Beiträge von Printus

    Re: Re: ebay Handy verkauft - Betrug vorbeugen


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    Original geschrieben von Bayernpeter
    haben jetzt alle langsam Paranoia?


    Von nichts kommt nichts. Dass wir etwas haben, was du mit Paranoia umschreibst, beruht darauf dass jeder schon schlechte Erfahrungen gemacht hat. Ebay ist und bleibt ein Saftladen.

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    Original geschrieben von TheStarOFF
    Manche tun so, als ob noch nie deutsche Beamte im Ausland eingesetzt worden sind.


    Der Unterschied ist aber dass das normalerweise nur geschieht wenn entweder Urlauber oder zu identifizierende Mitbürger untersucht werden müssen. Nur weil im Ausland lebenden Deutschen ein Unglück passiert fährt noch lange kein deutscher Beamter dahin.
    In diesem Fall hat die Entsendung türkischer Experten mehr als ein Geschmäckle weil nach den Vorwürfen angeblichen Fehlverhaltens von Polizei und Feuerwehr sehr deutlich vermittelt wird dass die Experten geschickt werden weil man den deutschen Ermittlern nicht traut. Und wenn diese Unterstellung mitschwingt ist das deutlich anders als wenn deutsche Beamte im Ausland helfend zur Seite stehen.


    Zitat

    Original geschrieben von TheStarOFF
    Man tut immer so als ob Deutschland/Europa die Wiege aller Werte wäre.
    Jede Kultur hat doch elementare und weiterführende Werte.
    Jeder der sich in einem "fremden" Kulturkreis aufhält sollte sich natürlich so weit anpassen, dass die vorherrschenden Grundwerte (Gesetze) nicht tangiert werden. Aber auch umgekehrt sollte man dann die kulturellen Werte solcher, sich anpassenden, "Fremden" möglichst respektieren, auch wenn sie einem persönlich falsch vorkommen.


    Sorry, aber das ist Geschwätz.


    Es geht hier nicht um Werte, die hat schließlich keiner in Frage gestellt. Der Aufreger, den viele absolut unverschämt finden ist, dass ein Unglück bisher unbekannter Ursache von türkischen Agitatoren zu absolut dümmlicher, vorschneller und unbewiesener Nazi-Hetze mißbraucht wird.


    Wer sich in der Fremde aufhält muß sich nicht nur an Gesetze halten, sondern auch gesellschaftliche Spielregeln. Wenn es hier Zwangsehen, Ehrenmorde und Großfamilien, in denen die 3. Generation vom Sozialleistungen lebt und immer noch kein deutsch spricht, gibt, ist das alles andere als eine positive Integration.


    Und integrieren müssen sich Zugereiste, nicht Einheimische. Das gilt auf der ganzen Welt und auch für Türken in Deutschland.


    Zitat

    Original geschrieben von TheStarOFF
    Wenn so etwas krankes wie ein "Ehrenmord" oder eine Zwangsverheiratung geschieht, dann denkt Ihr doch nicht wirklich, dass das von jedem Türken gut geheißen wird.


    Nein - aber es passiert zu oft als dass man nur von extrem seltenen Einzelfällen reden kann. Außerdem mißlingt die Integration nicht erst dann wenn es so extrem kommt, sondern auch schon dann wenn sich ghettoisiert wird und seit Jahren kein deutsch gelernt wird. Bewege dich mal nach Berlin-Neukölln, Köln-Kalk oder vergleichbare Brennpunkte - dann stellst du fest dass sowas keine Einzelfälle, sondern weit verbreitet ist.


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    Original geschrieben von TheStarOFF
    Wem tut es denn weh, wenn diese Tatort-Folge verschoben wird.


    Noch besser fände ich es wenn diese Folge nie gezeigt werden würde. Es wäre meiner Meinung nach sowieso keine Bereicherung, da dieses Thema schon so oft Thematisiert wurde. Die Ausstrahlung dieser Folge würde das Übel, welches hinlänglich bekannt ist, nicht beseitigen.


