Es ist symbolisch zu sehen.
Nachdem in den 1980er Jahren Demos gegen Wackersdorf, die Startbahn West, Atomkraft, Pershing II und ähnliche Dinge zum Selbstverständnis und zur Geschichte Westdeutschlands zählten, hatte sich in der wiedervereinten Republik über die Jahre hinweg eher eine kadavergehorsame Lethargie entwickelt.
Politiker fummeln herum, Eliten in Banken und Unternehmen bereichern sich an Investmentgewinnen und Ausbeutung minderbezahlter Arbeitnehmer in befristeten Zeitarbeitsverhältnissen. Die Bürger zahlen es, finanziell (Konjunkturprogramme, Bankenkrise, Eurokrise, ...) und mit Angst. Angst um den Job, Angst um die Zukunft... Die Globalisierung wolle es so, hieß es immer.
S21 ist nun ein Startschuss, ein neuer Aufbruch. Die Bürger sind nicht mehr bereit, sich von den Eliten veräppeln zu lassen und den eigenen Schaden auch noch bezahlen zu müssen. Dabei sind es nicht allein linke und alternative "Sowieso-gegen-alles-Protestierer", sondern es fallen insbesondere die gutbürgerlichen Schichten und CDU-Wähler auf, die nicht mehr bereit sind, die Machenschaften der BaWü-Landesregierung zu folgen.
Insofern geht's nicht nur um den Bahnhof, sondern hier wurde ein Symbol geschaffen, dass nun Schluss ist mit den Machenschaften zur eigenen Bereicherung während der Bürger in Form von Steuergeld dafür zahlen soll.
Allein schon, dass erreicht wurde, dass ein Vermittler an die Arbeit geht und das Projekt dargelegt und neu verhandelt werden muss ist ein Erfolg für die Bürger. Obwohl sich die Macher auf ihre angebliche parlamentarische Legitimation berufen sind sie jetzt gezwungen, das Projekt am runden Tisch neu erklären zu müssen und das Mindeste wird sein, dass Zugeständnisse kommen.
Dieser Erfolg der Menschen wird für die Zukunft deutliche Signalwirkung haben, insbesondere dann, wenn die Landesrregierung bei der Wahl wegen S21 abgewählt wird und es obendrein mit einem dramatischen Stimmenverlust ist.
Dieses hat auch deutliche Auswirkungen auf die Bundespolitik weil das Merkel sich bzgl. S21 ja auch sehr klar festgelegt hat und die Landtagswahl auch ihr neuerlich zeigen wird, wie die Stimmungslage im Land ist.