Re: Provisionen der Netzbetreiber, Händlerpreise und eine unklare Rechnung...
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Original geschrieben von d@niel
Hallo zusammen,
seit ein paar Tagen habe ich einen Telco SMS50 Vertrag im ePlus-Netz. Dazu gab´s ein SE K700i und einen Yakumo DVD-Player kostenlos. Anschlussgebühr entfällt auch. Ledigleich ein Mindestumsatz von 8,95€ pro Monat fällt an, der mit netzinternen SMS zu erreichen ist. Nun stelle ich mir so einige Fragen:
Was für astronomische Provisionen muss ePlus dem Händler zahlen, damit dieses Geschäft für den Händler interessant ist? Immerhin kostet mich das K700i nichts, den DVD-Player gibts noch geschenkt dazu. Ich weiss nicht, was beides im EK kostet, aber sicher um die 200,-€ (schätze ich einfach mal). ePlus wird also ganz sicher mehr als 200,-€ Provision an den Händler zahlen. Denn der will ja auch noch was verdienen an der Sache, sonst würde er das Angebot nicht machen. So weit so gut.
Nun kriegt ePlus im "worst case" aber gerade mal 24x den Mindestumsatz rein. Also 24x8,95€ = 214,80€. Das deckt ja dann nicht mal die Subvention. Natürlich wird man bei ePlus davon ausgehen, dass der Vertragsinhaber zusätzlichen Umsatz macht und Geld einspielt. Aber das ist ja nicht sicher und somit kann es nicht als feste Grösse gerechnet werden.
Ich frage mich nun, was die Netzbetreiber zu solchen Aktionen verleidet? Wie rechnet sich sowas? Denke ich falsch? Sind die Subventionen vielleicht deutlich niedriger? Wie bezahlt dann der Händler im Einkauf Handy und DVD-Player?
Wer kann mich hier mal ein bisschen aufklären? Bitte aber nicht im Sinne von "da siehst du mal wie schlecht Schubladenverträge sind und wie arm die armen armen Netzbetreiber dran sind"
Die sind ja auch nicht doof und würden sowas nicht machen, wenn fest kalkulierbar dabei nicht doch irgendwo Geld einkäme.
d@niel
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Zunächst einmal ist Telco ein eigenständiger Service Provider, der Netzkapazität bei eplus einkauft und auf eigene Rechnung arbeitet, also zahlt eplus auch keine Provision und auch dein Geld kommt bei eplus auch nur indirekt an.
Die ganze Sache läuft grob gesagt so ab. Der Händler schliesst mit dem NB / Provider einen Vermittlungsvertrag und eine Zielvereinbarung ab und erhält SIM-Karten und Ware. Es wird vereinbart, dass der Händler so und so viel Verträge abschließen soll und man einigt sich auf eine Vermittlungsprovision, die tarifabhängig, aber ansonsten ganz unabhängig von der Hardware ist. Auch für die Hardware schließt man eine Vereinbarung ab. Verkauft der Händler die vom NB/Provider bezogene Hardware ohne Vertrag, so wird sie ihm mit beispielsweise 200 € berechnet, bringt er sie allerdings mit Vertrag an den Mann vielleicht nur 170 oder 150 €.
Sagen wir also mal in einem fiktiven Fall, der sich an dein Beispiel anlehnt: Wenn Händler A dir das Telefon B für 0 € mit Vertrag verkauft, dann entstehen ihm vielleicht erst einmal ca. 150 € Kosten für das Telefon. Provision bekommt er vielleicht für den Tarif 170 €. Bleiben 20 € übrig, von denen sich vielleicht auch in Massen eingekaufte billige DVD-Player finanzieren lassen. Der Gewinn würde dann durch Airtime-Provisionen (die es nicht überall, aber auch gibt) oder Zielerreichungsprämien (ab einem bestimmten Kartenkontingent z.B. noch mal 20 € zusätzlich pro Karte) kommen, wobei ein Händler natürlich nur bei einer bestimmten Menge an geschalteten Karten bei diesem Spiel wirklich etwas verdienen kann, wovon man leben kann. Viele können das nicht lange, deshalb verschwinden viele Shops auch wieder ganz schnell.
Es gibt natürlich auch schlaue Händler, die das System ein bisschen austricksen wollen und nicht die vom NB eingekaufte Ware dem Kunden mitgeben, sondern billiger bezogene Hardware aus anderen Ländern oder von Großdistributoren, jedoch trotzdem in den System die IMEI-Nummern der NB-Geräte pflegen, um Hardware-WKZ zu erhalten und die NB-Geräte unsubventioniert weiter zu verkaufen. Die NB sind da aber mittlerweile ziemlich hinterher, um das zu verhindern.
Das ganze soll jetzt mal nur ein Beispiel sein, wie es ungefähr aussehen kann, aber es gibt mit Sicherheit auf dem Markt und je nach Anbieter zig verschiedene Vermittlungsmodelle.