Beiträge von D-Love

    Mit welcher Rechtfertigung möchtest du den Staat bemächtigen, sich das Privatvermögen von seinen Bürgern einzuverleiben. Das ist ja der größte Quatsch, den ich jemals gehört habe.


    Der Staat ist kein Selbstzweck, er muss den Bürgern dienen, nicht umgekehrt.

    Man darf übrigens auch mal in den Raum stellen, nur mal so hypothetisch, warum ein Einkommensmilliönar ein deutlich höheren Steuersatz bezahlen sollte, als ein Normalverdiener wie du und ich. Schliesslich nehmen die Einkommensmilliönäre den Staat oftmals viel weniger in Anspruch. Sie nehmen die gesetzliche Krankenversicherung nicht in Anspruch, schicken ihre Kinder in privat finanzierte Kindergärten, Schulen und Unis und sie müssen sich komplett alleine ihre Altersversorgung sichern.


    Wenn man über soziale Gerechtigkeit diskutiert, muss man auch mal diskutieren, wie "gerecht" das ist.


    Zudem sind auch viele nicht mit Millionen auf dem Konto geboren worden, sondern haben einfach mehr als andere geleistet (und haben daher anderes, wie z.B. Privatleben, entbehren müssen) und sich ihren Verdienst und ihr Vermögen erarbeitet.


    Ich bin eigentlich ein Freund von Chancengleichheit, nicht noch von Gleichmacherei. Denn ohne diese Leistungsträger im finanziellen Kontext geht es in unserem Land genauso wenig wie ohne Leistungsträger im Sozialen, wie den oft zitierten Krankenschwestern.

    Zitat

    Original geschrieben von newage_02
    ..das ist noch eine Vorstufe zur kompletten Abschaffung.Oder glaubst du,dass die das damit belassen wollen?
    Im Übrigen sind mir die restlichen Punkte auch bekannt.Aber glaubtst du,dass ein 50 jähriger noch eine gute Chance hat,wieder einen Job zu finden?Selbst wenn er "32 Monate Zeit dafür hat ?"Also ich nicht.
    Tut mir leid.Auch wenn ich die SPD für ein großes Übel halte,die CDU halte ich für das Größere.Wenn das Wahprogramm schon so "stinkt",wie sieht dann erst die Politik aus,wenn sie gewinnen sollten?


    Aber jeder muss selbst entscheiden was für ihn richtig ist.Das ist eben Demokratie.


    Was ich bei der Diskussion immer wieder lustig finde ist, dass immer über die älteren AN gesprochen wird, aber sich über die jungen AN und Berufseinsteiger, deren Situation mindestens genauso bescheiden ist, überhaupt keine Gedanken gemacht wird, weil sie offenbar überhaupt keine Lobby haben.


    Sollte es nicht so sein, dass nicht Alter, sondern Leistung letztendlich entscheidend ist? Der Arbeitsmarkt ist ein knallharter Wettbewerb, viel Nachfrage, wenig Angebot, keine Frage, aber inwiefern entspricht es sozialer Gerechtigkeit, wenn ein älterer AN nicht nur aufgrund seiner Berufserfahrung deutlich mehr verdient, was ja auch gerechtfertigt ist, aber zusätzlich dazu durch den besonderen Kündigungsschutz quasi unantastbaren Artenschutz genießt und sich überhaupt keinem Wettbewerb mehr stellen muss. während junge Menschen sich nach dem Studium oder der Ausbildung anhören müssen, dass sie doch jung und gesund seien und deshalb, wenn sie nichts finden, gefälligst für 1,50 € den Park zu fegen haben. Wenn das sozial gerecht ist, dann möchte ich sofort mit Stolz neoliberal genannt werden. Diese Sichtweise muss endlich aufhören, denn wenn die jungen keine Arbeit finden, wer soll dann die Rente des älteren Arbeitnehmers in 10-15 Jahren bezahlen? Wer soll dann Familien gründen und die so dringend benötigen Kinder machen? Mir ist klar, dass die Situation für ältere Menschen, die in die Arbeitslosigkeit geraten, unbefriedigend sind, aber für junge Menschen sieht es nicht anders aus, nur dafür interessiert sich kaum jemand. Da werden populistische Reden geschwungen, dass junge Arbeitslose dann gefälligst jede menschenunwürdige Drecksarbeit zu tun haben. Wir müssen zu mehr Wettbewerb kommen. Ein älterer AN muss sein Gehalt und seine Stellung durch Leistung rechtfertigen, dann wird er mit Sicherheit auch nicht durch einen jüngeren ersetzt, aber quasi den Persilschein für alle über 45jährigen auszustellen, halte ich für mit eine der fatalsten Fehlentwicklungen, die es überhaupt geben kann.