    Es geht hier im weitesten Sinne um Pressefreiheit. Es kann nicht angehen dass irgendwelche Lobbygruppen das öffentlich-rechtliche Fernsehprogramm bestimmen. Mal ganz im Ernst, wer sind denn die Aleviten, dass sie meinen hier so ein Theater machen zu können? Das ist eine so kleine Gruppierung, wenn jede Mini-Lobbygruppe Spielfilme wie den Tatort beeinflussen kann wird's wirklich lächerlich. Dann kann man überhaupt nichts mehr zeigen...


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    Original geschrieben von TheStarOFF
    Und man braucht auch nicht so scheinheilig tun, als ob die Presse in Deutschland/England usw. immer astrein Berichten würde. Es gibt halt überall eine Sensationspresse, die die Dinge aufbauscht um Profit herauszuholen.


    Aber nicht in dieser extremen Weise! Hier putschen nicht zahlreiche Medien das Volk auf wenn in der Türkei ein Unglück mit bisher unbekannter Ursache passiert.


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    Original geschrieben von TheStarOFF
    Ebenso ist es mit den Politikern, sie sind überall gleich. Herr Koch hat in seinen Wahlkämpfen oft genug vorurteile Geschürt. Das rechtfertigt nicht die Aussagen anderer, aber zum Vergleich sollte es taugen.


    Nein, taugt es nicht. Koch hat ein Problem angesprochen, das nachweisbar existiert und wo ihm die meisten Leute in der Sache Recht geben. Sein großer Fehler war dass er das Thema ausgerechnet im Wahlkampf aus dem Hut gezaubert hat, und damit allzu offensichtlich auf die Schnelle Stimmenfang betreiben wollte. Dieses um so mehr als die hessischen Behörden in der Vergangenheit gerade nicht mit konsequentem Vorgehen gegen straffällige Jugendliche von sich Reden machten. Also war Koch's Strategie absolut unglaubwürdig. Das heißt aber nicht dass das Thema schon an sich falsch ist.

    Das klingt aber ein bisschen nach "wasch mich, aber mach mich nicht naß".


    Wenn man die - berechtigte - Meinung hat dass man sich von Aufrührern und Krawallmachern nicht einfach bestimmen lassen darf - dann wäre das ja gerade ein Grund die Ausstrahlung des "Tatortes" eben nicht zu verschieben.


    Was ist denn wenn die Sendung im April ausgestrahlt wird? Dann werden sich diejenigen, die die Sendung instrumentalisieren wollen, doch genauso aufregen wie jetzt auch. "Argumente" und Verhaltensweisen, die jetzt schon nicht stichhaltig und nicht akzeptabel sind aber dennoch benutzt werden, werden im April dann genauso sinnfrei vorgebracht.


    Es ist ganz normal dass sich Betroffene schlimmer Ereignisse in ihrer Verzweiflung irgendeinen Schuldigen suchen - und dabei oft nicht objektiv sind. Das "Warum" steht immer ganz stark im Raum und Menschen wollen darauf eine Antwort.
    Da es oft zu banal ist einfach an das Schicksal oder blöde Zufälle zu glauben - weil man nicht akzeptieren mag dass es manchmal so einfache Gründe für schreckliche Folgen geben kann - muß also ein konkreter Schuldiger her, und in diesem Fall bietet sich der Gedanke an Rechtsradikale an.


    Wenn direkt Betroffene so reagieren und in ihrer Verzweiflung nicht glauben können dass hinter allem vielleicht gar kein Sinn, sondern eine banaler, beschissener Kurzschluß, Zigarettenstummel, Toaster, Heizdecke oder nicht ausgeschalteter Herd etc. steckt, ist ihnen das nachzusehen. Absolut verständlich dass diese Menschen sich im Moment pausenlos nach dem "Warum?" fragen und in ihren Gedanken nicht abwarten können bis die Polizei etwas ermittelt hat, denn die Gedanken hämmern im Kopf und können nicht auf Eis gelegt werden bis man mehr über die Ursache weiß.


