Eine Gendatenbank mit Daten aller straffällig gewordenen Bürger ist nicht haltbar, denn es liegt nahe, dass diese Datenbank nicht lange nur für die Aufklärung von Sexualstraftaten verwendet werden würde, sondern man irgendwann auch auf die Idee kommen würde, dass man auch andere Straftaten damit aufklären könnte und sei es nur unter dem beliebt gewordenen Deckmäntelchen angeblicher Terrorgefahren. Irgendwann wird das auch nicht mehr reichen, dann wird jemand fordern, dass jeder Mensch eine DNA-Probe abgeben muss und dann ist das Leben eines jeden Menschen lückenlos nachvollziehbar und jeder Mensch steht ab seiner Geburt unter einem Generalverdacht.
Mir tun die Eltern leid, mir tun alle Eltern leid, die ihr Kind verlieren und dazu noch auf solch tragische und unnötige Weise, aber wenn man es versucht nüchtern zu betrachten, was zwar schwer fällt, aber das einzige richtige ist, dann stellt man fest, dass die Anzahl der Sexualstraftaten in keinem Verhältnis steht, zur staatlichen Überwachungslawine, die man damit lostreten würde. Der Preis einer freiheitlichen Demokratie wie der unseren ist nun mal auch, dass es Menschen gibt, die die Unvollkommenheit unseres Systems, die Freiheit jedes einzelnen, ausnutzen, um anderen Menschen damit Leid anzutun, seien es der einfache Einbrecher, der Bankräuber, der Kindermörder, der Vergewaltiger, der Mörder...
Niemand wird mit einer gestörten Sexualität geboren, diese Menschen werden durch ihre eigenen Erlebnisse und der Art und Weise, wie mit ihnen umgegangen wird, zu Monstern. Deswegen kann man nur einerseits versuchen, die Situation von Kindern, vor allem auch von Kindern, die in einem problematischen Umfeld aufwachsen, zu verbessern und wacher für erste Anzeichen von Auffälligkeiten zu sein. Oftmals wird doch weggesehen, dass Kinder geschlagen oder sogar missbraucht werden. Andererseits muss natürlich der Schutz potentieller Opfer im Vordergrund stehen, wenn der Zug für eine Heilung eindeutig abgefahren ist, und das ist für mich der Fall, wenn sich jemand schon mal in gewalttätiger Weise an einem Kind vergangen hat. Dann hilft tatsächlich nur die lebenslange Sicherheitsverwahrung. Nur es wird immer, egal mit welchen Gesetzen, schwierig sein, Ersttäter vor ihren erster Tat zu erkennen, zumal es der Rechtstaat auch gebietet, dass man differenzieren muss. Nur ein Bruchteil der pädophil veranlagten Männer vergreifen sich auch tatsächlich an Kindern oder sind gar potentielle Mörder. Deswegen muss man mit Pauschalverurteilungen ohne begründeten Verdacht oder Anhaltspunkt vorsichtig sein, denn letztlich ist es hilfreicher, jeden einzelnen in dieser Hinsicht auffällig gewordenen Menschen genau anzusehen und zu untersuchen als mit einem Hammer mal auf alles draufzuhauen, denn da haben es die wirklichen Täter nur viel einfacher unerkannt zu bleiben.