    Schröder hat es gestern als Erfolg verkauft, dass unter seiner Regierungszeit 33% mehr junge Menschen studieren. Da darf man sich jedoch auch fragen, brauchen wir wirklich eine Flut von Diplom-Betriebswirten auf dem Arbeitsmarkt und warum studieren so deutlich mehr junge Menschen als früher? Hat das nicht vielleicht etwas damit zu tun, dass es für junge Menschen nach Schule und/oder Ausbildung abseits eines Studiums überhaupt keine Perspektive mehr auf dem Arbeitsmarkt außer Zeitarbeit für 8€ die Stunde gibt? Ich selbst kenne etliche, die sofort ihr Studium beenden würden, wenn sie einen einigermaßen guten Berufseinstieg finden würden.

    Zitat

    Original geschrieben von newage_02
      Brainstorm;
    Du sprichst mir aus dem Herzen.
    Noch zu erwähnen wäre die Abschaffung des Kündigungsschutzes.
    Bei unserer Arbeitslage ist das eine Katastrofe.Da kann man sich denken,dass Betriebe vor allem ältere Mitarbeiter feuern,damit sie leistungsfägige und junge Mitarbeiter haben und die gekündigten "Alten" dürfen dann von AL II leben,weil sie eh keinen Job mehr kriegen.


    Ist es wirklich zu viel verlangt, überhaupt einmal zu lesen, was welche Partei tatsächlich plant, bevor man in Populismus verfällt?


    Bei den Änderungen im Kündigungsschutz, den die CDU anstrebt, geht es nicht um bestehende Arbeitsverhältnisse und auch nicht den normalen Kündigungsschutz. Es geht lediglich bei Neueinstellungen in Kleinbetrieben um die Abschaffung des besonderen Kündigungsschutzes und einer vorherigen Vereinbarung einer Abfindung. Also nichts "hire and fire". Für besonders effektiv halte ich die Pläne aber auch nicht. Sie werden höchstens die Arbeitsgerichte entlasten, denn wenn ein Unternehmen ein Mitarbeiter los werden möchte, dann gelingt das auch, allerdings kann momentan der Weg dorthin beschwerlich sein.


    Im übrigen muss ein älterer AN eben nicht sofort von ALGII leben, sondern hat, wenn er bis zum 31.1.2006 arbeitslos wird, als über 45jähriger bis zu 32 Monate Anspruch auf ALGI, erhält vom Staat also fast drei Jahre lang 60-67% seines Nettoeinkommens.


    Man muss einfach mal bei den Fakten bleiben.

    Und er stammt aus bescheidenen Verhältnissen und liebt seine Frau :D


    Das musste natürlich auch erwähnt werden. Eins muss man Frau Merkel anrechnen. Sie ist weitesgehend sachlich geblieben und hat sich nicht auf oben zitiertes Niveau herabgelassen.

    Zitat

    Original geschrieben von Brainstorm
    1% Billiger. Und das werden die Mineralölkonzerne kassieren. Weil sie befürchten, daß durch die billigeren Preise, der Verbrauch steigt, und daher die reserven zu schnell verbraucht werden :)


    Für mich kommt die CDU jedenfalls nicht in Frage. Vorallem wegen der Steuerpolitik. Erhöhung der MWST, Steuer auf schichtzulagen wie Nacht und Sonntagzuschlag (als regelmäßiger Nacht uns Sonntagsarbeiter betrifft mich das dierekt), 25% einheitssteuer (Der Bonze freut sich, der Kleine (ich) zahlt drauf).
    Das ist keine Steuerpolitik die man wählen kann. Hier wird wieder der reiche Mann belohnt, den kleinen Mann beißen die Hunde.


