Ls4:
Die Teraflops-Angaben sind nichts als Marketing-Schwanzvergleich. Das sagt lediglich aus, wieviel Fließkommaoperationen pro Sekunde ausgeführt werden können, das ist aber auch absolut alles. Über die wirkliche Leistungsfähigkeit sagt das herzlich wenig aus.
Der Grafikchip der PS3 ist eine konventionelle Grafikkarte basierend auf der Technologie der Geforce 7800, also einer PC-Grafikkarte der letzten Generation.
Also nichts berühmtes und auch die damalige Aussage von Sony, der RSX sei so stark wie zwei 6800Ultra, lässt einen heute im Sommer 2007 doch eher müde lächeln.
Außerdem werden nur DX9.0c und Shader Model 3.0 unterstützt.
Der "Xenon" dagegen ist eine komplett auf die Xbox360 zugeschnittene Lösung und unterscheidet sich deutlich von ATIs PC-Karten, so z.B. durch die Unified Shader-Architektur oder den 10MB Embedded RAM für Postprocessing-Effekte (wie Antialiasing oder Motion-Blur) ohne CPU/GPU zu belasten. Außerdem wird der DX10-Standard teilweise erreicht und Shader Model 4.0 wird unterstützt, d.h. insbesondere neue PC-Entwicklungen, die DX10 und Shader 4.0 unterstützen, werden deutlich einfacher und voraussichtlich auch mit besserer Optik auf die 360 zu portieren sein.
Sonys Strategie scheint hierbei zu sein, durch Cell und BluRay verursachte hohe Kosten durch eine vergleichsweise schwache und billige GPU zu sparen. Sony ging damals als klarer Marktführer wohl davon aus, dass man die PS3 als Leadplattform würde etablieren und die Entwickler dazu nötigen könnte, den Cell zur Grafikberechnung hinzuziehen, was zwar umständlich ist, aber theoretisch möglich. Leider (für Sony) ist es so aber nicht gekommen. Alle wichtigen Multiplattformtitel werden auf 360/PC als Leadplattform entwickelt und dementsprechend wird aus Kosten-, Zeit- und Rentabilitätsgründen in den meisten Fällen darauf verzichtet werden, eine optimale Anpassung an die PS3 vorzunehmen.