Die Grundidee von Herrn Oettinger bezüglich des späteren Unterrichtsbeginns ist prinizipiell gar nicht mal falsch. Es trägt sowohl dem Biorythmus Rechnung (von 9-17 Uhr arbeiten fällt mir persönlich auch leichter als von 7-15h), als auch der Realität in vielen Familien, dass eher später angefangen und später aufgehört wird mit arbeiten, zudem gehen die Kinder heutzutage im Durchschnitt sicherlich viel später ins Bett gehen als früher.
Die These vom Stärken des Zusammenhaltes in den Familien halte ich allerdings für sehr weit hergeholt, viele Kids werden abends länger vor TV, PC oder auf der Straße verbringen und morgens später aufstehen und genauso wenig frühstücken wie vorher auch.
Dazu würde 9-14 Uhr auch gleichzeitig die flächendeckende Einführung der Ganztagsschule bedeuten. Das ist auch der Hauptkritikpunkt der baden-württembergischen Opposition. Dafür ist weder Geld da, noch genügend Lehrer, noch Konzepte, noch die Räumlichkeiten. Zwar wurde in BaWü ein großes Programm aufgelegt, mit dem Schulen insg. 500 Millionen € Zuschüsse für Ausbauten vom Land erhalten konnten, allerdings wurde das Geld per Windhundverfahren vergeben, so dass viele Kommunen, auch mittelgroße Städte, bei der Vergabe leer ausgingen und aus eigener Kraft ihre Schulen nicht für ein Ganztageskonzept erweitern können.
Die Samstagsschule halte ich für Blödsinn. Der Lehrplan muss so gestrafft und auf das wirkliche wesentliche konzentriert werden, dass das Pensum in 5 Tagen zu bewältigen ist.