    Wenn sich aber türkische Medien oder Türken allgemein, die keinen direkten persönlichen Bezug haben, so weit vorwagen der Feuerwehr extra langsames Anrücken zu unterstellen, wenn inzwischen Feuerwehrleute verprügelt wurden, den Einsatzkräften allgemein Versagen vorgeworfen wird, Nazi-Vorwürfe gegen komplett Ludwigshafen oder "die Deutschen" erhoben werden - dann ist das nicht weniger als eine bodenlose Unverschämtheit und eine große Sauerei dazu.


    So verbessert man das Verhältnis untereinander garantiert nicht. Nach dem "Fall Marco" ein weiterer Tiefpunkt unsäglich schlechten Verhaltens...


    Ganz vergessen wird dabei dass es nicht nur Opfer unter den Hausbewohnern gibt, sondern solche Ereignisse regelmäßig auch starke Belastungsstörungen bei Einsatzkräften hervorrufen. Ich sah z. B. gestern eine kurze Sequenz wo der Ludwigshaferer Feuerwehrchef ein Interview weinend abbrach, und da gibt es mit Sicherheit diverse andere Beteiligte, die jetzt ebenso dringend einem CISM zugeführt werden müssen.
    Diese Leute werden jetzt zum zweiten Mal zum Opfer gemacht weil ihnen öffentlich nicht vermittelt wird dass sie das Bestmögliche getan haben, sondern man unterstellt ihnen unzureichende Arbeit - und das ist wirklich das Allerletzte!


    Weitere Infos zu diesem Thema finden Interessierte auf den Seiten des bekanntesten deutschen KIT und auch bei Einsatzkraft.de.

    Ich finde es ziemlich übertrieben den Tatort abzusetzen... Genauso wie man die türkischen Medien deutlicher in ihre Schranken weisen müßte. Die haben über das Unglück als Top-Schlagzeile berichtet und die Wellen schlagen hoch weil man einen Anschlag wähnt...


    Realität ist aber dass es bisher keinerlei Erkenntnisse zur Ursache des Ganzen gibt und bei allem Bedauern über das schlimme Geschehen - aber dieses Theater, diese Aufregung, die da jetzt gemacht werden, da sollte man wirklich nicht unbedingt mitmachen.


    Den direkt Betroffenen sehe ich gerne nach dass die in ihrer Trauer und ihrem Schmerz nicht neutral sind und womöglich Vorwürfe erheben, die faktisch nicht haltbar sind. Aber Beobachter wie Medienvertreter etc. sollten deutlich zurückhaltender sein.


    Der SWR und auch MP Beck spannen sich da jetzt aber in einer Manier, die wieder mal kein normaler Mensch verstehen kann, vor einen Populismus-Karren, der mich nervt.


    Jeden Tag sterben Menschen bei Autounfällen, werden Menschen ermordet - und keiner kommt auf die Idee Filme mit Verfolgungsjagden oder Krimis abzusetzen. Täglich sterben Menschen in Kriegen - und es gibt hier auch Filme darüber. Da kommt auch keiner auf die Idee Rücksicht auf Fernsehzuschauer zu nehmen, die vielleicht gerade betroffen sind.


    Es ist völlig egal ob es um Türken, Deutsche oder wen auch immer geht. Aber wenn da jetzt so eine Wirbel gemacht wird, über einen Anschlag spekuliert wird obwohl es bisher keinen Hinweis darauf gibt, nun Politiker am Tatort herumspringen - das ist mir zu viel Theater und Show. Unberechtigte Aufregung.
    Zumindest hat Erdogan, wenn ich das richtig mitbekommen habe, zum Ausdruck gebracht dass Feuerwehr, Rettungsdienste und Polizei Dank gebührt. Vielleicht bewegt das den ein oder anderen dazu etwas moderater zu reagieren anstatt weiter auf den Putz zu hauen.

    Zitat

    Original geschrieben von tOmAtEl
    Ich sehe es nicht so, das ein Leben unter diesen Umständen unter aller Sau ist. Eher sehe ich es so, das der Maßstab für ein vernünftiges Leben zu hoch ist.


