Zitat
Original geschrieben von Elke2002 ...aber man sollte nicht unterschätzen, *was* die Schüler (neben dem 'Stoff') in der Schule noch so alles lernen (können). Z.B. auch, wie man Leute respektiert, richtig einschätzt, niedermacht, gegeneinander ausspielt, unterstützt usw.
Entschuldige bitte, Elke, dass ich hier deine Aussage als Aufhänger benutze. Aber eben genau diese Fähigkeiten, welche Du ansprichst und die in manchen Schulen gelernt werden, sind absolut schädlich.
Damit meine ich natürlich nicht den offiziellen Unterricht sondern das was außerhalb der Unterrichtsstunde passiert. Um es an deinen genannten Begriffen mal konkret fest zu machen:
- wie man Leute respektiert:
Durch diverse Vorbilder wird Respekt denen gegenüber gezollt, die Gangsta sind...
- richtig einschätzt:
Das können die meisten auch heute noch nicht. Und da schließe ich mich nciht davon aus.
- niedermacht, gegeneinander ausspielt:
Wird ja auf manchen Schulhöfen pausenlos gemacht.
- unterstützt:
Sowas lernt man in der Familie. Wenn nicht, dann siehe Punkt obendrüber.
Gerade diese zwischenmenschlichen Aspekte sind ein Teil der Erziehung. Und diese wird leider in etlichen Familien (und dazu gehören beileibe nicht nur sozial schlechter gestellte Familien) vernachlässigt oder gar dem TV-Gerät und der Spielekonsole überlassen.
Das Ganze garniert mit verschobenen Wertesystemen und fehlendem finanziellen Einsatz (damit verbunden auch personellem Einsatz) an den "Erziehungseinrichtungen" sowie den Schulen, und schon kommen wir wieder bei Aristoteles heraus der seinerzeit schon orakelte: "Die Jugend von heute ist unser Untergang".
Ich sehe hier ein ganz großes Verschulden unserer Politik. Aber eben bei weitem nicht alles, denn die Schulen sind nicht zum erziehen gedacht (zumindest nicht in unserem Schulsystem). Die Lehrer klnnen zwar einiges vermitteln, aber ohne den Respekt der Schüler, dem Willen des Zuhörens und Begreifens, haben Lehrer schlicht und ergreifend keine Chance. Und diesen Respekt und den Willen aus sicht "etwas zu machen" wird heute vermehrt in immer weniger Elternhäusern gelehrt.
Ein Patentrezept um dieser Miesere zu entfliehen hat niemand, denn jeder Mensch ist verschieden. Also müsste es für jedes "Problemkind" (Vorsicht, nicht mit manchen polemischen Äußerungen gleichzusetzender Begriff) eine eigene Schulform erfunden werden. Aber warum schauen wir nicht bei unseren Nordeuropäischen Nachbarn in die Klassenzimmer? Schließlich haben die dortigen PISA-Ergebnisse als auch der Bericht der UNO die dortigen Schulmethoden als gut heraus gestellt?
Aber wenn ich dann sehe wie die Schulen schon mit den alltäglichen Problemen im Stich gelassen werden, dann sehe ich da relativ schwarz für eine baldige Lösung dieser Zielkonflikte. Aber alles ist eine Frage des Geldes, nur warum soll eine solche Nation unbedingt an der wichtigsten Aufgabe sparen und alle verantwortungen von sich weisen dürfen? Durch geschickte Steuergestaltung können große Unternehmen etliche Steuern sparen, dies belastet den Haushalt. Dadurch soll mehr Geld in den Unternehmen verbleiben damit diese das Geld hier in Umlauf bringen können. Wie gut das funktioniert, sieht man an Beispielen wie Nokia...
Und nur, weil die Schulen keine solche Lobbyarbeit wie die Unternehmen leisten können, wird der Bildunsgetat gekürzt. Aber, wie hier schon mehrfach durchgeklungen, nur durch frische, motivierte, weitergebildete Lehrer kann wohl noch etwas an dem "Bildungsnotstand" getan werden. Schließlich sind die Kinder von heute die Zukunft dieses Landes.