Re: Haus- /Wohnungskauf sinnvoll?
Zitat
Original geschrieben von oern1
Bsp.: Preis 250.000,- Eigenkapital: 50.000; Abzahlung in 30 Jahren
->monatliche Rate 1000,- (bei 5%)
Nach 30 Jahren wurden mind. 486.000,- gezahlt
(50’ EK, 250’ Darlehen, 186’ Zinsen, ??? Reparaturen)
dafür hat man als Gegenwert ein x+30 Jahre altes Haus/ Wohnung als Alterssitz
Gegenrechnung Miete:
Ein vergleichbares Haus/Wohnung dürfte für 750,- /Monat kalt zu mieten sein.
Gruß Oern1
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Wesentlicher Fehler: Die Miete beträgt HEUTE 750 EUR, in 30 Jahren könnte sie 2000 EUR kosten. Eine Abzahlung von 750 EUR bleibt immer 750 EUR, auch wenn sie 30 Jahre dauert. Über Lohnsteigerungen kann man nur spekulieren, aber es mag durchaus sein, dass du in 30 Jahren das Doppelte verdienst und die 750 aus der Portokasse zahlst.
Ich habe ein reales Beispiel: Meine Tante hätte vor 35 Jahren ein Haus kaufen können, für damals 80.000 DM. Sie hatten aber nur 65.000 DM, und gehörten zum Typ "Schulden? ICH? NIE!". So haben sie verzichtet. Eine Bekannte hat das Haus daneben damals gekauft. Sie verstarb kürzlich. Ihre Kinder verkauften das Haus für ca. 1.000.000 EUR. Das ist Faktor 25.
Argumente:
- Grundbesitz ist eines der Güter, die nicht vermehrbar ist. Und knapp heisst teuer. Die meisten heute superreichen Leute hatten schon (bzw. ihre Familien) vor 50-100 Jahren Grundbesitz. Deswegen sind sie heute so reich.
- Kauf dir kein Haus/Wohnung wenn du oft umziehst. Vermieten ist übel, da vergeht dir der Spass schnell.
- Der Job sollte einigermassen sicher sein. Sonst eben mehr ansparen, notfalls alles.
- Familie (soweit existent) muss die Entscheidung mittragen! Wenn deine Frau das Geld lieber für Urlaubsreisen in die Karibik ausgeben will, dann wohnst du bald alleine im Haus und zahlst Unterhalt an Frau und Kinder.
- Die Entscheidung Wohnung oder Haus kaufen sollte man gut überlegen. Für mich ist alleine die Wohnung der richtige Weg gewesen:
--- Ich bin Single und berufstätig, Putzen nervt und zum Garten pflegen habe ich keine Zeit.
--- Der Verwalter und der Hausmeister sollen sich um die Anlage kümmern. Siehe das Posting von Vito ("Ständig basteln am Haus")
--- Ich will meine Ruhe von den Nachbarn. Und keine Gespräche am Zaun über irgend etwas.
--- Auf Streit weil Blätter in den Garten fallen (und 1000 andere Gründe) kann ich verzichten.
--- Ich will in der Stadt wohnen bleiben und nicht wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen.
--- Ich habe keine Lust auf Einbrecher.
In zwei Jahren ist meine Wohnung bezahlt und ich werde in Saus und Braus leben bis dass der Tod mich ereilt. Und mag die Rente auch niedrig werden wenn der Staat noch mehr kürzt, schön wohnen kann ich schon sehr billig. (Unterhaltskosten eben.)
Für mich war es sicher die richtige Entscheidung.
Viele Grüße
Thomas