    Aber du kannst unsere Industrialisierung genauso wenig zurückdrehen wie das Angebot an Waren und Dienstleistungen. Das alles setzt aber die Maßstäbe in unserem Alltag. Wir reden nicht über das fünfte Zweithandy und ein komplett neues Outfit wenn die neue Kollektion in den Läden ist, sondern einfache, aber gegebene Standards unseres Lebensumfeldes.


    Zitat

    Original geschrieben von tOmAtEl
    Denn mit dem Geld kann man, wenn man ein wenig drüber nachdenkt wieviel Geld man wofür ausgibt durchaus Leben.


    Klar, man könnte jeden Tag Nudeln mit Tomatensoße essen, bei 39 Cent pro 3er-Portionspackung beim Aldi und 3 Mahlzeiten pro Tag kommt man also mit der Rechnung "39 Cent x Tage, die der Monat hat" zu der Summe, bei der man nicht verhungert. Dazu kommt dann noch eine tägliche Ration Vitaminpillen oder alternativ ein 200ml-Glas Saft, das laut Packungsaufdruck den tägliche Bedarf an Nährstoffen deckt. Rechnerisch kann man so mit max. 20 EUR einen ganzen Monat überleben...
    Aber blöderweise sind Menschen keine Maschinen, die nach solchen Theorien bedient und abgefertigt werden können.


    Zitat

    Original geschrieben von tOmAtEl
    Genauso wie man am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann. Warum sollte man es nicht können?


    Dann sag' mir mal was du beim letzten Besuch im Kino oder Theater, in der Disco, im Zoo, im Freizeitpark, im Schwimmbad, in der Kneipe, im Restaurant, im Eiscafe, auf dem Rummel oder was man sonst noch anführen könnte, bezahlt hast.


    Was haben Geburtstagsgeschenke für deine nächsten Verwandten gekostet, eine Kleinigkeit zu Weihnachten, ein Blumenstrauß zum Muttertag, eine Kleinigkeit für die Freundin zum Valentinstag oder mal einfach so, weil du ihr eine Freude machen wolltest?


    Selbst wenn man äußerst sparsam ist - das sind monatliche Posten, die eine gewisse Höhe haben und die sich schlicht nicht wegdiskutieren lassen, weil kein einziger Mensch ganz ohne solche Ausgaben leben wird, und weil auch niemand mit 3,42 EUR pro Monat für diese Angelegenheiten klarkommen wird.


    Zitat

    Original geschrieben von tOmAtEl
    Das Probleme sehe ich also nicht beim Staat sondern bei der Gesellschaft.


    Das sehe ich auch so. Da "die Gesellschaft" von solchen Schmarotzern wie Nokia ausgesaugt wird und das Lohnniveau immer weiter gedrückt wurde, in einem Maße, dass das absolute Existenzminimum des Staates inzwischen den gezahlten Löhnen mancher Branchen entspricht, entsteht aber Handlungsbedarf.


    Es muß sich gesellschaftlich etwas ändern, und da es offenbar nicht freiwillig funktioniert muß der Staat z. B. mit einem flächendeckenden Mindestlohn nachhelfen, dessen Höhe möglichst besser sein muß als der Hartz-Mindestsatz. Sicher eine schlechte Lösung, aber immer noch besser als das, was jetzt gegenwärtig ist und noch viel weniger funktioniert.

    Aber der grundsätzlichre Denkfehler, den kaum einer zu kapieren scheint (Du auch nicht...), ist dass ein Leben unter diesen Bedingungen in unserer Gesellschaft schlichtweg unter aller Sau ist!


    Es ist jetzt mal egal ob man Leistungen vom Staat bekommt oder arbeitet - wenn wir, als eine der gesellschaftlich, wirtschaftlich und geistig weitentwickeltsten Nationen dieser Erde nicht in der Lage sind Menschen auf einem würdigen Niveau gesellschaftlich teilhaben zu lassen, dann ist das absolut jämmerlich.


