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Original geschrieben von DUSA-2772
Was mir bei diesen Diskussionen grundsätzlich nicht gefällt, ist, dass es sich sofort in "Amerika-Anbeter" und "Anti-Amerikaner" aufsplittet - oder jede Seite die andere in die entsprechende Ecke stellt 
Naja, es gibt zum Glück doch noch ein paar, die das nicht tun...
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Dass That-son-of-a-Bush auf gleicher Stufe mit irgendwelchen Terroristen und/oder Dikatoren steht ist genauso blödsinnig wie Äußerungen der andern Seite "wir müssen den Amis auf ewig dankbar sein".
Übertreibung war schon immer ein Mittel in Diskussionen. Ich glaube nicht, dass es wirklich soo viele gibt, die es so extrem sehen. Ein Funke Wahrheit ist aber in beiden Ansichten drin. Bushs "Wahlsieg" und Gebahren sind nicht (immer) sehr demokratisch, und Amerika hat nach dem Krieg viel geholfen.
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An der derzeitigen Außenpolitik wird deutlichst sichtbar, dass Deutschland noch weit davon entfernt ist, seine Rolle in der "Weltordnung" nach dem Fall der Mauer und dem Ende des Kalten Krieges gefunden zu haben.
Ich glaube nicht, dass das in irgendeiner Form etwas mit dem Mauerfall und dem Kalten Krieg zu tun hat. Denn so ziemlich alle anderen EU-Länder befinden sich in einem ähnlichem Chaos. Z.B. in Spanien und Griechenland sind die Regierungen trotz ca. 80% Kriegsgegner im Volk für Amerika, die Türkei weiß nicht so recht, was für sie vorteilhafter ist, und selbst Frankreich fährt einen ähnlichen Schlingerkurs wie "wir".
Das Problem besteht meiner Meinung nach vielmehr darin, dass sich die ganze Welt darauf verlassen hat, dass Amerika der "beschützende große Bruder" und das "Musterbeispiel der Demokratie" ist, dass es heute noch vorgibt zu sein (zumindest weitgehend, ein paar "Macken" wurden Amerika wohl zugestanden). Nun aber greift dieses Land quasi "aus heiterem Himmel" Afghanistan und den Irak an (Sinn und Unsinn dieser Aktionen sei an dieser Stelle mal dahingestellt). Und - was für den Rest der Welt wohl wesentlich schockierender sein dürfte -, es kümmert sich einen feuchten Sch... um Institutionen wie UNO und NATO, die zuvor als leuchtetes Symbol einer "demokratischen Welt" gesehen wurden, quasi die Vorstufe einer "Star Trek-Föderation". Nun standen die Regierungen auf einmal vor dem Dilemma: Wie rettet man die "globale Demokratie" am besten - in Amerika "einschleimen" und auf den nächsten Präsidenten hoffen? oder besser einen europäischen Gegenpol für ein globales Gleichgewicht schaffen? Risiken haben beide Varianten. Und so stehen sie da immer noch...
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Egal wie die Meinung aussieht, ...
Nur hat eine Partei nie nur eine Meinung. In den eher linken Parteien gibt es schon fast traditionell einen ständigen Machtkampf, und die CDU ist nach dem Spendenskandal von Kohl in ein ähnliches Chaos gestürzt, wenn auch mit "Zwischenstabilitäten" von Merkel und Stoiber. Prinzipiell bin ich der Meinung, so ein scheinbares "Chaos" ist die beste Voraussetzung für eine echte Demokratie, denn so werden mehr Meinungen gehört, als nur die des "gewählten Herrn und Meisters". Aber mittlerweile wird es höchste Zeit für einen Konsens. Das Problem ist nur: Hier stehen im Endeffekt zwei Extreme zur Wahl, bei denen es keinen wahren Kompromiss geben kann. Dieses Problem besteht natürlich entsprechend auf EU-Ebene.
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Europa ist weit davon entfernt, eine Gemeinschaft zu sein.
Das wird es wohl zumindest in absehbarer Zukunft auch nicht wirklich sein. Dazu sind die Kulturen schlicht zu verschieden...
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Dabei geht es mir gar nicht darum, dass die EU *gegen* die USA steht! Aber dort wo es Differenzen gibt, müssen die offen auf den Tisch und international diskutiert werden - und zwar auf einer gleichberechtigten Basis.
Aber genau diese Basis hat Amerika mit ihrer "sagt doch was ihr wollt, wir machen, was wir wollen!"-Politik entzogen.
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So wie es zur Zeit mit der EU ist, da lache ja selbst ich...
Also mir bleibt da eher das Lachen im Halse stecken...
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und "der Amerikaner" macht im Endeffekt, was er für richtig hält und lässt alle anderen links liegen.
Eben genau da liegt das eigentliche Problem.