Leider gibt es den kleinen Bäckermeister, der alles selber macht, immer weniger. Die großen Ketten, oft mit 50-100 Filialen in einer Region, bereiten ihre Sachen doch meistens auch aus fertigen Mischungen zu und auch die Brötchen werden zwar mit großer Show vor Ort in der Filiale gebacken, aber da schiebt die Verkäuferin nur das Blech mit den Fertigteiglingen in den Ofen. Ansonsten ist es irgendwie dasselbe wie die Aufbackbrötchen, die beim Aldi in der Tiefkühltruhe liegen. Der Unterschied ist nur dass die Aldi-Brötchen 89 Cent kosten (9 Stück) während in der Bäckerei davor 10 Stück inzwischen 2,40 EUR kosten. Die Bäckerei hat natürlich andere Unkosten und muß daher soviel nehmen, nur was habe ich als Kunde davon? Wenn ich bessere Brötchen bekäme würde ich es ja einsehen - aber ich bekommen nichts besseres.
Ich kann mich noch gut erinnern, als ich Kind war konnte man Brötchen vom ortsansässigen Bäcker selbst nach 3 Tagen noch essen. Kauft man sie heute in diesen Großbäcker-Filialen ist man froh wenn man sie mittags noch mit einer Kettensäge aufschneiden kann. Abends sind sie hart wie Stein. Da kann mir doch kein Mensch etwas über die angebliche Handwerker-Qualität erzählen. Wenn die Brötchen tatsächlich geschmacklich und qualitativ besser wären wäre das ja ein Argument für den Bäcker. Aber so...
Es gibt immer weniger den alteingesessenen Bäcker, bei dem die Qualität noch stimmt und der seine Sachen wirklich selber macht, ohne Fertigmischungen, die man nur anrühren und fertigbacken muß.
Wenn die Qualität in der Bäckerei-Kette aber nicht anders ist als bei Aldi in der Tiefkühltruhe sehe ich nicht wieso ich den Preisunterschied zahlen sollte.
Bei Fleisch und Geflügel mag es eher stimmen, da merkt man schon einen Unterschied zwischen wirklicher Fleischerei-Qualität bzw. Geschmack und der Supermarkt-Ware.
Ansonsten, wenn es um Pizza, Joghurt etc. geht, sind es einfach nur geschmackliche Unterschiede. Ich sehe da aber keine qualitativen Differenzen. Und Geschmack ist kein greifbares Argument. Dem einen mundet zufällig ein Markenprodukt, der andere fährt auf das Geschmackserlebnis eines Discount-Produktes ab. Da gibt es für mich kein generelles "besser" oder "schlechter".
Was oben jemand schrieb, dass er nicht an Verschwörungstheorien glaubt: nein, keine Verschwörung. Aber es gibt nun mal einige Großkonzerne, die diverse Marken halten. Masterfood, Müller, Unilever (?) etc., das sind Unternehmen, die sehr wohl weite Teile des Marktes kontrollieren, und es läuft umgekehrt: der Markt erzwingt nicht unbedingt niedrigere Preise - er kann auch höhere generieren! Genauso wie sich die Konzerne nicht unbedingt absprechen müssen sondern in "fairer Konkurrenz" Preise senken, können sie sie auch erhöhen. Warum sollte ein Unternehmen seine Preise senken wenn die Konkurrenz sie hoch hält? Da wäre man ja schön blöd...
Hier reguliert durchaus der Markt, aber eben nicht im Sinne von Preissenkungen, sondern genau umgekehrt. Ich unterstelle z. B. dass das bei Strompreisen und Treibstoff ebenso funktioniert. Wenn ARAL die Preise steigen läßt wird Shell sie nicht senken. Warum auch? Wenn einer anfängt kann man die Preise auch erhöhen und dabei selbst auch mehr verdienen. Denn gerade diese Sachen - Nahrung, Treibstoffe, Energie - MÜSSEN gekauft werden. Sparen kann der Verbraucher bei Luxus- und Spaßausgaben, aber nicht den Lebensgrundlagen. Die Leute zahlen für Elementargüter auch teure Preise weil sie gar nicht anders können!
Das Zweithandy wird nicht mehr gekauft wenn es zu teuer wird, das geht nur noch über den Tisch weil es preiswert ist und immer preiswerter wird. Beim Dritthandy um so mehr. Da kann man sich aber ausklinken, der Markt ist relativ gesättigt und für teures Geld kauft irgendwann niemand mehr ein weiteres Handy.
Aber die Butter kann teuer werden wie sie will - die müssen die Leute gezwungenermaßen trotzdem kaufen...
Und ich glaube dass das jetzt mehr eingenommene Geld eben auch genau in diesen Großkonzernen hängen bleibt. Das sehen weder die No Teens in der Supermarktkasse noch der Bauer als Milchlieferant - sondern das stecken sich der Herr Müller und Konsorten in die Taschen.