    Der Vergleich kann nicht sein dass in Afrika Menschen in Hütten leben und Kinder verhungern, sondern der Vergleichsmaßstab muß sein was jemand braucht um hier, in dieser Gesellschaft, leben und teilhaben zu können.


    Man kann Menschen nicht auf Esswaren, ein Dach über dem Kopf damit man bei Regen nicht naß wird und ein Bett zum schlafen reduzieren, sondern ein Mensch braucht zum leben auch gesellschaftliche Teilhabe und Anerkennung. Das funktioniert aber nicht wenn als Existenzminimum nur Grundbedürfnisse zum puren Überleben akzeptiert werden.


    Hast du schon mal von der Bedürfnispyramide nach Maslow gehört? Bei den Mindestsätzen, die hier in Deutschland inzwischen gängig sind (egal ob Transferleistung oder schlechter Lohn), KÖNNEN Menschen nicht die zu einem zufriedenen Leben erforderlichen Bedürfnisse decken. Es ist nicht möglich ein bescheidenes Leben so zu führen dass man zufrieden ist weil die Mindestsummen das schlicht nicht hergeben.


    Es ist schon klar dass der Staat nicht jedem ein Luxusleben finanzieren kann und soll. Aber was gar nicht geht ist wenn Menschen arbeiten und dann aber trotzdem auf einem Lohnniveau darben, das schlicht unanständig ist. Genau das passiert aber den Geringverdienern, die du mit 6 EUR Stundenlohn abspeisen willst.

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    wieso soll ein 1 Euro Job nicht normal sein?


    Weil es eine Unverschämtheit ist wenn jemand 1 Stunde arbeitet um dafür einen lächerlichen Euro zu bekommen!


    Die Grundsicherung wurde vor einigen Jahren, wenn ich es richtig weiß 2003, auf 345 EUR im Monat festgesetzt. Seitdem ist schon mal grundsätzlich die Inflation weitergegangen, und neben dieser planbaren (in der Grundsicherung dennoch nicht berücksichtigten) Kostenerhöhung wurde die MwSt. um 3% erhöht (nicht für Nahrung, aber auch ein "Sozialhilfeempfänger" braucht Kleidung etc., es schlägt also natürlich bei ihm durch!) und es gab exorbitante Preissteigerungen z. B. bei Milchprodukten.


    Das gleiche bei Energiekosten und dadurch beispielsweise auch Fahrkarten. Wer ab und zu mit öffentlichen Verkehrsmitteln irgendwohin fahren muß - und das muß jeder, es ist einfach realitätsfern dass man niemals sein Stadtviertel verlassen muß - zahlt also inzwischen mehr weil er die 5, 6, 7 Fahrpreiserhöhung erlebt hat. Wobei es auch absolut widersinnig ist wenn in den 345 EUR Transferleistung 2,98 EUR Fahrgeld bedacht sind, die durch 0,1192 Cent an 25 Tagen (ist nur ein Beispiel), an denen man in die Stadt fahren darf, zustande kommen. Das ist doch absoluter Schwachsinn!


    Dieser bescheuerte Warenkorb des statistischen Bundesamtes kommt zu irgendwelchen Phantasiewerten weil z. B. Unterhaltungselektronik oder Urlaubsreisen (Billigflieger...) preiswerter wurden - aber nützt das einem Bezieher der Grundsicherung? Nein, absolut gar nichts!


    Wie soll das denn 2008 bitte funktionieren wenn man 2003, vor 5 Jahren, mit einem Mindestsatz von 345 EUR amtlich festgesetzt gerade so klarkommen konnte? Dann kann es 5 Jahre weiter unmöglich beim gleichen Betrag geblieben sein!
    Damit es überhaupt rechnerisch aufgeht hätte man jährlich einen Inflationsausgleich draufschlagen müssen und es hätte auch bei der Umsatzsteuererhöhung zu einer Bezugserhöhung um 3% kommen müssen, und zwar auf die Anteile der Grundsicherung, die nicht für Lebensmittel gedacht sind. Selbst das erklärt aber immer noch nicht wie man mit knappen 12 Cent an 25 Tagen irgendwo hin kommt oder wie man mit monatlich 3,42 EUR für "kulturelle Teilhabe" nur IRGENDEIN Museum, ein Kino, einen Zoo, oder was auch immer besuchen können soll.