    Die Ökosteuer wird nur "geprüft", gesenkt wird die am Ende nicht, weil auch die CDU geld braucht. Und selbst wenn die Ökosteuer um 3 Cent gesenkt wird. Ob der Liter Super jetzt 1,46 oder 1,43 kostet, ist das der große Wurf? Lasst euch davon nicht blenden. Die Senkung wird auch bei der CDU nicht kommen, und wenn doch dann ist die für den Eimer.


    Von der Flattax halte ich auch nicht so viel, wobei im übrigen, was fast immer sehr gerne von den Gegnern verschwiegen wird, durchaus ein sozialer Faktor in Form von Steuerfreibeträgen angedacht ist, aber ich denke, man muss generell schon aufpassen und unterscheiden, wie man hohe Einkommen besteuert. Sollten diese in den Betrieb und damit letztlich auch in die Schaffung bzw. Erhaltung von Arbeitsplätzen reinvestiert werden, halte ich eine niedrige Besteuerung, durchaus mit nur 25%, absolut für denkenswert. Sollte es sich um Einkommen handeln, das nur dem Privatvermögen zufließt, finde ich 40% schon angemessen.

    Zitat

    Original geschrieben von Lord EX
    Als Mathematiker würde ich dazu sagen, dass ich dann mit der CDU trotzdem billiger Auto fahren kann.


    Egal, ich wähl sowieso die Bayernpartei, denn von den Großen brauch man eh keinen wählen, überall nur Lug und Betrug.


    Naja, die Bayernpartei lügt auch bzw. sie verschweigt, dass Bayern ohne Länderfinanzausgleich heute nichts als ein Kuhscheiss-Bauernstaat wäre. Also bevor ich solche Spinner wählen würde, würde ich mir doch überlegen, ob ich nicht doch konstruktiv wählen oder mich enthalten sollte.


    Im übrigen ist der Wähler doch selbst schuld, dass er "belogen" wird, wenn fast jeder in diesem Land nur an seinem kurzfristigen Allgemeinwohl interessiert ist und niemand langfristig und an Deutschland insgesamt denkt. Wie soll man da offen Politik machen können? Dann würden noch mehr solche verlogenen ... wie Lafontaine und Gysi gewählt.


    No.Time, du vergleichst Äpfeln mit Birnen.


    Mir ist natürlich die Lage der jungen Assistenzärzte, die frisch von der Uni kommen, bekannt und wie diese von unserem Staat wirklich auf übelste verheizt und abgezockt werden.


    Aber diese Leute darfst du nicht mit selbstständigen Steuerberatern vergleichen, denn das ist nicht die Regel nach einem BWL-Studium. Die Regel sind meines Erachtens mehr oder weniger anspruchsvolle Angestelltenverhältnisse in der Wirtschaft und wenn dort jemand 2.500 € netto verdient, dann ist dieser Person durchaus zuzumuten, 200 bis 300 € im Monat für das Studium zurückzuzahlen. Wenn die BWLer aber nicht irgendwann in Führungspositionen rücken, dann wird sich ihr Gehalt in dem Bereich weitesgehend halten, während sich bei einem Mediziner meiner Einschätzung nach das Gehalt im Laufe der Karriere um einiges deutlicher steigert und das natürlich auch zu Recht.


    Ich sagte ja, die Rückzahlung muss auch nach Gehalt gestaffelt sein. Aber ich denke doch auf jeden Fall auch, dass ein Medizinstudium um einiges teurer ist, als ein BWL-Studium.

    Martyn, interessant, wie man unter "Aufbau Ost" soziale Wohltaten, die jeder gerne gewähren würde, für die aber kein Geld vorhanden ist, Erhöhung der staatlichen Ausgaben und der Staatsquote und Vernichtung eines der wenigen Wettbewerbsvorteile ostdeutscher Standorte (denn wenn man den BAT angleicht, dann müssen auch die TV angeglichen werden) nennen kann.


    Ich würde dir ganz dringend "Die LinksPartei. SED" mit den neuen Luxusbonzen Lafontaine und Gysi empfehlen. Die können jeden gebrauchen. Wenn alle mitmachen, dann kann man vielleicht irgendwann ausrechnen, wie man 140 Millarden € soziale Wohltaten finanzieren kann :D