Im Prinzip muss man bei allem aufrichtigen Mitgefühl für die Betroffenen aber auch ganz emotionslos feststellen, dass ein global operierender Konzern dort produzieren muss, wo es am günstigsten ist.
Und wenn es in Rumänien auch unter Berücksichtigung von einer gewissen Anlaufphase, in der es sicher Qualitätsprobleme geben wird, unter dem Strich erheblich billiger als in Deutschland ist, dann muss Nokia nach Rumänien gehen, umso mehr wenn es Anreize wie eine im Vergleich zu Deutschland extrem bürokratielose Abwicklung, ein billiges Grundstück, Subventionen etc. gibt.
Die Zukunft von Deutschland liegt mit Sicherheit nicht in der Massenproduktion von Unterhaltungselektronik. Das wird es auf Sicht hier nicht mehr geben.
Nokia ist ein finnisches und vor allem internationales Unternehmen und hat keinerlei Bezug zu Bochum. Es handelt sich bei Handys nicht um Highend-Produkte, bei denen der Produktionsstandort eine Rolle spielt (wie z.B. bei teureren Autos, wobei die ja in Deutschland auch größtenteils nur noch zusammengesetzt werden) sondern elektronische Massenware, die im Prinzip überall auf der Welt mit ähnlicher Qualität produziert werden kann.
Das wird solange die Globalisierung noch am Anfang steckt und damit auch die Harmonisierung von Gehältern ein großes Dilemma in Deutschland werden. Es wird immer wieder Arbeitsplätze in der Produktion geben. Für geringer Qualifizierte wird es als Ersatz dann nur noch Jobs im Dienstleistungssektor geben, der deutlich schlechter bezahlt ist. Ähnlich wie in den USA.