    Abgesehen von dieser Theorie, die ja schon zum Schreien ist, kann sich jeder halbwegs intelligente Mensch auch sonst denken dass es mit 345 EUR schlicht nicht mehr möglich ist zu leben. Manches Geschwafel hier regt mich wirklich auf, denn es kommt garantiert von Leuten, die tatsächlich nie unter diesen Bedingungen leben mußten und dennoch von der gedeckten Tafel aus den Armen erzählen was zu leben reicht. Das finde ich echt mies.


    Es geht überhaupt nicht darum dass es mancher nicht schlimm findet Flaschen zu sammeln, es als Beschäftigung oder Zubrot sieht, oder wenn sich ein Pfennigfuchser daran aufgeilt ein paar Cent Flaschenpfand ergattert zu haben.


    Wir reden hier mehr über die Gesellschaft und ein System, bei dem Leute gezwungen sind für 1 EUR Stundenlohn zu arbeiten, obwohl jeder weiß dass das niemals reicht um von diesem Verdienst zu leben. Durch eine korrekte Bezahlung wird auch eine Wertschätzung ausgedrückt, Arbeit ist mehr als eine Beschäftigung, sondern sie soll auch dazu dienen Menschen einen Sinn zu geben und ihnen zu vermitteln dass sie etwas leisten können. Wer dann 1 EUR dafür bekommt, bekommt vermittelt dass er und das, was er tut, nicht mehr wert sei.
    Das ist ein Armutszeugnis für eins der nach wie vor reichsten Länder der Erde!


    Auch die Argumentation "der 1 EUR ist Zubrot, derjenige bekommt ja immerhin schon 345 EUR und eine Wohnung, also rechnerisch auch mehr Gehalt", zieht bei mir nicht. Das ist eine Überlebenssicherung, die jedem Menschen in unserer humanistischen Gesellschaft zusteht ohne dass das als Bezahlung gesehen werden kann.


    Selbstverständlich gibt es Mißbrauch, der muß konseqent ausgerottet werden, und da gibt es viele Ansatzpunkte. Das müssen wir nicht ernsthaft diskutieren weil ich das selbstverständlich finde. Es kann dann aber auch kein Argument gegen alle Transferleistungsbezieher sein, denn das Maß der Dinge müssen natürlich die tatsächlich Berechtigten sein und nicht die Betrüger.
    An anderer Stelle werden doch auch nicht rechtschaffene Menschen für Fehler bestraft, die schwarze Schafe machen... so kann man doch nicht rangehen.


    Es ist ja nichts gegen Flaschensammler zu sagen, wer das tun WILL sollte es ruhig tun. Ich bezweifele aber dass die Mehrzahl der Leute aus lauter Freude am Flaschenpfand mit ungeschützten Händen im Müll anderer wühlen würde wenn es keine Notwendigkeit gäbe auch mit so einem Drecksjob Geld machen zu müssen.


    Und zum Alkohol bei Nichtsesshaften: Alkoholismus ist eine Krankheit. Mir sind diese Menschen auch unangenehm, aber ich verurteile sie nicht, denn sie sind krank. Bevor man abfällig über die redet sollte man sich das mal durch den Kopf gehen lassen.

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    Original geschrieben von H&S
    Ein an sich gesehen sehr interessantes Umfeld, nicht nur für Abschlepper :D


    ... sondern auch für lokale "Journalisten", wenn man die Reporter irgendwelcher Schmierblättchen so nennen will. Als BOS-Mitarbeiter wundert man sich bei spektakulären Einsätzen jedenfalls öfter wie schnell bestimmte Leute regelmäßig "live on scene" sind.

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    Original geschrieben von Masta_U
    Meine Herren, wir leben in einer ziemlich perversen Welt...


