So, dann mal zu meiner Geschichte:
Wie bereits geschrieben, habe ich Ende 2008 einen ersten Brief bekommen, worin stand, dass ich eventuell als Spender passe, man jedoch weitere Untersuchungen dazu machen muss.
Dies tat ich, Blutabnahme beim Arzt und verschicken an die DKMS.
Daraufhin ein positives Ergebnis, ergo, nochmal zum Arzt, eine weitere Untersuchung.
Wieder positiv.
Dann ging es darum, dass ich ein passender Spender bin und nun eine körperliche Untersuchung durchgeführt werden soll. Diese soll in der Transplantationsklinik stattfinden, bei mir die Uniklinik Dresden (Wohnort nähe FFM).
Ca. 1 Woche vor dem geplanten Kurztrip bekam ich einen Anruf der DKMS, dem Spender ginge es nicht gut und die geplante Transplantation muss verschoben werden.
Einige Zeit später, ich glaube es waren ca. 4-6 Wochen, hieß es relativ kurzfristig, dass ich nach Dresden fliegen und die Voruntersuchung ableisten soll.
Daraufhin von FRA nach Dresden geflogen, dort übernachtet, dann am nächsten Tag den Untersuchungsmarathon und Vorgespräche mit Übergabe der Hormonspritzen (G-CSF), dann noch etwas durch Dresden gelaufen und wieder zum Airport, zurück nach FRA.
Dies geschah 2 Wochen vor dem geplanten Transplantationstermin. Als Methode wurde mir die periphere Transplantation (durch Filterung des Blutes) vorgeschlagen. Dies akzeptierte ich selbstverständlich.
5 Tage vor dem Termin musste ich mit dem Spritzen von G-CSF beginnen.
Der erste Tag war überhaupt kein Problem, am zweiten Tag bekam ich starke Kopf- und Gliederschmerzen, gleiches am dritten Tag. Es war kaum noch eine Bewegung möglich, lag nur auf der Couch und konnte mich kaum bewegen.
Neben dem Hormonpräparat bekam ich auch eine Packung Paracetamol 500mg zur Bewältigung dieser Schmerzen. Diese wurden mir übrigens als wahrscheinliche Nebenwirkungen vorher bekannt gegeben, mich hats dabei wohl aber sehr übel erwischt.
Ich habe mich an der unteren Grenze bewegt, da ich allgemein Paracetamol eher meide (andere Schmerzmittel sollten nicht eingenommen werden!)
Gut, am Tag 4 war es dann deutlich besser und wir (meine Freundin und ich, auch für sie wurde der Trip, also Flug+Hotel, bezahlt) starteten per Flugzeug gen Osten.
Kamen am Nachmittag an, hatten somit noch den Abend zur Verfügung und verbrachten diesen im Kino. Sehr schön.
Am nächsten Morgen gabs lecker Frühstück im Hotel (Hotel Am Blauen Wunder) und danach ging es zur Klinik.
Zunächst noch ne Banane gegessen und dann wurde angezapft.
Rechter Arm dicke Metall-Nadel zum Raussaugen, links dünnerer Zugang für den Rückfluss.
War alles kein Problem, während der Filterung kann es zum Gribbeln der Zunge/Lippen/Nase kommen, was sich jedoch durch Calcium-Gabe wieder beheben lässt.
Das Prozedere dauerte dann gute 4 Stunden. Ich musste dann auch ziemlich zügig zur Toilette, mit Nadel im Arm ist es halt etwas unangenehm.
Da immer zunächst 2 Tage für die Transplantation geplant werden, wurde nun überprüft, ob ich nochmal kommen muss, oder ob die Menge ausreicht.
Nach einer halben Stunde stellte sich dann heraus, dass ich nicht nochmal wiederkommen muss, sodass der zweite Tag frei war und wir durch Dresden schlenderten. War schön, wenn auch sehr kalt.
Im Herbst letzten Jahres bekam ich wieder einen Brief der DKMS, ich solle mich melden.
Dem Empfänger ginge es soweit gut, jedoch werden nochmals Stammzellen benötigt und ihn zu stabilisieren. Ob ich dazu bereit wäre. Natürlich war ich das.
Diesmal jedoch ohne G-CSF und in Köln. Sehr schönes Hotel und das beste Frühstück, welches ich jemals gegessen habe!
Sehr lustige Krankenschwester und vor allem überfürsorglich 
Spende wurde problemlos durchgeführt.
Ja, seit dem kamen glaube 3 Bluttests, bei denen meine Werte überprüft wurden. Alles in Ordnung.
Anfang des Jahres kam der besagte Brief, dass es "meinem" Patienten sehr gut gehe und er das Leben außerhalb des Krankenhauses genieße.
Als Daten zum Empfänger habe ich nur folgendes Erfahren:
- männlich
- 83kg
- aus Deutschland
2 Jahre nach der Spende wäre ein Kontakt möglich, ob ich das in Anspruch nehme weiß ich nicht, da ich mich nicht als Übermensch fühle...
Ich denke, dass wenn der Empfänger dies möchte, er die Initiative ergreifen wird.
Falls ihr noch Fragen habt, schreibt sie nieder!
Bis dann,
Jan