfrage, ob diese angekommen sind: Ja, die Faxe sind angekommen!“
Drei, vier Tage später, Anruf von Arcor: „Das Kündigungsfax ist fehlerhaft.“ Was daran fehlerhaft sei, konnte uns nicht gesagt werden, aber die Techniker könnten damit nichts anfangen. Direkt zu den Technikern weiter zu verbinden, um zu klären, was falsch sei, war nicht möglich. Anruf bei der Telekom, auch dort nur ein Kopfschütteln. Es folgte eine einstweilige Verfügung durch unseren Rechtsanwalt gegen Arcor. Daraufhin zum ersten Mal eine konkrete Äußerung von Arcor: Am 13. Juni 2006: Unsere alte Rufnummer, die 96533-0 werde am 19. Juni portiert und könne von der Telekom geschaltet werden.
Uns erstaunt nicht, dass einen Tag nach der guten Nachricht, ein Techniker im Auftrag der Arcor kommt, der drei Dosen setzen will… […]
Kosten sparen ist angesagt, aber nicht alles was Kosten zu senken verspricht, ist gut. Bei der oft gescholtenen Telekom spricht man mit Menschen, da gibt es Störungsstellen, Techniker, die konkrete Aussagen bearbeiten, Bearbeitungszeiten garantieren (!!!) und sich um Probleme kümmern. Diese Arbeit kostet Geld. Vielleicht sind andere Anbieter billiger, weil dort diese Serviceleistungen eingespart werden und schon eine Adressenänderung nicht bewältigt werden wird.
Was am meisten schockt, ist einerseits die Ohnmacht als Kunde, weil die Kundenberater zwar freundlich zuhören aber nichts machen und anderseits die höfliche Kaltblütigkeit, mit der man über einen Monat vom Telefonnetz rodiert wird und keinerlei Bemühen erkennt, um den Fehler zu beheben.
Erst die Androhung der einstweiligen Verfügung, die mit hohen Geldstrafen belegt sein kann, hat eine Reaktion erbracht.
Meldung vom: 01.07.2006
Quelle: Der Mainzer
CU
Dennis