    Und deswegen ist es an uns sie wieder normaler zu machen!


    Jeder völlig normal tickende Mensch ist mal motiviert und hat manchmal Durchhänger, und jedem normal denkenden Menschen ist völlig klar dass ein Jahr mehr oder weniger, selbst 2, 3, 4 Jahre früher/später, absolut keinen Einfluß darauf haben wie kompetent ein Mitarbeiter in seinem Job sein wird.


    Dass in der heutigen deutschen Arbeitswelt so kranke Prinzipien gelten mag an manchen Stellen zwar tatsächlich sein, aber der richtige Weg kann doch nicht sein dem in vorrauseilendem Gehorsam nachzueifern und das alles mitzumachen.


    Es ist doch absolut gängig dass Leute ihr Studienfach noch wechseln oder in Zukunft in verschiedenen Branchen bei unterschiedlichen Arbeitgebern tätig zu sein. Dann spricht auch nichts dagegen Erfahrungen gemacht zu haben, die sich auf einer Reise, bei freiwilligen sozialen Tätigkeiten, oder sonstigen "Selbsterfahrungstrips" ergeben haben. Im Gegenteil sogar - diese Menschen sind fast immer menschlich kompetenter und weit angenehmer als irgendwelche Streber, die mit viel Fleiß, aber menschlich auf der Schmalspur, ihre Ausbildung durchprescht haben und jetzt mit tollen Zeugnissen, aber als menschliche Nieten auftreten.


    Wenn in Deutschland so ein Irrsinn stattfindet dass ein paar Monate Nichtstun, Verreisen, Aussteigen oder sonstwie nicht zielstrebig an der Karriere arbeiten dazu führen dass man den Anschluß verliert - na dann gute Nacht.


    Ich denke dass man sich diesem deutschen Holzweg, diesem Irrsinn, einfach nicht ausliefern muß und sich bewußt dagegen entscheiden kann. Wenn man schon anfängt zu überlegen ob es ein Nachteil ist ein Sabbatical im Lebenslauf zu haben - dann macht man das blöde Spiel mit.


    Meine Erfahrung war allerdings auch dass es nie ein Nachteil war keinen absolut lupenreinen Lebenslauf zu haben. Zum einen weil den kaum jemand hat, zum zweiten weil auch Personaler Menschen sind, die wissen dass wir keine immer funktionierenden Manschinen sind, und zum dritten vor allem weil ich immer erklären konnte was es mir gebracht hat, was ich gelernt habe und welche Vorteile mein Leben und meine Entscheidungen für mich hatten.


    Man kann JEDEN Schlenker im Lebenslauf in einen Pluspunkt verwandeln wenn man deutlich macht dass man Dinge erkannt hat, neu bewertete und dann bereit war persönliche Holzwege zu verändern. Man macht damit klar dass man dabei etwas gelernt hat und aus seinen eventuellen Fehlentscheidungen gute Erkenntnisse gezogen hat, die einen weitergebracht haben.


    Wenn ein Personaler das nicht anerkennt und darauf beharrt dass das nicht zählen würde - dann ist das garantiert kein Unternehmen, für das ich arbeiten möchte und dem ich mich zur Verfügung stellen werde.


    Der TE ist 20, nehmen wir mal an er wird 21, 22 oder wie alt auch immer bevor er weiß was erwill - dann hat er aber Erkenntnisse gewonnen, ihm ist klarer geworden was er will, welche Lebensziele er hat - und es ist besser es in dem Alter und mit Überzeugung anzugehen als jetzt wie ein gehetztes Kanninchen von einer Idee zur anderen zu springen und dabei zu merken dass ihn nichts überzeugt und er sich dabei bis hin zur Depression aufreibt.


    Mein Verschlag, ganz auszusteigen und eine Auszeit zu nehmen kann man nicht mit 1000 Sachargumenten begründen und gegen Formen der Karriereplanung abwägen. Es ist etwas, das man einfach tun muß ohne das schon am Anfang komplett zu hinterfragen und gegen irgendwelche Bedenken abzuwägen.